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Bundesgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 2022, S. 1082

BGBl. 2022 I S. 1082 · 6.671 Zeichen · Textauszug aus unserem Bestand.

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BGBl. 2022, Seite 1082 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 1082
                                    Gesetz
                    zur Änderung des Strafgesetzbuches –
                     Aufhebung des Verbots der Werbung
              für den Schwangerschaftsabbruch (§ 219a
StGB),
          zur Änderung des Heilmittelwerbegesetzes, zur Änderung
          des Schwangerschaftskonfliktgesetzes, zur Änderung des
      Einführungsgesetzes zum Strafgesetzbuch und zur
    Gesetzes zur strafrechtlichen Rehabilitierung der
Änderung des
nach dem 8. Mai 1945
   wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilten Personen
                                             Vom 11. Juli 2022

  Der Bundestag hat das folgende Gesetz beschlos-
sen:

                      Artikel 1

                   Änderung des
                 Strafgesetzbuches
   Das Strafgesetzbuch in der Fassung der Bekannt-
machung vom 13. November 1998 (BGBl. I S. 3322),
das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 22. No-
vember 2021 (BGBl. I S. 4906) geändert worden ist,
wird wie folgt geändert:

1. In der Inhaltsübersicht wird die Angabe zu § 219a
   wie folgt gefasst:

  „§ 219a (weggefallen)“.

2. In § 218b Absatz 2 wird die Angabe „§§ 218, 219a“

   durch die Angabe „§§ 218“ ersetzt.

3. § 219a wird aufgehoben.

                      Artikel 2

                   Änderung des

              Heilmittelwerbegesetzes
   Das Heilmittelwerbegesetz in der Fassung der Be-
kanntmachung vom 19. Oktober 1994 (BGBl. I S. 3068),
das zuletzt durch Artikel 6 des Gesetzes vom 27. Sep-
tember 2021 (BGBl. I S. 4530) geändert worden ist,
wird wie folgt geändert:

1. § 1 Absatz 1 Nummer 2 wird wie folgt gefasst:

  „2. andere Mittel, Verfahren, Behandlungen und
      Gegenstände, soweit sich die Werbeaussage
      bezieht
       a) auf die Erkennung, Beseitigung oder Linde-
          rung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden

          oder krankhaften Beschwerden beim Men-
          schen,
       b) auf Schwangerschaftsabbrüche,

       c) auf operative plastisch-chirurgische Eingriffe
          zur Veränderung des menschlichen Körpers
          ohne medizinische Notwendigkeit,“.
2. In § 11 Absatz 1 Satz 3 in dem Satzteil vor Nummer 1
   werden die Wörter „§ 1 Absatz 1 Nummer 2“ durch
   die Wörter „§ 1 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe c“
   ersetzt.

3. § 12 Absatz 2 Satz 2 wird wie folgt gefasst:

   „Satz 1 gilt nicht für die Werbung für Verfahren oder
   Behandlungen

   1. zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrü-

      chen durch Ärztinnen und Ärzte,

   2. in Heilbädern, Kurorten und Kuranstalten.“

                       Artikel 3

                 Änderung des

         Schwangerschaftskonfliktgesetzes

   Dem § 13a des Schwangerschaftskonfliktgesetzes
vom 27. Juli 1992 (BGBl. I S. 1398), das zuletzt durch
Artikel 13a des Gesetzes vom 14. Dezember 2019
(BGBl. I S. 2789) geändert worden ist, wird folgender
Absatz 3 angefügt:

  „(3) Einrichtungen zur Vornahme von Schwanger-
schaftsabbrüchen, Krankenhäusern sowie Ärztinnen
und Ärzten ist es gestattet, sachlich und berufsbezo-
gen über die Durchführung eines Schwangerschafts-
abbruchs, der unter den Voraussetzungen des § 218a
Absatz 1 bis 3 des Strafgesetzbuches vorgenommen
werden soll, zu informieren.“
BGBl. 2022, Seite 1083 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 1083
                        Artikel 4
                  Änderung des
     Einführungsgesetzes zum Strafgesetzbuch
   Vor Artikel 317 des Einführungsgesetzes zum Straf-
gesetzbuch vom 2. März 1974 (BGBl. I S. 469; 1975 I
S. 1916; 1976 I S. 507), das zuletzt durch Artikel 3
Absatz 2 des Gesetzes vom 14. September 2021
(BGBl. I S. 4250) geändert worden ist, wird folgender
Artikel 316n eingefügt:

                      „Artikel 316n
                 Übergangsvorschrift
            zum Gesetz zur Änderung des
           Strafgesetzbuches – Aufhebung
          des Verbots der Werbung für den
      Schwangerschaftsabbruch (§ 219a StGB),
     zur Änderung des Heilmittelwerbegesetzes,
    zur Änderung des Schwangerschaftskonflikt-
  gesetzes, zur Änderung des Einführungsgesetzes
    zum Strafgesetzbuch und zur Änderung des
  Gesetzes zur strafrechtlichen Rehabilitierung der
   nach dem 8. Mai 1945 wegen einvernehmlicher
  homosexueller Handlungen verurteilten Personen

   (1) Strafgerichtliche Urteile, die aufgrund der folgen-
den Vorschriften nach dem 3. Oktober 1990 ergangen
sind, werden aufgehoben:
1. aufgrund des § 219a des Strafgesetzbuches
   a) in der vom 16. Juni 1993 bis einschließlich
      31. Dezember 1998 geltenden Fassung,
   b) in der vom 1. Januar 1999 bis einschließlich
      28. März 2019 geltenden Fassung,

  c) in der vom 29. März 2019 bis einschließlich
     31. Dezember 2020 geltenden Fassung oder
  d) in der seit dem 1. Januar 2021 geltenden Fas-
     sung sowie

2. aufgrund des § 219b des Strafgesetzbuches in der
   vom 1. Oktober 1987 bis einschließlich 15. Juni
   1993 geltenden Fassung.
   (2) Die Verfahren, die den in Absatz 1 genannten Ur-
teilen zugrunde liegen, werden eingestellt.“

                       Artikel 5

                  Änderung des
          Gesetzes zur strafrechtlichen
          Rehabilitierung der nach dem
      8. Mai 1945 wegen einvernehmlicher
 homosexueller Handlungen verurteilten Personen

   In § 6 Absatz 1 Satz 1 des Gesetzes zur strafrecht-
lichen Rehabilitierung der nach dem 8. Mai 1945
wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen
verurteilten Personen vom 17. Juli 2017 (BGBl. I
S. 2443) werden die Wörter „innerhalb von fünf Jahren
ab dem 22. Juli 2017“ durch die Wörter „bis einschließ-
lich 21. Juli 2027“ ersetzt.

                       Artikel 6

                    Inkrafttreten
  Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in
Kraft.
                                 Die verfassungsmäßigen Rechte des Bundesrates
                              sind gewahrt.
                                Das vorstehende Gesetz wird hiermit ausgefertigt.
                              Es ist im Bundesgesetzblatt zu verkünden.

                                 Berlin, den 11. Juli 2022
                                            Der Bundespräsident
                                                 Steinmeier
                                              Der Bundeskanzler
                                                  Olaf Scholz
                                      Der Bundesminister der Justiz
                                            Marco Buschmann
                                        Die Bundesministerin
                              für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
                                              Lisa Paus

                                    Der Bundesminister für

Gesundheit
                                            Karl Lauterbach

Herkunft dieses Textes

Quelle: Bundesgesetzblatt, BGBl. 2022 I S. 1082. Gesetze, Verordnungen und amtliche Bekanntmachungen sind amtliche Werke (§ 5 Abs. 1 UrhG) und genießen keinen Urheberrechtsschutz. Der Text ist unverändert wiedergegeben (§ 62 UrhG); Herkunft und Prüfwerte stehen hier (§ 63 UrhG).

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