Gesetze / Landesrecht Bayern / Bayerisches Waldgesetz
BayWaldGArt. 9 Erhaltung des Waldes
Stand: 25.08.2026
Permalink zu Abs. 1recht.nulegal.eu/gesetze/BayWaldG/9#abs-1 (1) Jede Handlung, durch welche die Produktionskraft des Waldbodens vernichtet oder wesentlich geschwächt oder durch welche der Waldboden beseitigt wird (Waldzerstörung), ist verboten. Satz 1 gilt nicht, wenn die Erlaubnis zur Rodung erteilt ist.
Permalink zu Abs. 2recht.nulegal.eu/gesetze/BayWaldG/9#abs-2 (2) Die Beseitigung von Wald zugunsten einer anderen Bodennutzungsart (Rodung) bedarf der Erlaubnis. Im Schutzwald (Art. 10) gilt als Rodung auch die Überführung von Wald im Sinn des Art. 2 Abs. 1 in Flächen im Sinn des Art. 2 Abs. 2. Die Beseitigung von Wald, der auf natürliche Weise auf bisher anderweitig genutzten Flächen entstanden ist, gilt nicht als Rodung, solang und soweit der Bestand sich noch nicht geschlossen hat.
Permalink zu Abs. 3recht.nulegal.eu/gesetze/BayWaldG/9#abs-3 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, sofern sich aus den Abs. 4 bis 7 nichts anderes ergibt.
Permalink zu Abs. 4recht.nulegal.eu/gesetze/BayWaldG/9#abs-4 (4) Die Erlaubnis ist zu versagen, wenn
1. es sich um Schutz-, Bann- oder Erholungswald (Art. 10, 11, 12) oder ein Naturwaldreservat (Art. 12a) handelt, unbeschadet des Abs. 6,
2. der Rodung Rechtsvorschriften außerhalb dieses Gesetzes entgegenstehen.
Permalink zu Abs. 5recht.nulegal.eu/gesetze/BayWaldG/9#abs-5 (5) Die Erlaubnis soll versagt werden, wenn
1. die Rodung Plänen im Sinn des Art. 6 widersprechen oder deren Ziele gefährden würde,
2. die Erhaltung des Waldes aus anderen Gründen im öffentlichen Interesse liegt und dieses vor den Belangen des Antragstellers den Vorrang verdient.
Permalink zu Abs. 6recht.nulegal.eu/gesetze/BayWaldG/9#abs-6 (6) Die Erlaubnis ist zu erteilen
1. im Schutzwald, sofern Nachteile für die Schutzfunktion des Waldes nicht zu befürchten sind,
2. im Erholungswald, wenn die Erholungsfunktion des Waldes nicht geschmälert wird.
Im Bannwald kann die Erlaubnis erteilt werden, wenn sichergestellt ist, dass angrenzend an den vorhandenen Bannwald ein Wald neu begründet wird, der hinsichtlich seiner Ausdehnung und seiner Funktionen dem zu rodenden Wald annähernd gleichwertig ist oder gleichwertig werden kann.
Permalink zu Abs. 7recht.nulegal.eu/gesetze/BayWaldG/9#abs-7 (7) Wenn zwingende Gründe des öffentlichen Wohls es erfordern, kann die Erlaubnis auch erteilt werden, wenn die in Abs. 6 genannten Voraussetzungen nicht vorliegen oder nicht geschaffen werden können oder es sich um ein Naturwaldreservat handelt.
Permalink zu Abs. 8recht.nulegal.eu/gesetze/BayWaldG/9#abs-8 (8) Soweit in Satzungen, Planfeststellungsbeschlüssen, Genehmigungen und sonstigen behördlichen Gestattungen auf Grund anderer Gesetze die Änderung der Nutzung festgelegt oder zugelassen ist, bedarf es keiner Erlaubnis nach Abs. 2. In den Verfahren nach diesen Gesetzen sind die Abs. 4 bis 7 sinngemäß zu beachten.
Wird zitiert von 5 Entscheidungen zu Art. 9 BayWaldG →
Wichtigste und neueste Entscheidungen
- VGH Bayern, 04.07.2024 – 22 A 23.40049Immissionsschutzrechtliche Genehmigung für Windenergieanlagen in Wasserschutzgebieten; Rechtswidrigkeit und Nichtvollziehbarkeit Redaktioneller Titel von nu:legal – nicht vom Gericht verfasstZitiert von 21
- VGH Bayern, 07.02.2023 – 22 CS 22.1908Immissionsschutzrechtliche Genehmigung von Windenergieanlagen: Reichweite der Konzentrationswirkung auf den Wegebau Redaktioneller Titel von nu:legal – nicht vom Gericht verfasstZitiert von 20
- VG Augsburg, 01.07.2026 – Au 6 S 26.994Seilbahngenehmigung im Natura-2000-Gebiet: Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Klage einer Umweltvereinigung Redaktioneller Titel von nu:legal – nicht vom Gericht verfasst
- OVG Saarland, 30.01.2025 – 2 B 177/24Zitiert von 6
- VGH Bayern, 29.06.2026 – 1 CS 26.652Erfolglose Beschwerde gegen Anordnung der aufschiebenden Wirkung der Klage einer Umweltvereinigung gegen eine Baugenehmigung Redaktioneller Titel von nu:legal – nicht vom Gericht verfasst
„Zitiert von“ ist die Zahl der Entscheidungen im Bestand, die ihrerseits diese Entscheidung zitieren.