Gesetze / Landesrecht Sachsen / Verordnung des Regierungspräsidiums Chemnitz zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Rauner- und Haarbachtal“
Verordnung des Regierungspräsidiums Chemnitz zur Festsetzung des Naturschutzgebietes …§ 3 Schutzzweck
Stand: 26.08.2026
Permalink zu Abs. 1recht.nulegal.eu/gesetze/SN-9532/3#abs-1 (1) Schutzzweck ist:
1. die Erhaltung oder, wenn aktuell nicht gewährleistet, die zielgerichtete Wiederherstellung oder Entwicklung eines günstigen Erhaltungszustandes natürlicher oder naturnaher Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse nach Anhang I FFH-RL wie
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Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer (NATURA-2000-Code 3130),
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Eutrophe Stillgewässer (NATURA-2000-Code 3150),
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Fließgewässer mit Unterwasservegetation (NATURA-2000-Code 3260),
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Trockene Heiden (NATURA-2000-Code 4030),
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Artenreiche Borstgrasrasen (NATURA-2000-Code 6230),
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Pfeifengraswiesen (NATURA-2000-Code 6410),
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Feuchte Hochstaudenfluren (NATURA-2000-Code 6430),
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Flachland-Mähwiesen (NATURA-2000-Code 6510),
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Berg-Mähwiesen (NATURA-2000-Code 6520),
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Übergangs- und Schwingrasenmoore (NATURA-2000-Code 7140),
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Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder (NATURA-2000-Code 91E0; 1 )
2. die Erhaltung oder, wenn aktuell nicht gewährleistet, die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der Populationen von Tierarten des Anhangs II der FFH-RL wie
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Flussperlmuschel ( Margaritifera margaritifera ),
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Westgroppe ( Cottus gobio ),
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Bachneunauge ( Lampetra planeri ),
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Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling ( Glaucopsyche nausithous )
sowie der für ihre Existenz notwendigen Habitate;
3. die Entwicklung geeigneter Habitate für den in Sachsen vom Aussterben bedrohten Abbiss-Scheckenfalter ( Euphydryas aurinia ) als Art des Anhangs II der FFH-RL;
4. die Erhaltung oder Entwicklung der mit den in Nummer 1 aufgeführten Lebensraumtypen räumlich und funktional verknüpften regionaltypischen Lebensraumtypen wie artenreiche, extensiv genutzte Feucht- und Nasswiesen, Hochstaudenfluren sumpfiger Standorte, nicht in Nummer 1 enthaltene naturnahe Still- und Fließgewässer, die für die Aufrechterhaltung der Kohärenzfunktionen innerhalb des FFH-Gebietes (Biotopverbund) und für die Erhaltung der ökologischen Funktionsfähigkeit des Gebietes von Bedeutung sind;
5. die Erhaltung oder Entwicklung der Bestände sonstiger seltener und gefährdeter Pflanzenarten wie zum Beispiel Tannen-Bärlapp ( Huperzia selago ), Rundblättriger Sonnentau ( Drosera rotundifolia ), Echtes Fettkraut ( Pinguicula vulgaris ), Sumpf-Herzblatt ( Parnassia palustris ), Moosbeere ( Oxycoccus palustris ), Fieberklee ( Menyanthes trifoliata ), Schmalblättriges Wollgras ( Eriophorum angustifolium ), Mondrautenfarn ( Botrychium lunaria ), Katzenpfötchen ( Antennaria dioica ), Arnika ( Arnica montana ), Teufelsabbiss ( Succisa pratensis ), Wald-Läusekraut ( Pedicularis sylvatica ), Wasser-Greiskraut ( Senecio aquaticus ), Breitblättriges Knabenkraut ( Dactylorhiza majalis ), Kleiner Baldrian ( Valeriana dioica ) und der Vegetationsgesellschaften, in denen diese Pflanzen typischerweise vorkommen;
6. die Erhaltung, Wiederherstellung oder Entwicklung der im Naturschutzgebiet vorhandenen Lebensräume als Habitate gefährdeter Tiergemeinschaften, insbesondere der wertvollen Wirbellosenzönosen mit zum Teil hochgradig gefährdeten aquatischen Organismen (zum Beispiel Astacus astacus , Cordulegaster boltonii , Isoperla oxylepis , Hydropsyche silvenii , Agabus biguttatus ), Tagfalter (zum Beispiel Plebeius optilete , Melitaea cinxia , Boloria aquilonaris , Melitaea diamina ), Heuschrecken (zum Beispiel Conocephalus dorsalis , Mecostethus grossus , Tetrix bipunctata ), Spinnen (zum Beispiel Dolomedes fimbriatus ) sowie für Fische und Vogelarten naturnaher Bachläufe (zum Beispiel Salmo trutta fario , Phoxinus phoxinus , Cinclus cinclus ) sowie wiesenbrütende Vögel (zum Beispiel Saxicola rubetra , Anthus pratensis );
7. die Erhaltung des Rauner- und Haarbachtals mit seinem reich gegliederten Mosaik aus naturnahen Fließ- und Stillgewässern, blumenbunten Mager-, Feucht- und Nasswiesen, Hochstaudenfluren, Übergangsmooren und anderen attraktiven Lebensräumen wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit;
8. die Erhaltung einzigartiger Landschaftspotenziale und Zönosen für die wissenschaftliche, naturgeschichtliche und landeskundliche Forschung.
Permalink zu Abs. 2recht.nulegal.eu/gesetze/SN-9532/3#abs-2 (2) Die Schutzzwecke nach Absatz 1 Nr. 1 bis 4 tragen den durch das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft für das unter § 2 Abs. 5 erwähnte FFH-Gebiet aufgestellten verbindlichen Erhaltungszielen Rechnung und sollen damit die Sicherung eines bedeutenden Teils dieses Schutzgebietes als Bestandteil des Europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000 bewirken.