Gesetze / Landesrecht Sachsen / Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz zur Durchführung des Sächsischen Gesetzes zur Ausführung des Gesetzes über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren
SächsPsychPbGAGDVOAnlage (zu § 1 Absatz 2)
Stand: 26.08.2026
Inhalte der Aus- oder Weiterbildung
1. Rechtliche Grundlagen und Grundsätze des Strafverfahrens
–
Rechtsgrundlagen und Grundsätze des Strafverfahrens
–
Rechte und Pflichten der Verletzten und der Bezugspersonen im Strafverfahren (aktive Teilnahme und Schutz vor Belastung), besondere Rechte und Pflichten von Kindern und Jugendlichen
–
das Ermittlungsverfahren – Strafanzeige
–
Funktion und Tätigkeit von Polizei und Staatsanwaltschaft
–
die Strafverteidigung
–
Rechtsbeistand und Nebenklage
–
Aussagepsychologische Begutachtung
–
das Hauptverfahren
–
Stellung der psychosozialen Prozessbegleitung im Strafverfahren
–
Möglichkeiten der Entschädigung (einschließlich Ansprüchen nach dem Opferentschädigungsgesetz ), Schadensersatz und Schmerzensgeld (einschließlich der möglichen Kostenfolgen für Verletzte)
–
Täter-Opfer-Ausgleich
–
Grundlagen weiterer opferrelevanter Rechtsgebiete, zum Beispiel Familien-/Zivilrecht einschließlich Gewaltschutzgesetz
–
Grundlagen des Datenschutzes und der Vertraulichkeit
2. Viktimologie
a)
Viktimologische Grundlagen
–
Theorien der Viktimisierung
–
Bedürfnisse von Opfern
–
Verarbeitungsprozesse und Bewältigungsstrategien von Opfern
–
sekundäre Viktimisierung
–
Umgang mit Scham und Schuld
b)
Wissen über spezielle Opfergruppen
–
Kinder und Jugendliche
–
Personen mit Behinderung
–
Personen mit einer psychischen Beeinträchtigung
–
Betroffene von Sexualstraftaten
–
Betroffene von Menschenhandel
–
Betroffene von Gewalttaten (mit schweren physischen, psychischen oder finanziellen Folgen oder über einen längeren Tatzeitraum, zum Beispiel bei häuslicher Gewalt oder Stalking)
–
Betroffene von vorurteilsmotivierter Gewalt und sonstiger Hasskriminalität
c)
Grundlagen gendersensibler und interkultureller Kommunikation
3. Psychologie und Psychotraumatologie
–
zielgruppenspezifische Belastungsfaktoren von Zeugen im Strafverfahren
–
Aspekte der Aussagepsychologie
–
Trauma und Traumabehandlung
–
Stabilisierungstechniken
2. Theorie und Praxis der psychosozialen Prozessbegleitung
a)
Ziele und Grundsätze der psychosozialen Prozessbegleitung
b)
Leistungen und Methoden, insbesondere
–
die Leistungen der psychosozialen Prozessbegleitung während der verschiedenen Phasen des Strafverfahrens
–
Methodenkompetenz (zum Beispiel adressatengerechte Kommunikation, fachgerechter Umgang mit Zeugenaussagen, Dokumentation, Aufklärung über fehlendes Zeugnisverweigerungsrecht)
–
Kooperation mit anderen Professionen, Netzwerkarbeit
2. Qualitätssicherung und Eigenvorsorge
–
Formen der Dokumentation
–
Integration der psychosozialen Prozessbegleitung in das eigene Arbeitsfeld: Möglichkeiten und Grenzen
–
Methoden zur Selbstreflexion (zum Beispiel kollegiale Beratung, Supervision)
–
interdisziplinärer Austausch
–
Reflexion der eigenen Motivation zur Opferhilfe
–
Methoden der Selbstfürsorge in der professionellen Opferarbeit (zum Beispiel Vermeidung von Überidentifikation, Burn-Out-Prävention)