Schmerzensgeldtabelle Kopf und Gehirn
37 Urteile · Median 25.000 Euro · 100 bis 500.000 Euro
Wie hoch das Schmerzensgeld ausfällt, entscheidet immer das Gericht im Einzelfall. Einen Anhaltspunkt geben aber die Beträge, die deutsche Gerichte in vergleichbaren Fällen zugesprochen haben. Diese Tabelle listet 37 solcher Beträge. Jede Zeile stammt aus einer Entscheidung, die in dieser Datenbank im Volltext liegt, und ist mit ihr verlinkt. Aufgenommen wird nur, was das entscheidende Gericht selbst zugesprochen hat, nicht die Forderung der klagenden Seite.
Beträge nach Verletzung
| Betrag | Verletzung und Folgen | Entscheidung |
|---|---|---|
| 500.000 € | Schwerste zerebrale Schädigung nach Herzstillstand, Wachkoma, tetraspastische Bewegungsstörung, Vollpflegebedürftigkeit, vollständige Zerstörung der Persönlichkeit | LG Mannheim, 13.02.2004 – 3 O 247/03 |
| 500.000 € | Schädel-Hirn-Trauma Grad IV-V mit Hirnödem, Koma, Hydrocephalus und schwersten dauerhaften Hirnschäden | LG Münster, 17.04.2009 – 016 O 532/07 |
| 500.000 € | Schädelknochenbruch und schwerste Gehirnschädigung (95 % abgestorben), Erblindung, Pflegebedürftigkeit wie im Wachkoma, begrenzte Lebenserwartung | LG GieBen, 07.05.2015 – 1 KLs - 604 Js 29856/14 |
| 500.000 € | Hypoxischer Hirnschaden, zweieinhalb Wochen Koma, Schwerstpflegefall, linksbetonte Parese mit Spasmen, Sprach- und Schluckstörungen, erhebliche Hirnleistungsstörungen, Inkontinenz | OLG Hamm, 21.03.2017 – 26 U 122/09 |
| 400.000 € | Schwerer andauernder Hirnschaden nach Herzinfarkt, Pflegestufe III (Härtefall), Hilflosigkeit bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens | LG Bielefeld, 25.09.2007 – 4 O 522/05 |
| 150.000 € | Schädel-Hirn-Trauma mit intracranieller Blutung, Dens-Fraktur, gravierende motorische und Hirnleistungsdefizite, Wesensveränderung, Dauerpflegebedürftigkeit | LG Stendal, 24.07.2013 – 21 O 151/11 |
| 115.000 € | Schweres Schädel-Hirn-Trauma mit hirnorganischem Psychosyndrom, dauerhafte Einschränkungen der Lebensführung, Gleichgewichtsstörungen, Gesichtsdodeformierung | OLG Brandenburg, 04.11.2010 – 12 U 35/10 |
| 100.000 € | Falsche Schädelöffnung aufgrund Seitenverwechslung, unnötige Gehirininspektion, Notwendigkeit einer Zweitoperation, Sehstörungen, Lähmungen und Gefühlsstörungen im Bein | OLG Stuttgart, 18.03.2003 – 1 U 81/02 |
| 100.000 € | Sauerstoffunterversorgung mit hypoxischem Hirnschaden, schweres hirnorganisches Psychosyndrom, vollständige Pflegebedürftigkeit, später verstorben | OLG Hamm, 01.09.2008 – 3 U 245/07 |
| 90.000 € | Verletzung des Siebbeindaches und Hirnverletzung bei Operation, Duraläsion, wiederkehrende бактериelle Meningitis, geminderte Hirnleistungsfähigkeit, Operationsnotwendigkeiten | LG Neuruppin, 07.02.2020 – 3b O 25/14 |
| 80.000 € | Schlaganfall durch unterlassene Befunderhebung, rechtsseitige hirnstrukturelle Schädigungen, latente Hemiparese, neuropsychologische Defizite, Poststroke-Depression | OLG Düsseldorf, 17.11.2011 – I-8 U 1/08 |
| 75.000 € | Verletzung des Gehirns durch Behandlungsfehler, Verlust des Geruchssinns, verringerte Reaktions- und Aufmerksamkeitsleistung, Orientierungsschwierigkeiten, Frontalhirnsyndrom | LG Köln, 17.06.2015 – 25 O 149/12 |
| 75.000 € | Schwere Hypoglykämie, Hirnschädigung, hirnorganisches Psychosyndrom infolge hypoglykämischer Enzephalopathie, dauerhafte geistige und körperliche Einschränkungen | LG Köln, 20.10.2022 – 105 Ks 8/20 |
| 70.000 € | Gesichtsfrakturen, Schädelfraktur, schweres Schädel-Hirn-Trauma mit Hirnblutungen und axonalen Schädigungen, Wachkoma, Pflegebedürftigkeit bis zum Tod | OLG Hamm, 28.08.2018 – 24 U 127/16 |
| 60.000 € | Schwere Hirnfunktionsstörung mit Gedächtnis-, Lern-, Sprach- und Gangstörung, Verlust der selbstständigen Lebensführung | LG Aachen, 18.10.2022 – 67 KLs 4/21 |
| 40.000 € | Schädeltrauma 3. Grades mit akutem subduralem Hämatom, diffuse axonale Schädigung des Mittelhirns, tagelange Bewusstlosigkeit, schwere neuro-kognitive Defizite | LG Düsseldorf, 10.01.2003 – 13_O_306_00 |
| 40.000 € | Schädeltrauma dritten Grades mit akutem subduralem Hämatom, diffuse axonale Schädigung des Mittelhirns, tagelange Bewusstlosigkeit und schwere neuro-kognitive Defizite | OLG Düsseldorf, 15.03.2004 – I-1 U 44/03 |
| 25.000 € | Subdurales Hämatom mit Lebensgefahr, distale Radiusfraktur, Operationen, langanhaltende stationäre Behandlung und Rehabilitation | LG Detmold, 14.12.2009 – 12 O 221/08 |
| 25.000 € | Schädel-Hirn-Trauma mit Schwindelgefühlen, Sprachschwierigkeiten, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, leichten Depressionserscheinungen und verbleibender MdE von 30 % | OLG Celle, 14.04.2010 – 14 U 38/09 |
| 25.000 € | Schädeldach- und Schädelfraktur, bilaterale Schädeltrepanation, Persönlichkeitsveränderung, epileptische Anfallsneigung, kognitive und sprachliche Störungen | KG, 13.09.2012 – 20 U 193/11 |
| 20.000 € | Schwere hypoxische Hirnschädigung mit weitgehender Zerstörung des Großhirns, tiefes Koma, Paraplegie, künstliche Ernährung und Beatmung, nachfolgender Tod | OLG Düsseldorf, 15.12.2005 – 8 U 24/04 |
| 13.000 € | Stirnhöhlenvorderwandfraktur mit Schädelprellung durch Kopfstoß, zwei Operationen mit Metallplatteneinsatz, rezidivierende Kopfschmerzen als Dauerfolge | OLG Hamm, 04.11.2016 – 9 U 135/15 |
| 10.000 € | Verzögerte Diagnose und Behandlung eines Hirntumors, dadurch bedingte verzögerte Operation und verstärkte Epilepsieanfälligkeit | OLG Köln, 16.12.2002 – 5 U 166/01 |
| 5.000 € | Verzögerte Diagnose eines Tumorrezidivs, Erfordernis einer belastenden Chemotherapie und Ausbreitung des Tumors | OLG Düsseldorf, 17.03.2005 – 8 U 145/03 |
| 5.000 € | Schwerwiegende Skalpierung der Kopfschwarte, Wundnaht, Unfallschock, abendliche Kopfschmerzen, Gangunsicherheit, Angstzustände, Schwindel, Parästhesien der Kopfhaut | LG Rostock, 28.05.2008 – 4 O 3/08 |
| 1.500 € | Verzögerte Therapie einer Sinusvenenthrombose um bis zu neun Tage, mehrere Tage andauernde intensive mit Übelkeit einhergehende Kopfschmerzen | OLG Saarbrücken, 23.07.2025 – 1 U 122/22 |
| 1.100 € | Schädelhirntrauma I.-II. Grades nach Fahrradkollision mit stationärer Behandlung | AG Wesel, 09.01.2014 – 5 C 56/13 |
| 1.000 € | Schläge auf den Kopf mit Gehstock, Ausreißen eines dicken Haarbüschels mit dauerhafter kahler Stelle am Hinterkopf, Hämatome, Kopfschmerzen | AG Dortmund, 25.03.2009 – 421 C 12030/08 |
| 800 € | Schädelprellung, drei Tage andauernde Kopfschmerzen, Arbeitsunfähigkeit für vier Tage | AG Bochum, 05.06.2023 – 33 Ds 527/22 |
| 600 € | Platzwunde am Kopf, Schädelprellung mit posttraumatischen Spannungskopfschmerzen, 2 Tage Arbeitsunfähigkeit | AG Kassel, 13.03.2012 – 435 C 4225/11 |
| 500 € | Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades mit Bewusstlosigkeit und Gedächtnisverlust, Prellungen, einwöchiger Krankenhausaufenthalt | OLG Frankfurt am Main, 20.03.2014 – 2 U 238/13 |
| 375 € | 15 cm lange Kopfplatzwunde nach Abbrechen eines Basketballkorbes | OLG Hamm, 18.02.2003 – 9 U 166/02 |
| 300 € | Erhebliche Beschädigung der Haare durch nicht fachgerechte Haarfärbung, Abbrechen der Haare über der Kopfhaut, rein optische und seelische Beeinträchtigung ohne Dauerschaden | LG Mönchengladbach, 09.10.2009 – 5 S 59/09 |
| 250 € | Kopfprellung durch Schlag mit Glasflasche, Verdacht auf Gehirnerschütterung, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel, zwei Tage stationäre Überwachung | AG Menden, 10.03.2004 – 4 C 229/03 |
| 250 € | Schädelprellung und kleine Kopfplatzwunde an der Stirn | OLG Düsseldorf, 18.12.2018 – 1 U 27/18 |
| 200 € | Verzögerung einer Kopfoperation um zweieinhalb Tage infolge verzögerter CT-Auswertung, dadurch verlängerter postspinaler Kopfschmerz | OLG Brandenburg, 24.03.2011 – 12 U 75/08 |
| 100 € | Schmerzen an der Stirn, Stirnprellung mit mehrtägigen Kopfschmerzen und Schulterprellungen | AG Kassel, 24.06.2010 – 434 C 2371/09 |
Haushaltsführungsschaden neben dem Schmerzensgeld
Das Schmerzensgeld nach § 253 Absatz 2 BGB gleicht die immateriellen Folgen aus, also Schmerzen und Beeinträchtigung der Lebensführung. Wer den eigenen Haushalt wegen der Verletzung nicht mehr führen kann, hat daneben einen eigenen Anspruch auf Ersatz des Haushaltsführungsschadens. Der wird materiell berechnet, meist über die Stunden, die im Haushalt ausfallen, und einen Stundensatz für eine Ersatzkraft. Beide Posten stehen nebeneinander und werden getrennt beziffert. In 164 Urteilen dieser Tabelle geht das Gericht auf beide Posten ein: diese Urteile ansehen.
Woher die Zahlen kommen
Grundlage sind die 606.761 Entscheidungen dieser Datenbank. Ausgewertet wurden alle Entscheidungen ab 2002, in denen ein Schmerzensgeldbetrag in Euro genannt ist. Für jede Entscheidung wurde geprüft, ob das entscheidende Gericht den Betrag selbst zugesprochen hat; nur dann steht die Zeile in der Tabelle. Beträge, die nur gefordert, von einer anderen Instanz zugesprochen, aufgehoben oder aus fremden Entscheidungen zitiert wurden, bleiben außen vor. Jede Zeile ist zusätzlich gegen den Wortlaut der Entscheidung geprüft. Stand: 07.09.2026.
Quellen der ausgewerteten Entscheidungen: rechtsprechung-im-internet.de (Bundesgerichte), eigene Websites der Gerichte sowie Open Legal Data (Instanzgerichte, ODbL v1.0). Die Tabelle selbst steht unter derselben Lizenz.
Die Tabelle ersetzt keine rechtliche Beratung. Gerichte bemessen das Schmerzensgeld nach dem Einzelfall; frühere Beträge binden sie nicht. Bei Entscheidungen mit mehreren Verletzten ist der Betrag der hauptbetroffenen Person angegeben.