Rechtsprechung / LAG Rheinland-Pfalz / 2009

LAG Rheinland-Pfalz Beschluss vom 06.01.2009 – 11 Ta 217/08

ECLI:DE:LAGRLP:2009:0106.11TA217.08.0A

ArbeitsrechtRheinland-PfalzArbeitsrecht Rheinland-PfalzVolltext

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Tenor§

1. Die sofortige Beschwerde der Klägerin gegen den Beschluss des Arbeitsgerichts Koblenz vom 30.09.2008, AZ: 10 Ca 3066/05, wird kostenpflichtig zurückgewiesen.

2. Der Wert des Beschwerdeverfahrens wird auf 1.027,85 € festgesetzt.

3. Die Rechtsbeschwerde wird nicht zugelassen.

Gründe§

I.

1Permalink zu Rn. 1recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2009-01-06/11-ta-217-08#rd_1

Der beschwerdeführenden Klägerin war für ihr am 20.10.2005 eingeleitetes Klageverfahren durch Beschluss vom 13.04.2006 unter Beiordnung ihrer Prozessbevollmächtigten Prozesskostenhilfe ohne Zahlungsbestimmung bewilligt worden. Aus der Staatskasse wurden 1.027,85 € verauslagt.

2Permalink zu Rn. 2recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2009-01-06/11-ta-217-08#rd_2

Im Rahmen des gesetzlich angeordneten Prozesskostenhilfenachprüfungsverfahren legte die Klägerin nach entsprechender Aufforderung des Arbeitsgerichts unter dem 20.07.2008 eine Erklärung über ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse vor, die Angaben zu ihren Bruttoeinnahmen, zu Abzügen, Wohnkosten und besonderen Belastungen enthielt. Der Erklärung waren Nachweise über Einnahmen und Belastungen beigefügt. Am 07.08.2008 legte sie den Versicherungsschein einer Kfz-Haftpflichtversicherung sowie den Berufsausbildungsvertrag ihrer Tochter vor.

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2009-01-06/11-ta-217-08#rd_3

Das Arbeitsgericht änderte mit Beschluss vom 30.09.2008 die im Beschluss vom 13.04.2006 getroffenen Zahlungsbestimmung dahingehend, dass die Klägerin ab 15.10.2008 monatliche Raten in Höhe von 95,- € zu zahlen hat.

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2009-01-06/11-ta-217-08#rd_4

Gegen den am 02.10.2008 zugestellten Beschluss richtet sich die am 09.10.2008 eingelegte sofortige Beschwerde, in der die Klägerin darauf hinweist, dass Ausgaben für GEZ (18,- €), Telefon (30,-€) sowie Schuldentilgung nicht berücksichtigt worden seien. Sie bitte darum, die monatlich zu zahlende Rate auf 50,- € festzulegen.

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2009-01-06/11-ta-217-08#rd_5

Das Arbeitsgericht hat der sofortigen Beschwerde durch Beschluss vom 21.11.2008 nicht abgeholfen und die Sache dem Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz zur Entscheidung vorgelegt. Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf den Akteninhalt Bezug genommen.

II.

6Permalink zu Rn. 6recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2009-01-06/11-ta-217-08#rd_6

Die form- und fristgerecht eingelegte sofortige Beschwerde ist gemäß §§ 78 Satz 1 ArbGG, 127 Abs. 2 Satz 2, Abs. 3, 567 ff. ZPO zwar zulässig, in der Sache jedoch nicht begründet. Die Klägerin muss monatliche Raten in Höhe von 95,- € ab 15.10.2008 zahlen.

7Permalink zu Rn. 7recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2009-01-06/11-ta-217-08#rd_7

Nach § 120 Abs. 4 ZPO kann das Gericht die Entscheidung über die zu leistenden Zahlungen ändern, wenn sich die für die Prozesskostenhilfe maßgebenden persönlichen oder wirtschaftlichen Verhältnisse wesentlich geändert haben. Eine solche Änderung ist vorliegend eingetreten. Die Klägerin verfügt nunmehr über ein nach § 115 Abs. 2 ZPO einzusetzendes Einkommen von monatlich 268,82 €. Dies ergibt sich unter Zugrundelegung der von ihr abgegebenen Erklärung über ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse vom 20.07.2008 sowie unter Berücksichtigung der am 07.08.2008 sowie am 19.12.2008 nachgereichten Unterlagen.

8Permalink zu Rn. 8recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2009-01-06/11-ta-217-08#rd_8

Die Klägerin bezog zuletzt Rentenzahlungen in Höhe von 252,18 € sowie 973,69 € mithin insgesamt 1.225,87 €. Hiervon sind gemäß § 82 Abs. 2 SGB IX 5,67 € (Krankenversicherung) in Abzug zu bringen.

9

Es verbleiben:

1.220,20 €

Darüber hinaus sind abzusetzen:

Unterhaltsfreibetrag für die Partei,

386,00 €

Miete sowie Nebenkosten (außer Strom),

445,00 €

Zins- und Tilgungskosten (C. Bank und Q.),

50,00 €

Versicherungsbeiträge (Haftpflichtversicherung),

§ 115 Abs. Satz 3 Nr.1 a ZPO i.V.m. § 82 Abs. 2 Nr. 3 SGB XII

2,48 €

16,33 €

Kfz-Haftpflichtversicherung, § 115 Abs.1 Satz 3 Nr.4 ZPO

36,87 €

§

V.-Mitgliedsbeitrag, § 115 Abs.1 Satz 3 Nr.4 ZPO

4,80 €

9,09 €

Summe:

950,57 €

einzusetzendes Einkommen:

269,63 €

zu zahlende Raten

95,00 €

10Permalink zu Rn. 10recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2009-01-06/11-ta-217-08#rd_9

Wie das Arbeitsgericht zu Recht ausgeführt hat, sind die weiteren Ausgaben der Klägerin (Telefonkosten, GEZ, Kosten für die Wiedererlangung der Fahrerlaubnis) nicht gesondert abzugsfähig. Sie gehören zu den allgemeinen Lebenshaltungskosten und sind vom Freibetrag umfasst. Entgegen der Darlegung der Klägerin sind die Kosten für Zins und Tilgung berücksichtigt (50,-- €, C. Bank und Q.).

11

Der Wert des Beschwerdeverfahrens wurde in Höhe der zurückzuzahlenden Prozesskosten festgesetzt.

12Permalink zu Rn. 12recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2009-01-06/11-ta-217-08#rd_10

Für die Zulassung der Rechtsbeschwerde bestand angesichts der gesetzlichen Voraussetzungen keine Veranlassung. Diese Entscheidung ist daher unanfechtbar.