Gesetze / Landesrecht Brandenburg / Verordnung über das Naturschutzgebiet „Lietzener Mühlental“

VO-NSG_LIETZENER_MUEHLENTAL

§ 3 Schutzzweck

Stand: 23.08.2026

Brandenburg

Permalink zu Abs. 1recht.nulegal.eu/gesetze/VO-NSG_LIETZENER_MUEHLENTAL/3#abs-1 (1) Schutzzweck des im Osten der Lebuser Platte lokalisierten Naturschutzgebietes, das einen Ausschnitt einer subglazialen Schmelzwasserrinne mit dem Platkower Mühlenfließ, durchflossene Stillgewässer, begleitende Feuchtlebensräume sowie Grünland- und Waldflächen auf den Talhängen umfasst, ist

die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Quellfluren, der Schwimmblatt- und Tauchfluren, der Röhrichte und Riede, der eutrophen Niedermoore, der feuchten und trockenwarmen Staudenfluren, der Trocken- und Halbtrockenrasen, Frisch- und Feuchtwiesen mit ihren Brachestadien sowie der naturnahen Wälder und Gebüsche wie Erlenbruchwälder, mesophile Eichen-Hainbuchen- und bodensaure Eichen-Mischwälder und der Weidengebüsche feuchter und Dornstrauch-gebüsche mittlerer bis trockenwarmer Standorte;

die Erhaltung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützte Arten, insbesondere Bologneser Glockenblume (Campanula bononiensis), Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Ähriger Blauweiderich (Veronica spicata), Ästige Graslilie (Anthericum ramosum), Gemeine Grasnelke (Armeria maritima ssp. elongata), Schlüsselblume (Primula veris), Breitblättrige Sitter (Epipactis helleborine), Gemeines Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea), Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), Weiße Seerose (Nymphaea alba) und Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus);

die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles Wiederaus-breitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Wasserfledermaus (Myotis daubentonii), Großer Abendsegler (Nyctalus noctula), Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii), Wasserspitzmaus (Neomys fodiens), Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis), Reiherente (Aythya fuligula), Tafelente (Aythya ferina), Graugans (Anser anser), Seeadler (Haliaeetus albicilla), Fischadler (Pandion haliaetus), Rebhuhn (Perdix perdix), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Rotmilan (Milvus milvus), Kiebitz (Vanellus vanellus), Bekassine (Gallinago gallinago), Kranich (Grus grus), Eisvogel (Alcedo atthis), Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Dros­selrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus), Schilfrohr-sänger (Acrocephalus schoenobaenus), Wechselkröte (Bufo viridis), Laubfrosch (Hyla arborea), Moorfrosch (Rana arvalis), Zauneidechse (Lacerta agilis), Ringelnatter (Natrix natrix) sowie Moderlieschen (Leucaspius delineatus) und Schmerle (Neomacheilus barbatulus);

die Erhaltung des Gebietes zur Umweltbeobachtung und wissenschaftlichen Untersuchung ökologischer Zusammenhänge;

die Erhaltung der besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit der Landschaft der eiszeitlichen Rinne, die durch vegetationsreiche Stillgewässer, naturnahe Röhrichte, Riede und Feuchtwälder sowie weitläufige artenreiche Grünlandflächen und strukturreiche Laubmischwälder der Hang- und Kuppenbereiche gekennzeichnet ist;

die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des regionalen Gewässer- und Feuchtgebiets-verbundes entlang des Platkower Mühlenfließes und seiner Zuläufe bis in das Odertal.

Permalink zu Abs. 2recht.nulegal.eu/gesetze/VO-NSG_LIETZENER_MUEHLENTAL/3#abs-2 (2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Lietzener Mühlental“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes ) mit seinen Vorkommen von

Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, Flüssen der planaren Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, Mageren Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) sowie Subatlantischem oder mitteleuropäischem Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) [Stellario-Carpinetum] als Biotope von gemeinschaftlichem Interesse („natürliche Lebensraumtypen“ im Sinne des Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG);

Trockenen, kalkreichen Sandrasen, Subpannonischen Steppen-Trockenrasen, Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion) als prioritäre Biotope („prioritäre Lebensraumtypen“ im Sinne des Anhangs der Richtlinie 92/43/EWG);

Fischotter (Lutra lutra), Elbe-Biber (Castor fiber albicus), Rotbauchunke (Bombina bombina), Kamm-Molch (Triturus cristatus), Steinbeißer (Cobitis taenia), Bitterling (Rhodeus sericeus amarus) und Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) als Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne des Anhangs II der Richtlinie 92/43/EWG, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.

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