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BGH Entscheidung vom 26.01.1951 – 3 StR 500/51

3. Strafsenat

StrafrechtBundVolltext

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/; StR 500/51

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ImNamen des Volkes

in der Sstrafsache ‚gegen

I. ) die Hausfrau u ® D En a es u tr. ceboren am aus j 192A in

nat der 2, Ferien-Strefsenat des Bundesgerichtshofs. in der Sitzung vom 30, August 1951, an der teilgenom-.

.) den Beifahrer Josef Su G ‚ geboren am

Weg zen Abgnbenhinterziehung

nen haben:

»enatsprä ıssident Dr. Neumann als Vorsitzender,

Bundesrichter !rof.Dr.Busch Bundesrichter Henneka Bundesrichter Scharvenseel

Bundesrichter Dr. Ludwig | als beisitzende Richter,

ÜOberstaatsanwalt Dr. > a1s Vertreter der Bundesanwelts schalt,

Justizangestellter >

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8315 Urkundsbeauter der Geschäftsste elle;

für techt erkannt:

AUF die Revision des Nebenklägers wird das Urteil des Landgerichts in Aachen vom 26. Januar 1951 unter Aufrechterhaltung der zufrunde liegenden Feststellungen, soweit das Verfe ehren auf Grund des '»Straifreiheitsgesetzes eingestellt worden ist, auf gehoben.

us sind schuldig: l. Die Angeklagte

> der fortgesetzten gewerbsmässigen Übgabenhinterziehung in zwei Fällen, im ersten Fallegäönzlich, im zweiten Falle teil-

| weise in bandenmössiger Form begangen, =

«, der Angeklagte > der fortgesetzten in bandenmässiger Form egaengenen gewerbsrässigen Abgahbenhinterziehung.

zum Zwecke der Straffestsetzung »ird die Sache ZUT

neuen Verhandlung und Entscheidung, auch “ber die

nosten des Pechtrittels, en cas La rdgericht zurückverwiesen, u | |

Von Rechts wegen

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gesetzes vom 31. Dezember 1949 rügende Revision des Hauptzollamtes (> - Bahnhofplatz ist begriindet,

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gericht hat die ‚Angeklagte

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zum Teil in bandenm#s SSIE ‚er Porn begangenen fortgesetzten gevrei vbsmössigen . !bgebenhinterziehung und

den . Ingeklagten Sm einer im Jshre 1948 bepange-

nen fortgesetzten gevrerbsm# ssigen Abgabenhinterziehung ın bandenmässiger Form - je Vergehen n=ch RAO0 5 396

und 401 b - und beide, Angeklagte eines in Tateinheit

nıt Ciesenm Vergehen begane enen Verstosses gegen

£rt I und IV des "ilRegG Nr 161 für schuldis; befunden. Das Landgericht ist. jedoch der Ansicht, dass die

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tende Gesamtstrafen nicht ZU erwarten heben, und hat deshalb das Verfahren. gegen sie auf Grund des Straffreiheitsgesetzes eingestellt.

Die Binstellung ist rechtsirrig, Denn von der in dem Gesetz gerährten Straffreiheit nimmt 3 12 StTG alle ‚Steuervergehen aus.

sine von der überwiegenden liehrzahl der Oberlandes-Serichte und vom Obersten Gerichtshof für die Britische

done vertretene ‚leinung geht allerdings. dahin, dass

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3 12 Stra nur solche Steuervergehen von der Straffreiheit ausschliesse, bei denen der Täter sich auf Grund anderer Gesetzesvorschriften Strafreiheit verschaffen konrite. und dass es an dieser Möglichkeit auch dann fehle, wenn die Selbstanzeige eines. Steuervergehens notwendig zur Offenba arung von ZuwSder"andlungen führe, für die die Stenergesetze keine Stra affreiheit gewähren (OEHSt Bd 5, 54, 55),

Dies triftt in der vorliegenden Sach e ZU, Nach den

Urt bei 1sf "eststellungen. hatten die Angeklagten Dz>

und B weder nach © 5 Abschnitt II des 2. Gesetzes. zur vorliufigen Neuordnung von Steuern vom 20, April

1949 (WiGBlL 1949 5 72) noch nach § 410 Ra0 die Möglichkeit, sich durch Selbstanzeig ce Straffreiheit egen der Steuervergehen zu erwerben. We egen der im August, 1948 bes gengenen Straftaten war bereits vor dem Inkrafttreten des Gesetzes vom 20. April 1949 die Strafver? lgung eingeleitet worden. Die weitere Straftat der Angeklagten DD erstreckte sich über diesen Zeitnunkt hinaus, Für eine straf .befreiende Selbstänzeige nach $ A410 RAO fehlten ebenfalls die Voraussetzungen, da sämtliche Straftaten im Stadium der Ausführung entdeckt wurden. Abgesehen davon hätten die Angeklagten wegen der Zuwiderhandlung gegen Art I und IV NilRegG Nr 161, deren si sich durch unbefugten Grenzübertritt, unbefugtes Sandaln jemainn ın wäcnsgebietes und durch unbefugte

gehen schuldie gemac* Ars hatten, durch Selbstanzeige

unter keinen Umständen Straffreiheit erlangen können.

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Die somit entscheidende Frage, ob RN 12 | StFG von der Gewährung von Straffreiheit alle ensavergeen ausschliesst, hat der zweite Straf-

senat - in "bereinstimrung mit dem Deutschen Ober-

gericht au 1950 S 651 Är 12) - im Urteil von 20. Erz 1951 (ECHSt Bd 18 74) bejaht. Den Aus-

fÜhrungen dieses Urteils, die sich in den wesentlichen Gesichtspunkten mit den Ausfihrungen dee

in zwei Ente cheieungen. — - StR 29/51 und 3 StR 303/51 beigetreten. Klervon abzugehen besteht kein Anlass.

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. ‚Der rortlant des | 12 StFG: "Straffreiheit wird nicht gewährt fr Steuervergeten..... ; die Gewährung von A Straffreiheit fir diese Straftaten nach anderen ge- u

setzlichen Vorschriften bleibt unberührt", bringt N eindeutig zum Ausdri:ck, dass alle Steuervergehen von 4 der Streffreiheit des Gesetzes ausgenommen sein solen. „eder zus dieser Vorschrift selbst noch aus gen 4 sonstigen Vorschriften des Cesetzes ergeben sich | A haltspunkte dafür, dass mit der Vorschrift etwas anderes als das Arklärte bezweckt werde. Salbst wenn der 4

Ges setzgeber nur diejenigen Stenerverge”en von der Straffreiheit hätte ausnehmen wollen, tür ale »tral-

freiheit auf Grund anderer Gesetze durch tätige Reue *

erlanft werden konnte, so K' nnte ein solch:r vom eindeu- \ |

tigen . Tortlaut des Gesetzes abweict 1ender ills des Ge-

setzgebers ! reine Beac: tung finden. Dem Richter ist es: .verweart, im Vege ! berichiigender" Auslegung dem Gesetz-

geber zu Hilfe zu kommen, wenn dieser auf -Grund einer

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ırrigen Vorstellung über die iragweite eine eindeutige Negelung getroffen hat. Sr werde damit

die Grenzen zulässiger Zuslegung überschreiten

und in den Aufgabenbereich des kezetzgebers grei-- fen. u

Das bendgeric"t hat demnach zu Unrecht das Ver- “ tehren gezen die Angeklagten Certrud > und

ö’ a eingestellt . Insoweit ist das angefochtene N: 2 Vrteil aufzuheben. Die "eststellungen des vandge-B u Tlents sind ohne ersichtlichen hechtsfehler ge-. N. J. Fr

, ‚st der Scnat In der Lage den Schuldspruch in "per

»r. Zu diesem Zwecke sie euen V-rhandlung und Entscheidung, such Über die Xosten der 2evision,an des zurückzuveriweisen,

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