Rechtsprechung / OLG Naumburg / 2010

OLG Naumburg Beschluss vom 14.01.2010 – 3 WF 262/09

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Gründe§

1Permalink zu Rn. 1recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-naumburg/2010-01-14/3-wf-262-09#rd_1

Auf die sofortige Beschwerde der Antragstellerin wird der Beschluss des Amtsgerichts - Familiengerichts - Wittenberg vom 02.11.2009 (Az.: 4a F 640/09) abgeändert und der Antragstellerin für die erste Instanz Verfahrenskostenhilfe unter Beiordnung von Rechtsanwalt Sch. aus W. bewilligt.

2Permalink zu Rn. 2recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-naumburg/2010-01-14/3-wf-262-09#rd_2

Hierzu wird bereits unabhängig von der erneuten Änderung des Mindestunterhalts zum 01.01.2010 lediglich ergänzend angemerkt, dass wenn eine Änderung der Bedarfssätze – hier vom Regelbetrag zum Mindestunterhalt der ersten Altersstufe - aufgerundet zunächst bis zum 31.12.2009 eine Erhöhung von lediglich 7% ausmacht, die Wesentlichkeitsschwelle des § 238 Abs.1 Satz 2, 4 FamFG für die Erhebung eines Antrags auf Abänderung des geschuldeten Kindesunterhalts überschritten ist, da das die Abänderung begehrende Kind vom gesteigert erwerbspflichtigen Antragsgegner nicht mehr als das unterhaltsrechtliche Existenzminimum verlangt (vgl. u.a. OLGR Hamm 2004, 272 zur Vorschrift des § 323 ZPO).

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-naumburg/2010-01-14/3-wf-262-09#rd_3

Anzumerken ist außerdem, dass die Antragstellerin bei ihrer endgültigen Antragstellung die bis zur letzten mündlichen Verhandlung gezahlten Unterhaltsvorschusszahlungen einzubeziehen haben wird – insoweit Forderungsübergang nach § 7 UVG.

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-naumburg/2010-01-14/3-wf-262-09#rd_4

Daneben weist der Senat darauf hin, dass die §§ 113 Abs.1, 39 FamFG bei einer Entscheidung über einen Verfahrenskostenhilfeantrag für sämtliche Familienstreitsachen trotz der Anwendung der Regelungen der ZPO zwingend – weil ausdrücklich nicht ausgenommen- eine Rechtsmittelbelehrung vorsehen.

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-naumburg/2010-01-14/3-wf-262-09#rd_5

Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden nicht erhoben; außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet (§§ 113 Abs.1 FamFG, 127 Abs. 4 ZPO, Nr. 1912 des Kostenverzeichnisses nach Anlage 1 zu § 3 Abs. 2 FamGKG).

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Die Rechtsbeschwerde ist nicht zugelassen (§ 70 Abs. 1 und 2 FamFG).