Rechtsprechung

Schmerzensgeldtabelle Augen und Ohren

28 Urteile · Median 19.000 Euro · 650 bis 200.000 Euro

Wie hoch das Schmerzensgeld ausfällt, entscheidet immer das Gericht im Einzelfall. Einen Anhaltspunkt geben aber die Beträge, die deutsche Gerichte in vergleichbaren Fällen zugesprochen haben. Diese Tabelle listet 28 solcher Beträge. Jede Zeile stammt aus einer Entscheidung, die in dieser Datenbank im Volltext liegt, und ist mit ihr verlinkt. Aufgenommen wird nur, was das entscheidende Gericht selbst zugesprochen hat, nicht die Forderung der klagenden Seite.

Beträge nach Verletzung

Schmerzensgeldtabelle
BetragVerletzung und FolgenEntscheidung
200.000 € Faktische Erblindung eines jungen Erwachsenen nach BefunderhebungsfehlernAugen und Ohren · schwerst · Behandlungsfehler LG Bonn, 17.05.2023 – 9 O 109/20
130.000 € Retinopathia praematurorum (ROP) nach Behandlungsfehler: Erblindung auf dem rechten Auge und hochgradige Sehbehinderung auf dem linken Auge (GdB 100%).Augen und Ohren · schwerst · Behandlungsfehler OLG Oldenburg, 01.03.2023 – 5 U 45/22
100.000 € Behandlungsfehlerbedingte, fast vollständige Erblindung auf beiden Augen (diabetische Retinopathie), Erwerbsunfähigkeit, erhebliche psychische BelastungAugen und Ohren · schwerst · Behandlungsfehler LG Koblenz, 24.03.2006 – 10 O 244/04
100.000 € Vollständige Erblindung im frühen Kindesalter nach Behandlungsfehler bei FrühgeburtAugen und Ohren · schwerst · Behandlungsfehler OLG Düsseldorf, 22.02.2007 – I-8 U 17/05
45.000 € Schwere Augenverletzung durch geborstenen Spatenstiel, Perforation des Augapfels, Notoperation, Linsenentfernung und mehrfache OperationenAugen und Ohren · schwer LG Dortmund, 15.10.2004 – 3 O 292/03
40.000 € Anhaltende Hornhautstörung nach LASIK-OP an funktionell einzigem sehendem Auge, Hornhautrisse, erhebliche Visusreduzierung auf 0,2 p, SchmerzenAugen und Ohren · schwer · Behandlungsfehler · Haushaltsführungsschaden LG Köln, 04.03.2009 – 25 O 164/07
35.000 € Erblindung auf dem rechten Auge nach fehlerhaft durchgeführter Embolisation (Meningeom)Augen und Ohren · schwer · Behandlungsfehler OLG Hamm, 20.04.2005 – 3 U 197/04
30.000 € Erhebliche Verletzungen des rechten Auges mit dauerhafter Beeinträchtigung der SehfähigkeitAugen und Ohren · schwer · Verkehrssicherungspflicht OLG Celle, 14.07.2005 – 14 U 17/05
30.000 € Ertaubung des letzthörenden linken Ohres nach aufklärungsfehlerhafter Operation und grobem BefunderhebungsfehlerAugen und Ohren · schwer · Behandlungsfehler KG, 12.12.2016 – 20 U 90/13
25.000 € Hornhaut- und Oberlidrandverletzung am linken Auge durch Wurf eines Wuchtgewichts, Operationen, Einsetzen einer Kunstlinse mit verbleibender VisuseinschränkungAugen und Ohren · schwer · Arbeitsunfall LAG Hessen, 20.08.2013 – 13 Sa 269/13
25.000 € Behandlungsfehlerhafte unterlassene Sehnervuntersuchung, Gesichtsfeldausfälle, irreversible hochgradige Sehminderung beider AugenAugen und Ohren · schwer · Behandlungsfehler LG Bielefeld, 13.01.2015 – 4 O 135/11
23.000 € Augapfelzerreißung (Bulbusruptur) mit der Folge einer Visusminderung auf 10 %Augen und Ohren · schwer · Gewalttat OLG Karlsruhe, 07.04.2004 – 7 U 219/02
20.000 € Unbehandeltes sekundäres Glaukom nach perforierender Augenverletzung, Erblindung und Verlust des rechten AugesAugen und Ohren · schwer · Behandlungsfehler LG Mainz, 21.03.2003 – 9 O 437/01
20.000 € Verlust des Geruchssinns und starke Beeinträchtigung des Geschmackssinns, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel nach Sturz bei Stunt-WorkshopAugen und Ohren · schwer OLG Brandenburg, 17.01.2012 – 6 U 96/10
18.000 € Fehlgeschlagene Laserbehandlung am Auge mit massiver Sehverschlechterung auf -13,5 Dioptrien, Erblindungsnähe sowie schweren psychischen Folgen und DepressionenAugen und Ohren · schwer · Behandlungsfehler LG Paderborn, 23.07.2003 – 4 O 610/01
18.000 € Sehr starke Einschränkung des Sehvermögens auf beiden Augen, erhebliche Einengung des Sichtfeldes, Verlängerung des Krankenhausaufenthaltes um zwei Wochen.Augen und Ohren · schwer · Behandlungsfehler LG Bielefeld, 07.01.2004 – 4 O 417/01
15.000 € Folgen einer unzureichend aufgeklärten Augen-Operation, Sehschärfenreduzierung, dezente Nebelbildung, trockene AugenAugen und Ohren · mittel · Behandlungsfehler LG Bochum, 24.07.2013 – I-6 O 252/12
15.000 € Folgen fehlerhafter augenärztlicher Behandlung (Lasik-OP): Sehschärfenreduzierung, dezente Nebelbildung, trockene Augen und zusätzliche OperationenAugen und Ohren · mittel · Behandlungsfehler LG Bochum, 24.07.2013 – 6 O 252/12
15.000 € Verzögerung einer Glaukom-Operation um vier Jahre, Verschlechterung der Nervenstruktur des Sehnervs, größere Gesichtsfelddefekte, erhöhtes ErblindungsrisikoAugen und Ohren · mittel · Behandlungsfehler OLG Hamm, 15.01.2016 – 26 U 48/14
10.000 € Hochgradige, der Taubheit nahekommende Innenohrschwerhörigkeit links im Hochtonbereich als Dauerschaden, Probleme bei Richtungsbestimmung und SprachverständnisAugen und Ohren · mittel · Behandlungsfehler OLG Dresden, 19.12.2023 – 1 U 167/22
8.000 € Horn- und Netzhautbeeinträchtigung nach Katarakt-Operation, Ödem- und Wasserblasenbildung, Verzerrtsehen sowie Einschränkung der Sehfähigkeit und des räumlichen SehensAugen und Ohren · mittel · Behandlungsfehler LG Frankfurt am Main, 29.01.2014 – 2-04 O 470/11
6.000 € Beeinträchtigung des Sehvermögens nach fehlerhafter Aufklärung zu Augenoperation (Halos, Blendempfindlichkeit, Folgeeingriffe)Augen und Ohren · mittel · Behandlungsfehler LG Dortmund, 22.02.2018 – 12 O 111/15
4.000 € Prellungen, Glassplitterverletzungen im Gesicht mit Hautnarbe am linken Auge und hauchiger Hornhaut-Trübung ohne Dauerschädigung der SehkraftAugen und Ohren · mittel · Verkehrsunfall · Haushaltsführungsschaden LG Köln, 27.03.2007 – 16 O 314/04
4.000 € Knalltrauma durch Airbagauslösung mit dauerhaftem Tinnitus und linksseitiger HochtonsenkeAugen und Ohren · mittel · Verkehrsunfall LG Aschaffenburg, 14.11.2023 – 61 O 63/22
3.000 € Schmerzen durch rechtswidrige Laser-Operationen an den Augen und dauerhafte erhöhte BlendempfindlichkeitAugen und Ohren · leicht · Behandlungsfehler OLG Düsseldorf, 21.03.2002 – 8 U 117/01
2.000 € Hochfrequenter Tinnitus links mit Innenohrsenke, Notwendigkeit mehrerer Infusionsbehandlungen und Begleitsymptomen wie KopfschmerzenAugen und Ohren · leicht · Verkehrssicherungspflicht AG Meschede, 13.05.2015 – 6 C 411/13
1.500 € Kopfverletzungen, andauernder Tinnitus und psychische Beeinträchtigungen infolge des UnfallsAugen und Ohren · leicht · Verkehrsunfall OLG Schleswig, 02.09.2004 – 7 U 28/04
650 € Massiv geprelltes und zugeschwollenes rechtes Auge, 3 Tage stationäre Behandlung, Arbeitsunfähigkeit, anhaltende starke Kopfschmerzen und Schwindelgefühl.Augen und Ohren · leicht · Gewalttat LG Fulda, 21.10.2013 – 4 O 277/12

Haushaltsführungsschaden neben dem Schmerzensgeld

Das Schmerzensgeld nach § 253 Absatz 2 BGB gleicht die immateriellen Folgen aus, also Schmerzen und Beeinträchtigung der Lebensführung. Wer den eigenen Haushalt wegen der Verletzung nicht mehr führen kann, hat daneben einen eigenen Anspruch auf Ersatz des Haushaltsführungsschadens. Der wird materiell berechnet, meist über die Stunden, die im Haushalt ausfallen, und einen Stundensatz für eine Ersatzkraft. Beide Posten stehen nebeneinander und werden getrennt beziffert. In 164 Urteilen dieser Tabelle geht das Gericht auf beide Posten ein: diese Urteile ansehen.

Woher die Zahlen kommen

Grundlage sind die 606.761 Entscheidungen dieser Datenbank. Ausgewertet wurden alle Entscheidungen ab 2002, in denen ein Schmerzensgeldbetrag in Euro genannt ist. Für jede Entscheidung wurde geprüft, ob das entscheidende Gericht den Betrag selbst zugesprochen hat; nur dann steht die Zeile in der Tabelle. Beträge, die nur gefordert, von einer anderen Instanz zugesprochen, aufgehoben oder aus fremden Entscheidungen zitiert wurden, bleiben außen vor. Jede Zeile ist zusätzlich gegen den Wortlaut der Entscheidung geprüft. Stand: 07.09.2026.

Quellen der ausgewerteten Entscheidungen: rechtsprechung-im-internet.de (Bundesgerichte), eigene Websites der Gerichte sowie Open Legal Data (Instanzgerichte, ODbL v1.0). Die Tabelle selbst steht unter derselben Lizenz.

Die Tabelle ersetzt keine rechtliche Beratung. Gerichte bemessen das Schmerzensgeld nach dem Einzelfall; frühere Beträge binden sie nicht. Bei Entscheidungen mit mehreren Verletzten ist der Betrag der hauptbetroffenen Person angegeben.