Rechtsprechung / OLG Köln / 2013

OLG Köln Urteil vom 29.11.2013 – 20 U 130/13

ECLI:DE:OLGK:2013:1129.20U130.13.00

ZivilrechtNordrhein-WestfalenVolltext

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Tenor§

Die Berufung der Klägerin gegen das am 03. Juli 2013 verkündete Urteil der 26. Zivilkammer des Landgerichts Köln – 26 O 422/11 - wird zurückgewiesen.

Die Kosten des Berufungsverfahrens hat die Klägerin zu tragen.

Dieses Urteil und das angefochtene Urteil sind vorläufig vollstreckbar. Die Klägerin kann die Vollstreckung durch die Beklagte durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages abwenden, wenn nicht die Beklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in gleicher Höhe leistet.

Die Revision wird zugelassen.

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_3

Die Klägerin macht Ansprüche aus abgetretenem Recht auf verzinsliche Rückzahlung eingezahlter Versicherungsbeiträge aus insgesamt 38 gekündigten und von der Beklagten abgerechneten Lebensversicherungsverträgen sowie Ersatz außergerichtlicher Rechtsanwaltskosten geltend.

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_4

Die Klägerin ist nicht als Inkassodienstleisterin nach dem RDG registriert.

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_5

Die in den Klageanträgen genannten ehemaligen Versicherungsnehmer der Rechtsvorgängerin der Beklagten erteilten der Klägerin in den Jahren 2007 und 2008 jeweils einen sogenannten „Prüfauftrag Ökopaket“ beziehungsweise – im Fall des ehemaligen Versicherungsnehmers D – einen „Prüfauftrag Rechtsschutzpaket“. Wegen der Einzelheiten wird auf die schriftlichen „Prüfaufträge“ (Anlagen K 162 – K 178 und K 180 - 200, Bl. 289 ff. d.A.) Bezug genommen. Den Vereinbarungen lagen jeweils die „PFV-Bedingungen“ der Klägerin zugrunde (Anlage K 201, Bl. 365f. d.A.). Darin heißt es u.a.:

7Permalink zu Rn. 7recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_7

Der Anspruchsinhaber beauftragt die Q AG (im folgenden Finanzierer genannt) seine Ansprüche durchzusetzen. Dazu hat der Finanzierer eine Strategie entwickelt, die sein Know-how und damit ein wesentlichen Teil seiner Geschäftsgrundlage darstellt, mit der er den gesamten Verfahrensprozess steuert. Hierbei liegt es in der alleinigen Entscheidungsgewalt des Finanzierers, welche Ansprüche er von welchem Anspruchsinhaber vorzugsweise zuerst durchsetzt. Seine diesbezügliche Entscheidung basiert auf dem Ziel, schnellstmöglich einen Musterentscheid herbeizuführen mittels dessen dann die Ansprüche anderer Anspruchsinhaber besser bzw. schneller durchgesetzt werden können. Zudem entscheidet der Finanzierer, ob und wie (z.B. durch Gerichtsverfahren, Vergleich o.ä.) Ansprüche des Anspruchinhabers durchgesetzt werden. Der Anspruchsinhaber ist sich bewusst, dass ein Verfahrensprozess bis 3 Jahre oder länger dauern kann, wobei der Finanzierer natürlich auch im ureigensten Interesse versuchen wird die Abwicklung schnellstmöglich durchzuführen.

9Permalink zu Rn. 9recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_9

§ 5 Erfolgsbeteiligung und Gebühren

10Permalink zu Rn. 10recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_10

Der vom Versicherer aktuell bestätigte Rückkaufswert bzw. das aktuell ausgewiesene Kontoguthaben steht dem Anspruchsinhaber zu. Der darüber hinaus gehende Mehrerlös wird folgendermaßen aufgeteilt: 50% der eingezogenen Beträge werden an den Finanzierer ausgezahlt und die weiteren 50% an den Anspruchsinhaber. Beträgt der Mehrerlös mehr als 500 000 € aber weniger als 1 Mio €, reduziert sich der Anspruch des Finanzierers auf 40% und bei über 1 Mio € auf 33%. (…) Darüber hinaus fallen vom Anspruchsinhaber zu zahlende 150 € Prüfgebühr und ggf. bei noch zu kündigenden Verträgen Kündigungsgebühren i.H.v. 87,50 € an.“

11Permalink zu Rn. 11recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_11

Im Frühjahr 2010 schrieb die Klägerin die Versicherungsnehmer an und bot ihnen den Abschluss einer Abtretungsvereinbarung an. In der Folgezeit traten die Versicherungsnehmer ihre Ansprüche aus den mit der Beklagten geschlossenen Versicherungsverträgen an die Klägerin ab. Die jeweils gleichlautenden Abtretungsvereinbarungen sehen eine sofortige und unwiderrufliche Abtretung aller aus den Versicherungsverträgen folgenden Ansprüche an die Klägerin vor. Weiter heißt es:

12Permalink zu Rn. 12recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_12

„Die im Übrigen zwischen mir und der Q bestehenden vertraglichen Vereinbarungen, insbesondere über die Höhe der mir zustehenden Erfolgsbeteiligung, behalten weiterhin ihre volle Wirksamkeit.“

13Permalink zu Rn. 13recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_13

Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf die schriftlichen Abtretungsvereinbarungen (Anlagen K 4, K 8, K 11, K 14, K 17, K 23, K 26, K 32, K 35, K 38, K 41, K 44, K 47, K 50, K 56, K 59, K 62, K 65, K 71, K 74, K 86, K 92, K 95, K 98, K 101, K 104, K 110, K 113, K 116, K 119, K 128, K 131, K 134, K 137, K 140 und K 146) Bezug genommen.

14Permalink zu Rn. 14recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_14

Mit Schreiben vom 01.12.2011 zeigte die Klägerin der Beklagten die Abtretungen an, widersprach jeweils namens der betroffenen Versicherungsnehmer (erneut) dem Vertragsschluss und forderte die Beklagte zur Rückzahlung der eingezahlten Beiträge zuzüglich Zinsen abzüglich der von der Beklagten bereits zur Auszahlung gebrachten Rückkaufswerte auf. Die Beklagte leistete in keinem Fall eine über den bereits abgerechneten Rückkaufswert hinausgehende Zahlung.

15Permalink zu Rn. 15recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_15

Die Klägerin hat die Ansicht vertreten, sie sei aufgrund der an sie erfolgten Abtretungen aktivlegitimiert. Ein Verstoß gegen § 2 Abs. 1 RDG liege nicht vor, weil sie keine Einziehung auf fremde, sondern eine solche auf eigene Rechnung betreibe. Die Forderungen seien von den jeweiligen Versicherungsnehmern vollumfänglich und endgültig auf sie übertragen worden. Eine Verpflichtung ihrerseits, diese Ansprüche geltend zu machen, sei dabei ausgeschlossen worden. Sie habe sich vielmehr ausdrücklich vorbehalten, nach Prüfung im eigenen wirtschaftlichen Interesse selber zu entscheiden, welche Forderungen sie geltend mache. Auch das Bonitätsrisiko trage sie selbst. Für die Zedenten hätten die Forderungen zum Zeitpunkt der Abtretung keinen wirtschaftlichen Wert mehr gehabt, weil es sich um bereits gekündigte Lebensversicherungsverträge gehandelt habe.

16Permalink zu Rn. 16recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_16

Die Klägerin hat ferner gemeint, die den jeweiligen Versicherungsnehmern durch die Beklagte erteilte Widerspruchsbelehrung habe nicht den gesetzlichen Anforderungen genügt, so dass den Verträgen noch wirksam habe widersprochen werden können. Eine Verfristung der erklärten Widersprüche ergebe sich auch nicht aus § 5a Abs. 2 S. 4 VVG a.F., weil die darin bestimmte Jahresfrist für den Widerspruch europarechtswidrig sei. Rechtsfolge sei, dass die Verträge nicht wirksam zustande gekommen und die Beiträge zuzüglich Zinsen abzüglich der von der Beklagten bereits zur Auszahlung gebrachten Rückkaufswerte – ihrer Berechnung nach insgesamt 151.202,70 EUR - zurückzuzahlen seien. Der geltend gemachte Anspruch ergebe sich zudem unter dem Gesichtspunkt des Schadensersatzes aufgrund einer fehlerhaften Beratung über das Widerspruchsrecht und der Verletzung vorvertraglicher Informationspflichten über Kick-Back Zahlungen.

17Permalink zu Rn. 17recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_17

Nachdem die Klägerin die Klage hinsichtlich ursprünglich geltend gemachter Ansprüche aus weiteren Versicherungsverträgen zurückgenommen hat, hat sie erstinstanzlich zuletzt beantragt,

19Permalink zu Rn. 19recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_19

1 die Beklagte zu verurteilen, aus den Versicherungsverträgen

20Permalink zu Rn. 20recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_20

Nr. 3118xxxxx, Versicherungsnehmer V,

21Permalink zu Rn. 21recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_21

Nr. 309xxxxx-0, Versicherungsnehmer T,

22Permalink zu Rn. 22recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_22

Nr. 3106xxxxx, Versicherungsnehmer P,

23Permalink zu Rn. 23recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_23

Nr. 3124xxxxx, Versicherungsnehmer T2,

24Permalink zu Rn. 24recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_24

Nr. 302xxxxx-8, Versicherungsnehmerin E, ehemals N

25Permalink zu Rn. 25recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_25

Nr. 3137xxxxx, Versicherungsnehmerin C,

26Permalink zu Rn. 26recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_26

Nr. 3142xxxxx, Versicherungsnehmer N2,

27Permalink zu Rn. 27recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_27

Nr. 3122xxxxx, Versicherungsnehmerin I,

28Permalink zu Rn. 28recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_28

Nr. 3106xxxxx, Versicherungsnehmer T3,

29Permalink zu Rn. 29recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_29

Nr. 3161xxxxx, Versicherungsnehmer I2,

30Permalink zu Rn. 30recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_30

Nr. 3156xxxxx, Versicherungsnehmer N3,

31Permalink zu Rn. 31recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_31

Nr. 3134xxxxx, Versicherungsnehmerin N4,

32Permalink zu Rn. 32recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_32

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmer T4,

33Permalink zu Rn. 33recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_33

Nr. 3132xxxxx, Versicherungsnehmerin S,

34Permalink zu Rn. 34recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_34

Nr. 3132xxxxx, Versicherungsnehmer S2,

35Permalink zu Rn. 35recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_35

Nr. 3121xxxxx, Versicherungsnehmer S3,

36Permalink zu Rn. 36recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_36

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmer S4,

37Permalink zu Rn. 37recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_37

Nr. 3117xxxxx, Versicherungsnehmerin S5,

38Permalink zu Rn. 38recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_38

Nr. 3163xxxxx, Versicherungsnehmer S6,

39Permalink zu Rn. 39recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_39

Nr. 3131xxxxx, Versicherungsnehmer S7,

40Permalink zu Rn. 40recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_40

Nr. 3114xxxxx, Versicherungsnehmer K,

41Permalink zu Rn. 41recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_41

Nr. 3119xxxxx, Versicherungsnehmer D,

42Permalink zu Rn. 42recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_42

Nr. 3176xxxxx, Versicherungsnehmer S8,

43Permalink zu Rn. 43recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_43

Nr. 3160xxxxx, Versicherungsnehmerin M,

44Permalink zu Rn. 44recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_44

Nr. 3157xxxxx, Versicherungsnehmer C2,

45Permalink zu Rn. 45recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_45

Nr. 3130xxxxx, Versicherungsnehmerin Q2,

46Permalink zu Rn. 46recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_46

Nr. 3128xxxxx, Versicherungsnehmerin C3,

47Permalink zu Rn. 47recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_47

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmerin X,

48Permalink zu Rn. 48recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_48

Nr. 3166xxxxx, Versicherungsnehmerin H,

49Permalink zu Rn. 49recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_49

Nr. 3157xxxxx, Versicherungsnehmerin A,

50Permalink zu Rn. 50recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_50

Nr. 3129xxxxx, Versicherungsnehmer B,

51Permalink zu Rn. 51recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_51

Nr. 3172xxxxx, Versicherungsnehmer S9,

52Permalink zu Rn. 52recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_52

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmer Q3,

53Permalink zu Rn. 53recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_53

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmerin Q4,

54Permalink zu Rn. 54recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_54

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmerin Q4,

55Permalink zu Rn. 55recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_55

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmer C4,

56Permalink zu Rn. 56recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_56

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmerin M2,

57Permalink zu Rn. 57recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_57

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmerin T5,

58Permalink zu Rn. 58recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_58

151.202,70 EUR nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab dem 25.01.2012 an sie zu zahlen,

60Permalink zu Rn. 60recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_60

2 die Beklagte zu verurteilen, Rechtsanwaltskosten in Höhe von 3.011,50 EUR für die außergerichtliche Tätigkeit hinsichtlich der Abwicklung der Versicherungsverträge

61Permalink zu Rn. 61recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_61

Nr. 3118xxxxx, Versicherungsnehmer V,

62Permalink zu Rn. 62recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_62

Nr. 309xxxxx-0, Versicherungsnehmer T,

63Permalink zu Rn. 63recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_63

Nr. 3106xxxxx, Versicherungsnehmer P,

64Permalink zu Rn. 64recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_64

Nr. 3124xxxxx, Versicherungsnehmer T2,

65Permalink zu Rn. 65recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_65

Nr. 302xxxxx-8, Versicherungsnehmerin E, ehemals N

66Permalink zu Rn. 66recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_66

Nr. 3137xxxxx, Versicherungsnehmerin C,

67Permalink zu Rn. 67recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_67

Nr. 3142xxxxx, Versicherungsnehmer N2,

68Permalink zu Rn. 68recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_68

Nr. 3122xxxxx, Versicherungsnehmerin I,

69Permalink zu Rn. 69recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_69

Nr. 3106xxxxx, Versicherungsnehmer T3,

70Permalink zu Rn. 70recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_70

Nr. 3161xxxxx, Versicherungsnehmer I2,

71Permalink zu Rn. 71recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_71

Nr. 3156xxxxx, Versicherungsnehmer N3,

72Permalink zu Rn. 72recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_72

Nr. 3134xxxxx, Versicherungsnehmerin N4,

73Permalink zu Rn. 73recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_73

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmer T4,

74Permalink zu Rn. 74recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_74

Nr. 3132xxxxx, Versicherungsnehmerin S,

75Permalink zu Rn. 75recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_75

Nr. 3132xxxxx, Versicherungsnehmer S2,

76Permalink zu Rn. 76recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_76

Nr. 3121xxxxx, Versicherungsnehmer S3,

77Permalink zu Rn. 77recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_77

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmer S4,

78Permalink zu Rn. 78recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_78

Nr. 3117xxxxx, Versicherungsnehmerin S5,

79Permalink zu Rn. 79recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_79

Nr. 3163xxxxx, Versicherungsnehmer S6,

80Permalink zu Rn. 80recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_80

Nr. 3131xxxxx, Versicherungsnehmer S7,

81Permalink zu Rn. 81recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_81

Nr. 3114xxxxx, Versicherungsnehmer K,

82Permalink zu Rn. 82recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_82

Nr. 3119xxxxx, Versicherungsnehmer D,

83Permalink zu Rn. 83recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_83

Nr. 3176xxxxx, Versicherungsnehmer S8,

84Permalink zu Rn. 84recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_84

Nr. 3160xxxxx, Versicherungsnehmerin M,

85Permalink zu Rn. 85recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_85

Nr. 3157xxxxx, Versicherungsnehmer C2,

86Permalink zu Rn. 86recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_86

Nr. 3130xxxxx, Versicherungsnehmerin Q2,

87Permalink zu Rn. 87recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_87

Nr. 3128xxxxx, Versicherungsnehmerin C3,

88Permalink zu Rn. 88recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_88

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmerin X,

89Permalink zu Rn. 89recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_89

Nr. 3166xxxxx, Versicherungsnehmerin H,

90Permalink zu Rn. 90recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_90

Nr. 3157xxxxx, Versicherungsnehmerin A,

91Permalink zu Rn. 91recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_91

Nr. 3129xxxxx, Versicherungsnehmer B,

92Permalink zu Rn. 92recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_92

Nr. 3172xxxxx, Versicherungsnehmer S9,

93Permalink zu Rn. 93recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_93

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmer Q3,

94Permalink zu Rn. 94recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_94

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmerin Q4,

95Permalink zu Rn. 95recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_95

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmerin Q4,

96Permalink zu Rn. 96recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_96

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmer C4,

97Permalink zu Rn. 97recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_97

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmerin M2,

98Permalink zu Rn. 98recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_98

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmerin T5

99Permalink zu Rn. 99recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_99

nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab dem 25.01.2012 an sie zu zahlen.

100Permalink zu Rn. 100recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_100

Die Beklagte hat beantragt,

101Permalink zu Rn. 101recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_101

die Klage abzuweisen.

102Permalink zu Rn. 102recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_102

Die Beklagte ist der Ansicht gewesen, die gemeinsame Geltendmachung der Ansprüche der jeweiligen Versicherungsnehmer in einer Klage sei unzulässig. Die Klage sei auch unbegründet. Es fehle bereits an der Aktivlegitimation der Klägerin, weil die den Forderungen zugrunde liegenden Abtretungen wegen eines Verstoßes gegen § 2 Abs. 2 S. 1 RDG gemäß § 134 BGB nichtig seien und die Klägerin zudem gegen § 2 Abs. 1 RDG verstoße. Die Klägerin betreibe eine Forderungseinziehung auf fremde Rechnung und damit eine unzulässige Inkassodienstleistung.

103Permalink zu Rn. 103recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_103

Die Beklagte hat ferner gemeint, die Versicherungsnehmer seien jeweils ordnungsgemäß über ihr Widerspruchrecht belehrt worden, die erklärten Widersprüche aber jedenfalls nach § 5a Abs. 2 S. 4 VVG a.F. verfristet. Schadensersatzansprüche bestünden nicht. Hilfsweise hat sie die Einrede der Verjährung erhoben.

104Permalink zu Rn. 104recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_104

Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Zur Begründung hat es ausgeführt:

105Permalink zu Rn. 105recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_105

Die Klage sei zulässig, aber schon deshalb unbegründet, weil die Klägerin hinsichtlich der geltend gemachten Ansprüche nicht aktivlegitimiert sei. Die Abtretungen, auf die sich die Klägerin stütze, seien wegen Verstoßes gegen das RDG unwirksam, da die Klägerin die Einziehung der Forderungen entgegen § 2 Abs. 2 S. 1 RDG auf fremde Rechnung betreibe, ohne über die hierfür erforderliche Registrierung zu verfügen.

106Permalink zu Rn. 106recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_106

Dass die Einziehung der Forderungen auf fremde Rechnung erfolge, ergebe sich aus folgenden Umständen: Anders als beim echten Forderungskauf erhielten die ehemaligen Versicherungsnehmer keinen von vornherein festgelegten Kaufpreis, sondern würden ausschließlich im Falle der erfolgreichen Beitreibung der Forderung am Erlös beteiligt. Das Veritätsrisiko liege daher auch weiterhin bei diesen. Gleiches gelte für das Bonitätsrisiko, da eine Erlösauskehr nach den Vertragsbedingungen nur erfolge, wenn die Beiträge bei der Beklagten auch tatsächlich realisiert würden.

107Permalink zu Rn. 107recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_107

Die Klägerin könne sich demgegenüber nicht mit Erfolg darauf berufen, sie habe keinerlei Verpflichtung zur Geltendmachung der Forderung übernommen und die Forderung habe für die Versicherungsnehmer ohnehin keinen Wert mehr gehabt. Die Klägerin selbst messe den Forderungen ausweislich ihrer Werbeaussagen, ihres Geschäftsmodells und des Umstands der hier angestrengten Klage durchaus einen wirtschaftlichen Wert bei. Ungeachtet der Frage, ob die Klägerin nicht jedenfalls bei Erfolg eines Musterentscheids einer Innenbindung unterliegen würde, die sie zur Geltendmachung der ihr abgetretenen Forderungen verpflichte, habe diese sich jedenfalls mit der vorliegenden Klage zur Geltendmachung der hier streitgegenständlichen Forderungen entschieden.

108Permalink zu Rn. 108recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_108

Gegen dieses Urteil, das der Klägerin am 05.07.2013 zugestellt worden ist, hat diese mit einem am 02.08.2013 bei Gericht eingegangenen Schriftsatz Berufung eingelegt und diese mit einem bei Gericht am 05.09.2013 eingegangenen Schriftsatz begründet.

109Permalink zu Rn. 109recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_109

Die Klägerin ist der Ansicht, das Landgericht habe die Wirksamkeit der Abtretungsvereinbarungen und damit ihre Aktivlegitimation zu Unrecht verneint.

110Permalink zu Rn. 110recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_110

Ihre Tätigkeit bedürfe keiner Erlaubnis nach dem RDG, weil die Forderungseinziehung entgegen der vom Landgericht vertretenen Auffassung nicht auf fremde, sondern auf eigene Rechnung erfolge. Allen Zedenten sei bewusst gewesen, dass sie sich bei Unterbreitung des Angebots auf Abschluss einer Abtretungsvereinbarung vorbehalten habe, die abgetretenen Ansprüche im eigenen Namen und auf eigene Rechnung zu verfolgen, gleichzeitig aber noch nicht bekannt sei, welche Ansprüche sie tatsächlich weiterverfolgen werde. Dies sei bereits erstinstanzlich unter Zeugenbeweis gestellt worden und ergebe sich auch aus den nach Abschluss der ersten Instanz mit den ehemaligen Versicherungsnehmern geschlossenen Auslegungs- und Ergänzungsvereinbarungen (Bl. 620 ff. d.A.). Darauf, dass sie - die Klägerin – sich in der Folgezeit frei entschieden habe, die hier streitgegenständlichen Ansprüche geltend zu machen, könne es nicht ankommen.

111Permalink zu Rn. 111recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_111

Ebenfalls unter Beweisantritt sei schon erstinstanzlich vorgetragen worden, dass sowohl sie als auch die ehemaligen Versicherungsnehmer der Beklagten den übertragenen Forderungen einen Marktwert von 0,00 EUR zugemessen hätten. Auch dies ergebe sich aus den Auslegungs- und Ergänzungsvereinbarungen. Ein Risiko hätten die ehemaligen Versicherungsnehmer daher nicht getragen. Insbesondere sei deren Haftung für den rechtlichen Bestand und das künftige Bestehen der Forderung nicht gewollt gewesen, da der Wert der Forderung übereinstimmend mit „Null“ angenommen worden sei. Das weit überwiegende wirtschaftliche Interesse liege nach alledem bei ihr, die sie mit den Verfahrenskosten in Vorleistung getreten sei.

112Permalink zu Rn. 112recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_112

Ohnehin seien die ehemaligen Versicherungsnehmer nicht schutzwürdig, da diese im Rahmen des zunächst vereinbarten, jedoch bei Abschluss der Abtretungsvereinbarungen bereits beendeten „Ökopakets“ umfassend von den für sie beauftragten unabhängigen Rechtsanwälten beraten worden seien. Zu berücksichtigen sei auch, dass sie - die Klägerin - sich bei der Entscheidung, welche Forderungen geltend gemacht würden, selber der Beratung qualifizierter Rechtsanwälte bediene.

113Permalink zu Rn. 113recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_113

Die Klägerin beantragt,

114Permalink zu Rn. 114recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_114

die Beklagte unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils zu verurteilen,

116Permalink zu Rn. 116recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_116

1      aus den Versicherungsverträgen

117Permalink zu Rn. 117recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_117

Nr. 3118xxxxx, Versicherungsnehmer V,

118Permalink zu Rn. 118recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_118

Nr. 309xxxxx-0, Versicherungsnehmer T,

119Permalink zu Rn. 119recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_119

Nr. 3106xxxxx, Versicherungsnehmer P,

120Permalink zu Rn. 120recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_120

Nr. 3124xxxxx, Versicherungsnehmer L, geb.  T6,

121Permalink zu Rn. 121recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_121

Nr. 302xxxxx-8, Versicherungsnehmerin E, ehemals N

122Permalink zu Rn. 122recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_122

Nr. 3137xxxxx, Versicherungsnehmerin C,

123Permalink zu Rn. 123recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_123

Nr. 3142xxxxx, Versicherungsnehmer N2,

124Permalink zu Rn. 124recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_124

Nr. 3122xxxxx, Versicherungsnehmerin I,

125Permalink zu Rn. 125recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_125

Nr. 3106xxxxx, Versicherungsnehmer T3,

126Permalink zu Rn. 126recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_126

Nr. 3161xxxxx, Versicherungsnehmer I2,

127Permalink zu Rn. 127recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_127

Nr. 3156xxxxx, Versicherungsnehmer N3,

128Permalink zu Rn. 128recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_128

Nr. 3134xxxxx, Versicherungsnehmerin N4,

129Permalink zu Rn. 129recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_129

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmer T4,

130Permalink zu Rn. 130recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_130

Nr. 3132xxxxx, Versicherungsnehmerin S,

131Permalink zu Rn. 131recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_131

Nr. 3132xxxxx, Versicherungsnehmer S2,

132Permalink zu Rn. 132recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_132

Nr. 3121xxxxx, Versicherungsnehmer S3,

133Permalink zu Rn. 133recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_133

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmer S4,

134Permalink zu Rn. 134recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_134

Nr. 3117xxxxx, Versicherungsnehmerin S5,

135Permalink zu Rn. 135recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_135

Nr. 3163xxxxx, Versicherungsnehmer S6,

136Permalink zu Rn. 136recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_136

Nr. 3131xxxxx, Versicherungsnehmer S7,

137Permalink zu Rn. 137recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_137

Nr. 3114xxxxx, Versicherungsnehmer K,

138Permalink zu Rn. 138recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_138

Nr. 3119xxxxx, Versicherungsnehmer D,

139Permalink zu Rn. 139recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_139

Nr. 3176xxxxx, Versicherungsnehmer S8,

140Permalink zu Rn. 140recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_140

Nr. 3160xxxxx, Versicherungsnehmerin M,

141Permalink zu Rn. 141recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_141

Nr. 3157xxxxx, Versicherungsnehmer C2,

142Permalink zu Rn. 142recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_142

Nr. 3130xxxxx, Versicherungsnehmerin Q2,

143Permalink zu Rn. 143recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_143

Nr. 3128xxxxx, Versicherungsnehmerin C3,

144Permalink zu Rn. 144recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_144

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmerin X,

145Permalink zu Rn. 145recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_145

Nr. 3166xxxxx, Versicherungsnehmerin H,

146Permalink zu Rn. 146recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_146

Nr. 3157xxxxx, Versicherungsnehmerin A,

147Permalink zu Rn. 147recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_147

Nr. 3129xxxxx, Versicherungsnehmer B,

148Permalink zu Rn. 148recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_148

Nr. 3172xxxxx, Versicherungsnehmer S9,

149Permalink zu Rn. 149recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_149

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmer Q3,

150Permalink zu Rn. 150recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_150

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmerin Q4,

151Permalink zu Rn. 151recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_151

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmerin Q4,

152Permalink zu Rn. 152recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_152

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmer C4,

153Permalink zu Rn. 153recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_153

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmerin M2,

154Permalink zu Rn. 154recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_154

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmerin T5,

155Permalink zu Rn. 155recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_155

151.202,70 EUR nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab dem 25.01.2012 an sie zu zahlen.

157Permalink zu Rn. 157recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_157

2 Rechtsanwaltskosten in Höhe von 3.011,50 EUR für die außergerichtliche Tätigkeit hinsichtlich der Abwicklung der Versicherungsverträge

158Permalink zu Rn. 158recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_158

Nr. 3118xxxxx, Versicherungsnehmer V,

159Permalink zu Rn. 159recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_159

Nr. 309xxxxx-0, Versicherungsnehmer T,

160Permalink zu Rn. 160recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_160

Nr. 3106xxxxx, Versicherungsnehmer P,

161Permalink zu Rn. 161recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_161

Nr. 3124xxxxx, Versicherungsnehmer L, geb. T6,

162Permalink zu Rn. 162recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_162

Nr. 302xxxxx-8, Versicherungsnehmerin E, ehemals N,

163Permalink zu Rn. 163recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_163

Nr. 3137xxxxx, Versicherungsnehmerin C,

164Permalink zu Rn. 164recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_164

Nr. 3142xxxxx, Versicherungsnehmer N2,

165Permalink zu Rn. 165recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_165

Nr. 3122xxxxx, Versicherungsnehmerin I,

166Permalink zu Rn. 166recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_166

Nr. 3106xxxxx, Versicherungsnehmer T3,

167Permalink zu Rn. 167recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_167

Nr. 3161xxxxx, Versicherungsnehmer I2,

168Permalink zu Rn. 168recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_168

Nr. 3156xxxxx, Versicherungsnehmer N3,

169Permalink zu Rn. 169recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_169

Nr. 3134xxxxx, Versicherungsnehmerin N4,

170Permalink zu Rn. 170recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_170

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmer T4,

171Permalink zu Rn. 171recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_171

Nr. 3132xxxxx, Versicherungsnehmerin S,

172Permalink zu Rn. 172recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_172

Nr. 3132xxxxx, Versicherungsnehmer S2,

173Permalink zu Rn. 173recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_173

Nr. 3121xxxxx, Versicherungsnehmer S3,

174Permalink zu Rn. 174recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_174

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmer S4,

175Permalink zu Rn. 175recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_175

Nr. 3117xxxxx, Versicherungsnehmerin S5,

176Permalink zu Rn. 176recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_176

Nr. 3163xxxxx, Versicherungsnehmer S6,

177Permalink zu Rn. 177recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_177

Nr. 3131xxxxx, Versicherungsnehmer S7,

178Permalink zu Rn. 178recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_178

Nr. 3114xxxxx, Versicherungsnehmer K,

179Permalink zu Rn. 179recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_179

Nr. 3119xxxxx, Versicherungsnehmer D,

180Permalink zu Rn. 180recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_180

Nr. 3176xxxxx, Versicherungsnehmer S8,

181Permalink zu Rn. 181recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_181

Nr. 3160xxxxx, Versicherungsnehmerin M,

182Permalink zu Rn. 182recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_182

Nr. 3157xxxxx, Versicherungsnehmer C2,

183Permalink zu Rn. 183recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_183

Nr. 3130xxxxx, Versicherungsnehmerin Q2,

184Permalink zu Rn. 184recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_184

Nr. 3128xxxxx, Versicherungsnehmerin C3,

185Permalink zu Rn. 185recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_185

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmerin X,

186Permalink zu Rn. 186recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_186

Nr. 3166xxxxx, Versicherungsnehmerin H,

187Permalink zu Rn. 187recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_187

Nr. 3157xxxxx, Versicherungsnehmerin A,

188Permalink zu Rn. 188recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_188

Nr. 3129xxxxx, Versicherungsnehmer B,

189Permalink zu Rn. 189recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_189

Nr. 3172xxxxx, Versicherungsnehmer S9,

190Permalink zu Rn. 190recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_190

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmer Q3,

191Permalink zu Rn. 191recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_191

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmerin Q4,

192Permalink zu Rn. 192recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_192

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmerin Q4,

193Permalink zu Rn. 193recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_193

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmer C4,

194Permalink zu Rn. 194recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_194

Nr. 3174xxxxx, Versicherungsnehmerin M2,

195Permalink zu Rn. 195recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_195

Nr. 3120xxxxx, Versicherungsnehmerin T5,

196Permalink zu Rn. 196recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_196

nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab dem 25.01.2012 an sie zu zahlen.

197Permalink zu Rn. 197recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_197

Die Beklagte beantragt,

198Permalink zu Rn. 198recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_198

die Berufung zurückzuweisen.

199Permalink zu Rn. 199recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_199

Die Beklagte verteidigt das angegriffene Urteil im Wesentlichen unter Wiederholung und Vertiefung ihres erstinstanzlichen Vorbringens. Darüber hinaus meint sie, dass die Klägerin mit ihrem Vortrag zu mit den ehemaligen Versicherungsnehmern geschlossenen Auslegungs- und Ergänzungsvereinbarungen nach § 531 ZPO ausgeschlossen sei. Ohnehin könne es nicht darauf ankommen, wie ein einzelner Versicherungsnehmer die vertraglichen Regeln verstanden habe. Erst recht könne die maßgebliche Auslegung nicht im Nachhinein für einen früheren Zeitpunkt vertraglich festgelegt werden.

201Permalink zu Rn. 201recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_201

1. Die Berufung ist zulässig, hat aber in der Sache keinen Erfolg.

202Permalink zu Rn. 202recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_202

Das Landgericht hat die Klage zu Recht und mit zutreffender Begründung zurückgewiesen.

203Permalink zu Rn. 203recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_203

a. Es kann dahinstehen, ob den zwischen der Rechtsvorgängerin der Beklagten und ihren ehemaligen Versicherungsnehmern geschlossenen Verträgen noch wirksam widersprochen werden konnte, und ob im Falle eines wirksamen Widerspruchs weitere Zahlungsansprüche der Versicherungsnehmer bestünden.

204Permalink zu Rn. 204recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_204

b. Vorliegend fehlt es bereits an der Aktivlegitimation der Klägerin. Zwar hat die Klägerin mit den ehemaligen Versicherungsnehmern der Beklagten ab dem Jahr 2010 Abtretungsvereinbarungen geschlossen, nach welchen sämtliche bereits bestehenden und zukünftig aus der Geltendmachung von Vertragsauflösungsrechten entstehenden Rechte aus den mit der Beklagten geschlossenen Versicherungsverträgen unwiderruflich auf die Klägerin übertragen werden sollten. Die Vereinbarungen verstoßen jedoch gegen §§ 2, 3 RDG und sind deshalb nach § 134 BGB nichtig.

205Permalink zu Rn. 205recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_205

Nach § 3 RDG ist die selbständige Erbringung außergerichtlicher Rechtsdienstleistungen nur in dem Umfang zulässig, in dem sie durch das RDG oder aufgrund anderer Gesetze erlaubt wird. Gemäß § 10 RDG dürfen natürliche und juristische Personen sowie Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit aufgrund besonderer Sachkunde Rechtsdienstleistungen in bestimmten Bereichen, insbesondere Inkassodienstleistungen, nur erbringen, wenn sie bei der zuständigen Behörde registriert sind.

206Permalink zu Rn. 206recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_206

aa. Dass die Klägerin über eine Registrierung nach dem RDG nicht verfügt, ist zwischen den Parteien unstreitig.

207Permalink zu Rn. 207recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_207

bb. Die Geltendmachung der hier streitgegenständlichen Forderungen durch die Klägerin stellt jedoch eine erlaubnispflichtige Rechtsdienstleistung i. S. d. RDG dar.

208Permalink zu Rn. 208recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_208

Nach § 2 Abs. 1 RDG ist Rechtsdienstleistung jede Tätigkeit in konkreten fremden Angelegenheiten, sobald sie eine rechtliche Prüfung im Einzelfall erfordert. Unabhängig vom Vorliegen dieser Voraussetzungen ist nach § 2 Abs. 2 RDG die Einziehung fremder oder zum Zwecke der Einziehung auf fremde Rechnung abgetretener Forderungen, wenn die Forderungseinziehung als eigenständiges Geschäft betrieben wird, stets Rechtsdienstleistung.

209Permalink zu Rn. 209recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_209

(1) Die Forderungseinziehung wird von der Klägerin als eigenständiges Geschäft betrieben. Dass es sich um eine bloße Nebentätigkeit zu einer anderweitigen Haupttätigkeit handeln sollte, wird von der Klägerin selbst nicht, jedenfalls nicht substantiiert, vorgetragen.

210Permalink zu Rn. 210recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_210

(2) Die Tätigkeit der Klägerin stellt sich vorliegend auch nicht als erlaubnisfreie Einziehung von Forderungen auf eigene Rechnung, sondern als erlaubnispflichtige Einziehung auf fremde Rechnung – nämlich die der ehemaligen Versicherungsnehmer der Beklagten - dar.

211Permalink zu Rn. 211recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_211

(a) Nach der Rechtsprechung des BGH (BGH NJW 2013, 59), der sich der Senat anschließt, kommt es für die Annahme der Abtretung einer Forderung lediglich zu Einziehungszwecken entscheidend darauf an, ob das wirtschaftliche Ergebnis der Einziehung dem Abtretenden zukommen soll. Dabei ist nicht auf den Wortlaut der getroffenen Vereinbarung und die Art des geschlossenen Vertrages, sondern auf die gesamten, diesen zugrunde liegenden Umstände und ihren wirtschaftlichen Zusammenhang, also auf eine wirtschaftliche Betrachtung abzustellen. Entscheidend ist insoweit, ob die Forderung einerseits endgültig auf den Erwerber übertragen wird und dieser andererseits insbesondere das Bonitätsrisiko, d.h. das volle wirtschaftliche Risiko der Beitreibung der Forderung übernimmt (so auch Grunewald/Römermann, RDG 2008, § 2 Rn. 96; Krenzler-Offermann-Burckart, RDG 2009, § 2 Rn. 84; Kleine-Cosack, RDG, 2. Auflage 2008, § 2 Rn. 69).

212Permalink zu Rn. 212recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_212

(b) Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist für den vorliegenden Fall von einer Abtretung zum Zwecke der Einziehung auf fremde Rechnung auszugehen:

213Permalink zu Rn. 213recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_213

(aa) Zwar sehen die Abtretungsvereinbarungen eine unwiderrufliche Übertragung an die Klägerin vor.

214Permalink zu Rn. 214recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_214

(bb) Das volle wirtschaftliche Risiko der Beitreibung der Forderung hat die Klägerin indes nicht übernommen. Dieses ist vielmehr ganz überwiegend bei den Versicherungsnehmern verblieben.

215Permalink zu Rn. 215recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_215

Entgegen der auch mit der Berufung vorgetragenen Ansicht der Klägerin tragen nämlich die ehemaligen Versicherungsnehmer als Zedenten das volle Veritätsrisiko, also das Risiko des Bestehens der Forderung. Zwar mögen diese – wie die Klägerin argumentiert – für den Fall des Nichtbestehens der Forderung gegenüber der Klägerin keiner Haftung ausgesetzt sein. Das Veritätsrisiko tragen sie aber schon deshalb, weil sie - anders als beim echten Forderungskauf – keinen von vornherein festgelegten Kaufpreis erhalten, sondern ausschließlich im Erfolgsfall der Beitreibung mit dem in § 5 der PFV-Bedingungen (Bl. 365 ff. d.A.) – die ausweislich der Abtretungsvereinbarungen weiterhin gelten sollten - festgelegten Anteil am Forderungserlös beteiligt sind. Für den Fall, dass die Forderung nicht besteht und die Beitreibung deshalb erfolglos bleiben würde, sollten die ehemaligen Versicherungsnehmer daher keinerlei Zahlung erhalten.

216Permalink zu Rn. 216recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_216

Demgegenüber kann sich die Klägerin nicht mit Erfolg darauf berufen, die Versicherungsnehmer selbst hätten den abgetretenen Forderungen keinen Marktwert mehr zugemessen. Selbst wenn man eine entsprechende Einschätzung der Versicherungsnehmer unterstellen wollte, würde dies lediglich dazu führen, dass bei einem Forderungsausfall keine Erwartungen der Versicherungsnehmer enttäuscht würden. An der grundsätzlich bestehenden Risikoverteilung ändert dies aber nichts. Der Vernehmung der klägerseits benannten Zeugen bedurfte es daher nicht.

217Permalink zu Rn. 217recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_217

Darüber hinaus ist auch das Bonitätsrisiko bei den Zedenten verblieben. Entgegen der Ansicht der Klägerin folgt aus § 5 der PFV-Bedingungen, dass eine Erlösauskehr nur für den Fall erfolgen sollte, dass etwa bestehende Forderungen von der Klägerin auch tatsächlich realisiert werden können. Darin heißt es nämlich, dass der Anspruchsinhaber 50 % der eingezogenen Beträge ausgezahlt erhalten solle. Eingezogen sind Beträge aber erst dann, wenn diese tatsächlich bei der Klägerin eingegangen, also von der Beklagten gezahlt worden sind.

218Permalink zu Rn. 218recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_218

Die Klägerin ist demgegenüber – wie bei Inkassodienstleistungen üblich (vgl. BGH NJW 2013, 59) - mit Ausnahme des Kostenwagnisses kein Risiko eingegangen; denn einen Kaufpreis schuldet sie – wie ausgeführt – nur für den Fall der erfolgreichen Beitreibung der Forderung.

219Permalink zu Rn. 219recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_219

Das von ihr übernommene Kostenrisiko stellt sich zudem als äußerst begrenzt dar. Die Klägerin kannte die Forderungen bereits aufgrund der der Abtretungsvereinbarung vorangegangenen Ökopaket-Verträge, die ebenfalls auf eine Anspruchsdurchsetzung durch die Klägerin gerichtet waren, und konnte die Erfolgsaussichten einer Geltendmachung daher bereits beim Ankauf der Forderungen einschätzen. Die durch eine anwaltliche Prüfung entstandenen Gebühren dürften im Übrigen sogar – zumindest teilweise - von den Versicherungsnehmern übernommen worden sein, denn im Rahmen der Ökopaket-Verträge war seitens der ehemaligen Versicherungsnehmer gemäß § 5 der PFV-Bedingungen eine Prüfgebühr i. H. v. 150,00 EUR zu entrichten.

220Permalink zu Rn. 220recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_220

Darüber hinaus sollte die Klägerin aber – vgl. die Präambel der PFV-Bedingungen - auch nicht zur gerichtlichen Geltendmachung jeder einzelnen Forderung verpflichtet sein. Damit hatte sie es auch nach Ankauf der Forderung in der Hand, ihr Kostenrisiko durch eine Forderungs- und Schuldnerprüfung zu begrenzen.

221Permalink zu Rn. 221recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_221

(cc) Ohne Erfolg beruft sich die Klägerin darauf, sie sei nach den getroffenen Vereinbarungen zur Beitreibung der ihr abgetretenen Forderungen nicht verpflichtet gewesen. Die Verpflichtung der Zessionarin zur Geltendmachung der Forderung stellt nämlich – anderes lässt sich auch der von der Klägerin insoweit in Bezug genommenen Entscheidung des BGH vom 30.10.2012 (NJW 2013, 59) nicht entnehmen - keine zwingende Voraussetzung für die Annahme einer Forderungseinziehung auf fremde Rechnung dar. Das Fehlen einer entsprechenden Verpflichtung mag zwar im Einzelfall ein Indiz für das Vorliegen einer Forderungseinziehung auf eigene Rechnung darstellen. Im vorliegenden Fall kommt diesem jedoch im Hinblick auf die im Vordergrund stehende Verteilung der wirtschaftlichen Risiken, die klar zu Lasten der Versicherungsnehmer geht, keine ausschlaggebende Bedeutung zu.

222Permalink zu Rn. 222recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_222

cc. Die Klägerin kann sich gegenüber der Nichtigkeitsfolge nach § 134 BGB nicht mit Erfolg darauf berufen, die Versicherungsnehmer seien nicht schutzwürdig, weil diese bereits vor Abschluss der Abtretungsvereinbarungen anwaltlich beraten worden seien. Ob eine entsprechende anwaltliche Beratung erfolgt ist, kann dahinstehen. § 2 Abs. 2 RDG soll den Verbraucher nicht vor einer unqualifizierten rechtlichen Beratung, sondern vor unseriösen Schuldeintreibern schützen (vgl. Grunewald/Römermann, aaO, § 2 Rn. 92, Kleine-Cosack, aaO, § 2 RDG Rn. 63).

223Permalink zu Rn. 223recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_223

2. Die prozessualen Nebenentscheidungen beruhen auf §§ 97 Abs. 1, 708 Nr. 10, 711 ZPO.

224Permalink zu Rn. 224recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_224

3. Die nicht nachgelassenen Schriftsätze der Klägerin vom 14.11.2013 und 18.11.2013 geben keinen Anlass zur Wiedereröffnung der mündlichen Verhandlung. Soweit die Klägerin mit Schriftsatz vom 14.11.2013 die Ansicht vertritt, die Abtretungsvereinbarungen seien „äußerst hilfsweise“ als Ermächtigung der Klägerin zur Geltendmachung der Forderungen auszulegen, würde eine solche Vereinbarung  – unbeschadet aller sonstigen sich stellenden Fragen - erst recht gegen § 2 Abs. 2 RDG verstoßen:  In diesem Falle würde es sich um eine Einziehung fremder Forderungen handeln.

225Permalink zu Rn. 225recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_225

4. Im Hinblick darauf, dass das OLG Stuttgart die Aktivlegitimation der Klägerin in einem vergleichbaren Fall (Urteil vom 08.03.2012, Az. 7 U 175/11, K 214, Bl. 392 ff. d.A.) bejaht hat, war die Revision nach § 543 Abs. 2 Nr. 2 ZPO zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zuzulassen.

226Permalink zu Rn. 226recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2013-11-29/20-u-130-13#rd_226

Berufungsstreitwert:               151.202,70 EUR