Rechtsprechung / BGH / 2. Strafsenat / 1952

BGH Entscheidung vom 11.07.1952 – 2 StR 197/52

2. Strafsenat

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8% i“ u Die Revision der Staatsanwaltschaft gegen us das Urteil des Landgerichts in Bremen vom ’ \ 16. Oktober 1951 wird verworfen. : AS: Die Staatskasse hat die Kosten des Rechts-. wi mittels zu tragen. E

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StR 197/52 2506 028 Ar

Im Namen des Volkes

In der Strafsache gegen

den Kaufmann Hans Friedrich T ED :.: zum. dort geboren an EEE 1914,

wegen Sittlichkeitsverbrechens

hat der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in der Sitzung vom 11. Juli 1952, an der teilgenommen haben: Senatspräsident Dr. Moericke

als Vorsitzender, Bundesrichter Dr. Dotterweich Bundesrichter Werner Bundesrichter Dr. Sauer Bundesrichter Dr. Ludwig

als beisitzende Richter,

Erster Staatsanwalt

als Vertreter der Bundesanwaltschaft, Justizangestellter > a‘ als Urkundsbeanter der Geschäftsstelle, . -\”

für Recht erkannt: w § 5

Von Rechts wegen

mM.

Das Landgericht hat den Angeklagten von der Anklage eınes Verbrechens nach den §§ 174 Nr 1, 175 a Nr 3 StGB freigesprochen. Die Revisıon der Staatsanwaltschaft ist unbegründet.

Verfahrensrügen:

1. Die Revisıon rügt zunächst als Verletzung der Aufklärungspflicht, dass der Vorderrichter kein Obergutachten über die Glaubwürdigkeit des Zeugen SW eingeholt habe. Sie legt aber nicht dar, dass an der Sachkunde und der Zu verlässıgkeit des vernommenen Sachverständigen Dr. Francken- ” berg ırgendwelche Zweifel bestanden. Dass der Angeklagte einschlägig vorbestraft ıst und eıne gleichgeschlechtliche Neigung für Knaben hat, ist in dıesem Zusammenhang bedeutungslos. Nur wenn Anhaltspunkte dafür gegeben wären, dass Yr, Tranckenberg den Zeugen Schöner falsch beurteilt haben "nne lägen Umstände vor, dıe den Tatrichter zu weiteren Ermittlungen über dessen Glaubwürdigkeit hätten drängen müssen. In dieser Richtung führt die Revision entgegen gem § 344 Abs 2 S 2 StPO keine Tatsachen an. Die Rüge ist deshalb unzulässig. Bi

5, Sodann behauptet die Revision, der Vorderrichter habe.

die Aussage des Zeugen Sb "nicht richtig ausgewertett und deshalb gegen § 261 StPO verstossen, Auch diese Rüge ist unzulässig, denn sie richtet sich gegen die Beweiswür-

digung des Tatrichters.,

Sachbeschwerde:

In sachlicher Beziehung enthält das Urteil keinen Mangel. Der Vorderrichter ist ım Anschluss an das Gutach- ° . ten des Sachverständigen zu der Überzeugung gelangt, an

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der Zeuge SC, der den Angeklagten im Sinne der Anklage belastet hat, einer "Erinnerungsfülschung" zum Opfer ge-

fallen sein könne, Die Ansıcht der Revision, hierin liege im Hinblick auf die gleichgeschlechtliche Veranlagung des

Angeklagten ein Verstoss gegen die Denkgesetze und die Le-

henserfahrung, ist offensichtlich unzutreffend.

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desanwalts.

Dr. Moericke

Dr.

Sauer

Dr.

Dotterweich Dr. Ludwig

Die Entscheidung entspricht dem Antrage des Oberbun-

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