Gesetze / Landesrecht Brandenburg / Verordnung über das Naturschutzgebiet „Schnelle Havel“

VO-NSG_SCHNELLE_HAVEL

§ 3 Schutzzweck

Stand: 21.08.2026

Brandenburg

Permalink zu Abs. 1recht.nulegal.eu/gesetze/VO-NSG_SCHNELLE_HAVEL/3#abs-1 (1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes als Teil der Zehdenick-Spandauer Havelniederung mit seinem naturnahen Fließgewässersystem und angrenzenden strukturreichen Biotopkomplexen ist

die Erhaltung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Feuchtwiesen und Feuchtweiden, Bruch- und Moorwäldern, Röhricht- und Schwimmblattgesellschaften, Mooren und Trockenrasen;

die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützte Arten, insbesondere Langblättriger Ehrenpreis (Veronica longifolia), Zungen-Hahnenfuß (Ranunculus lingua), Weiße Seerose (Nymphaea alba), Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) und Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium);

die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, beispielsweise Große Bartfledermaus (Myotis brandti), Bekassine (Gallinago gallinago), Rothalstaucher (Podiceps grisegena), Moorfrosch (Rana arvalis), Glattnatter (Coronella austriaca) und Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens);

die Erhaltung der besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit der Niederungslandschaft mit der mä-andrierenden Schnellen Havel einschließlich ihren Altarmen sowie großflächigen Bruch- und Auenwäldern und Feuchtwiesenkomplexen;

die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des überregionalen Biotopverbundes zwischen den Zehdenicker-Mildenberger Tonstichen und dem Döllnfließ.

Permalink zu Abs. 2recht.nulegal.eu/gesetze/VO-NSG_SCHNELLE_HAVEL/3#abs-2 (2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung

eines Teiles des Europäisches Vogelschutzgebietes „Obere Havelniederung“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 7 des Bundesnaturschutzgesetzes) in seiner Funktion

als Lebensraum von Arten nach Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie, insbesondere Eisvogel (Alcedo atthis), Kranich (Grus grus), Wachtelkönig (Crex crex), Flussseeschwalbe (Sterna hirundo), Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger), Seeadler (Haliaeetus albicilla) und Schreiadler (Aquila pomarina) einschließlich ihrer Brut- und Nahrungsbiotope,

als Vermehrungs-, Rast-, Mauser- und Überwinterungsgebiet für im Gebiet regelmäßig auftretende Zugvogelarten wie Gänsesäger (Mergus merganser), Löffelente (Anas clypeata), Knäkente (Anas querquedula) und Kiebitz (Vanellus vanellus);

des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Schnelle Havel“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von

Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus (Silbergras) und Agrostis (Straußgras), Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, Flüssen der planaren Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, Feuchten Hochstaudenfluren der planaren Stufe, Hainsimsen-Buchenwald (Luzulu-Fagetum) und Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur (Stiel-Eiche) als natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes,

Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa (Schwarz-Erle) und Fraxinus excelsior (Gewöhnliche Esche [Alno-Padion, Alnion incanae]), Birken-Moorwäldern als prioritäre natürliche Lebensraumtypen im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes,

Biber (Castor fiber), Fischotter (Lutra lutra), Großem Mausohr (Myotis myotis), Rapfen (Aspius aspius), Steinbeißer (Cobitis taenia), Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis), Bitterling (Rhodeus amarus), Hellem Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius) und Großem Feuerfalter (Lycaena dispar) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.

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