Rechtsprechung / SG Aachen / 2005

SG Aachen Beschluss vom 13.07.2005 – S 11 AS 52/05 ER

ECLI:DE:SGAC:2005:0713.S11AS52.05ER.00

SozialrechtNordrhein-WestfalenSozialrecht Nordrhein-WestfalenVolltext

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Tenor§

Der Antrag, die Antragsgegnerin im Wege einer einstweiligen Anordnung zur Erbringung von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende zu verpflichten, wird zurückgewiesen. Kosten sind nicht zu erstatten.

Gründe§

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I.

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Der Antragsteller begehrt Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende.

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/sg-aachen/2005-07-13/s-11-as-52-05-er#rd_1

Mit Bescheid vom 05.07.2005 bewilligte die Antragsgegnerin dem Antragsteller (geb. 00.00.1969) Arbeitslosengeld II (Alg II) in Höhe von 241,50 Euro monatlich. Sie ordnete eine Zahlung in Gestalt von vier Barschecks pro Monat an, da der Antragsteller selbst angegeben habe, er habe die Leistung in der Vergangenheit vertrunken oder verspielt.

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/sg-aachen/2005-07-13/s-11-as-52-05-er#rd_2

Am 13.07.2005 hat der Antragsteller sich an das Gericht gewandt. Er trägt vor, er habe weder derzeit noch in der Vergangenheit Geldleistungen erhalten; vielmehr habe die Antragsgegnerin ihm nur Gutscheine angeboten, mit denen ihm als derzeit Obdachlosem nicht gedient sei.

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Der Antragsteller beantragt,

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die Antragsgegnerin im Wege einer einstweiligen Anordnung zur Auszahlung von Geldleistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende zu verpflichten.

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Die Antragsgegnerin beantragt,

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den Antrag zurückzuweisen.

10Permalink zu Rn. 10recht.nulegal.eu/rechtsprechung/sg-aachen/2005-07-13/s-11-as-52-05-er#rd_3

Sie führt aus, der Antragsteller habe die angebotenen Barschecks bisher abgelehnt. Eine Überweisung in Form mehrerer Teilleistungen im Monat sei aus technischen Gründen nicht möglich. Jedenfalls sei die Antragsgegnerin weiterhin bereit, die laufenden Leistungen an den Antragsteller per Barscheck zu erbringen.

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Hinsichtlich der wesentlichen Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf übrige Gerichtsakte verwiesen.

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II.

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Der zulässige Antrag ist unbegründet.

14Permalink zu Rn. 14recht.nulegal.eu/rechtsprechung/sg-aachen/2005-07-13/s-11-as-52-05-er#rd_4

Nach § 86 b Abs. 2 Satz 2 Sozialgerichtsgesetz (SGG) kann das Gericht der Hauptsache eine einstweilige Anordnung zur Regelung eines vorläufigen Zustands in Bezug auf ein streitiges Rechtsverhältnis treffen, wenn eine solche Regelung zur Abwendung wesentlicher Nachteile nötig erscheint. Der Erlass einer einstweiligen Anordnung setzt voraus, dass das geltend gemachte Begehren im Rahmen der beim einstweiligen Rechtsschutz allein möglichen und gebotenen summarischen Prüfung begründet erscheint (Anordnungsanspruch) und erfordert zusätzlich die besondere Eilbedürftigkeit der Durchsetzung des Begehrens (Anordnungsgrund). Zudem darf eine Entscheidung des Gerichts in der Hauptsache nicht endgültig (d.h. irreversibel) vorweg genommen werden.

15Permalink zu Rn. 15recht.nulegal.eu/rechtsprechung/sg-aachen/2005-07-13/s-11-as-52-05-er#rd_5

Im vorliegenden Fall besteht kein Anordnungsgrund, da die Antragsgegnerin dem Antragssteller Geldleistungen zur Behebung seiner derzeitigen Notlage angeboten hat. Der Antragssteller hat diese offenbar für Gutscheine auf Sachleistungen gehalten und daher irrtümlicherweise zurückgewiesen.

16Permalink zu Rn. 16recht.nulegal.eu/rechtsprechung/sg-aachen/2005-07-13/s-11-as-52-05-er#rd_6

Ob die Aufteilung auf vier Leistungen pro Monat zulässig ist und ob möglicherweise noch ein Anspruch auf Leistungen auch für die Vergangenheit besteht, braucht das Gericht im Eilverfahren nicht zu prüfen, da der Antragsteller hier nur die Behebung seiner aktuellen Notlage verlangen kann. Im Übrigen ist es dem Antragsteller zuzumuten, einen etwaigen Anspruch im Wege eines Hauptsacheverfahren geltend zu machen.

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Die Kostenentscheidung beruht auf analoger Anwendung von § 193 SGG.