Rechtsprechung / BGH / 4. Strafsenat / 1951
BGH Entscheidung vom 16.02.1951 – 4 StR 96/50
4. Strafsenat
StrafrechtBundVolltext
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2279 074
' Im Namen des Volkes
In der Strafsache gegen i .
den prekt. Arzt Dr. med. Hrst, Vi zu EB :cvoren en GEB 191 :: (>
kei tut
wegen (btreibung
hut der £, Strefsenat des Bundesgerichtshors inder Sitzung von 14, Juni 1951, en der teilgenoirme n h aben: Senatspräsident Dr, eroB . als Vorsi izonder, BunGdesrichter Krumme
‚Bundesrichter Dr. Engels Bundesrichter Dr. Zugustin Bundesrich ter Dr. Jagusch.
.. .: als beisi tzende Richter, Oberlondesgerichtsrat m — e 'els Vertreter der Bundesenweltschsft, Austizengeotellter 7 ln. als Urkundsber ‚mter der | Geschäftsstelle,
für Rech ıt erkannt: Die Revision des ngeklagten gegen. das Urteil des Lendgerichts in Hchnover von 23. Okto=..
ber 1950 wird verwa Ten. Der /ngeklaste hat Cie Kosten des i Rechtsmittels zu tregen. .
Von Rechts wegen
Der Angel Aaste ist wegen Abtreibung in 253 Fällen und wegen versuchter ibireibung in 2 Fällen zu einer Gescnb zuchiheusstreTe von einem Jehr und neun Lonaten . und zum Ehrenrechtsverlus t auf zwei Jahre verurteilt. Seine Revision hat keinen srflolge
Der § 218 StcD ist, nit Zusnehme des ausser Kraft zetretenen Sotzes 2 des ibs 3, nach Tatbossand und Strelrchmen uneingeschränkt in der gegem
sung anzuwenden ‘BCH von 20. Fehrusr 1551, 3 StR 64/50). Des Icnägericht ist daher richtig v orgege engen. Demit
entfallen die insoweit erhobenen Bedenken der Revis ‚ion.
We Ertigen Ras-.
Der Schuläspruch 1Esst keinen Decht ‚sir rtun zun Nechteil des Angeklagten erk nnen. Das Stroffreiheitsge-
seiz siehü der Verurteilung wegen der vor den 15. Sdep-
tenber 1949 begengenen, zit Zuchtheus oder nit Ge-. TEngnis von mehr = ©1s 6 Honaten bestraften Zbtreibun-
3 sirrium erkennen. Die allgemeine Anweisung an
Recht Dichter Ür 1 wer an dem für ihre Anwendbarkeit mass- 'gebenden Urteilsizge, den 23. Oktober 1950, bereits
susser. Kraft. Ihr e rückwirkende Znwvendung euf während ihrer Geltung besa ‚ngene Toten kormmt nicht in Betra ‚chi vie der Zundesgerichtsäiof in der intscheidung vom 16. Februar 1951, 2 StR 109/50, cu? die verwiesen wird,
Deren
eingehend zusgeführt hat . „id Recht ist des Lendgericht iso dcvon zussegchgen, dıss die Frenda btreibung nach § 218 Abs 3 StcB, wie sie hier vorliest, wit Zuchthaus und nur in minder scixseren fällen nit Ge-— Söngmis des tra set wird, | | Die insicht der Bevision, bei der Prüfung, ob
Gie insgesamt 25 {bwreibungshandlungen ‘des. ingeklas-
en, einzeln betrachtet, minder sciwiere !lle dar-
sn, hebe des Londgericht nicht rückscheuend ur-
e teilen und wesen der Vielzchl der ren ungen minder
cr
schviere fölle ı rich t ällgemein ablehnen Cürfen, ist unzutreflend. Sie verkennt, 6ass bei dieser Prüfung nicht allein die ürdigung der einzelne en Taten nach der Zeitfolge. oder nach der Vorstellung ents scheiden. kenn, die der Ingeklagte yeim Besinn einer solchen Tatreihe von der Schere der ersten Taten hat. Line solche Betrachtung liesse wesentliche (Ges sichtspunkte des- Stirafrechts ausser echt..Ob ein "minder schwerer 2ll" vorliest, richtet sich nach ellen in Bei wracht
‚ zu ziehenden Ges So nenanben, nämlich nach, der Art. und den Folgen der Tat, der Persönlichkeit und den \ Bcweggründen Ges Täters und auch danach, wie schwer die .T£t oder die mehreren Taten gegen die ge setzliche Ort anung und die geschützten Interessen der Gesentheit verstossen. Debei ist, wie geschehen, such zu berücksichtigen, welche Stellung und besonderen öffentlichen Prlichten der Täter etwa der Allgemeinheit gegenüber het. Zuf der Gründlsge dies er Gesentbotre ‚chiwung ‚het
Ger Tetrichter dann zu entscheiden, ob der Reselsinsziz
ht, die gerechte,
‚rghmen des (esetzes es noch ermöglic v
ger Tet und dem Täter engemessene Strefe auszusprechen, Erscheint den Üetrichter suf dieser Grundlage die niede Regelstrafe zu hart, so der? er einen minder schweren #ell annehnen. Der Tustand, dass über längere Zeit hindurch Zortgesetzte, gleichartige Strefteten zu entscheiden ist, Endert an der Notwendigkeit dieser Gestmtbeirechtung nichts. Der Tatrichter darf dsher nicht nur Cie Zinzelteten vwärdigen, als ob sie ellein suönden; er muss die Taten auch in ihrer Gesentheit & ‚birägen. iit Recht het dus 'L Landgericht de ‚her ie Gesontheit der ibtreibungsfälle und den Unstand ins Zuge. gefasst, dess sich der Ingeklagte. als zit über das Ges etz in zealı »eichen Fällen eigemmächtig und zuch zus geldlichen 3er ergründen himre ggesetzt u ‚het. angesichts dieses Gesemtbildes &urfie es. in: ellen © ebger teilten. Fällen die: /nnehne Ä ainder schwerer TE I
le. ohne Reöhisirrtum verneinen.
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Bei dieser gesetzlich sebotenen Würdigung der | mehreren. Teten kenn sich dann, wie hier, von vomherein zeigen, dass der gesetzliche” Regelstrefrehn en | auch nach unten hin aus sreicht, so dess ces schon dcs . halb nicht gegen den 9. 267 Zbs 3 5“ GO v erstösst, venn des Gericht unter solch ıen Unstünden devon: ebsieht, die FE :l1e in den Birc2benessungsgründen einzeln ab-
zuhendeln. Schloss nämlich cie Gesömtheit: « aller . ib un VW
‚weibungsh endlungen Cie ‚mushne minder schwerer
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durchsus cuch die jenigen Umstände gewürdigt, die
‚heit EUS geht, els das angefochtene Urteil, muss sie
Haste keine .: vreibunsen nchr begehen ira, weil r
. il1gemeinheit dedurch nach gericht liche
Fälle EUS, So hette des Gericht Zür. jede vollendete “btreibung nach den ©§ 218 Abs 3,.14 Abs 2 StGB die
gesetzliche „indestsirife von Jchr Zuchtheus zu
verhi nsen, wie hier geschehen. Debei hat das Gericht
strefuildernd wirken konnten, darunter des des u indnis des ingeklagten. Dass die gesetzliche Kindeststra— Ye bei blekmunc minder schwerer Zölle nicht überhoch oder sreuscen sein kenn, wiedie Revision vor-.
irügt, bedarf denn keiner näheren Peszändung. mehr, Soweit die’ Revision von einen enderen Sachver-
P
susser ! 3etrecht, bleiben. Insbesondere geht Zus den Urteil Ceu lich hervor, casa or ngaesie. in keinem der 25 “ölle deshalb cingegrifze n het, »21 eine Grohende Gefchr für des behen oder &ie Cosundheit der Schwengeren bzw: ‚enden, Die irrige . 'nnehne, einer ärztlich geboten en ‚Schweng erschaftsu unterbrechung,; Scheidet t dcher von vornherein zus, el.
Des Urteil ist such. n hirsends widersprüchlich. nägericht ist devon. überzeugt, das 33 der inge-- er das. Un echt seiner Hendlungstreise jetzt noch mehr - eis zun-Tatzeit einsieht. Deshalb hat. es ihn die ‚Be-.. ©
rufsaus ‚Übung els Irzi nicht untersagt, weil er dis
nicht weiter gefährden ; wird. Danit ist die Kernängung
der Zuchthaussürcfe und des shrenrechtsverlusis ver-
eirber, ungerchtet dessen, welche berufsrechtlichen
Folgen des Urteil für den ingeklogten sonst noch ha-
ben kenn. Des Urteil lisst cuch im übrigen keinen
NRechtsfeiler erkemuen. ee;
Dr. &roß ' Krumme Engels Dr. Zusustin 0 Jegusch '