Rechtsprechung / OLG Rostock / 2009

OLG Rostock Beschluss vom 19.05.2009 – 3 U 22/09

ZivilrechtMecklenburg-VorpommernVolltext

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Tenor§

1. Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Landgerichts Stralsund vom 15.01.2009 wird verworfen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt die Klägerin.

3. Der Streitwert für das Berufungsverfahren beträgt bis zu 3.000,00 EUR .

Gründe§

1Permalink zu Rn. 1recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-rostock/2009-05-19/3-u-22-09#rd_1

Die Berufung der Klägerin ist unzulässig und gemäß § 522 Abs. 1 ZPO zu verwerfen. Der Senat verweist auf die der Klägerin unter dem 28.04.2009 erteilten Hinweise, die er nach wie vor für zutreffend erachtet. Lediglich folgende Erläuterungen sind angezeigt:

1.

2Permalink zu Rn. 2recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-rostock/2009-05-19/3-u-22-09#rd_2

Der Meistbegünstigungsgrundsatz kommt vorliegend nicht zum Tragen, weil das Landgericht nach allgemeiner Ansicht (vgl. Zöller/Vollkommer, Komm. zur ZPO, § 91a Rn. 54 m.w.N. zur ständigen Rspr.) zu Recht durch Urteil über die Restklageforderung befunden hat und zugleich gemäß § 91a Abs. 1 ZPO über die Kosten der für erledigt erklärten Klage.

2.

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-rostock/2009-05-19/3-u-22-09#rd_3

Der für die Beschwer gemäß § 511 Abs. 2 Nr. 1 ZPO maßgebliche Rechtsmittelstreitwert beläuft sich auf den Wert der mit der Berufung weiterverfolgten Restklageforderung in Höhe von 387,82 €. Die notwendige Beschwer von 600,-- € ist nicht erreicht.

3.

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-rostock/2009-05-19/3-u-22-09#rd_4

Zu Unrecht beruft sich die Klägerin für eine höhere Beschwer darauf, dass ihr Kosten des Rechtsstreits gemäß § 91a Abs. 1 ZPO auferlegt worden sind. Nach ständiger Rspr. des BGH (Beschl. v. 15.03.1995, XII ZB 29/95, NJW-RR 1995, 1089, 1090) erhöhen die anteiligen Prozesskosten nach übereinstimmender Teilerledigung weder den Gebühren- noch den Rechtsmittelstreitwert, solange auch nur der geringste Teil der Hauptsache im Streit ist. Eine gegenteilige Rechtsprechung ist dem Senat nicht bekannt.

4.

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-rostock/2009-05-19/3-u-22-09#rd_5

Eine Umdeutung der Berufung in eine sofortige Beschwerde gemäß § 91a Abs. 2 ZPO ist denkbar, hilft der Klägerin hier aber nicht weiter, weil die Notfrist von zwei Wochen gemäß § 569 Abs. 1 ZPO nicht eingehalten ist.

5.

6Permalink zu Rn. 6recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-rostock/2009-05-19/3-u-22-09#rd_6

Die von der Klägerin zitierte Rechtsprechung des BGH (Beschl. v. 29.07.2003, VIII ZB 55/2003 [nicht 2008]) betrifft eine anders gelagerte Frage, nämlich die nach der Bemessung des Streitwerts im Rahmen des § 91a Abs. 2 Satz 2 ZPO.