Rechtsprechung / OLG Düsseldorf / 2002

OLG Düsseldorf Beschluss vom 12.03.2002 – 2a Ss (OWi) 50/02 - (OWi) 13/02 II

ECLI:DE:OLGD:2002:0312.2A.SS.OWI50.02OWI.00

StrafrechtNordrhein-WestfalenStrafrecht Nordrhein-WestfalenVolltext

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Tenor§

Eine Sachentscheidung des Senats ist derzeit nicht

veranlasst.

Gründe§

2Permalink zu Rn. 2recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-duesseldorf/2002-03-12/2a-ss-owi-50-02-owi-13-02-ii#rd_1

Eine Entscheidung des Senats über die Rechtsbeschwerde kann derzeit noch nicht erfolgen, weil das Urteil des Amtsgerichts Duisburg vom 21. November 2001 nicht ordnungsgemäß zugestellt worden ist.

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-duesseldorf/2002-03-12/2a-ss-owi-50-02-owi-13-02-ii#rd_2

Eine der Zustellung der gerichtlichen Entscheidung dienende Ausfertigung muss die Urschrift einschließlich der darin enthaltenen Unterschriften wortgetreu und vollständig wiedergeben. Unschädlich sind nur kleine Fehler und offenbare Unrichtigkeiten, die den Inhalt der Urschrift zweifelsfrei erkennen lassen ( LR - Gollwitzer, StPO, 25.Aufl., § 275 RdNr.69; Kleinknecht / Meyer - Goßner, StPO, 45.Aufl., § 275 Rdnr.27). Die Urteilsausfertigung ist für den Verteidiger Grundlage der rechtlichen Prüfung zur Vorbereitung der Rechtsbeschwerde- oder Revisionsbegründung. Für diese Prüfung ist er auf die ihm zugestellte Ausfertigung angewiesen; ihm kann nicht zugemutet werden, deren Richtigkeit mit eigenen Mitteln zu überprüfen ( OLG Karlsruhe NStE 1990 Nr.10 zu § 275 StPO )

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-duesseldorf/2002-03-12/2a-ss-owi-50-02-owi-13-02-ii#rd_3

Die am 2o.Dezember 2001 zugestellte Ausfertigung des angefochtenen Urteils an den Verteidiger stimmt mit der Urschrift ( Bl. 47-53 d.A. ) insofern nicht überein, als die durch den Richter in dem maschinenschriftlichen Urteilsentwurf handschriftlich vorgenommenen Korrekturen und Ergänzungen nicht in die Ausfertigung übertragen worden sind. Dies ergibt sich aus der von dem Verteidiger auf Bitte des Senats vorgelegten Ausfertigung ( Bl. 71-77 d.A. ). Da u.a. die tatsächlichen Feststellungen ergänzt worden sind, war die zur Zustellung verwendete Ausfertigung auch in einem wesentlichen Punkt unvollständig.

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-duesseldorf/2002-03-12/2a-ss-owi-50-02-owi-13-02-ii#rd_4

Wegen dieses erheblichen inhaltlichen Mangels ist daher zunächst die ordnungsgemäße Zustellung des Urteils des Amtsgerichts Duisburg vom 21.November 2001 nachzuholen. Dies hat zur Folge, dass die Monatsfrist für die Begründung der Rechtsbeschwerde ( § 79 Abs.3 OWiG, § 345 Abs.1 StPO ) bisher nicht in Lauf gesetzt wurde.