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Bundesgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 2017, S. 3532

BGBl. 2017 I S. 3532 · 6.776 Zeichen · Textauszug aus unserem Bestand.

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BGBl. 2017, Seite 3532 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 3532
                 Sechsundfünfzigstes Strafrechtsänderungsgesetz –
        Strafbarkeit nicht genehmigter Kraftfahrzeugrennen im Straßenverkehr
                                            Vom 30. September 2017

  Der Bundestag hat das folgende Gesetz beschlos-
sen:

                        Artikel 1
                    Änderung des
                  Strafgesetzbuches
  Das Strafgesetzbuch in der Fassung der Bekannt-
machung vom 13. November 1998 (BGBl. I S. 3322),
das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 17. Au-
gust 2017 (BGBl. I S. 3202) geändert worden ist, wird
wie folgt geändert:

1. In der Inhaltsübersicht wird die Angabe zu § 315d

   durch die folgenden Angaben ersetzt:

  „§ 315d Verbotene Kraftfahrzeugrennen
  § 315e     Schienenbahnen im Straßenverkehr
  § 315f     Einziehung“.

2. Nach § 69 Absatz 2 Nummer 1 wird folgende Num-
   mer 1a eingefügt:
  „1a. des verbotenen Kraftfahrzeugrennens (§ 315d),“.
3. Nach § 315c wird folgender § 315d eingefügt:

                            „§ 315d

              Verbotene Kraftfahrzeugrennen
       (1) Wer im Straßenverkehr
  1. ein nicht erlaubtes Kraftfahrzeugrennen ausrich-
     tet oder durchführt,
  2. als Kraftfahrzeugführer an einem nicht erlaubten
     Kraftfahrzeugrennen teilnimmt oder

  3. sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster
     Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und
     rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmög-
     liche Geschwindigkeit zu erreichen,

  wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit
  Geldstrafe bestraft.
    (2) Wer in den Fällen des Absatzes 1 Nummer 2
  oder 3 Leib oder Leben eines anderen Menschen
  oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefähr-
  det, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder
  mit Geldstrafe bestraft.
    (3) Der Versuch ist in den Fällen des Absatzes 1
  Nummer 1 strafbar.
     (4) Wer in den Fällen des Absatzes 2 die Gefahr

  fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu
  drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    (5) Verursacht der Täter in den Fällen des Absat-
  zes 2 durch die Tat den Tod oder eine schwere Ge-
  sundheitsschädigung eines anderen Menschen oder

  eine Gesundheitsschädigung einer großen Zahl
  von Menschen, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von
  einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren
  Fällen Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf
  Jahren.“
4. Der bisherige § 315d wird § 315e.
5. Nach § 315e wird folgender § 315f eingefügt:
                           „§ 315f

                         Einziehung
     Kraftfahrzeuge, auf die sich eine Tat nach § 315d
  Absatz 1 Nummer 2 oder Nummer 3, Absatz 2, 4

  oder 5 bezieht, können eingezogen werden. § 74a

  ist anzuwenden.“
6. In § 316 Absatz 1 wird die Angabe „§§ 315 bis 315d“
   durch die Angabe „§§ 315 bis 315e“ ersetzt.

                         Artikel 2
                     Änderung der
               Fahrerlaubnis-Verordnung
  Die Fahrerlaubnis-Verordnung vom 13. Dezember
2010 (BGBl. I S. 1980), die zuletzt durch Artikel 1 der

Verordnung vom 14. August 2017 (BGBl. I S. 3232) ge-
ändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. In Anlage 12 Nummer 1.1 werden nach den Wörtern
   „Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c)“ die Wör-
   ter „Verbotene Kraftfahrzeugrennen (§ 315d Absatz 1
   Nummer 2 und 3, Absatz 2, 4 und 5 StGB)“ einge-
   fügt.

2. Anlage 13 wird wie folgt geändert:
  a) Nach Nummer 1.5 wird folgende Nummer 1.6 ein-
     gefügt:

      laufende
                     Straftat             Vorschriften
      Nummer
      „1.6       Verbotene           § 315d Absatz 1
                 Kraftfahrzeug-      Nummer 2 und 3, Ab-
                 rennen              satz 2, 4 und 5 StGB“.

  b) Die bisherigen Nummern 1.6 bis 1.11 werden die
     Nummern 1.7 bis 1.12.
  c) Nach Nummer 2.1.5 wird folgende Nummer 2.1.6
     eingefügt:
      laufende
                     Straftat             Vorschriften
      Nummer

      „2.1.6     Verbotene           § 315d Absatz 1
                 Kraftfahrzeug-      Nummer 2 und 3, Ab-
                 rennen              satz 2, 4 und 5 StGB“.
BGBl. 2017, Seite 3533 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 3533
   d) Die bisherigen Nummern 2.1.6 bis 2.1.11 werden
      die Nummern 2.1.7 bis 2.1.12.

   e) Nummer 2.2.9 wird aufgehoben.

                       Artikel 3

                   Änderung der

             Bußgeldkatalog-Verordnung

  Die Bußgeldkatalog-Verordnung vom 14. März 2013
(BGBl. I S. 498), die zuletzt durch Artikel 3 der Verord-
nung vom 18. Mai 2017 (BGBl. I S. 1282) geändert wor-
den ist, wird wie folgt geändert:

1. § 4 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 wird wie folgt gefasst:

   „4. Nummer 244“.

2. Die Anlage wird wie folgt geändert:

   a) Nach Nummer 247 wird in der Spalte Tatbestand
      die Überschrift „Kraftfahrzeugrennen“ gestrichen.

   b) Die Nummern 248 und 249 werden aufgehoben.

                              Artikel 4
                        Änderung der
                  Straßenverkehrs-Ordnung

  Die Straßenverkehrs-Ordnung vom 6. März 2013
(BGBl. I S. 367), die zuletzt durch Artikel 1 der Verord-
nung vom 18. Mai 2017 (BGBl. I S. 1282) geändert wor-
den ist, wird wie folgt geändert:

1. § 29 wird wie folgt geändert:

    a) Absatz 1 wird aufgehoben.
    b) In Absatz 2 Satz 1 werden nach dem Wort „wer-
       den,“ die Wörter „insbesondere Kraftfahrzeugren-
       nen,“ eingefügt.

2. In § 46 Absatz 2 Satz 3 werden nach dem Wort „zu-
   ständig“ das Semikolon und die Wörter „das gilt
   nicht für Ausnahmen vom Verbot der Rennveranstal-
   tungen (§ 29 Absatz 1)“ gestrichen.
3. § 49 Absatz 2 Nummer 5 wird aufgehoben.

                              Artikel 5

                           Inkrafttreten
  Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in
Kraft.
                                 Die verfassungsmäßigen Rechte des Bundesrates
                              sind gewahrt.
                                 Das vorstehende Gesetz wird hiermit ausgefertigt. Es
                              ist im Bundesgesetzblatt zu verkünden.

                                Berlin, den 30. September 2017
                                              Der Bundespräsident
                                                   Steinmeier
                                              Die Bundeskanzlerin
                                                Dr. A n g e l a M e r k e l
                                               Der Bundesminister
                                d e r J u s t i z u n d f ü r Ve
                                                      Heiko Maas

                                              Der Bundesminister
                                f ü r Ve r k e h r u n d d i g i
                                                     A. Dobrindt
r b r a u c h e r s c h u t z

t a l e I n f r a s t r u k t u r

Herkunft dieses Textes

Quelle: Bundesgesetzblatt, BGBl. 2017 I S. 3532. Gesetze, Verordnungen und amtliche Bekanntmachungen sind amtliche Werke (§ 5 Abs. 1 UrhG) und genießen keinen Urheberrechtsschutz. Der Text ist unverändert wiedergegeben (§ 62 UrhG); Herkunft und Prüfwerte stehen hier (§ 63 UrhG).

Ableitung: issue-pdf-decol · Prüfwert des Textes e3c70373e4532ada….