Rechtsprechung / OVG NRW / 2016

OVG NRW Beschluss vom 10.11.2016 – 11 A 548/16.A

ECLI:DE:OVGNRW:2016:1110.11A548.16A.00

VerwaltungsrechtNordrhein-WestfalenVerwaltungsrecht Nordrhein-WestfalenVolltext

Zitiert von 5 Entscheidungen 5+ häufig zusammen zitierte 7 zitierte Normen Als PDF speichern

Tenor§

Der Antrag wird abgelehnt.

Der Kläger trägt die Kosten des Zulassungsverfahrens, für das Gerichtskosten nicht erhoben werden.

1

G r ü n d e :

2

Der Antrag auf Zulassung der Berufung hat keinen Erfolg.

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2016-11-10/11-a-548-16-a#rd_1

Die allein geltend gemachte grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache (§ 78 Abs. 3 Nr. 1 AsylG) wird nicht gemäß den gesetzlichen Erfordernissen des § 78 Abs. 4 Satz 4 AsylG dargelegt.

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2016-11-10/11-a-548-16-a#rd_2

Zur Darlegung einer grundsätzlichen Bedeutung muss eine tatsächliche oder rechtliche Frage aufgeworfen werden, die entscheidungserheblich ist und über den Einzelfall hinaus im Interesse der Einheitlichkeit der Rechtsprechung oder Fortentwicklung des Rechts einer Klärung bedarf.

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2016-11-10/11-a-548-16-a#rd_3

Vgl. BVerwG, Urteil vom 31. Juli 1984 ‑ 9 C 46.84 ‑, BVerwGE 70, 24 ff. (zu § 32 Abs. 2 Nr. 1 AsylVfG   a. F.), und Beschluss vom 19. Juli 2011 ‑ 10 B 10.11, 10 PKH 4.11 ‑, juris, Rdnr. 3.

6

Diesen Anforderungen wird das Zulassungsvorbringen nicht gerecht.

7

Die im Zulassungsantrag aufgeworfene Frage,

8Permalink zu Rn. 8recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2016-11-10/11-a-548-16-a#rd_4

„ob ein auf die Zuerkennung des Flüchtlingsstatus und die Gewährung von subsidiärem Schutz gerichtetes Asylbegehren als unzulässig abgewiesen werden kann, wenn gleichzeitig feststeht, dass der Schutzsuchende tatsächlich nicht in das Land, das diesen Schutz bereits gewährt hat, zurückkehren kann“,

9Permalink zu Rn. 9recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2016-11-10/11-a-548-16-a#rd_5

ist nicht mehr klärungsbedürftig. Nach § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG in der seit dem 6. August 2016 geltenden Fassung des Integrationsgesetzes vom 31. Juli 2016, BGBl. I S. 1939 ff., ist ein Asylantrag unzulässig, wenn ein anderer Mitgliedstaat der Europäischen Union ‑ hier Bulgarien – dem Ausländer bereits internationalen Schutz im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 2 AsylG gewährt hat. Zusätzlich ist gemäß § 31 Abs. 3 Satz 1 AsylG in der seit dem 6. August 2016 geltenden Fassung des Integrationsgesetzes festzustellen, ob in einem solchen Fall die Voraussetzungen des § 60 Abs. 5 oder 7 AufenthG vorliegen. Aus diesen beiden Vorschriften ergibt sich die Antwort auf die vom Kläger formulierte Frage, ohne dass es der Durchführung eines Berufungsverfahrens bedarf.

10

Die Kostenentscheidung beruht auf den §§ 154 Abs. 2 VwGO, 83b AsylG.

11

Der Gerichtsbescheid des Verwaltungsgerichts ist nunmehr auch rechtskräftig, soweit die Klage abgewiesen worden ist (§ 78 Abs. 5 Satz 2 AsylG).

12

Dieser Beschluss ist unanfechtbar (§ 80 AsylG).