Rechtsprechung / EuG / Achte erweiterte Kammer / 2009

EuG Urteil vom 11.06.2009 – T-300/02

Achte erweiterte Kammer · ECLI:EU:T:2009:190

EuroparechtEU / InternationalVolltext

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URTEIL DES GERICHTS (Achte erweiterte Kammer)

11. Juni 2009 ( *1 )

„Staatliche Beihilfen — Beihilferegelung der italienischen Behörden zugunsten bestimmter Unternehmen der Daseinsvorsorge in Form von Steuerbefreiungen und Vorzugsdarlehen — Entscheidung, mit der die Beihilfen für mit dem Gemeinsamen Markt unvereinbar erklärt werden — Nichtigkeitsklage — Kein individuelles Betroffensein — Unzulässigkeit“

In der Rechtssache T-300/02

Azienda Mediterranea Gas e Acqua SpA (AMGA) mit Sitz in Genua (Italien), Prozessbevollmächtigte: Rechtsanwälte L. Radicati di Brozolo und M. Merola,

Klägerin,

unterstützt durch

ASM Brescia SpA mit Sitz in Brescia (Italien), Prozessbevollmächtigte: Rechtsanwälte G. Caia, V. Salvadori, N. Pisani und F. Capelli,

Streithelferin,

gegen

Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten durch V. Di Bucci als Bevollmächtigten,

Beklagte,

wegen Nichtigerklärung der Art. 2 und 3 der Entscheidung 2003/193/EG der Kommission vom 5. Juni 2002 betreffend eine staatliche Beihilfe durch von Italien gewährte Steuerbefreiungen und Vorzugsdarlehen für Unternehmen der Daseinsvorsorge mit öffentlicher Mehrheitsbeteiligung (ABl. 2003, L 77, S. 21)

erlässt

DAS GERICHT ERSTER INSTANZ DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (Achte erweiterte Kammer)

unter Mitwirkung der Präsidentin M. E. Martins Ribeiro sowie der Richter D. Šváby, S. Papasavvas, N. Wahl (Berichterstatter) und A. Dittrich,

Kanzler: J. Palacio González, Hauptverwaltungsrat,

aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 16. April 2008

folgendes

Urteil§

Vorgeschichte des Rechtsstreits

1Permalink zu Rn. 1recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_3

Die Klägerin, die Azienda Mediterranea Gas e Acqua SpA (AMGA), ist eine Kapitalgesellschaft, deren Anteile zu 51,01% von der Gemeinde Genua (Italien) gehalten werden. Im Jahr 1995 durch Umwandlung des gleichnamigen gemeindlichen Unternehmens gegründet, betätigt sie sich sowohl im Energiesektor, wo sie insbesondere die Dienstleistungen der Gaslieferung, des Betriebs von Heizanlagen und der Wärmeversorgung über Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erbringt, als auch im Wassersektor, da sie u. a. die Dienstleistungen der Belieferung mit Wasser sowie des Auffangens und der Aufbereitung von Abwasser erbringt. Sie entfaltet ihre Tätigkeit in der Gemeinde Genua.

Nationales Recht

2Permalink zu Rn. 2recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_4

Die Legge no 142 ordinamento delle autonomie locali (Gesetz Nr. 142 über die Regelung der örtlichen Selbstverwaltung) vom 8. Juni 1990 (GURI Nr. 135 vom 12. Juni 1990, im Folgenden: Gesetz Nr. 142/90) reformierte in Italien die organisatorischen Rechtsinstrumente der Gemeinden für die Verwaltung öffentlicher Dienste, insbesondere in den Sektoren Wasser, Gas, Elektrizität und Verkehr. Mit Art. 22 dieses Gesetzes in der geänderten Fassung wurde die Möglichkeit für die Gemeinden vorgesehen, zur Erbringung gemeinwirtschaftlicher Dienstleistungen Gesellschaften verschiedener Rechtsformen zu gründen. Dazu gehört die Gründung von Handelsgesellschaften oder von Gesellschaften mit beschränkter Haftung mit öffentlicher Mehrheitsbeteiligung (im Folgenden: Gesellschaften im Sinne des Gesetzes Nr. 142/90).

3Permalink zu Rn. 3recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_5

In diesem Zusammenhang wurden den Gesellschaften im Sinne des Gesetzes Nr. 142/90, die gemeinwirtschaftliche Dienstleistungen erbrachten, von 1994 bis 1998 nach Art. 9bis der Legge no 488 di conversione in legge, con modificazioni, del decreto-legge 1o luglio 1986, no 318, recante provvedimenti urgenti per la finanza locale (Gesetz Nr. 488 über die Änderung und Umwandlung des Gesetzesdekrets Nr. 318 vom 1. Juli 1986 über Dringlichkeitsmaßnahmen zugunsten des örtlichen Finanzwesens in ein Gesetz) vom 9. August 1986 (GURI Nr. 190 vom 18. August 1986) von der Cassa Depositi e Prestiti (im Folgenden: CDDPP) Darlehen zu einem Sonderzinssatz (im Folgenden: CDDPP-Darlehen) gewährt.

4Permalink zu Rn. 4recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_6

Außerdem wurden mit Art. 3 Abs. 69 und 70 der Legge no 549 [su] misure di razionalizzazione della finanza pubblica (Gesetz Nr. 549 über Maßnahmen zur Rationalisierung der öffentlichen Finanzen) vom 28. Dezember 1995 (ordentliche Beilage zur GURI Nr. 302 vom 29. Dezember 1995, im Folgenden: Gesetz Nr. 549/95) in Verbindung mit den Bestimmungen des Decreto-legge no 331 [su] armonizzazione delle disposizioni in materia di imposte sugli oli minerali, sull’alcole, sulle bevande alcoliche, sui tabacchi lavorati e in materia di IVA con quelle recate da direttive CEE e modificazioni conseguenti a detta armonizzazione, nonché disposizioni concernenti la disciplina dei centri autorizzati di assistenza fiscale, le procedure dei rimborsi di imposta, l’esclusione dall’ILOR dei redditi di impresa fino all’ammontare corrispondente al contributo diretto lavorativo, l’istituzione per il 1993 di un’imposta erariale straordinaria su taluni beni ed altre disposizioni tributarie (Gesetzesdekret Nr. 331 über die Harmonisierung der Steuervorschriften in verschiedenen Bereichen) vom 30. August 1993 (GURI Nr. 203 vom 30. August 1993, im Folgenden: Gesetzesdekret Nr. 331/93) folgende Maßnahmen zugunsten der Gesellschaften im Sinne des Gesetzes Nr. 142/90 eingeführt:

—

Befreiung von allen Steuern auf Einlagen im Zusammenhang mit der Umwandlung von Sonderunternehmen und Gemeindeunternehmen in Gesellschaften im Sinne des Gesetzes Nr. 142/90 (im Folgenden: Befreiung von den Steuern auf Einlagen);

—

vollständige Befreiung von der Körperschaftsteuer, d. h. der Steuer auf das Einkommen juristischer Personen und der örtlichen Einkommensteuer, für drei Jahre bis längstens zum Steuerjahr 1999 (im Folgenden: dreijährige Befreiung von der Körperschaftsteuer).

Verwaltungsverfahren

5Permalink zu Rn. 5recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_9

Im Anschluss an eine die genannten Maßnahmen betreffende Beschwerde forderte die Kommission mit Schreiben vom 12. Mai, 16. Juni und 21. November 1997 Auskünfte dazu bei den italienischen Behörden an.

6Permalink zu Rn. 6recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_10

Mit Schreiben vom 17. Dezember 1997 erteilten diese die gewünschten Auskünfte teilweise. Darüber hinaus fand auf ihren Wunsch hin am 19. Januar 1998 ein Treffen statt.

7Permalink zu Rn. 7recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_11

Mit Schreiben vom 17. Mai 1999 unterrichtete die Kommission die italienischen Behörden von ihrer Entscheidung, das Verfahren nach Art. 88 Abs. 2 EG einzuleiten. Diese Entscheidung wurde im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften (ABl. C 220, S. 14) veröffentlicht.

8Permalink zu Rn. 8recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_12

Nach dem Eingang von Stellungnahmen betroffener Dritter und der italienischen Behörden forderte die Kommission bei Letzteren mehrfach zusätzliche Auskünfte an. Auch fanden Treffen der Kommission mit den italienischen Behörden sowie mit den beteiligten Drittbetroffenen statt.

9Permalink zu Rn. 9recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_13

Verschiedene Gesellschaften im Sinne des Gesetzes Nr. 142/90 wie die Klägerin sowie die ACEA SpA und die AEM SpA — die im Übrigen Nichtigkeitsklagen gegen die in der vorliegenden Rechtssache in Rede stehende Entscheidung eingereicht haben (Rechtssachen T-297/02 und T-301/02) — machten insbesondere geltend, dass die drei fraglichen Maßnahmetypen keine staatlichen Beihilfen seien.

10Permalink zu Rn. 10recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_14

Die italienischen Behörden und die Confederazione Nazionale dei Servizi (Confservizi), ein Verband, in dem vor allem Gesellschaften im Sinne des Gesetzes Nr. 142/90 und gemeindliche Sonderunternehmen in Italien zusammengeschlossen sind, haben sich diesem Standpunkt im Wesentlichen angeschlossen.

11Permalink zu Rn. 11recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_15

Demgegenüber war der Bundesverband der deutschen Industrie e. V. (BDI) der Ansicht, dass die fraglichen Maßnahmen Wettbewerbsverzerrungen nicht nur in Italien, sondern auch in Deutschland verursachen könnten.

12Permalink zu Rn. 12recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_16

Auch Gas-it, eine italienische Vereinigung privater Wirtschaftsteilnehmer des Gasversorgungssektors, machte geltend, die fraglichen Maßnahmen, insbesondere die dreijährige Befreiung von der Körperschaftsteuer, seien staatliche Beihilfen.

13Permalink zu Rn. 13recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_17

Am 5. Juni 2002 erließ die Kommission die Entscheidung 2003/193/EG betreffend eine staatliche Beihilfe durch von Italien gewährte Steuerbefreiungen und Vorzugsdarlehen für [Gesellschaften im Sinne des Gesetzes Nr. 142/90] (ABl. 2003, L 77, S. 21, im Folgenden: angefochtene Entscheidung).

Angefochtene Entscheidung

14Permalink zu Rn. 14recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_18

Die Kommission weist zunächst darauf hin, dass sich ihre Prüfung nur auf die mit den streitigen Maßnahmen errichteten Beihilferegelungen von allgemeiner Tragweite und nicht auf die einzelnen Unternehmen gewährten individuellen Beihilfen beziehe, so dass ihre Prüfung in der angefochtenen Entscheidung allgemein und abstrakt sei. Sie führt insoweit aus, dass die Italienische Republik „keine Steuervorteile auf individueller Grundlage eingeräumt und der Kommission keinen individuellen Beihilfefall angezeigt [und dabei] sämtliche zur Bewertung des Sachverhalts erforderlichen Informationen vorgelegt [hat]“. Sie sei deshalb gehalten, eine allgemeine und abstrakte Prüfung der fraglichen Regelungen sowohl im Hinblick auf ihre Einstufung als auch in Bezug auf ihre Vereinbarkeit mit dem Gemeinsamen Markt vorzunehmen (Nrn. 42 bis 45 der angefochtenen Entscheidung).

15Permalink zu Rn. 15recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_19

Die Kommission hält die CDDPP-Darlehen und die dreijährige Befreiung von der Körperschaftsteuer (im Folgenden: fragliche Maßnahmen) für staatliche Beihilfen. Die Gewährung solcher Vorteile für die Gesellschaften im Sinne des Gesetzes Nr. 142/90 aus staatlichen Mitteln bewirke nämlich eine Stärkung ihrer Wettbewerbsposition gegenüber allen übrigen Unternehmen, die die gleichen Dienstleistungen erbringen wollten (Nrn. 48 bis 75 der angefochtenen Entscheidung). Die fraglichen Maßnahmen seien mit dem Gemeinsamen Markt unvereinbar, da sie weder die Voraussetzungen des Art. 87 Abs. 2 und 3 EG noch diejenigen des Art. 86 Abs. 2 EG erfüllten und darüber hinaus auch noch gegen Art. 43 EG verstießen (Nrn. 94 bis 122 der angefochtenen Entscheidung).

16Permalink zu Rn. 16recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_20

Dagegen ist die Befreiung von den Steuern auf Einlagen nach Ansicht der Kommission keine staatliche Beihilfe im Sinne von Art. 87 Abs. 1 EG, da diese Steuern bei der Gründung eines neuen Wirtschaftsgebildes oder bei der Übertragung von Aktiva zwischen verschiedenen Wirtschaftsgebilden geschuldet würden. Von der Sache her verkörperten aber die Gemeindeunternehmen einerseits und die Gesellschaften im Sinne des Gesetzes Nr. 142/90 andererseits dasselbe Wirtschaftsgebilde. Deshalb sei ihre Befreiung von den genannten Steuern durch die Natur oder den inneren Aufbau des Systems gerechtfertigt (Nrn. 76 bis 81 der angefochtenen Entscheidung).

17

Der verfügende Teil der angefochtenen Entscheidung lautet:

„Artikel 1

Die Befreiung von den [Steuern auf Einlagen] … stellt keine Beihilfe im Sinne von Artikel 87 Absatz 1 [EG] dar.

Artikel 2

Die dreijährige Befreiung von der Körperschaftsteuer … und die Vorteile aus den [CDDPP-]Darlehen … stellen staatliche Beihilfen im Sinne von Artikel 87 Absatz 1 [EG] dar.

Diese Beihilfen sind mit dem Gemeinsamen Markt unvereinbar.

Artikel 3

Italien ergreift alle notwendigen Maßnahmen, um die in Artikel 2 genannte, rechtswidrig zur Verfügung gestellte Beihilfe von den Empfängern zurückzufordern.

Die Rückforderung der Beihilfe erfolgt unverzüglich nach den nationalen Verfahren, sofern diese die sofortige, tatsächliche Vollstreckung der Entscheidung ermöglichen.

Die zurückzufordernde Beihilfe umfasst Zinsen von dem Zeitpunkt an, ab dem die rechtswidrige Beihilfe den Empfängern zur Verfügung stand, bis zu ihrer tatsächlichen Rückzahlung. Die Zinsen werden auf der Grundlage des für die Berechnung des Subventionsäquivalents der Regionalbeihilfen verwendeten Referenzsatzes berechnet.

…“

Verfahren und Anträge der Parteien

18

Die Klägerin hat mit Klageschrift, die am 30. September 2002 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, die vorliegende Klage erhoben.

19Permalink zu Rn. 19recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_25

Mit am 2. Januar 2003 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenem Schriftsatz hat die ASM Brescia SpA beantragt, im vorliegenden Verfahren als Streithelferin zur Unterstützung der Anträge der Klägerin zugelassen zu werden. Mit Beschluss vom 12. Mai 2003 hat der Präsident der Fünften erweiterten Kammer des Gerichts (vormalige Besetzung) diesen Streitbeitritt zugelassen. Der Schriftsatz der Streithelferin und die Stellungnahmen der anderen Beteiligten dazu sind innerhalb der gesetzten Fristen eingereicht worden.

20Permalink zu Rn. 20recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_26

Mit besonderem Schriftsatz, der am 6. Januar 2003 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, hat die Kommission eine Einrede der Unzulässigkeit gemäß Art. 114 § 1 der Verfahrensordnung des Gerichts erhoben.

21

Am 14. März 2003 hat sich die Klägerin zur Einrede der Unzulässigkeit geäußert.

22Permalink zu Rn. 22recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_27

Am 8. August 2002 hatte die Italienische Republik beim Gerichtshof ebenfalls eine Nichtigkeitsklage gegen die angefochtene Entscheidung erhoben, die unter der Rechtssachennummer C-290/02 in das Register eingetragen worden ist. Der Gerichtshof hat festgestellt, dass jene Klage und die Klagen in den Rechtssachen T-292/02, T-297/02, T-300/02, T-301/02 und T-309/02 den gleichen Gegenstand, nämlich die Nichtigerklärung der angefochtenen Entscheidung, haben und dass die Rechtssachen zusammenhängen, weil sich die in den einzelnen Rechtssachen vorgebrachten Angriffs- und Verteidigungsmittel ganz weitgehend überschneiden. Mit Beschluss vom 10. Juni 2003 hat der Gerichtshof das Verfahren in der Rechtssache C-290/02 gemäß Art. 54 Abs. 3 seiner Satzung bis zum Erlass der Endentscheidungen des Gerichts in den Rechtssachen T-292/02, T-297/02, T-300/02, T-301/02 und T-309/02 ausgesetzt.

23Permalink zu Rn. 23recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_28

Mit Beschluss vom 8. Juni 2004 hat der Gerichtshof entschieden, die Rechtssache C-290/02 an das Gericht zu verweisen, das nach Art. 2 des Beschlusses 2004/407/EG, Euratom des Rates vom 26. April 2004 zur Änderung der Artikel 51 und 54 des Protokolls über die Satzung des Gerichtshofs (ABl. L 132, S. 5) für die Entscheidung über Klagen von Mitgliedstaaten gegen die Kommission zuständig geworden ist. Jene Rechtssache ist daraufhin unter der Rechtssachennummer T-222/04 in das Register der Kanzlei des Gerichts eingetragen worden.

24

Mit Beschluss vom 5. August 2004 hat das Gericht die Entscheidung über die Unzulässigkeitseinrede der Kommission dem Endurteil vorbehalten.

25Permalink zu Rn. 25recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_29

Auf Bericht des Berichterstatters hat das Gericht (Achte erweiterte Kammer) beschlossen, die mündliche Verhandlung zu eröffnen, und es hat im Rahmen prozessleitender Maßnahmen nach Art. 64 der Verfahrensordnung den Parteien schriftliche Fragen gestellt, die fristgemäß beantwortet worden sind.

26Permalink zu Rn. 26recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_30

Durch Beschluss des Präsidenten der Achten erweiterten Kammer des Gerichts vom 13. März 2008 sind die Rechtssachen T-292/02, T-297/02, T-300/02, T-301/02, T-309/02, T-189/03 und T-222/04 gemäß Art. 50 der Verfahrensordnung zu gemeinsamem mündlichen Verfahren verbunden worden.

27

Die Beteiligten haben in der Sitzung vom 16. April 2008 mündlich verhandelt und Fragen des Gerichts beantwortet.

28

Die Klägerin, unterstützt von der Streithelferin, beantragt,

—

die Klage für zulässig zu erklären;

—

die Art. 2 und 3 der angefochtenen Entscheidung für nichtig zu erklären, was die dreijährige Befreiung von der Körperschaftsteuer betrifft;

—

der Kommission die Kosten aufzuerlegen.

29

Die Kommission beantragt,

—

die Klage als unzulässig abzuweisen;

—

hilfsweise, die Klage als unbegründet abzuweisen;

—

der Klägerin und der Streithelferin die Kosten aufzuerlegen.

Zur Zulässigkeit

Vorbringen der Verfahrensbeteiligten

30Permalink zu Rn. 30recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_31

Die Kommission stellt die Klagebefugnis der Klägerin in Abrede, da diese von der angefochtenen Entscheidung nicht im Sinne von Art. 230 Abs. 4 EG individuell betroffen sei.

31Permalink zu Rn. 31recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_32

Die Kommission macht im Wesentlichen geltend, die angefochtene Entscheidung sei insoweit als Rechtshandlung mit allgemeiner Geltung einzustufen, als sie eine Beihilferegelung und damit eine unbestimmte und unbestimmbare Zahl von Unternehmen betreffe, die anhand eines allgemeinen Kriteriums wie ihrer Zugehörigkeit zu einer Kategorie von Unternehmen bestimmt würden. Eine Rechtshandlung verliere ihre allgemeine Geltung und damit ihren Normcharakter nicht dadurch, dass sich die Rechtssubjekte, auf die sie zu einem bestimmten Zeitpunkt Anwendung finde, der Zahl oder sogar der Identität nach mehr oder weniger genau bestimmen ließen, solange feststehe, dass diese Anwendung aufgrund einer objektiven rechtlichen oder tatsächlichen Situation erfolge, die in der Rechtshandlung im Zusammenhang mit ihrer Zielsetzung umschrieben sei.

32Permalink zu Rn. 32recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_33

Damit ein Einzelner von einer Rechtshandlung mit allgemeiner Geltung individuell betroffen sei, müsse diese Handlung seine spezifischen Rechte berühren oder das Organ, von dem die Handlung ausgehe, verpflichtet sein, deren Folgen für die Lage des Einzelnen zu berücksichtigen. Das sei hier aber nicht der Fall. Die angefochtene Entscheidung habe nämlich Auswirkungen auf die Lage aller Unternehmen gehabt, denen die fragliche Maßnahme zugutegekommen sei. Folglich habe es keine Verletzung spezifischer Rechte einzelner Unternehmen gegeben, die sich von allen anderen von der fraglichen Maßnahme profitierenden Unternehmen abgrenzen ließen. Außerdem habe die Kommission bei Erlass der angefochtenen Entscheidung deren Folgen für die Lage eines bestimmten Unternehmens weder berücksichtigen müssen noch können. Weder die Feststellung der Unvereinbarkeit noch die Rückforderungsanordnung in der angefochtenen Entscheidung bezögen sich auf die Lage einzelner Begünstigter.

33Permalink zu Rn. 33recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_34

Die Kommission sieht ihre Analyse in der Rechtsprechung auf dem Gebiet der staatlichen Beihilfen bestätigt, wonach der Umstand, Begünstigter einer für mit dem Gemeinsamen Markt unvereinbar erklärten Beihilferegelung zu sein, für den Nachweis der individuellen Betroffenheit im Sinne von Art. 230 Abs. 4 EG nicht ausreiche.

34Permalink zu Rn. 34recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_35

An der ständigen Rechtsprechung änderten auch Rechtssachen aus jüngerer Zeit nichts. Die im Urteil des Gerichtshofs vom 19. Oktober 2000, Italien und Sardegna Lines/Kommission (C-15/98 und C-105/99, Slg. 2000, I-8855, im Folgenden: Urteil Sardegna Lines), getroffene Entscheidung sei nicht auf alle Klagen übertragbar, die von Begünstigten einer für rechtswidrig und unvereinbar erklärten Beihilferegelung, deren Rückabwicklung angeordnet worden sei, erhoben würden. Diese Erkenntnis dränge sich insbesondere dann auf, wenn wie im vorliegenden Fall die fragliche Beihilferegelung abstrakt geprüft worden sei. Außerdem habe in der Rechtssache, in der das Urteil Sardegna Lines ergangen sei, die Klägerin in Wirklichkeit von einer Einzelbeihilfe profitiert, da es sich um einen Vorteil gehandelt habe, der aufgrund eines Rechtsakts gewährt worden sei, welcher auf der Grundlage eines durch ein weites Ermessen gekennzeichneten Regionalgesetzes ergangen sei. Zudem sei diese Sachlage Gegenstand einer eingehenden Prüfung im förmlichen Prüfverfahren gewesen.

35Permalink zu Rn. 35recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_36

Der vorliegende Sachverhalt unterscheide sich auch von demjenigen, der dem Urteil des Gerichtshofs vom 29. April 2004, Italien/Kommission (C-298/00 P, Slg. 2004, I-4087, im Folgenden: Urteil Alzetta), zugrunde gelegen habe, da die Kommission im vorliegenden Fall weder die genaue Zahl oder die Identität der Empfänger der fraglichen Beihilfen gekannt noch über alle einschlägigen Informationen verfügt und auch nicht die einzelnen Beihilfebeträge gekannt habe. Außerdem gelte hier die dreijährige Befreiung von der Körperschaftsteuer ohne Weiteres, während die Beihilfen, die in der Rechtssache, in der das Urteil Alzetta ergangen sei, in Rede gestanden hätten, über eine nachgeschaltete Handlung gewährt worden seien.

36Permalink zu Rn. 36recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_37

Anders als die Klägerin vorbringe, komme es bei der Prüfung der Zulässigkeit nicht auf die Kenntnis von der Identität eines Unternehmens an, sondern darauf, dass die Kommission auf Merkmale des Einzelfalls aufmerksam gemacht worden sei, aufgrund deren eine individuelle Prüfung angebracht sei. In der angefochtenen Entscheidung habe die Kommission aber darauf hingewiesen, dass ihr keinerlei Information zugegangen sei, die zeige, dass die fragliche Maßnahme, bezogen auf die Klägerin, keine Beihilfe oder aber eine bestehende oder mit dem Gemeinsamen Markt vereinbare Beihilfe sei.

37Permalink zu Rn. 37recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_38

Jedenfalls genügten weder die Beteiligung am förmlichen Prüfverfahren nach Art. 88 Abs. 2 EG noch die in der angefochtenen Entscheidung enthaltene Rückforderungsanordnung, um die Klägerin zu individualisieren. Da nämlich Klagen potenzieller Begünstigter einer angemeldeten Beihilferegelung nicht gemäß Art. 230 EG zulässig seien, müsse das Gleiche für Klagen von Begünstigten einer nicht angemeldeten Beihilferegelung gelten.

38Permalink zu Rn. 38recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_39

Schließlich wäre, wenn im vorliegenden Fall die von der Klägerin erhobene Klage für unzulässig erklärt würde, der Grundsatz eines wirksamen gerichtlichen Rechtsschutzes nicht verletzt, denn die in den Art. 241 EG und 234 EG vorgesehenen Rechtsbehelfe seien ausreichend (Urteil des Gerichtshofs vom 25. Juli 2002, Unión de Pequeños Agricultores/Rat, C-50/00 P, Slg. 2002, I-6677).

39Permalink zu Rn. 39recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_40

Die Klägerin bringt vor, sie sei im Sinne von Art. 230 Abs. 4 EG individuell betroffen, weil sie eine Gesellschaft im Sinne des Gesetzes Nr. 142/90 und somit ein Unternehmen sei, das von der Beihilferegelung, die in der angefochtenen Entscheidung in Rede stehe und deren Rückabwicklung angeordnet worden sei, erfasst werde.

40Permalink zu Rn. 40recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_41

Sie stellt in Abrede, dass die angefochtene Entscheidung eine Rechtshandlung mit allgemeiner Geltung sei. Insoweit sei die Behauptung der Kommission, dass die angefochtene Entscheidung eine unbestimmte und unbestimmbare Zahl von Unternehmen betreffe, falsch. Es handele sich nämlich im Gegenteil um eine geschlossene Gruppe, nämlich die Gruppe der in Gesellschaften im Sinne des Gesetzes Nr. 142/90 umgewandelten gemeindlichen Unternehmen, die ihre Tätigkeit vor dem 31. Dezember 1999 aufgenommen hätten. Deren Zahl sei noch begrenzter, wenn man berücksichtige, dass der Vorteil aus der dreijährigen Befreiung von der Körperschaftsteuer definitionsgemäß nur für die Unternehmen habe gelten können, die während des fraglichen Zeitraums Gewinne erzielt hätten.

41Permalink zu Rn. 41recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_42

Die Klägerin fügt hinzu, sie müsse selbst für den Fall, dass die angefochtene Entscheidung als Handlung mit allgemeiner Geltung eingestuft werden sollte, gleichwohl als von ihr individuell betroffen angesehen werden. Die Kommission hätte ihrer besonderen Lage Rechnung tragen müssen, da die fragliche Maßnahme jeden Einzelnen, auf den sie angewandt worden sei, in anderer Weise berührt habe und sich die Situation der einzelnen Begünstigten erheblich unterscheide.

42Permalink zu Rn. 42recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_43

Außerdem gehe aus der Rechtsprechung, insbesondere dem Urteil Sardegna Lines, klar die individuelle Betroffenheit derjenigen hervor, die tatsächlich Einzelbeihilfen erhalten hätten, die im Rahmen einer allgemeinen Beihilferegelung, welche für mit dem Gemeinsamen Markt unvereinbar erklärt worden sei und deren Rückabwicklung die Kommission angeordnet habe, gewährt worden seien. Außerdem sei die Klägerin der Kommission bekannt gewesen; immerhin werde sie in der angefochtenen Entscheidung mehrfach ausdrücklich erwähnt.

43Permalink zu Rn. 43recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_44

Das Vorbringen der Kommission zur Unterscheidung zwischen angemeldeten und nicht angemeldeten Beihilfen ändere daran nichts. Nach der Rechtsprechung komme es nämlich allein auf die Unterscheidung zwischen ausgezahlten und nicht ausgezahlten Beihilfen an.

44

Die Streithelferin schließt sich in der Frage der Zulässigkeit der Klage im Wesentlichen dem Standpunkt und dem Vorbringen der Klägerin an.

Würdigung durch das Gericht

45Permalink zu Rn. 45recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_45

Nach Art. 230 Abs. 4 EG kann eine natürliche oder juristische Person nur dann gegen eine Entscheidung, die an eine andere Person gerichtet ist, Klage erheben, wenn diese Entscheidung sie unmittelbar und individuell betrifft.

46Permalink zu Rn. 46recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_46

Was die individuelle Anknüpfung im Sinne dieser Bestimmung anbelangt, so kann nach ständiger Rechtsprechung eine natürliche oder juristische Person, die nicht Adressat einer Entscheidung ist, nur dann geltend machen, von dieser individuell betroffen zu sein, wenn die Entscheidung sie wegen bestimmter persönlicher Eigenschaften oder besonderer, sie aus dem Kreis aller übrigen Personen heraushebender Umstände berührt und daher in ähnlicher Weise individualisiert wie den Adressaten (Urteile des Gerichtshofs vom 15. Juli 1963, Plaumann/Kommission, 25/62, Slg. 1963, 211, 238, und vom 2. April 1998, Greenpeace Council u. a./Kommission, C-321/95 P, Slg. 1998, I-1651, Randnrn. 7 und 28).

47Permalink zu Rn. 47recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_47

Demgemäß hat der Gerichtshof entschieden, dass ein Unternehmen eine Entscheidung der Kommission, mit der eine sektorielle Beihilferegelung verboten wird, grundsätzlich nicht mit einer Nichtigkeitsklage anfechten kann, wenn es von ihr nur wegen seiner Zugehörigkeit zu dem fraglichen Sektor und seiner Eigenschaft als durch diese Regelung potenziell Begünstigter betroffen ist. Eine solche Entscheidung ist nämlich für das klagende Unternehmen eine generelle Rechtsnorm, die für objektiv bestimmte Situationen gilt und Rechtswirkungen gegenüber einer allgemein und abstrakt umschriebenen Personengruppe erzeugt (vgl. Urteil des Gerichtshofs vom 2. Februar 1988, Van der Kooy u. a./Kommission, 67/85, 68/85 und 70/85, Slg. 1988, 219, Randnr. 15, und Urteil Alzetta, Randnr. 37 und die dort angeführte Rechtsprechung).

48Permalink zu Rn. 48recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_48

Allerdings hat der Gerichtshof in den Randnrn. 34 und 35 des Urteils Sardegna Lines auch entschieden, dass das Unternehmen Sardegna Lines von der in jener Rechtssache streitigen Entscheidung individuell betroffen und seine Klage gegen sie zulässig war, weil es davon nicht nur als Unternehmen des Schifffahrtssektors in Sardinien und damit als durch die Beihilferegelung zugunsten sardischer Reeder potenziell Begünstigter betroffen war, sondern auch in seiner Eigenschaft als tatsächlich Begünstigter einer nach dieser Regelung gewährten Einzelbeihilfe, deren Rückforderung die Kommission angeordnet hatte (vgl. auch in diesem Sinne Urteil Alzetta, Randnr. 39).

49Permalink zu Rn. 49recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_49

Zu prüfen ist somit, ob die Klägerin tatsächlich Empfängerin einer im Rahmen einer sektoriellen Beihilferegelung gewährten Einzelbeihilfe ist, deren Rückforderung die Kommission angeordnet hat (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 20. September 2007, Salvat père & fils u. a./Kommission, T-136/05, Slg. 2007, II-4063, Randnr. 70).

50Permalink zu Rn. 50recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_50

Aus den Antworten der Italienischen Republik und der Klägerin auf die schriftlichen Fragen des Gerichts hierzu ergibt sich aber, dass die Klägerin während des betreffenden Zeitraums nur Verluste gemacht hat. Da sie somit nicht von der dreijährigen Befreiung von der Körperschaftsteuer profitiert hat, ist sie von der angefochtenen Entscheidung nicht individuell betroffen.

51

Nach alledem ist die vorliegende Klage für unzulässig zu erklären.

Kosten

52Permalink zu Rn. 52recht.nulegal.eu/rechtsprechung/eug/2009-06-11/t-300-02#rd_51

Nach Art. 87 § 2 der Verfahrensordnung ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Da die Klägerin unterlegen ist, sind ihr, wie von der Kommission beantragt, die Kosten aufzuerlegen.

53

Die Streithelferin trägt nach Art. 87 § 4 Abs. 3 der Verfahrensordnung ihre eigenen Kosten.

Aus diesen Gründen hat

DAS GERICHT (Achte erweiterte Kammer)

für Recht erkannt und entschieden:

1.

Die Klage wird als unzulässig abgewiesen.

2.

Die Azienda Mediterranea Gas e Acqua SpA (AMGA) trägt ihre eigenen Kosten sowie die Kosten der Kommission.

3.

Die ASM Brescia SpA trägt ihre eigenen Kosten.

Martins Ribeiro

Šváby

Papasavvas

Wahl

Dittrich

Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 11. Juni 2009.

Unterschriften

( *1 ) Verfahrenssprache: Italienisch.