Rechtsprechung / OLG Karlsruhe / 2007

OLG Karlsruhe Beschluss vom 19.02.2007 – 16 WF 25/07

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Tenor§

Die sofortige Beschwerde der Antragsgegnerin gegen den Beschluss des Amtsgerichts  - Familiengericht - Heidelberg - vom 24. Januar 2007 wird zurückgewiesen.

Beschwerdegebühr: 50 EUR (GKG KV Nr. 1811)

Gründe§

1Permalink zu Rn. 1recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-karlsruhe/2007-02-19/16-wf-25-07#rd_1

Das Amtsgericht hat der Antragsgegnerin Prozesskostenhilfe bewilligt und mit dem angefochtenen Beschluss Ratenzahlung von noch 30 EUR angeordnet. Die hiergegen eingelegte sofortige Beschwerde hat keinen Erfolg.

2Permalink zu Rn. 2recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-karlsruhe/2007-02-19/16-wf-25-07#rd_2

Die Antragsgegnerin wendet für ihre Tochter monatlich 22 EUR für deren Verpflegung in der Schule auf. Diese Kosten sind aus dem für die Tochter angesetzten Freibetrag von 266 EUR zu finanzieren.

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-karlsruhe/2007-02-19/16-wf-25-07#rd_3

Die Antragsgegnerin wendet weiter 25 EUR monatlich für eine Ausbildungsversicherung auf. Es handelt sich bei dieser Versicherung um eine Kapitallebensversicherung mit einer Versicherungssumme von 3.339 EUR und einer Versicherungsdauer von 12 Jahren bei einem Versicherungsbeginn am 1. Dezember 2004. Versicherte Person ist die Antragsgegnerin, an die, wenn sie den 1. Dezember 2016 erlebt, das Kapital ausbezahlt wird. Stirbt die Antragsgegnerin vor diesem Zeitpunkt, wird das Kapital an die Tochter ausbezahlt. Das Amtsgericht hat der Antragsgegnerin angesonnen, die Versicherung für die Dauer ihrer Ratenzahlungsverpflichtung beitragfrei zu stellen. Dies ist nicht zu beanstanden. Gem. §§ 115 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 a) ZPO, 82 Abs. 2 Nr. 3 SGB XII sind Prämien zu nicht gesetzlich vorgeschriebenen privaten Versicherungen vom Einkommen nur dann abzusetzen, wenn sie nach Grund und Höhe angemessen sind. Dies ist bei sogenannten Ausbildungsversicherungen auch dann nicht der Fall, wenn das im Todesfall bezugsberechtigte Kind behindert ist.

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-karlsruhe/2007-02-19/16-wf-25-07#rd_4

Selbst das auf eine solche Versicherung angesparte Kapital müsste, wenn es den Schonbetrag von 2.600 EUR zuzüglich 256 EUR für jedes von der nachfragenden Person überwiegend unterhaltene Kind (DVO zu § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII) übersteigt, zur Finanzierung des Prozesskostenbedarfs eingesetzt werden. Denn es soll nicht im Sinne des § 90 Abs. 3 SGB XII zu einer spätere Sozialhilfebedürftigkeit abwendenden Altersversorgung eingesetzt werden. Es kann auch nicht bei - ohnedies zweifelhafter - analoger Anwendung der Bestimmung angenommen werden, dass mit der Versicherungssumme, so sie an die Tochter ausbezahlt werden müsste, deren Sozialhilfebedürftigkeit abgewendet werden muss.

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Im übrigen sind der Beschluss vom 4. Januar 2007 und der dort in Bezug genommene Beschluss vom 19. Oktober 2006 nicht zu beanstanden.