Rechtsprechung / BGH / 4. Strafsenat / 1951

BGH Entscheidung vom 09.02.1951 – 4 StR 74/50

4. Strafsenat

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Beslaubi:te Abschrift.

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Jn der Straisache

gegen den Tapezierer ernst K RB 5°: cu geb. : 1881 in Ts, zur Zeit in Untersuchungs-

haft im Gerichtsgeföngnis in CE,

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wegen Betruges im Rückfall

has; der 4A,Strefsenat des Bundesgerichtshofes in der DSit-.

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zung vom 9.Februar 1951, an der teilgenormen haben: Senatspräsident Richter als Vorsitzender; Bundesrichter “rumme Bundesrictrser. Dr.Geier ee Bundesrichter Dr.Hülle 2. Eundesrichter Dr.Koeniger als peisitzende Richter

Fundesanwalt als Vertre,er der BRundesemualtschsfti

Justizassistent EEE

als Urkundsbesmter der Cesch®itsstelle

ur Recht erkennt:

AuT bE e Revisitn des Angeklagten wird das Urteil des Lendgerichts in Lüneburg vom 13.Oktober 1950 mit den ihm

zugrundelieg enden Feststellungen aufgehoben.

Die Sache »ird zur neuen Verhandlung und Entschefäung,... auch wegen der Kosten des Rechtsmi' itels, an das Lendgericht zurückverilesen. u 3

Von Rechts wegen.

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In 20ne vo: > o-—- Di mon atlich, weil die Auf träge so zurtick- | segangen verein, dass er alchi mehr genug zu leben hatte, : en Suchie er weiter. Fulträge zur Ausführung von Polster ITEeN. nı <ünf i 'ällen erpot er sich, den Kunden BPezugse und andere Zutaten zu beschaffen, und erhielt auf at ngen Vorschüsse in verschiedener Höhe bis zu 155.- Di: aundin, die ihm für die Ausführung von Polsterarbeiten ‚= Di Schuldete, gab ihm zur Bezahlung der Schuld einen E

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Angeklagte die Auftr age und die Geldbetr: ige in all en räallen VE erlangt habe, :

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le Revision rügt die Verletzung materiellen Rechts le ist begründet. |

j Zum inneren Tathestend des Betruges gehört, dass der

in Ger Absicht, d.h, mit dem | besiimmten Vorsatz handelt;

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sich or © einem anderen) einen Vermügensvorteil zu verschal-. on. während zur Erfillung der iibrigen Tatbesisndsmerkmale, inschliesslich der Rechtswidrigkelit des Vermögensvorteils,

bedingter Vorsatz genügt.

Das Urteil führt sus, dass es dem !\ ingeklagten darauf ankam, bere Vorschüsse zu erhalten, um seinen Lebensunterhalt ZU Ä bestreiten, und dass er infelgedessen nicht damit rechnen konnr gie Aufträge zur Beschallung von Stoffen, Zutaten und an- | deren „aren (Eiern) ausführen zu können, weil er die Vorschüsse mindestens tellvieise, sofort zum Einkauf von Lebensmitteln verwenden musste. Trotzdem hälv es das Lendgericht Tür möglich, dass der Angeklagte die Hoffnung und die bedingte Absicht ge-. habt habe, die Aufträge mit Hilie von- Vorschlissen anderer Auftraggeber nech und nach auszulünren. ig wirit ihm aber vor, : Sasse er dsmit hake rechnen missen, er werde die AufirÜge nicht susführen «önnen, und dsss er sich dessen bewusst gewesen sel... Bei dieser Sachlage durfte sicn das Urteil für die rechtlicene at. sung des inneren Tatbestendes nicht auf den Satz

Ze | schränken. der Angeklagte habe "in allen Fällen mit bedingtem.

Betrugsvorsatz" gehsndelt. Aus diesem Satz ist, auch unver Heranzlienung der ihm vorangestellten Überlegungen, nicht:

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eninehmen. cb sich der bedingte Vorsatz des Angeklagten auf u u des ei azelne Tatbestand üsmerkmal des Betruges erstreckt hat 8 und oD das nendgericht nicht auen fiir die Ver ‚schaffung des Ver-

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ZUr Verurt eilt ‚ng wegen Betruges nicht ausreichen würde. Die

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Ausführungen zum irneren Tate bestand e rmöglichen dem Revisions- |

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gericht nicht die früfung, Th äie Urteilsfeststellun gen den

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Such im übrigen sind nicht alle Werkmalae rechtlich be_. Genkenfrei sesigestelli. So Sieht das hendgericht cie E äuschungshandlv: Ne darin, .dass der Angekla agte seinen Muftrag,

getern uelesun ıgswillen und beistungsfähigkeit vorgespiegelig

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ges das Verspr echen, leisten zu wo ı ı e N, Lie tatsache, iner tie ger Uliraggeler get uscht werden so1 kenn auch die Absicht sein, cen Vertrag nicht zu erfüllen, 2 B:. Jm „iderspruch zu di iesen gegen den ngeklarten erhobenen . Vervurf steht aber, <

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‚ dass das uendgerichti es nicht fi

‚ dass der Angeklagte die Hoffnung und auch die em ingte Absicht gehabt habe, die "ufiräge nach und nach nit s Ailfe von Vorschlissen anderer hUTiraggeber auszuführen, Wenn‘ Ser ıngeklogte auch nur die Hoffnung gehabt hätte, die Aufiräge ausführen zn xönnen, würde e u

” seinen Leistungs w i 1-3 AV vorgespiegelt hahen. Denn das Pewusstsein des

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Schliesslich ist in dem Urteil auch nicht bestimmt genug gesagt, ob die Auftraggene in ellen Fällen “üurch die Vc spiegelung T8] ischer Tatsachen zur Hinganpe der Vorschüsse be-

stimmt worden ‚sind oder oh sie die Vorschüsse euf Grund eines

nicht durch Jrrium beeinflussiven zntschiu es, etwa deshalb

gut be dient worden sind. In einem solchen Falle würde der ur- 'söchliche Zussemmenhang zwischen der Täuschung und der Vermö-

gensverfiigung fehlen, und es könnte nur versuchter Betrug telii werden. Anlass zu einen oeusäricklichen Aus-

spruch hieriiber boten besonders die Fälle Ss. ZB und.

er un. woj] der Angeklagü ir ülese Kunden od eL ihre

Angehörigen schon {riiher Folsterarbeiten eusgel'ihri harte.

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Die förmliche Schiussleststellung machv aber zuischen gen ein-Z |

einen Fällen keinen Unterschied,

cez. Nichter gez. Krumme gez. Dr. Geier.

gez.br.Hülle u gez z.Dr. Koeniger

Für die Richtigkeit der Abschrift.

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A 7 Justizassik went als Urkundsbeanter der Geschäftsstelle

des Bundesgeriöhtshofs.

eben haben, weil sie in früheren Fällen von dem ingekla.ten

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