Rechtsprechung / OVG NRW / 2014

OVG NRW Beschluss vom 18.09.2014 – 7 A 824/14

ECLI:DE:OVGNRW:2014:0918.7A824.14.00

VerwaltungsrechtNordrhein-WestfalenVerwaltungsrecht Nordrhein-WestfalenVolltext

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Tenor§

Der Antrag wird verworfen.

Die Firma I.     Immobilien GmbH trägt als vollmachtlose Vertreterin die Kosten des Zulassungsverfahrens einschließlich der außergerichtlichen Kosten der Beigeladenen, die erstattungsfähig sind.

Der Streitwert wird auch für das Zulassungsverfahren auf 10.000,- Euro festgesetzt.

Gründe§

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Der Antrag ist unzulässig. Die Klägerin wird nicht ordnungsgemäß vertreten.

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2014-09-18/7-a-824-14#rd_1

Gemäß § 62 Abs. 3 VwGO handeln für Vereinigungen ihre gesetzlichen Vertreter und Vorstände. Für die Wohnungseigentümergemeinschaft ist dies gemäß § 27 WEG grundsätzlich der Verwalter. Dieser ist aber nur dann zur Prozessführung im Aktivprozess berechtigt, wenn die Wohnungseigentümer ihn durch Vereinbarung oder Beschluss mit Stimmenmehrheit dazu ermächtigt haben, § 27 Abs. 3 Satz 1

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2014-09-18/7-a-824-14#rd_2

Nr. 7 WEG. Fehlt ein Verwalter oder ist er z. B. wegen fehlender Ermächtigung für den Aktivprozess zur Vertretung nicht berechtigt, vertreten alle Wohnungseigentümer die Wohnungseigentümergemeinschaft. In diesem Fall können die Wohnungseigentümer durch Beschluss mit Stimmenmehrheit einen oder mehrere Wohnungseigentümer zur Vertretung ermächtigen, § 27 Abs. 3 Satz 3 WEG.

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2014-09-18/7-a-824-14#rd_3

Vgl. Klein in Armbrüster/Becker/Klein/Merle/Pick, Wohnungseigentumsgesetz, 12. Auflage, § 43 Rn. 140; Kintz in Posser/Wolff, VwGO, 2. Auflage, § 62 Rn. 15.

6Permalink zu Rn. 6recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2014-09-18/7-a-824-14#rd_4

Zwar haben hier die Wohnungseigentümer am 29. April 2014 eine Verwalterin bestellt, die inzwischen auch für die Wohnungseigentümergemeinschaft auftritt. Nach dem Zulassungsvorbringen ist diese aber ebenso wenig durch Mehrheitsentscheidung mit der Führung des Prozesses beauftragt worden, wie ein einzelner Wohnungseigentümer.

7Permalink zu Rn. 7recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2014-09-18/7-a-824-14#rd_5

Die Klägerin war entgegen dem Zulassungsvorbringen auch nicht i. S. d. § 21 Abs. 2 WEG durch den Miteigentümer Herrn N. wirksam vertreten. Gemäß § 21 Abs. 2 WEG ist jeder Wohnungseigentümer berechtigt, ohne Zustimmung der anderen Wohnungseigentümer die Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung eines dem gemeinschaftlichen Eigentum unmittelbar drohenden Schadens notwendig sind. Die Voraussetzungen liegen nicht vor. Nach dem Zulassungsvorbringen hat sich die Mehrheit der Wohnungseigentümergemeinschaft in der Eigentümerversammlung am 5. Juni 2014 mit der Führung des Prozesses befasst und eine Genehmigung abgelehnt. Eine Notgeschäftsführung kommt damit nicht in Betracht.

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Vgl. OLG Frankfurt, Beschluss vom 4. September 2008 - 20 W 347/05 -, ZMR 2009, 382.

9Permalink zu Rn. 9recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2014-09-18/7-a-824-14#rd_6

Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2, § 162 Abs. 3 VwGO. Die Kosten sind der I.     Immobilien GmbH aufzuerlegen, da diese nunmehr den Prozess  führt, ohne dazu befugt zu sein. Die außergerichtlichen Kosten der Beigeladenen sind erstattungsfähig, da sie einen eigenen Antrag gestellt und sich damit einem eigenen Kostenrisiko ausgesetzt hat.

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Die Streitwertfestsetzung folgt aus § 52 Abs. 1 GKG.

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Der Beschluss ist unanfechtbar.