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BGH Beschluss vom 03.06.1986 – 4 StR 152/86

4. Strafsenat

StrafrechtBundVolltext

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BUNDESGERICHTSHOF

4 StR 152/86 BESCHLUSS

in der Strafsache

gegen

Karl-Heinz HB aus Dee, geboren am ww. wm 19553 in CU,

wegen Diebstahls

28

Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 3. Juni 1986 einstimmig beschlossen:

I. Das Verfahren wird im Fall 28 der Urteilsgründe gemäß § 154 Abs. 2 StPO eingestellt. Insoweit werden die Kosten des Verfahrens und notwendigen Auslagen des Angeklagten der Staatskasse auferlegt.

II. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Essen vom 17. Oktober 1985 im Schuldspruch dahin geändert, daß er des Diebstahls in zwanzig Fällen und des versuchten Diebstahls in zwei Fällen schuldig ist.

III. Die weiter gehende Revision wird verworfen. IV. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des

Rechtsmittels zu tragen.

Gründe§

Der Senat stellt das Verfahren im Fall 28 der Urteilsgründe (Einbruch in die Gaststätte "Heime" in Bon - GEEEB) auf Antrag des Generalbundesanwalts gemäß § 154 Abs. 2 StPO ein. Dies hat die Änderung des Schuldspruchs

und den Wegfall der insoweit festgesetzten Einzelstrafe von

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vier Monaten Freiheitsstrafe zur Folge. Der Gesamtstrafen-

ausspruch wird davon nicht berührt, da der Senat ausschließen kann, daß das Landgericht bei einer Summe von (nunmehr

noch) 94 Monaten Freiheitsstrafe und Einbeziehung von Ein-

zelstrafen in Höhe von insgesamt 57 Monaten Freiheitsstrafe eine noch niedrigere als die erkannte Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren festgesetzt hätte.

Im übrigen hat die Nachprüfung des Urteils aufgrund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben (§ 349 Abs. 2 StPO). Auf die Ausführungen in der Antragsschrift des Generalbundesanwalts vom 7. Mai 1986 wird Bezug genommen. Es ist lediglich folgendes ergänzend zu bemerken:

1. Der Senat hält § 154 Abs. 4 StPO auf eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft nach § 154 Abs. 1 StPO für unanwendbar (vgl. BGHSt 30, 1565 m. w. Nachw.; Rieß in Löwe/Rosenberg, 24. Aufl. § 154 StPO Rdn. 33). Falls der 1. Strafsenat insoweit in seinem Urteil vom 7. Oktober 198° - 1 StR 615/83 (NJW 1984, 2169) - der gegenteiligen Auffassung gewesen sein sollte, vermöchte ihm der erkennende Senat nicht zu folgen. An die dort möglicherweise vertretene Rechtsansicht ist der Senat nicht gebunden, weil die Entscheidung auf ihr nicht beruht (vgl. Salger in KK § 176 GVG Ran. 2).

2. Zutreffend weist die Revision darauf hin, daß in den Fällen 68, 70, 73 und 74 der Anklage eine (vorläufige). Rinstellung nach § 154 Abs. 2 StPO nicht hätte erfolgen dürfen. Da der Angeklagte in allen diesen Fällen durch das Urteil des Landgerichts Göttingen vom 17. September 1984 (Az. 9 Js 12721/83) verurteilt worden war, hätte das Landgericht diese

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Fälle im Urteil wegen Strafklageverbrauchs gemäß § 260

Abs. 3 StPO einstellen müssen. Die fehlerhafte Sachbehandlung nach § 154 Abs. 2 StPO ist aber im Revisionsverfahren nicht zu beachten, da das Revisionsgericht wegen der erfolgten Einstellung des Verfahrens im Beschlußwege mit diesen Fällen nicht befaßt ist (vgl. auch Meyer-Goßner JR 1985, 452, 453 f). Ob in diesen Fällen eine Beschwer des Angeklagten (wegen der Möglichkeit der Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 154 Abs. 3 bzw. Abs. 4 StPO) zu bejahen wäre und deshalb eine Beschwerde gemäß § 7304 StPO ausnahmsweise als zulässig angesehen werden könnte (vgl. BGHSt 10, 88, 93), hat der Senat nicht zu entscheiden.

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