Rechtsprechung / BGH / 3. Strafsenat / 1951
BGH Entscheidung vom 16.08.1951 – 3 StR 380/51
3. Strafsenat
StrafrechtBundVolltext
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Im Namen des Volkes
In der Strafsache ge ‚en . en .») den Bergmann Heinz (Heinrich) ’ aD ‚ geboren
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Bercmannelacer Süd, 24T. IN Untersuchungshaft,
2.) den Bergmann Daniel Albert M
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am => 1930 in A Kreis
wohnhaft in DEE » Bergmannslager Süd, 2.2. in Untersuchungshaft in anderer Sache, Ä
wegen schweren Raubes u.2A.s
hat der 2. Ferien-Strafsenat des Bundesg zgerichtshofs in der Sitzung vom 16. August 1951, an der teilgenommen
haben:
Bundesrichter Krauss
als Vorsi! ;zender,
| Bundesı "ichter Henneka Bundesrichter Scharpenseel Bundesrichter Dr. Baldus Bundesrichter Dr. Ludwig,
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als beisitzende Richter, 2 er
u... Pe u u Be) 4 yo.
Oberstaatsam alt Dr. als Vertreter der Bundesanvaltschaft,
Justizobersekretä bei der Verhandlung, Justizassistent "bei der Verkündung
als Urkundsbeamte der Geschäfts stelle, 00 21
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Die Revisionen der Staatsanweltschaft und. Eu a des Angeklagten 3 werden verw orten. 00.001
Der Angeklagte IB hat die Kosten seines 2
Rechtsmittels zu tragen. Die durch die kevision der Staatsanvaltschaft entstandenen Kosten fallen der Staatskasse zur Last. 4
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Von Recht wegen
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2. gerichts in Duisburg vom 20. Januar 1951 wegen schweren
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Der Angeklagte v N‘ 181 äurch Urteil des Land-
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atrafe von einem Jahr und sechs “onaten und der Ange-
klagte > wegen Diebstahls (8 242 SteD) ZU einer solchen von vier lionaten verurteilt worden. Beiden An-
geklagten ist die Untersuchungshaft angerechnet worden.
Hiergegen haben die Staatsanwaltschaft und der
Angeklagte iR Revision eingelegt. Beide rügen die Verletzung verfahrensrecht slicher Bestimmungen sowie sachlichen Rechts, wobei die Revision der Staats anwalt-
schaft hinsichtlich des Angeklagten |] auf den Strafausspruch beschränkt ist. Die Rechtsmittel sind. nicht
per gründet.
Die Ausführungen der Revision des Angeklagten ı w bewegen sich fast ausschliess lich auf tatsächlichem Ge-
biet 6; indem die Claubwii digkeit Ger. Zeugen Lu und ZB bezweifelt b und die Bev; eiswürdigung des Land-
‚gerichts angegriffen werden. Dass dieses aber hierbei
rechtsirrig en Erwägung en Raum gegeben habe oder in rechtlich unzulässiger Weise zu seinen Teststellung en
‚gekommen sei, dafür ergeben die Gründe des Urteils keinen
Anheltspunkt. Das, was das Landgericht als erwiesen an
gesehen hat, ist denkgesetzlich mög lich. Es ist auch | nicht erkennbar, inwiefern das Landgericht bei der Auf-. klärung des Sachverhalts gegen die ihm gemäss 8 244 Abs 2
StPO obliegende Auf Tklä ärungspflicht verstossen haben sol.
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Raubes (88 249, 250 Abs 1 Hr 3 StGB) zu einer Gefängnis-
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Die von der Revision angeführten Zeugen sind in der Hauptverkandlung gehört worden. iiit den bei ihrer Verne hnung aufgetretenen Widersprüchen hat das Land-
gericht sich befasst. Dass es dabei ZU anderen als
0 den von der Revision gewüns chten Schlüssen gekommen
ist, macht seine Bevelswürdigung, bei der es im Rahmen des § 261 8 tPO fre
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sans.
Wenn das Landgericht auf Grund der von ihm. getrofTlenen I Feststellungen das Verhalten des Angeklagten Juwig als schweren Raub im Sinne der 88 249, 250
Abs 1 Nr 3 StGB ger ‚ertet hat, so ‚kann auch darin eine
rechtsirrtiümliche Würdigung nicht gefunden werden. Der Ansicht der 2Xevision, ein schwerer kaub könne
nicht angenommen werden, weil die Angeklagten sich mit dem Zeugen ’ Ri an einen Gebüsch abseits der Strasse befasst hätten, steht schon die Feststellung des Urteils entgegen, dess der Angeklagte Do 3 dem Zeugen auf der Btrasse einen Taus ischlag vor dem Magen versetzt hat. Ist aber ein Teil der Tat, nämlich die Gewaltsanwendung, auf einem öffentlichen
Weg besang en, so wird sie dadurch zu einen Strassen-. Tau b, auch wenn die Wegnahmehandlung erst an einer
anderen nicht öffentlichen Stelle vor sich geht [%
in Goltd Arch.49, 1315 BEH vom 24. April 1951 - . StR
140/51 - )o Auch im übrigen lassen die Derlegüngen
‚des Urteils irgendwelche den Angeklagten IB be-Sschwerenden Rechtsverstösse nicht erkennen, so dass
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seine Revision als unbegründet: zu verwerfen, war. ei
„bensovwenig ist die gegen die Verurteilung des geklagten 1 gerich‘ sete Revision der Staat sanwalt- a | schaft gerechtfertigt. Im Gegensatz zu ihrer Auffassung |
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kann eine Verletzung der Aufklärungspf flicht. durch das. ra Landgericht nicht darin gesehen werden, dass dieses die a
ESTS tellung der Vorstrafen des Angeklagten DB unter- | lassen hat. Zwar mag der Revision zugegeben werden, dass
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jene für die Ents cheidung, insbesondere für die Be-
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© steht keine Rechtsvorschrift, die dem Tatrichter vor-
schreibt, bei jeder Verurteilung eines. "Angeklagten einen Ausz us aus dessen Strafregister beizuziehen. Häu- Br: fig wird dies dem atrichter im Interess e einer beschleu- Br: nizten Erledigung des Verfahrens oder auch aus anderen ei Gründen ger nicht möglich sein. Er ist deshalb rechtlich —ı nicht gehindert, die Vorstrafen auf andere leise, etwa 4 aurch Befragung des Angeklagten zu mitteln, wie es er; nier geschehen ist. Daher vermag äie Nichtbeiziehung Be } oder Nichtbeachtung. eines angeblich vorhandenen, aber el Übersehenen Strafre; gisterauszuges, ‚im allgemeinen den .
Vorwurf einer Verletzung der Aufklärüngspf licht im Sinne des § 244 Abs 2 StPO nicht zu rechtfertigen. Ob eine andere Beurteilung geboten ist, wenn den Vorstrafen
eines Angeklagten die Tirkung eines straferhöhenden Umstandes im Sinne des Gesetzes, so bei Rückfalldiebstahl
6 244 StGB) oder bei Rückfallbetrug (§ 264 StGB) zuk en konn auf sich beruhen. Hier lag jedenfalls für das ln
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2 gericht kein Anlass vor, einen Strafregisterauszug beizu- . ziehen oder von dem angeblich bei den Akt en befindlichen
Gebrauch zu mach en, so dass die nüge einer Verletzung des 04 3 244 kbs 2 St EPO nieht äurchgreift. nn ee;
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nich ker geteilt werden. Das Vorliegen eines Rechtsirrtuns | ürde Zwar zu bejahen sein, wenn das Landgericht angenommen nö vie, es sei recht ‚Lich gehindert, die durch die
eigenen Angaben des Angeklagten bekanntgewordenen vor-.
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§ 2 berücksichtigen wollen, weil dieser selbst sie ‚geoffen- EB 03903
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Bu strafmindernden Umstände nach seinem - allerdings pflicht-
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2. den bei der Strafbemessung bewusst ausser Betracht 1ä st,
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so bewegt es sicn damit innerhalb des ihm eingeräum-- . ten richterlichen Ermessens. Eine Rechtsverletzung. kenn darin nicht gefunden werden.
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Der Revision der Staatsanwalts ‚chaft war aber auch der Erfolg zu versagen, soweit sie sichl gegen die Be: Ver rurteilung des Ang eklag ‚ten gm wegen Diebs tahlsnach § 242 StcB wendet. Das Urteil lässt hierbei a; nen Rechtsirrtum nicht hervortreten. Das Landgericht ne; hat mit zureichenden Gründen verneint, dass der Angeklag te von der Gewaltanvendung, des litangeklagten i ]} se genüber dem Zeugen | | gewusst und. das gewaltsame Vorgehen des N } sebillig ‚tv habe. a was die Revision dagegen einwendet, erschöpft sich er
in unzulässigen Ang: 'iffen gegen die tatsächlichen
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Feststellungen und die Beveiswürdigung des Landge- en richts. Die von der Revision behauptete Verletzung Br
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der A Aufklärungspflicht ist nicht dargetan. Beide An- Ge
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geklagte und der Zeuge vn sind gehört wor- . u 0 den. Das ' Vorbringen, es hätten noch weitere Zeugen w
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§ 344 Abs en tFO. Auch sonst ist in. der Beurteilung Be j des Verhal tens des Angeklagten io 1 ein Rechts- ee £ehler nicht, zu erkennen. Die Revision der Staats- we anwaltschaft war. daher auch insoweit zu ver werten.
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