Schmerzensgeldtabelle Persönlichkeitsrecht
52 Urteile · Median 2.000 Euro · 250 bis 25.000 Euro
Wie hoch das Schmerzensgeld ausfällt, entscheidet immer das Gericht im Einzelfall. Einen Anhaltspunkt geben aber die Beträge, die deutsche Gerichte in vergleichbaren Fällen zugesprochen haben. Diese Tabelle listet 52 solcher Beträge. Jede Zeile stammt aus einer Entscheidung, die in dieser Datenbank im Volltext liegt, und ist mit ihr verlinkt. Aufgenommen wird nur, was das entscheidende Gericht selbst zugesprochen hat, nicht die Forderung der klagenden Seite.
Beträge nach Verletzung
| Betrag | Verletzung und Folgen | Entscheidung |
|---|---|---|
| 25.000 € | Schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch mehr als zweijährige Nichtbeschäftigung bei erzwungener täglicher Anwesenheit im Betrieb | LAG Rheinland-Pfalz, 05.06.2014 – 2 Sa 394/13 |
| 20.000 € | Schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch systematische Mobbingaktivitäten am Arbeitsplatz mit erheblichen psychischen Gesundheitsschäden | LAG Rheinland-Pfalz, 13.03.2014 – 2 Sa 96/13 |
| 15.000 € | Schwere Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch vorverurteilende Berichterstattung über eine angebliche Vergewaltigung mit Identifizierung des Betroffenen. | LG Köln, 21.01.2004 – 28 O 96/03 |
| 15.000 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch rechtswidrige Dauer-Videoüberwachung am Arbeitsplatz | ArbG Dortmund, 13.09.2024 – 3 Ca 1093/24 |
| 10.000 € | Schwere Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Morddrohung am Arbeitsplatz mit resultierender psychischer Beeinträchtigung und anderthalbjähriger Arbeitsunfähigkeit | LAG Niedersachsen, 09.11.2009 – 9 Sa 1573/08 |
| 10.000 € | Schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch öffentliche Beleidigungen im Internet (Social Media) und psychische Belastung | LG Düsseldorf, 17.04.2019 – 12 O 168/18 |
| 8.000 € | Schwere Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch diffamierende Äußerungen der Behördenspitze und fehlende Rehabilitation | LG Frankfurt am Main, 07.03.2011 – 2-04 O 584/09 |
| 7.500 € | Schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch unzulässige Internet-Fahndung/Diskussionsforum der Polizei im Rahmen von Mordermittlungen | OLG Celle, 19.06.2007 – 16 U 2/07 |
| 7.000 € | Schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Videoüberwachung am Arbeitsplatz | LAG Hessen, 25.10.2010 – 7 Sa 1586/09 |
| 7.000 € | Unbefugte Veröffentlichung eines Intimfotos im Internet, dadurch verursachte schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung und psychische Beeinträchtigungen | OLG Hamm, 20.02.2017 – 3 U 138/15 |
| 6.900 € | Schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Ehrverletzungen am Arbeitsplatz | LAG Rheinland-Pfalz, 04.10.2005 – 5 Sa 140/05 |
| 6.000 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch beleidigende Äußerungen in einer Live-Fernsehsendung | LG Hannover, 11.01.2006 – 6 O 73/05 |
| 5.001 € | Schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch unrechtmäßige detektivische Überwachung und schikanösen Hausverweis/Nichtbeschäftigung im Arbeitsverhältnis | LAG Rheinland-Pfalz, 04.12.2017 – 3 Sa 143/17 |
| 5.000 € | Verletzung des Rechts am eigenen Bild und des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch reißerische Berichterstattung über ein Verbrechensopfer | LG Münster, 24.03.2004 – 10 O 626/03 |
| 5.000 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Veröffentlichung eines Fotos der Klägerin im Saunabereich in unbekleidetem Zustand in einer Werbezeitung. | LG Düsseldorf, 13.12.2006 – 12 O 194/05 |
| 5.000 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Veröffentlichung von Nacktbildern in einem Programmheft ohne Einwilligung | LG Düsseldorf, 16.11.2011 – 12 O 438/10 |
| 5.000 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch verbotene Eigenmacht/kalte Räumung der Wohnung, Verlust des Lebensmittelpunkts und Obdachlosigkeit | AG Schöneberg, 14.08.2019 – 6 C 276/18 |
| 5.000 € | Schwerwiegende Persönlichkeitsrechtsverletzung durch öffentlich erhobene falsche Anschuldigung sexueller Straftaten mit beruflichen und sozialen Folgen | AG Wiesbaden, 10.09.2024 – 720 Ds 2230 Js 42893/22 |
| 4.000 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Berichterstattung, Auslösung und Verstärkung psychischer und sozialer Probleme | LG Frankfurt am Main, 27.04.2017 – 2-03 O 167/16 |
| 4.000 € | Schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch öffentliche Beleidigung im Fernsehen | AG Charlottenburg, 12.08.2021 – 210 C 198/20 |
| 4.000 € | Verletzung der Datenauskunftspflicht nach Art. 15 DSGVO | ArbG Bamberg, 11.05.2022 – 2 Ca 942/20 |
| 3.000 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch rassistische Diskriminierung bei Wohnungsbewerbung | AG Charlottenburg, 14.01.2020 – 203 C 31/19 |
| 2.500 € | Behinderungsbedingte Diskriminierung durch Kündigung wegen einer chronischen Hepatitis-C-Erkrankung (Persönlichkeitsrechtsverletzung) | ArbG Detmold, 28.05.2014 – 3 Ca 1293/13 |
| 2.500 € | Diskriminierung wegen ethnischer Herkunft und Geschlecht bei der Verweigerung einer Mitgliedschaft im Fitnessstudio | LG Aachen, 11.05.2017 – 2 S 26/17 |
| 2.500 € | Schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Mobbing am Arbeitsplatz | LAG Mecklenburg-Vorpommern, 10.06.2020 – 3 Sa 219/19 |
| 2.000 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch falsche Insolvenzbehauptung in einer Internet-Verkaufsanzeige | LG Köln, 26.11.2003 – 28 O 706/02 |
| 2.000 € | Beeinträchtigung des Rechts an persönlichen Daten durch rechtswidrige SCHUFA-Einmeldung, Beeinträchtigung des sozialen Ansehens und der Kreditwürdigkeit | LG Hamburg, 19.04.2023 – 318 O 56/22 |
| 1.500 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch verdeckte Überwachung mittels einer Detektei | LAG Düsseldorf, 26.04.2023 – 12 Sa 18/23 |
| 1.200 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und der ärztlichen Schweigepflicht durch Übermittlung von Behandlungs- und Zahlungsdaten an Dritte. | LG Wiesbaden, 11.07.2019 – 2 O 247/18 |
| 1.000 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Veröffentlichung einer Dienstanweisung mit Bild und Text am Pförtnerhaus | LAG Hessen, 28.02.2011 – 16 Sa 406/10 |
| 1.000 € | Schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Zuweisung unterwertiger Aufgaben, Betretungsverbot und Druckausübung zum Aufhebungsvertrag | ArbG Koblenz, 30.04.2015 – 5 Ca 2268/14 |
| 1.000 € | Verletzung des Persönlichkeitsrechts durch unbefugte Weitergabe von Bewerberdaten an einen Dritten über XING. | LG Darmstadt, 26.05.2020 – 13 O 244/19 |
| 1.000 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung durch Fehlversand von Beihilfebelegen mit Diagnosen an Dritte | VG Köln, 23.02.2023 – 13 K 278/21 |
| 1.000 € | Verletzung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung und Kontrollverlust durch unbefugte Erfassung und Speicherung von Internet-Nutzungsdaten | LG Bielefeld, 01.04.2025 – 6 O 77/24 |
| 1.000 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und Datenschutzverstöße durch unbefugte Erhebung und Speicherung personenbezogener Daten | LG GieBen, 20.08.2025 – 5 O 11/24 |
| 750 € | Verletzung des Datenschutz- und Persönlichkeitsrechts durch rechtswidrige Weitergabe von Gesundheitsdaten per E-Mail | OLG Stuttgart, 17.05.2023 – 4 U 193/22 |
| 650 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und der Menschenwürde durch menschenunwürdige Haftbedingungen | LG Karlsruhe, 13.07.2004 – 2 O 1/04 |
| 650 € | Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch heimliche Videoüberwachung der Zugänge und des Hinterhofs eines Mietshauses über einen Monat | AG Tempelhof-Kreuzberg, 01.03.2012 – 25 C 84/12 |
| 500 € | Verletzung des Datenschutzrechts und allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Fehlübermittlung von Bankdaten und unrichtige SCHUFA-Meldung | OLG Frankfurt am Main, 14.04.2022 – 3 U 21/20 |
| 500 € | Unberechtigte SCHUFA-Datenübermittlung mit Beeinträchtigung der Kreditwürdigkeit | OLG Koblenz, 18.05.2022 – 5 U 2141/21 |
| 500 € | Immaterieller Schaden und psychische Belastung durch verzögerte Datenauskunft nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) | OLG Köln, 14.07.2022 – 15 U 137/21 |
| 500 € | Kontrollverlust über personenbezogene Daten durch Datendiebstahl (Scraping) und Veröffentlichung im Internet, Unwohlsein, Sorge vor Missbrauch | LG Paderborn, 13.12.2022 – 2 O 212/22 |
| 500 € | Kontrollverlust über personenbezogene Daten durch Scraping im Internet, Sorge vor Datenmissbrauch und Belästigung durch Betrugsversuche | LG Paderborn, 19.12.2022 – 3 O 99/22 |
| 500 € | Kontrollverlust über personenbezogene Daten nach Scraping-Vorfall, Unwohlsein, Sorge vor Missbrauch der Veröffentlichungen | LG Trier, 17.03.2023 – 2 O 99/22 |
| 500 € | Kontrollverlust über personenbezogene Daten durch Scraping-Vorfall, Belastung und Unwohlsein durch unbefugte Datenverbreitung | LG Hannover, 14.08.2023 – 18 O 89/22 |
| 500 € | Kontrollverlust über personenbezogene Daten durch Scraping-Vorfall, Unwohlsein, Sorgen und verstärktes Misstrauen | LG Trier, 20.12.2023 – 2 O 139/23 |
| 500 € | Kontrollverlust über personenbezogene Daten durch Scraping-Vorfall, Sorge und Belastung durch unbefugte Datenoffenlegung | LG Hannover, 05.02.2024 – 18 O 42/23 |
| 500 € | Kontrollverlust über sensible personenbezogene Daten einer Steuererklärung nach irrtümlicher Postversendung an eine veraltete Adresse | AG Wesel, 23.07.2025 – 30 C 138/21 |
| 498 € | Kontrollverlust über personenbezogene Daten durch unzulässige Datenverarbeitung | LG Bonn, 30.04.2025 – 13 O 189/23 |
| 400 € | Kontrollverlust über personenbezogene Daten durch Scraping-Vorfall, Unwohlsein, Sorgen vor Datenmissbrauch | LG Trier, 16.05.2023 – 3 O 137/23 |
| 250 € | Kontrollverlust über personenbezogene Daten (Mobiltelefonnummer) durch Datenschutzverstoß | LG Bonn, 29.03.2023 – 13 O 125/22 |
| 250 € | Kontrollverlust über personenbezogene Daten (Scraping-Vorfall) mit Risiko des Missbrauchs | LG Bonn, 07.06.2023 – 13 O 126/22 |
Haushaltsführungsschaden neben dem Schmerzensgeld
Das Schmerzensgeld nach § 253 Absatz 2 BGB gleicht die immateriellen Folgen aus, also Schmerzen und Beeinträchtigung der Lebensführung. Wer den eigenen Haushalt wegen der Verletzung nicht mehr führen kann, hat daneben einen eigenen Anspruch auf Ersatz des Haushaltsführungsschadens. Der wird materiell berechnet, meist über die Stunden, die im Haushalt ausfallen, und einen Stundensatz für eine Ersatzkraft. Beide Posten stehen nebeneinander und werden getrennt beziffert. In 164 Urteilen dieser Tabelle geht das Gericht auf beide Posten ein: diese Urteile ansehen.
Woher die Zahlen kommen
Grundlage sind die 611.719 Entscheidungen dieser Datenbank. Ausgewertet wurden alle Entscheidungen ab 2002, in denen ein Schmerzensgeldbetrag in Euro genannt ist. Für jede Entscheidung wurde geprüft, ob das entscheidende Gericht den Betrag selbst zugesprochen hat; nur dann steht die Zeile in der Tabelle. Beträge, die nur gefordert, von einer anderen Instanz zugesprochen, aufgehoben oder aus fremden Entscheidungen zitiert wurden, bleiben außen vor. Jede Zeile ist zusätzlich gegen den Wortlaut der Entscheidung geprüft. Stand: 07.09.2026.
Quellen der ausgewerteten Entscheidungen: rechtsprechung-im-internet.de (Bundesgerichte), eigene Websites der Gerichte sowie Open Legal Data (Instanzgerichte, ODbL v1.0). Die Tabelle selbst steht unter derselben Lizenz.
Die Tabelle ersetzt keine rechtliche Beratung. Gerichte bemessen das Schmerzensgeld nach dem Einzelfall; frühere Beträge binden sie nicht. Bei Entscheidungen mit mehreren Verletzten ist der Betrag der hauptbetroffenen Person angegeben.