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BGH Entscheidung vom 17.01.1964 – 4 StR 511/63

4. Strafsenat

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4_ StR 511/63

Im Namen des Volkes

In der Strafsache

gegen

den kaufmännischen Angestellten Manfred D GE

aus EEE zeoren ar 1935 in E03

wegen fahrlässiger Körperverletzung

hat der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in der Sitzung vom 17. Januar 1964, an der teilgenommen haben:

Senatspräsident Dr. Jagusch als Vorsitzender,

Bundesrichter Krumme Bundesrichter Professor Dr. Lang-Hinrichsen Bundesrichter Dr. Flitner

Bundesrichter Börtzler als beisitzende Richter,

Oberstaatsanvelt EEE in der Verhandlung,

Bundesanwalt GERD: ©: Urteilsverkündung als Vertreter der Bundesanwaltschaft,

Justizangastellter als Urkundsbeatmter der Geschäftsstelle,

für Recht erkannt:

-2-

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts in Essen vom 15. Juli 1963 wird verworfen. Jedoch fällt der Schuldspruch wegen weiterer in Tateinheit mit Unfallflucht stehender fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung weg»

Die Kosten des Rechtsmittels hat der Angeklagte

zu tragen.

Von Rechts wegen

Gründe§

Der Angeklagte überfuhr gegen 1,55 Uhr mit seinem VV-Kombiwagen nach reichlichem Alkoholgenuss in fahruntüchtigem Zustand zwei Motorrollerfahrer, die schwer verletzt auf seiner rechten Fahrbahnhälfte lagen. Sie waren kurz vorher gegen eine Straßenlaterne gefahren und auf die Fahrbahn geschleudert worden. Sie lebten noch, als der Angeklagte über sie hinwegfuhr. Sie sind möglicherweise allein an den durch den Aufprall auf die Laterne erlittenen Verletzungen gestorben; die ihnen durch den Angeklagten zugefügten Verletzungen waren schwer, aber nicht tödlich. Der Angeklagte hatte die Verunglückten infolge alkoholbedingter Unaufmerksamkeit nicht gesehen, obwohl er sie im Lichte seiner Scheinwerfer hätte sehen - müssen und vor ihnen nach links hätte ausweichen können. 'Ein anderer Kraftfahrer hatte hinter der Unfallstelle angehalten, war auf die Fahrbahn gelaufen und hatte dem Ange-

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klagten mit den Händen Haltezeichen gegeben. Dieser merkte während des Überfahrens der Rollerfahrer an der Erschütterun seines Wagens, daß er heftig auf ein Hindernis aufgefahren war, und sah auch, daß ihm jemand zuwinkte, als wenn er ihm etwas zeigen wollte. Er rechnete damit, daß er einen Unfall verursacht hatte und nahm in Kauf, daß dabei Menschen zu Schaden gekommen seien, setzte aber seine Fahrt fort, weil er sich einer Strafverfolgung wegen des Unfalls entziehen wollte. Etwa drei Minuten später kam er zu Hause an, stellte sein Fahrzeug auf dem Hof ab und

ging schlafen. Sein Blutalkoholgehalt betrug, auf die Unfallzeit umgerechnet, 1,22 #0.

Die Strafkammer hat den Angeklagten wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung und wegen Verkehrsunfailflucht in Tateinheit mit fährlässiger Straßenverkehrsgefährdung zu Gefängnis verurteilt und ihm die Fahrerlaubnis mit einer Sperrfrist von einem Jahr entzogen. Seine Revision rügt, allgemein Verletzung sachlichen Strafrechts.

Der Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung ist rechtlich nicht zu beanstanden. Auch der Vorwurf der Unfallflucht ist rechtsfehlerfrei begründet, jedoch kann die Verurteilung wegen einer damit in Tateinheit stehenden fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung nicht aufrechterhalten werden.

Das Landgericht stellt fest, daß der Angeklagte von dem Zeitpunkt ab, in dem er den Entschluß zur Unfallflucht faßte, durch sein Verhalten keine Gefahr für bestimmte andere Verkehrsteilnehmer mchr herbeigeführt hat. Es hält die Straßenverkehrsgefährdung mit dem Überfahren der Verunglückten für vollendet, meint aber, sie sei erst mit der

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