Gesetze / VO (EU) Nr. 1177/2010
VO (EU) Nr. 1177/2010Art 19 Entschädigung durch Fahrpreisnachlass bei verspäteter Ankunft
Stand: 02.10.2026
Permalink zu Abs. 1recht.nulegal.eu/gesetze/vo-eu-1177-2010/19#abs-1 (1) Fahrgäste haben bei einer verspäteten Ankunft am Endziel gemäß dem Beförderungsvertrag Anspruch auf Entschädigung durch den Beförderer, ohne das Recht auf Beförderung zu verlieren. Die Entschädigung beträgt mindestens 25 % des Fahrpreises bei einer Verspätung von mindestens
a) einer Stunde bei einer planmäßigen Fahrtdauer von bis zu vier Stunden,
b) zwei Stunden bei einer planmäßigen Fahrtdauer von mehr als vier bis zu acht Stunden,
c) drei Stunden bei einer planmäßigen Fahrtdauer von mehr als acht bis zu 24 Stunden oder
d) sechs Stunden bei einer planmäßigen Fahrtdauer von mehr als 24 Stunden.
Beträgt die Verspätung mehr als das Doppelte der in den Buchstaben a bis d angegebenen Zeiten, so beträgt die Entschädigung 50 % des Fahrpreises.
Permalink zu Abs. 2recht.nulegal.eu/gesetze/vo-eu-1177-2010/19#abs-2 (2) Fahrgäste, die eine Zeitfahrkarte besitzen und denen während der Gültigkeitsdauer ihrer Zeitfahrkarte wiederholt Verspätungen bei der Ankunft widerfahren, können eine angemessene Entschädigung gemäß den Entschädigungsbedingungen des Beförderers verlangen. In den Entschädigungsbedingungen werden die Kriterien zur Bestimmung der Verspätung bei der Ankunft und für die Berechnung der Entschädigung festgelegt.
Permalink zu Abs. 3recht.nulegal.eu/gesetze/vo-eu-1177-2010/19#abs-3 (3) Die Entschädigung wird im Verhältnis zu dem Preis berechnet, den der Fahrgast für den verspäteten Personenverkehrsdienst tatsächlich entrichtet hat.
Permalink zu Abs. 4recht.nulegal.eu/gesetze/vo-eu-1177-2010/19#abs-4 (4) Handelt es sich bei der Beförderung um eine Hin- und Rückfahrt, so wird die Entschädigung für eine entweder auf der Hin- oder auf der Rückfahrt aufgetretene Verspätung bei der Ankunft auf der Grundlage des halben Fahrpreises für diesen Personenverkehrsdienst berechnet.
Permalink zu Abs. 5recht.nulegal.eu/gesetze/vo-eu-1177-2010/19#abs-5 (5) Die Zahlung der Entschädigung muss innerhalb eines Monats nach Einreichung des Antrags auf Entschädigung erfolgen. Die Entschädigung kann in Form von Gutscheinen und/oder anderen Leistungen erfolgen, sofern deren Bedingungen, insbesondere bezüglich des Gültigkeitszeitraums und des Zielorts, flexibel sind. Auf Verlangen des Fahrgastes erfolgt die Entschädigung in Form eines Geldbetrags.
Permalink zu Abs. 6recht.nulegal.eu/gesetze/vo-eu-1177-2010/19#abs-6 (6) Der Entschädigungsbetrag darf nicht um Kosten der Finanztransaktion wie Gebühren, Telefonkosten oder Porti gekürzt werden. Die Beförderer dürfen Mindestbeträge festlegen, unterhalb deren keine Entschädigungszahlungen vorgenommen werden. Dieser Mindestbetrag darf höchstens 6 EUR betragen.
Wird zitiert von 4 Entscheidungen zu Art 19 VO (EU) Nr. 1177/2010 →
Wichtigste und neueste Entscheidungen
- EuGH, 04.03.2021 – C-570/19Zitiert von 1
- EuGH, 02.09.2021 – C-570/19Seeverkehr: Keine Einstufung der verspäteten Lieferung eines Fahrgastschiffes als außergewöhnlicher Umstand Redaktioneller Titel von nu:legal – nicht vom Gericht verfasstZitiert von 19
- EuGH, 04.09.2025 – C-673/25
- EuGH, 15.09.2022 – C-407/21
„Zitiert von“ ist die Zahl der Entscheidungen im Bestand, die ihrerseits diese Entscheidung zitieren.