Rechtsprechung / BGH / 4. Strafsenat / 1951

BGH Entscheidung vom 12.04.1951 – 4 StR 38/51

4. Strafsenat

StrafrechtBundVolltext

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In der Strafsache . gegen | | | 8

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wegen Betrugs, Urkundenfälschung, schweren ‚iebstahls una Unzucht..

hat der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs In der Sitzung vom 12. April 1951, an der teilgenommen haben: Senatspräsident Dr. GTOss sls Vorsitzender, Bundesrichter Dr. Hülle Bundesrichter Dr. „ugustin Bundesrichter Dr. Jagusch Bundesrichter Dr. kleinewefers als beisitzende Kichter,

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als Vertre ter der Bundesanwaltschaft

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aLs- Urkundsbeanter der Geschäftsstelle,

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Die Kevision des angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts in Ärnsberg vom 51. Oktober 135. wird verworlien,

Die Kosten des Kechtsmittels hat der üngeklagte zu

ragen;

Von »echts wegen -

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Der ungeklagte ist vom Landgericht in ärnsberg wegen if) in Ta stenender Straftaten zu einer Gesamtstralie von’ SS ? Jahren Gefängnis verurteilt worden, Jach den Feststellungen - 2

des Landgerichts sind von diesen Vergehen Tünf vor dem 15. Sep,

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Die Tortgeseizte mittelbare Falschbeurkundung liegt z.T., wz über die Gewährung von

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und z.T., nach dem vom Gese

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September 1949,

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vorgesenenen Stichtag,

ie weiteren Handlungen, die zu einer Verurteilung geführt

sind alle nach dem i/f,

haben, ‚September 1919 begangen.

Das Landgericht hat die Auswirkungen des Straffreiheit gesetzes auf den vorliegenden Sachverhali erkennbar nicht er-

wogen und könnie daher davon ausgegangen sein, das Gesetz

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Eine etwa unterlassene Prüfung der der um ein

ande keine Anwendung.

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nwendbarkeii des Straffreiheitsgeseizes ist Kevi-

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sionsinstanz nachzuholen; denn es handelt si Vver-- u: Grundsätzlich S |

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Strafverfahren einzustellen,

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das Landgericht

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und in den beiden Fällen des Betrugs in Tateinheit mit Urkundenfälschung eine solche von je 5 lionaten ausgeworien

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und somit ausgesprochen, Was der ıngekl agte Tür Alese Hendlungen.

zu erwarten NATTE.

Das Landgericht hat zwar lür diese vor dem 15. September 1949 begangenen Straftaten keine Gesamtstrafe erwogen und Bi

sich im «nschlus :s hieran über die lrage Ger .nwendbarkeit ‚der

ämnestie nicht ausgesprochen. Läge ale tosamtstrafe unter no Wonaten, SO wäre insoweit das Veriahren einzustellen, Dies.

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ist jedoch im vor liegenden Fall offensichtlich nicht anzunehmen .,

zwar könnte gemäss 9 74 StG5 für die Betrugsfälle auf eine der „. Tüngnisstrafe von 3 Monate en und 1 Tag bis zu 1 Jahr weniger u ] Tag erkannt werden. --US dem Verhältnis, das das Landgericht F bei der unter sinbeziehung der nach dem 14, Sepienber begangenen. n Morten erkannten Gesamtstirafe zugrunde gelegt hat, ergibt sich n jedoch, dass eine Gesamistrafe für die vor dem .15. September

1949 begangenen Straftaten zweifellos über 6 lionaten gelegen

haben würae. „in bedingter Straferlass würde dann infolge der

späteren Straftaten entfallen sein.

Die xevision rügt, das Landgericht habe sich nicht mit einem Gutachten des Xreisarztes über den Geisteszustand des Angeklagten begnügen dürfen, sondern seine nstalisbeobachtung .4 snordnen müssen. dle verweist hierbei auf § 81 a StPO. Gemeint 2 ist mit der Lüge offensichtlich, äas Landgericht habe seine Aufklärungspflicht über eine etwaige Zurechnungsunfähigkeit oder verminderte Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten verletzt, wie sich aus dem weiteren Hinweis auf § 51 StGB ergibt. 8 1 ist zwar richtig; dass dieAuf hm ropelioht auch aurch Nicht erhebung eines Sachvers ständigenbeweises verletzt werden Kkanlo

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ı u Jassung des ıngeklagten, er sei hirnverletzt und habe die m 5 ieli

ale Vermögensdelikte lediglich begangen, um sich Opiate und an-

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ı gesetzi und einen Sachverständigen miv der „rstattung eines We

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I Gutachtens beauftrags, dessen die volle Verantwortlich: keit des

I Angeklagten bejahenäe Gutachten sich das erkennende Gericht

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Io _ rauf ngewienen, ( der ngeklagie,"den er zu w \ederholten üalen‘ 5; en

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I schnellen Abbruch des. Kauschgiftgenusses ohne Zweifel einge-

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u treten wären, lenn das „andgericht in diesen ne n°

1 . den Angaben des üngeklagten über gen angeblichen Besitz von vw 300 Korphiumtablet ven nicht glaubt, so ist dies eine der Es u Nachprüfungen & des nevrisionsgerichts „nunogene. Beweiswür-

I ' Adigung, die keinen „echisverstoss erkennen lässt. Hat aber ni

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das Lanägericht, wie hier geschehe en, das Gu rechten eines

sachverstänäigen eingeholt, so steht die „ntscheidung darüber, _ ob eine neue Beg guvachtung durch einen anderen Sa chverständigen

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eo. anzuordnen sel, im simessen des latrichters. Zn; 8

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. _ Die Revision bemängelt ferner zu Unrecht die Verkennung A. 5 des Begriffs d der fortgesetzten Handlung bei de ı Betrugste een, ; . . Ri kaume EEE den. der St r aftat en \r or d em 15, Sep temb er =

1949. Das Landgericht hat die {rage der fortgesetzten Handlung =

geprüft und mit lecht verneini 8 stellt fest, dass sich zwar 4

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._ . j ra Lan _ j FE _ u . L 6 % ole einzelnen’ Taten in der Ak ger „usführung ähnlich sind, a

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alle 5 F ille jeweils auf Grund eines vom Angeklagt en gefassten Eee neuen Willensentschluse ses, der nicht die Fortsetzung des \ voran

gegang enen bildete > begangen worden sind. 8 stellt weiter fest,

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dass der Angeklagte vor Jeder neuen Betrugshandlung zum. Nachteil der einzelnen Geschädigten seine Absicht, weitere u Betrügereien zu begehen, aufgegeben hatte, und dass Caher u nicht einmal von einen Gesamivorsatz gesprochen werden Könne ai in dem Sinne, dass vei natürlicher Betrachtung jede spa Atvere Vornahme als die Fortsetzung der früheren erscheine. Lilese

Darlegungen lassen einen „ech ‚sfehler. zum Nachteil des angeklagten nicht erkennen, ..s kann demgegenüber dahingestellt = bleiben, ob die Ännahme von fortgeseizten Handlungen bei den een

.- „r „I BF Betrügereien Da; ig» und >] zu tech‘ erfolgt ist.

Jedenfalls ist der Angeklagte insoweit nient beschwert, Glel-

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ches eilt für ale „nnahme forigesetzter mittelbarer Falsch-

1.1" 1 7a,.

beurkundung.

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Auch gegen die Verurteilung wegen versuchten Betruges. in Tateinheit mit Urkundenfälschung bestehen: keine Bedenken. cl zwar hat das vandgericht nicht festgestellt, ob der Angeklagte 0

eine unechte Urkunde hergestelli oder eine echte Urkunde ver- . fd ilscht hai. &s hat dargelegt, dass diese Feststellung nicht getrofz ten. werden konnte. Da es sich lediglich um gleichwertige Aus führungsartsun desselben Delikts handelte, ist mit echt und ohne Versvwoss gegen das bestehende Verbot der Wahlfeststellung eine

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Verurteilung erfolgt.

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Das Urteil iässt auch im übrigen keine -echtsverletzung . zum Nachteil des ängeklagten erkennen; deshalb musste seine =

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