Rechtsprechung / OVG NRW / 2006

OVG NRW Beschluss vom 09.06.2006 – 12 A 2492/04

ECLI:DE:OVGNRW:2006:0609.12A2492.04.00

VerwaltungsrechtNordrhein-WestfalenVerwaltungsrecht Nordrhein-WestfalenVolltext

13 zitierte Normen Als PDF speichern

Tenor§

Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe wird abgelehnt.

Der Antrag auf Zulassung der Berufung wird abgelehnt.

Der Kläger trägt die Kosten des Zulassungsverfahrens. Außergerichtliche Kosten des Beigeladenen sind nicht erstattungsfähig.

Der Streitwert wird für das Zulassungsverfahren auf 4.000 EUR festgesetzt.

1

G r ü n d e :

2Permalink zu Rn. 2recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2006-06-09/12-a-2492-04#rd_1

Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe ist unbegründet, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung aus den nachstehenden Gründen keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet (§ 166 VwGO, § 114 Satz 1 ZPO).

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2006-06-09/12-a-2492-04#rd_2

Der Antrag auf Zulassung der Berufung ist unbegründet. Das Zulassungsvorbringen führt nicht zu den allein geltend gemachten ernstlichen Zweifeln im Sinne von § 124 Abs. 2 Nr 1 VwGO. Es vermag die Auffassung des Verwaltungsgerichts, der Kläger habe keinen Anspruch auf Erteilung eines Aufnahmebescheids, weil er selbst kein deutscher Volkszugehöriger sei, da er nicht von einem deutschen Volkszugehörigen abstamme, nicht zu erschüttern.

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2006-06-09/12-a-2492-04#rd_3

Soweit geltend gemacht wird, die Mutter des Klägers sei eine deutsche Volkszugehörige sei, trifft dies nicht zu, weil die Mutter des Klägers sich entgegen § 6 Abs. 2 Satz 1 BVFG nicht durchgängig nur zum deutschen Volkstum bekannt hat. Auf die diesbezüglichen Entscheidungsgründe des - rechtskräftigen - Urteils des Verwaltungsgerichts vom 19. März 2004 - 4 K 178/02 - und den die Zulassung der Berufung hiergegen ablehnenden Beschluss des Senats vom heutigen Tag - 12 A 2494/04 - wird zur Vermeidung von Wiederholungen Bezug genommen.

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2006-06-09/12-a-2492-04#rd_4

Soweit der Kläger darüber hinaus geltend macht, in Bezug auf die Frage der Abstammung könne auch auf seine Großeltern abgestellt werden, greift dies nicht durch, da nach der einschlägigen und den Verfahrensbevollmächtigten des Klägers bekannten Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts in Bezug auf die Frage der Abstammung ausschließlich auf die Elterngeneration abzustellen ist.

6

Vgl. OVG NRW, Beschluss vom 13. März 2005 - 2 A 1611/05 -, m.w. N.

7Permalink zu Rn. 7recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2006-06-09/12-a-2492-04#rd_5

Der Kläger kann auch nicht, wie hilfsweise beantragt, einen Einbeziehungsbescheid gemäß § 27 Abs. 1 Satz 2 BVFG erhalten, da seine Mutter aus den oben genannten Gründen keinen Anspruch auf einen Aufnahmebescheid hat.

8Permalink zu Rn. 8recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2006-06-09/12-a-2492-04#rd_6

Abgesehen davon kann der Kläger nach § 27 BVFG in der Neufassung des Zuwanderungsgesetzes den Einbeziehungsanspruch nicht mehr selbst im Klagewege weiter verfolgen, weil, anders als in der bis zum 31. Dezember 2004 geltenden Fassung, allein der Bezugsperson, hier also der Mutter des Klägers, der Anspruch auf Einbeziehung zusteht und daher die Klagebefugnis des Klägers entfallen ist.

9

Vgl. OVG NRW, Beschluss vom 28. März 2006

10

- 2 A 4276/03 -, m. w. N.

11

Für einen etwa im Wege der Klageänderung durchzuführenden Parteiwechsel ist

12

- auch nach Änderung der Rechtslage zum 1. Januar 2005 - nichts vorgetragen worden.

13Permalink zu Rn. 13recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2006-06-09/12-a-2492-04#rd_7

Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 154 Abs. 2 und 162 Abs. 3 VwGO. Die Streitwertfestsetzung erfolgt gemäß § 72 Nr. 1 GKG i. V. m. §§ 13 Abs. 1, 14 Abs. 1 und 3 GKG in der bis zum 30. Juni 2004 geltenden Fassung (GKG a.F.).

14Permalink zu Rn. 14recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2006-06-09/12-a-2492-04#rd_8

Dieser Beschluss ist unanfechtbar (§§ 152 Abs. 1 VwGO, 72 Nr. 1 GKG i. V. m. § 25 Abs. 3 Satz 2 GKG a.F.). Das Urteil des Verwaltungsgerichts ist rechtskräftig (§ 124a Abs. 5 Satz 4 VwGO).