Rechtsprechung / OVG NRW / 2021

OVG NRW Beschluss vom 16.11.2021 – 12 E 788/21

ECLI:DE:OVGNRW:2021:1116.12E788.21.00

VerwaltungsrechtNordrhein-WestfalenVerwaltungsrecht Nordrhein-WestfalenVolltext

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Tenor§

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Das Beschwerdeverfahren ist gerichtskostenfrei; außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe§

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Die Beschwerde hat keinen Erfolg.

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2021-11-16/12-e-788-21#rd_1

Das Verwaltungsgericht hat den Antrag der Antragstellerin, ihr zur Durchführung des einstweiligen Rechtsschutzverfahrens Prozesskostenhilfe zu bewilligen abgelehnt, weil die Antragstellerin entgegen § 166 VwGO i.V.m. § 117 Abs. 2 ZPO trotz gerichtlicher Aufforderung bisher keine Erklärung über ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse samt entsprechender Belege vorgelegt habe.

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2021-11-16/12-e-788-21#rd_2

Soweit die Antragstellerin Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragt, weil sie die Aufforderung des Verwaltungsgerichts zur Vorlage der Unterlagen über ihre Einkommensverhältnisse "wegen Postdiebstahls" nicht erreicht habe, fehlt es - ungeachtet der Zuständigkeitsregelung des § 60 Abs. 4 VwGO - bereits an den Voraussetzungen für eine Wiedereinsetzung, da keine gesetzliche Frist i. S. d. § 60 Abs. 1 VwGO versäumt wurde.

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2021-11-16/12-e-788-21#rd_3

Aber auch die rechtzeitige Vorlage von vollständigen Prozesskostenhilfeunterlagen unterstellt, hat das Verwaltungsgericht den Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe im Ergebnis zu Recht abgelehnt, da es jedenfalls an hinreichenden Erfolgs-aussichten hinsichtlich der beabsichtigten Rechtsverfolgung im Sinne von § 166 Abs. 1 Satz 1 VwGO i. V. m. § 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO fehlt.

6Permalink zu Rn. 6recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2021-11-16/12-e-788-21#rd_4

Hinreichende Aussicht auf Erfolg bedeutet bei einer an Art. 3 Abs. 1 und 19 Abs. 4 GG orientierten Auslegung des Begriffs einerseits, dass Prozesskostenhilfe nicht erst dann bewilligt werden darf, wenn der Erfolg der beabsichtigten Rechtsverfolgung gewiss ist, andererseits aber auch, dass Prozesskostenhilfe zu versagen ist, wenn ein Erfolg in der Hauptsache zwar nicht schlechthin ausgeschlossen, die Erfolgschance indes nur eine entfernte ist.

7Permalink zu Rn. 7recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2021-11-16/12-e-788-21#rd_5

Ständige Rechtsprechung des Senats, vgl. etwa: Beschlüsse vom 31. Januar 2019 - 12 E 1025/17 -, juris Rn. 4, vom 26. Januar 2012 - 12 E 21/12 -, vom 28. September 2010 - 12 E 546/10 - und vom 10. August 2009 - 12 E 858/09 -, jeweils n. v.

8Permalink zu Rn. 8recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2021-11-16/12-e-788-21#rd_6

Letzteres ist hier - auch im Lichte des Beschwerdevorbringens - der Fall. Der einstweilige Rechtsschutzantrag hatte allenfalls entfernte Erfolgsaussicht. Zur Begründung nimmt der Senat Bezug auf die Ausführungen des Verwaltungsgerichts (vgl. § 122 Abs. 2 Satz 3 VwGO) und auf seinen Beschluss gleichen Rubrums vom heutigen Tag im zugehörigen Eilbeschwerdeverfahren 12 B 1484/21.

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Die Kostenentscheidung folgt aus § 188 Satz 2 Halbsatz 1 VwGO sowie aus § 166 Abs. 1 Satz 1 VwGO i. V. m. § 127 Abs. 4 ZPO.