Rechtsprechung / OLG Köln / 2010

OLG Köln Beschluss vom 18.02.2010 – 4 UF 7/10

ECLI:DE:OLGK:2010:0218.4UF7.10.00

FamilienrechtNordrhein-WestfalenFamilienrecht Nordrhein-WestfalenVolltext

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Tenor§

Die Beschwerde des Antragsgegners wird auf seine Kosten zurückgewiesen.

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G r ü n d e

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Die zulässige Beschwerde des Antragsgegners hat in der Sache keinen Erfolg.

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2010-02-18/4-uf-7-10#rd_1

Zu Recht hat das Amtsgericht im Wege der einstweiligen Anordnung der Mutter des Kindes das Aufenthaltsbestimmungsrecht bis zur endgültigen Entscheidung nach Vorlage des Sachverständigengutachtens zugesprochen.

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Zur Begründung verweist der Senat zunächst auf die überzeugenden Ausführungen des Amtsgerichts im angefochtenen Beschluss.

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Die hiergegen mit der Beschwerde vorgebrachten Einwendungen führen nicht zu einer anderen Entscheidung.

6Permalink zu Rn. 6recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2010-02-18/4-uf-7-10#rd_2

Im Wesentlichen befasst sich das Beschwerdevorbringen mit den Argumenten, die bei der endgültigen Entscheidung zu berücksichtigen sein werden und mit denen sich auch der Sachverständige auseinandersetzen muss, über die also zur Zeit nicht entschieden werden kann.

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Für die Übergangszeit hat das Amtsgerichts daher zu Recht auf andere Kriterien abgestellt.

8Permalink zu Rn. 8recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2010-02-18/4-uf-7-10#rd_3

Entscheidend war der unbedingt geäußerte Wille des immerhin schon seit Sommer 2009 12 Jahre alten und – nach Dafürhalten aller Beteiligten – entsprechend verständigen Kindes.

9Permalink zu Rn. 9recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2010-02-18/4-uf-7-10#rd_4

Dieses befand sich entgegen der Annahme des Vaters gerade nicht in einem Loyalitätskonflikt. Andernfalls hätte es sich nicht derart eindeutig für den Verbleib bei der Mutter ausgesprochen bei vollem Bewusstsein der von ihm befürchteten unangenehmen Konsequenzen seitens des Vaters.

10Permalink zu Rn. 10recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2010-02-18/4-uf-7-10#rd_5

Bei einer Entscheidung von kurzfristiger Dauer ist es auch sachgerecht, im Sinne des Kontinuitätsprinzips darauf abzustellen, dass bislang die Mutter das Kind überwiegend versorgt und betreut hat.

11Permalink zu Rn. 11recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2010-02-18/4-uf-7-10#rd_6

Dies ist bei einer vorübergehenden Entscheidung, bei der sowohl Dauer als auch endgültiger Bestand völlig offen sind, in der Regel die zu favorisierende Lösung. Denn nur so kann ein "Gezerre am Kind" vermieden werden, ein mehrfaches Hin- und Herwechseln, das mit Sicherheit für das Wohl des Kindes schädlicher ist, als eine kurzfristige Fortsetzung der bislang überwiegenden Art der Betreuung.

12Permalink zu Rn. 12recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2010-02-18/4-uf-7-10#rd_7

Außerdem geht nach dem persönlichen Eindruck, den das Amtsgericht von der Mutter gewonnen hat und der durch die von ihr vorgelegten ärztlichen Atteste bestätigt worden ist, vom gesundheitlichen Zustand der Mutter jedenfalls derzeit keinerlei Gefahr für das Kind aus.

13Permalink zu Rn. 13recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2010-02-18/4-uf-7-10#rd_8

Der Senat hält es deshalb ebenfalls für angemessen, wenn das Kind bis zur endgültigen Entscheidung über seinen Verbleib entsprechend seinem klar geäußerten Willen bei der Mutter bleibt.

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Die Kostenentscheidung folgt aus § 84 FamFG.

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Beschwerdewert: 3.000,00 €

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Diese Entscheidung ist unanfechtbar.