Schmerzensgeldtabelle Tierhalterhaftung
26 Urteile · Median 6.000 Euro · 500 bis 50.000 Euro
Wie hoch das Schmerzensgeld ausfällt, entscheidet immer das Gericht im Einzelfall. Einen Anhaltspunkt geben aber die Beträge, die deutsche Gerichte in vergleichbaren Fällen zugesprochen haben. Diese Tabelle listet 26 solcher Beträge. Jede Zeile stammt aus einer Entscheidung, die in dieser Datenbank im Volltext liegt, und ist mit ihr verlinkt. Aufgenommen wird nur, was das entscheidende Gericht selbst zugesprochen hat, nicht die Forderung der klagenden Seite.
Beträge nach Verletzung
| Betrag | Verletzung und Folgen | Entscheidung |
|---|---|---|
| 50.000 € | Mehrfragmentäre Humeruskopfluxationsfraktur links, hintere Schulterluxation rechts mit Tuberculum majus-Abriss, Schädelhirntrauma 1. Grades, Nasenbeinfraktur, starke Dauerfehlfunktionen | OLG Köln, 09.09.2014 – 14 U 12/11 |
| 30.000 € | Erheblich dislozierte, erstgradig offene bimalleoläre Sprunggelenksluxationsfraktur mit tibiofibularer Instabilität rechts, Operationen, Gelenkhautentzündung, Dauerschäden | OLG Hamm, 05.03.2021 – 9 U 221/19 |
| 25.000 € | Zentrale Mittelgesichtsfraktur mit Brüchen der Augenhöhlen, des Nasenskeletts und Oberkiefers, Zerstörung des Tränenkanals, 7 Operationen, verbleibende Dauerschäden | LG Dortmund, 05.12.2007 – 4 O 39/07 |
| 20.000 € | Instabile Lendenwirbelkörperfraktur (LWK 3), zwei Operationen mit Wirbelkörperversteifung, Reha-Maßnahme, Tragen von Korsett/Corsage, dauerhafte Schmerzen und Bewegungseinschränkung | LG Dortmund, 14.11.2008 – 12 O 264/06 |
| 20.000 € | Zweigradige offene Unterarmfraktur beiderseits, multiple Bissverletzungen, knöcherne und nervliche Handgelenksverletzungen, Vernarbungen, psychische Folgen | LG Neuruppin, 22.12.2017 – 1 O 143/14 |
| 15.339 € | Hundebiss in die linke Hand, oberflächliche Bissmarken, Hämatomschwellung, Komplikation in Form von Sudeck'scher Dystrophie mit Schmerzausstrahlung | LG Dortmund, 11.09.2002 – 5 O 69/00 |
| 12.000 € | Schwere Gesichtsverletzungen, Kieferbruch, Verlust von fünf Zähnen, Gesichtsschwellungen, Notwendigkeit einer Zahnprothese | OLG Stuttgart, 24.01.2011 – 5 U 114/10 |
| 10.000 € | Kompressionsfraktur des 12. Brustwirbels, Stabilisierung mit Fixateur interne, ca. 50 cm lange Narbe, Reha-Maßnahme, verbleibende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen möglich | OLG Hamm, 23.02.2002 – 13 U 59/02 |
| 9.200 € | Bissverletzung im linken Handgelenk durch Hund, stationäre Behandlung, Dauerschäden und Minderung der Erwerbsfähigkeit | LG Hagen, 25.10.2018 – 10 O 234/17 |
| 8.000 € | Katzenbissverletzung an der linken Hand mit Phlegmone, operativer Revision, stationärem Aufenthalt, Narbenkontrakturen und verbliebener reduzierter Beweglichkeit | OLG Düsseldorf, 03.09.2024 – 15 U 7/19 |
| 7.500 € | Wirbelsäulenfraktur, Operationen, Versteifung T12/L1 und L1/L2, Restkyphosis, Gefühlsstörung am Oberschenkel, Weichgewebedefekt am Beckenkamm | LG Bonn, 21.10.2011 – 3 O 272/06 |
| 7.000 € | Radiusköpfenfraktur rechts, Anpralltrauma, Läsionen, Kapsel- und Bandrupturen mit bleibenden Bewegungseinschränkungen und dauerhafter Beeinträchtigung des Hand- und Unterarmbereichs | LG Frankfurt am Main, 07.07.2021 – 2-13 O 130/19 |
| 7.000 € | Multiple oberflächliche Bissspuren am Nasenbein, ca. 2x2 cm große Hautablederung der Nasenspitze, verbleibende Narbe an der Nase nach Hundebiss. | LG Köln, 03.11.2022 – 14 O 304/21 |
| 5.000 € | Großflächige schwere Quetsch-Bisswunden an der rechten Oberkörperflanke durch Polizeihund, auffällige Narben, dreiwöchige Arbeitsunfähigkeit | LG Aachen, 28.02.2012 – 12 O 3/11 |
| 4.500 € | Verletzungen infolge von Hundebissen in die Wade des rechten Beins | OLG Naumburg, 05.08.2010 – 2 U 39/10 |
| 4.500 € | Bissverletzungen im Gesicht und am Hals mit bleibender schmerzempfindlicher Narbe, Kieferverschiebung und abgebrochene Kronen | LG Wiesbaden, 28.04.2022 – 2 S 10/21 |
| 4.000 € | Bisswunden unter anderem an der Brust, sichtbare Narben an Brust, Arm, Schulter und Hand, Panik vor Hunden | LG Duisburg, 08.06.2006 – 8 O 38/06 |
| 4.000 € | Beckenringfraktur, diverse Schürfwunden, stumpfes Thoraxtrauma, erhebliche Bewegungseinschränkungen über etwa sechs Monate | OLG Hamm, 08.06.2021 – 9 U 77/20 |
| 3.500 € | Bruch des 9. Brustwirbelkörpers, erhebliche Bewegungseinschränkungen über mehrere Monate | OLG Hamm, 21.07.2008 – 6 U 60/08 |
| 2.700 € | Hundebiss am linken Unterarm mit Riss-Quetschwunde, temporären Gefühlsstörungen, OP und sichtbarer Narbe | AG Frankenthal (Pfalz), 07.07.2016 – 3a C 66/16 |
| 2.500 € | Hundebiss am linken Handgelenk mit klaffender Wunde, Taubheitsgefühl, Kribbelgefühl und Schmerzen | AG Frankfurt am Main, 13.07.2017 – 32 C 2982/16 (90) |
| 2.500 € | Hämatom am Oberschenkel, oberflächliche Bissmarken, zweieinhalbwöchige Arbeitsunfähigkeit und fortbestehende Pigmentstörung (Atrophie des Unterhautfettgewebes) nach Hundebiss | LG Lübeck, 10.08.2023 – 9 O 132/19 |
| 1.500 € | Verletzung am Knie sowie verbleibende Bewegungseinschränkung am kleinen Finger der rechten Hand mit Wahrscheinlichkeit einer Arthrosebildung | AG München, 20.11.2025 – 223 C 5188/25 |
| 1.190 € | Hundebiss in die Hand, Wundversorgung, verbleibende Narbe, Arbeitsunfähigkeit sowie spezifische Phobie (Hundephobie) mit massiven Angstzuständen | AG Rheine, 01.07.2021 – 4 C 92/20 |
| 733 € | Hundebiss ins Gesicht mit ärztlich behandlungsbedürftiger Verletzung und verbliebener Keloidnarbe an der rechten Wange | AG Bonn, 19.02.2002 – 2 C 503/01 |
| 500 € | Bisswunden am Oberschenkel, Risswunde (genäht), Schürfwunden mit Hämatom, dreitägiger Krankenhausaufenthalt, Narbenbildung | AG Wesel, 12.03.2019 – 8 Ds - 597 Js 93/18 - 161/18 |
Haushaltsführungsschaden neben dem Schmerzensgeld
Das Schmerzensgeld nach § 253 Absatz 2 BGB gleicht die immateriellen Folgen aus, also Schmerzen und Beeinträchtigung der Lebensführung. Wer den eigenen Haushalt wegen der Verletzung nicht mehr führen kann, hat daneben einen eigenen Anspruch auf Ersatz des Haushaltsführungsschadens. Der wird materiell berechnet, meist über die Stunden, die im Haushalt ausfallen, und einen Stundensatz für eine Ersatzkraft. Beide Posten stehen nebeneinander und werden getrennt beziffert. In 164 Urteilen dieser Tabelle geht das Gericht auf beide Posten ein: diese Urteile ansehen.
Woher die Zahlen kommen
Grundlage sind die 607.048 Entscheidungen dieser Datenbank. Ausgewertet wurden alle Entscheidungen ab 2002, in denen ein Schmerzensgeldbetrag in Euro genannt ist. Für jede Entscheidung wurde geprüft, ob das entscheidende Gericht den Betrag selbst zugesprochen hat; nur dann steht die Zeile in der Tabelle. Beträge, die nur gefordert, von einer anderen Instanz zugesprochen, aufgehoben oder aus fremden Entscheidungen zitiert wurden, bleiben außen vor. Jede Zeile ist zusätzlich gegen den Wortlaut der Entscheidung geprüft. Stand: 07.09.2026.
Quellen der ausgewerteten Entscheidungen: rechtsprechung-im-internet.de (Bundesgerichte), eigene Websites der Gerichte sowie Open Legal Data (Instanzgerichte, ODbL v1.0). Die Tabelle selbst steht unter derselben Lizenz.
Die Tabelle ersetzt keine rechtliche Beratung. Gerichte bemessen das Schmerzensgeld nach dem Einzelfall; frühere Beträge binden sie nicht. Bei Entscheidungen mit mehreren Verletzten ist der Betrag der hauptbetroffenen Person angegeben.