Rechtsprechung / BGH / 1. Strafsenat / 1958
BGH Entscheidung vom 10.06.1958 – 1 StR 199/58
1. Strafsenat
StrafrechtBundVolltext
E HM
SR. 199/58 2316 055
Tna Namen des Vo.’kes
In der Strafsache
gegen
den Hilfsarbeiter Georg 9 CE zu: SED \Lanäxreis — ) dort geboren am EEE : 929;
wegen fahrlässiger Tötung
hat der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in der Sitzung vom 10. Juni 1958, an der teilgenommen haben:
Senatspräsident Ir. Geier als Vorsitzender,
Bundesrichter Dr. Peetz Bundesrichter Mantel Bundesrichter Martin Bundesrichter Dr. Hengsberger als beisitzende Richter,
Nberstaatsanwalt beim Bundesgerichteho? ip in der Verhandlung,
Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof GEEEERD pei. Ger Verkündung
als Vertreter der Bundesanwaltschaft;
Justizangestellter np als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle,
für Recht erkannts
Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Schwurgerichts beim Landgericht Regensburg vom
6. Februar 1958 mit den Feststellungen aufgehoben
und die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheiäung, auch über die Kosten ües Rechtemittels, an das Schwurgericht zurückverwiesen.
Von kechts wegen
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Am 22, Juni 7956 wer in Ger Gastwirtschaft Ed in SO :::chseintanz, an dem u.a. der Angeklagte .ı ser Landrirtssohr Johann SC, zwischer äeren Fenilien seiv eirigen Jahren Streit bestand, teilnshmen. Kurz nach Mitternecht kam es zwischen beiden zu Tätlichkeiten. Der Angeklagte: verseizt e dabei dem Jchann > einen Kesserstich, der dessen Tod innerhslb weniger Minuten herbeiführte.
Das Schw wurgen richt kat den Angeklagten nach Aufkebung der ersten Entscheidung, durch üle es wegen Köryerverletzung nit Todestelge sine Gefängnisstrafe von vier Jahren ausges;rochen hatte, munmehr wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren sechs konaien Gefärgnis verurteilte
Der Argeklagis rügi die Verletzung des sach hlichen Rechts, 9 t hegzrünüet:
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des Johann SGB ausgeschlossen hätte. Dies hat es nicht getan; es führt vielmehr auss "Ein Nachweis dafür, daß SW den Argexlagten angreifen wollte, konnte jedenfalls nicht erbracht werden. Unter diesen Umständen kann dem Angeklagten eine gerechte Notwehr nicht zugebilligt werden. Damit entfällt
auch die Frage der Notwehrüberschreitung, die begrifflich
eine Notwehrlage voraussetzt",
Wenn das Schwurgericht auch nicht feststellen konnte, daß Johann Sep den Beschwerdeführer in jenem Zeitpunkt nicht angegriffen hat, so konnte es einen solchen Angriff doch auch nicht ausschließen. Solange es sich dazu nicht in der Lage sah, mußte es zugunsten des Angeklagten von einem Angriff ausgehen, bs hatte danr. zu prüfen, ob der Angeklagte nur die Gelegenheit benutzen wollte, sich an Johann Schmid zu rächen oder ob er sich verteidigen wollte; für diesen Fall war ferner festzustellen, ob der wuchtige Stich in die Brust wirklich zur Verteidigung erforderlich war oder ob eine weniger gefährliche Abwehrhandlung genügt hätte, um sich des Johann SB der keine Waffe führte, zu erwehren. Lag eine Überschreitung der gebotenen Notwehr vor, so war zu untersuchen, ob der Angeklagte in Bestürzung, Furcht oder Schrecken über die Grenzen der Verteidigung hinausgegangen ist, was nach den bisherigen Feststellungen allerdinge wenig wahrscheinlich ist.
Der Rechtsverstoß führt zur Aufhebung des Urteils.
Der Beschwerdeführer wird in der neuen Verhandlung Gelegenheit haben, seine in der Revisionsbegründung vorgetragenen Bedenken gegen den Strafausspruch vorzubringen.
In dem neuen Urteil wird das Schwurgericht in den Straf-
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zumessungsgründen zu der Frage eines Nitverschuldens Johann SB Stellung zu nehmen haben:
Dr» Geier Dr. Peetz Mantei Hartin Dr. Hengsberger
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