Rechtsprechung / LAG Rheinland-Pfalz / 2006

LAG Rheinland-Pfalz Beschluss vom 06.07.2006 – 11 Ta 98/06

ECLI:DE:LAGRLP:2006:0706.11TA98.06.0A

ArbeitsrechtRheinland-PfalzArbeitsrecht Rheinland-PfalzVolltext

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1. Die sofortige Beschwerde des Gläubigers gegen den Beschluss des Arbeitsgerichts Koblenz - Auswärtige Kammer Neuwied - vom 11. April 2006 wird zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Gläubiger zu tragen.

3. Der Beschwerdewert wird auf 1.000,00 € festgesetzt.

4. Die Rechtsbeschwerde wird nicht zugelassen.

Gründe§

I.

1Permalink zu Rn. 1recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_1

Durch Vergleich vom 13. Juni 2005 hat sich der Schuldner u. a. verpflichtet, dem Kläger ein "wohlwollendes, qualifiziertes Arbeitszeugnis" zu erteilen.

2Permalink zu Rn. 2recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_2

Nachdem der Schuldner dieser Verpflichtung zunächst nicht nachkam, beantragte der Gläubiger Zwangsmittel beim Arbeitsgericht Koblenz. Insofern erging ein Zwangsgeldfestsetzungsbeschluss.

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Daraufhin erteilte der Schuldner ein Zeugnis. Auf den Inhalt des Zeugnisses vom 19. März 2006 wird verwiesen.

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_3

Im Anschluss daran hob das Arbeitsgericht Koblenz durch Beschluss vom 11. April 2006 den Zwangsgeldbeschluss wieder auf und wies den Antrag auf Festsetzung eines Zwangsgeldes zurück.

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_4

Gegen diesen Beschluss, welcher dem Gläubiger am 19. April 2006 zugestellt worden ist, hat dieser mit Schriftsatz vom 24. April 2006 "erhebliche Beschwerde und erheblichen Einspruch" erhoben.

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Er trägt vor,

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die Darlegung im Zeugnis sei nicht wohlwollend und der Anspruch aus dem Vergleich daher nur ungenügend erfüllt worden.

8Permalink zu Rn. 8recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_5

Das Arbeitsgericht hat mit Beschluss vom 18. Mai 2006 der sofortigen Beschwerde nicht abgeholfen und sie dem Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz zur Entscheidung vorgelegt.

9Permalink zu Rn. 9recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_6

Beiden Parteien wurde seitens des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz nochmals Gelegenheit gegeben, zum Beschwerdeverfahren abschließend Stellung zu nehmen. Der Gläubiger machte von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch.

II.

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Die sofortige Beschwerde war zurückzuweisen.

11Permalink zu Rn. 11recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_7

Zur Vermeidung von Wiederholungen wird vollumfänglich auf die zutreffenden und gut ausgeführten Gründe des Arbeitsgerichts Koblenz in seinem Beschluss vom 11. April 2006 und auf die Gründe des Nichtabhilfebeschlusses vom 18. Mai 2006 verwiesen.

12Permalink zu Rn. 12recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_8

Ergänzend sei der Gläubiger darauf hingewiesen, dass im Vergleich vom 13. Juni 2005 lediglich eine Verpflichtung des Schuldners unter Ziffer 3) tituliert wurde, ihm überhaupt ein "wohlwollendes, qualifiziertes Arbeitszeugnis" zu erteilen. Im Vergleich wurde allerdings in keiner Weise dargelegt, was hierbei unter "wohlwollend" zu verstehen ist.

13Permalink zu Rn. 13recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_9

Zutreffend hat der Gläubiger erkannt, dass die Leistungsbeurteilung, die der Schuldner im Zeugnis vom 19. März 2006 ihm hat angedeihen lassen, äußerst dürftig ist.

14Permalink zu Rn. 14recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_10

Die Beurteilung "hat sich stets bemüht" entspricht der Schulnote ungenügend (vgl. Dörner/Luczak/Wildschütz Handbuch des Fachanwalts Arbeitsrecht, 5. Auflage F, RZ 28).

15Permalink zu Rn. 15recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_11

Ob es sich dabei allerdings im Falle des Klägers um eine "wohlwollende" Beurteilung im Arbeitszeugnis handelt, hängt davon ab, welche Arbeitsleistung er tatsächlich erbracht hat.

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Insofern wurde im Vergleich vom 13. Juni 2005 hierüber nichts festgehalten und bestimmt.

17Permalink zu Rn. 17recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_12

Der Anspruch aus dem Vergleich geht lediglich dahin, überhaupt ein Zeugnis zu erhalten, welches sowohl eine Leistungs- als auch eine Führungsbeurteilung enthält. Eventuell fehlerhaft erfolgte Leistungs- und Führungsbeurteilungen können im Zwangsvollstreckungsverfahren nicht überprüft werden. Insofern bleibt es dem Gläubiger unbenommen, im Wege einer Zeugnisberichtigungsklage eine aus seiner Sicht notwendige Berichtigung des Zeugnisses gegenüber dem Schuldner geltend zu machen.

18Permalink zu Rn. 18recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lag-rheinland-pfalz/2006-07-06/11-ta-98-06#rd_13

Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 ZPO, der Beschwerdewert ist gemäß § 3 ff. ZPO festgesetzt worden. Die Entscheidung über die Zulassung der Rechtsbeschwerde erging gemäß § 78, § 72 Abs. 2 ArbGG.

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Diese Entscheidung ist unanfechtbar.