Rechtsprechung / VG Köln / 2023

VG Köln Beschluss vom 02.05.2023 – 21 K 1761/23

ECLI:DE:VGK:2023:0502.21K1761.23.00

VerwaltungsrechtNordrhein-WestfalenVerwaltungsrecht Nordrhein-WestfalenVolltext

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Tenor§

Der Antragstellerin wird für die 1. Instanz Prozesskostenhilfe bewilligt.

Zur Wahrnehmung der Rechte wird Rechtsanwalt Z. aus Y. beigeordnet.

Gründe§

2Permalink zu Rn. 2recht.nulegal.eu/rechtsprechung/vg-koeln/2023-05-02/21-k-1761-23#rd_1

Prozesskostenhilfe ist gemäß §§ 166 VwGO, 114 ZPO auf Antrag einem Beteiligten zu bewilligen, der nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Kosten der Prozessführung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint.

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Dies ist für den von der Antragstellerin gestellten Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe der Fall.

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/vg-koeln/2023-05-02/21-k-1761-23#rd_2

Sie wendet sich gegen einen Bescheid, mit dem die Antragsgegnerin von ihr die Zahlung von insgesamt 1.346,64 Euro an Unterbringungs- und Behandlungskosten für einen im Oktober in ihrer Wohnung vorgefundenen und sichergestellten Hundewelpen fordert.

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Dieser Bescheid ist – nach der im Prozesskostenhilfeverfahren allein gebotenen summarischen Prüfung –,

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vgl. MüKoZPO/Wache, 6. Aufl. 2020, ZPO § 114 Rn. 24,

7Permalink zu Rn. 7recht.nulegal.eu/rechtsprechung/vg-koeln/2023-05-02/21-k-1761-23#rd_3

jedenfalls teilweise rechtswidrig. Zwar kann sich die Antragstellerin voraussichtlich nicht gegen die grundsätzliche Inanspruchnahme wenden; denn mit der Bestandskraft der tierschutzrechtlichen Grundverfügung steht auch die Kostenerstattungspflicht des Adressaten dem Grunde nach fest.

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Vgl. BVerwG, Urteil vom 7. August 2008 – 7 C 7/08 –, Rn. 23.

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Dies schließt auch Einwände gegen die von der Behörde angenommene Halterstellung mit ein.

10Permalink zu Rn. 10recht.nulegal.eu/rechtsprechung/vg-koeln/2023-05-02/21-k-1761-23#rd_4

Jedoch hat es die Antragsgegnerin versäumt, den – im Erlasszeitpunkt des streitgegenständlichen Bescheids bereits erzielten – Veräußerungserlös in Höhe von 300,00 Euro gemäß § 46 Abs. 2 Satz 1 PolG NRW auf die Kostenforderung kostenmindernd anzurechnen.

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Vgl. VG Aachen, Urteil vom 2. Januar 2012 – 6 K 2252/09 –, juris Rn. 34.

12Permalink zu Rn. 12recht.nulegal.eu/rechtsprechung/vg-koeln/2023-05-02/21-k-1761-23#rd_5

Wenngleich der erzielte Erlös damit nur einen Teil des mit dem streitgegenständlichen Bescheid geltend gemachten Betrags ausmacht, sieht das Gericht davon ab, auch die Prozesskostenhilfe nur teilweise zu gewähren.

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Vgl. hierzu MüKoZPO/Wache, 6. Aufl. 2020, ZPO § 114 Rn. 62.

14Permalink zu Rn. 14recht.nulegal.eu/rechtsprechung/vg-koeln/2023-05-02/21-k-1761-23#rd_6

Denn die Antragstellerin behält sich ausweislich der Antragsbegründung offenbar vor, auch die Höhe des erzielten Erlöses zu rügen, ein Einwand also, der – eingeschränkt –,

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vgl. VG Aachen, Urteil vom 2. Januar 2012 – 6 K 2252/09 –, juris Rn. 37,

16Permalink zu Rn. 16recht.nulegal.eu/rechtsprechung/vg-koeln/2023-05-02/21-k-1761-23#rd_7

auch in einem verwaltungsgerichtlichen Verfahren geltend gemacht werden könnte und jedenfalls zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder aussichtslos noch mutwillig erscheint.

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Dieser Beschluss ist unanfechtbar.