Gesetze / Strahlenschutzverordnung
StrlSchVAnlage 18 (zu den §§ 171, 197) Dosis- und Messgrößen
Stand: 18.01.2024
(Fundstelle: BGBl. I 2018, 2166 - 2168
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)
Teil A: Messgrößen für äußere Strahlung
Messgrößen für äußere Strahlung sind
Dabei ist
Teil B: Berechnung der Körperdosis
| HT,R = wRDT,R |
| [Abbildung] |
Zur Berechnung der lokalen Hautdosis wird die gemittelte Energiedosis der Haut in 0,07 Millimeter Gewebetiefe herangezogen.
Bei einer inneren Exposition berücksichtigt die Organ-Äquivalentdosis auch die nach dem Bezugszeitpunkt auftretende Exposition auf Grund des Verbleibs der Radionuklide im Körper (Folge-Organ-Äquivalentdosis).
Die Folge-Organ-Äquivalentdosis HT(τ) ist das Zeitintegral der Organ-Äquivalentdosisleistung im Gewebe oder Organ T, die eine Person infolge einer Inkorporation radioaktiver Stoffe zum Zeitpunkt t0 erhält:
| [Abbildung] |
Hierbei bezeichnet τ den Zeitraum, über den die Integration erfolgt. Für Erwachsene ist ein Zeitraum von 50 Jahren und für Kinder der Zeitraum vom jeweiligen Alter bis zum Alter von 70 Jahren zugrunde zu legen, sofern kein anderer Wert angegeben wird.
Die effektive Dosis nach § 5 Absatz 11 des Strahlenschutzgesetzes ist das zur Berücksichtigung der Strahlenwirkung auf verschiedene Organe oder Gewebe gewichtete Mittel von Organ-Äquivalentdosen; die Strahlenempfindlichkeiten der verschiedenen Organe oder Gewebe werden durch die Wichtungsfaktoren wT nach Teil C Nummer 2 berücksichtigt. Dabei ist über alle in Teil C Nummer 2 aufgeführten Organe und Gewebe zu summieren und über die Organ-Äquivalentdosiswerte für die männliche und weibliche Referenzperson zu mitteln:
| [Abbildung] |
Die effektive Folgedosis E(τ) ist die Summe der Folge-Organ-Äquivalentdosen HT(τ) nach Nummer 1, jeweils multipliziert mit dem zugehörigen Gewebe-Wichtungsfaktor wT nach Teil C Nummer 2. Dabei ist über alle in Teil C Nummer 2 aufgeführten Organe und Gewebe zu summieren:
| [Abbildung] |
Bei der Berechnung der effektiven Dosis ist die Energiedosis der Haut in 0,07 Millimeter Gewebetiefe über die ganze Haut zu mitteln.
Es ist davon auszugehen, dass eine effektive Dosis von 1 Millisievert verursacht wird durch
Teil C: Werte des Strahlungs-Wichtungsfaktors und des Gewebe-Wichtungsfaktors
| Strahlungsart | Strahlungs-Wichtungsfaktor wR |
|---|---|
| Photonen | 1 |
| Elektronen und Myonen | 1 |
| Protonen und geladene Pionen | 2 |
| Alphateilchen, Spaltfragmente, Schwerionen | 20 |
| Neutronen, Energie En< 1 | [Abbildung] |
| Neutronen, 1 ≤ Energie En≤ 50 | [Abbildung] |
| Neutronen, Energie En> 50 | [Abbildung] |
En ist der Zahlenwert der Neutronenenergie in MeV.
| Gewebe oder Organe | Gewebe-Wichtungsfaktor wT |
|---|---|
| 1. Knochenmark (rot) | 0,12 |
| 2. Dickdarm | 0,12 |
| 3. Lunge | 0,12 |
| 4. Magen | 0,12 |
| 5. Brust | 0,12 |
| 6. Keimdrüsen | 0,08 |
| 7. Blase | 0,04 |
| 8. Speiseröhre | 0,04 |
| 9. Leber | 0,04 |
| 10. Schilddrüse | 0,04 |
| 11. Haut | 0,01 |
| 12. Knochenoberfläche | 0,01 |
| 13. Gehirn | 0,01 |
| 14. Speicheldrüsen | 0,01 |
| 15. Andere Organe oder Gewebe[1] | 0,12 |
_________
1 Der Gewebe-Wichtungsfaktor für andere Organe oder Gewebe bezieht sich auf das arithmetische Mittel der Dosen der 13 Organe und Gewebe für jedes Geschlecht, die nachfolgend aufgelistet sind. Restliche Gewebe: Nebennieren, obere Atemwege, Gallenblase, Herz, Nieren, Lymphknoten, Muskelgewebe, Mundschleimhaut, Bauchspeicheldrüse, Prostata (Männer), Dünndarm, Milz, Thymus, Gebärmutter/Gebärmutterhals (Frauen).
Teil D: Qualitätsfaktor Q
Die Werte des Qualitätsfaktors Q der ICRU in Abhängigkeit von dem unbeschränkten linearen Energieübertragungsvermögen L in Wasser bestimmen sich nach den Empfehlungen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) von 2007: ICRP-Veröffentlichung 103, die im digitalen Online Repositorium und Informations-System (DORIS) des Bundesamtes für Strahlenschutz unter der Kennung urn:nbn:de:0221-2009082154 veröffentlicht sind, wie folgt:
| L | Q(L) |
|---|---|
| < 10 | 1 |
| 10 ≤ L ≤ 100 | 0,32*L – 2,2 |
| L > 100 | 300/√Lˉ |
L ist der Zahlenwert des linearen Energieübertragungsvermögens in Wasser in keV/µm.