Rechtsprechung / FG Düsseldorf / 2022

FG Düsseldorf Beschluss vom 05.07.2022 – 8 Ko 1465/22 GK

ECLI:DE:FGD:2022:0705.8KO1465.22GK.00

SteuerrechtNordrhein-WestfalenSteuerrecht Nordrhein-WestfalenVolltext

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Tenor§

Die Erinnerung wird zurückgewiesen.

Der Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung wird abgelehnt.

Gründe§

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I.

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/fg-duesseldorf/2022-07-05/8-ko-1465-22-gk#rd_1

Mit Urteil vom 28. März 2022 wurde die Klage der von dem Erinnerungsführer, StB A, vertretenen Frau B als Gesamtrechtsnachfolgerin nach ihrem Ehemann, C, welcher nach Klageerhebung am 10. Oktober 2019 verstorben war, gegen das Finanzamt Z-Stadt als unbegründet abgewiesen (Az.: 8 K 676/18 F).

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/fg-duesseldorf/2022-07-05/8-ko-1465-22-gk#rd_2

Daraufhin hat die Kostenstelle des Finanzgerichts Düsseldorf die Gerichtskosten gegen Frau B mit Kostenrechnung vom 16. Mai 2022 in Höhe von 586,10 € angesetzt. Die Kostenrechnung, in der Frau B ausdrücklich als Kostenschuldnerin bezeichnet ist, ist an den als Prozessbevollmächtigten auftretenden Erinnerungsführer adressiert worden

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/fg-duesseldorf/2022-07-05/8-ko-1465-22-gk#rd_3

Mit der Erinnerung macht dieser geltend, er richte sich gegen die Übersendung der Kostenrechnung an ihn. Er sei als Bevollmächtigter weder Kostenschuldner der geltend gemachten Gerichtskosten noch zur Vermittlung der Zahlung durch die Zahlungspflichtige verpflichtet. Auf die einschlägigen Bestimmungen der Kostenverfügung (AV d. JM vom 24. Februar 2014 -5607- Z.3-, JMBl. NRW S. 64, in der Fassung vom 22. Februar 2022, - JMBl. NRW S. 113-) weise er hin.

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Zugleich bat der Erinnerungsführer, die Zwangsvollstreckung einstweilen - bis zur Entscheidung über die Erinnerung - einzustellen.

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Die Bezirksrevisorin hat auf eine Stellungnahme verzichtet.

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II.

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Die Erinnerung i.S. des § 66 Abs. 1 des Gerichtskostengesetzes ‑GKG‑ ist unbegründet.

10Permalink zu Rn. 10recht.nulegal.eu/rechtsprechung/fg-duesseldorf/2022-07-05/8-ko-1465-22-gk#rd_4

Die Kostenrechnung von Mai 2022, in der die frühere Klägerin, Frau B ausdrücklich als Kostenschuldnerin bezeichnet ist, ist zu Recht an den Erinnerungsführer als Prozessbevollmächtigten der Frau B adressiert worden.

11Permalink zu Rn. 11recht.nulegal.eu/rechtsprechung/fg-duesseldorf/2022-07-05/8-ko-1465-22-gk#rd_5

Die Bekanntgabe der Kostenrechnung hat an den Bevollmächtigten des erledigten Verfahrens zu erfolgen, auf das sich der Kostenansatz in Form der Kostenrechnung bezieht (vgl. BFH-Beschluss vom 6. Mai 1998 IX E 2/98, BFH/NV 1999, 46, m.w.N.). Denn nach der Bestellung eines Bevollmächtigten - wie hier - sind gemäß § 62 Abs. 6 Satz 5 FGO alle Zustellungen oder Mitteilungen des Gerichts an diesen zu richten. Die Vorschrift trägt der umfassenden prozessualen Vertretung des Beteiligten durch seinen Prozessbevollmächtigten Rechnung und soll bewirken, dass der gesamte Prozessstoff in einer Hand, der des Bevollmächtigten, vereint bleibt (vgl. Spindler in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 62 FGO Rz 192, m.w.N.). Sie gilt auch für die Kostenrechnung (BFH-Beschluss vom 7. November 2012 XI E 4/12, BFH/NV 2013, 398 m.w.N.; vgl. auch Gräber/Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 9. Aufl., § 62 Rz 110).

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Die hiergegen vorgebrachten Einwendungen des Erinnerungsführers, die aus dem bloßen Verweis auf die KostVfg bestehen, greifen nicht durch:

13Permalink zu Rn. 13recht.nulegal.eu/rechtsprechung/fg-duesseldorf/2022-07-05/8-ko-1465-22-gk#rd_6

Frau B wurde in der angefochtenen Kostenrechnung den Vorgaben i.S. des § 24 Abs. 1 KostVfg entsprechend mit Namen und Anschrift als Kostenschuldnerin bezeichnet. Aus § 26 Abs. 1 KostVfg, der anders als hier vorweg zu erhebende Gebühren und Kostenvorschüsse betrifft und ergänzend auf § 24 Abs. 1 KostVfg verweist, ergibt sich nichts Abweichendes. § 26 Abs. 6 KostVfg sieht sogar ausdrücklich vor, dass die Kostenanforderung grundsätzlich dem Bevollmächtigten zur Vermittlung der Zahlung zugesandt wird.

14Permalink zu Rn. 14recht.nulegal.eu/rechtsprechung/fg-duesseldorf/2022-07-05/8-ko-1465-22-gk#rd_7

Es besteht auch eine Notwendigkeit, die Kostenrechnung nach erledigtem Verfahren gemäß § 62 Abs. 6 Satz 5 FGO dem Prozessbevollmächtigten bekannt zu geben, weil im Zweifel allein er mit dem Prozessstoff und dem Kostenrecht genügend vertraut ist, um die Rechtmäßigkeit der Kostenrechnung beurteilen zu können (vgl. BFH-Beschluss vom 7. November 2012 XI E 4/12, BFH/NV 2013, 398 m.w.N.)

15Permalink zu Rn. 15recht.nulegal.eu/rechtsprechung/fg-duesseldorf/2022-07-05/8-ko-1465-22-gk#rd_8

Einwendungen, die sich gegen die Kostenrechnung selbst richten, also gegen Ansatz und Höhe einzelner Kosten oder gegen den Streitwert (vgl. dazu BFH-Beschlüsse vom 1. September 2005 III E 1/05, BFH/NV 2006, 92, vom 8. Dezember 2010 IX E 6/10, BFH/NV 2011, 1365, vom 30. August 2011 IV E 7/11, BFH/NV 2012, 55 und vom 19. Oktober 2011 IX E 9/11, BFH/NV 2012, 58), sind weder vorgebracht noch weist die Kostenrechnung Frau B belastende Rechtsfehler auf.

16Permalink zu Rn. 16recht.nulegal.eu/rechtsprechung/fg-duesseldorf/2022-07-05/8-ko-1465-22-gk#rd_9

Mangels Erfolg der Erinnerung ist der sinngemäß zugleich gestellte Antrag des Erinnerungsführers auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung i.S.d. § 66 Abs. 7 Satz 2 GKG abzulehnen.

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Die Entscheidungen des Gerichts ergehen gerichtsgebührenfrei (§ 5 Abs. 6 GKG), Kosten werden nicht erstattet (§ 66 Abs. 8 GKG).