Gesetze / Gesetzblätter
Bundesgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 2017, S. 1612
BGBl. 2017 I S. 1612 · 4.187 Zeichen · Textauszug aus unserem Bestand.
Textauszug (durchsuchbar)

Dreiundfünfzigstes Gesetz
zur Änderung des Strafgesetzbuches –
Ausweitung des Maßregelrechts bei extremistischen Straftätern
Vom 11. Juni 2017
Der Bundestag hat das folgende Gesetz beschlossen:
Artikel 1
Änderung des
Strafgesetzbuches
Das Strafgesetzbuch in der Fassung der Bekannt-
machung vom 13. November 1998 (BGBl. I S. 3322),
das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 23. Mai
2017 (BGBl. I S. 1226) geändert worden ist, wird wie
folgt geändert:
1. In § 66 Absatz 3 Satz 1 werden vor der Angabe „den
§§ 174“ die Wörter „§ 89a Absatz 1 bis 3, § 89c
Absatz 1 bis 3, § 129a Absatz 5 Satz 1 erste Alter-
native, auch in Verbindung mit § 129b Absatz 1,“
eingefügt.
2. § 68b Absatz 1 wird wie folgt geändert:
a) In Satz 3 werden nach den Wörtern „Eine Weisung
nach Satz 1 Nummer 12 ist“ ein Komma und die
Wörter „unbeschadet des Satzes 5,“ eingefügt.
b) Folgender Satz wird angefügt:
„Abweichend von Satz 3 Nummer 1 genügt eine
Freiheits- oder Gesamtfreiheitsstrafe von zwei
Jahren, wenn diese wegen einer oder mehrerer
Straftaten verhängt worden ist, die unter den
Ersten oder Siebenten Abschnitt des Besonderen
Teils fallen; zu den in Satz 3 Nummer 2 bis 4
genannten Straftaten gehört auch eine Straftat
nach § 129a Absatz 5 Satz 2, auch in Verbindung
mit § 129b Absatz 1.“
Artikel 2
Änderung des
Einführungsgesetzes zum Strafgesetzbuch
Vor Artikel 317 des Einführungsgesetzes zum Straf-
gesetzbuch vom 2. März 1974 (BGBl. I S. 469; 1975 I
S. 1916; 1976 I S. 507), das zuletzt durch Artikel 2 des
Gesetzes vom 13. April 2017 (BGBl. I S. 872) geändert
worden ist, wird folgender Artikel 316i eingefügt:
„Artikel 316i
Übergangsvorschrift
zum Dreiundfünfzigsten Gesetz zur
Änderung des Strafgesetzbuches – Ausweitung
des Maßregelrechts bei extremistischen Straftätern
§ 66 Absatz 3 Satz 1 des Strafgesetzbuches in der
Fassung des Dreiundfünfzigsten Gesetzes zur Änderung
des Strafgesetzbuches vom 11. Juni 2017 (BGBl. I
S. 1612), auch in Verbindung mit § 66 Absatz 3 Satz 2,
§ 66a Absatz 1 Nummer 1 und § 66b Satz 1 Nummer 1
des Strafgesetzbuches, ist nur anzuwenden, wenn die
letzte Anlasstat nach dem 30. Juni 2017 begangen wor-
den ist; in allen anderen Fällen ist das bisherige Recht
anzuwenden. Soweit in anderen als den in Satz 1 ge-
nannten Vorschriften auf § 66 Absatz 3 Satz 1 des
Strafgesetzbuches verwiesen wird, ist § 66 Absatz 3
Satz 1 des Strafgesetzbuches in der Fassung des
Dreiundfünfzigsten Gesetzes zur Änderung des Straf-
gesetzbuches vom 11. Juni 2017 (BGBl. I S. 1612) an-
wendbar. Artikel 316g bleibt unberührt.“
Artikel 3
Änderung der
Strafprozessordnung
In § 463a Absatz 4 Satz 2 Nummer 5 der Strafpro-
zessordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom
7. April 1987 (BGBl. I S. 1074, 1319), die zuletzt durch
Artikel 3 des Gesetzes vom 13. April 2017 (BGBl. I
S. 872) geändert worden ist, werden vor dem Punkt
am Ende die Wörter „oder einer Straftat nach § 129a
Absatz 5 Satz 2, auch in Verbindung mit § 129b Ab-
satz 1 des Strafgesetzbuches“ eingefügt.
Artikel 4
Inkrafttreten
Dieses Gesetz tritt am 1. Juli 2017 in Kraft.

Die verfassungsmäßigen Rechte des Bundesrates
sind gewahrt.
Das vorstehende Gesetz wird hiermit ausgefertigt. Es
ist im Bundesgesetzblatt zu verkünden.
Berlin, den 11. Juni 2017
Der Bundespräsident
Steinmeier
Die Bundeskanzlerin
Dr. A n g e l a M e r k e l
Der Bundesminister
d e r J u s t i z u n d f ü r Ve r b r a u c h e r s c h u t z
Heiko Maas
Herkunft dieses Textes
Quelle: Bundesgesetzblatt, BGBl. 2017 I S. 1612. Gesetze, Verordnungen und amtliche Bekanntmachungen sind amtliche Werke (§ 5 Abs. 1 UrhG) und genießen keinen Urheberrechtsschutz. Der Text ist unverändert wiedergegeben (§ 62 UrhG); Herkunft und Prüfwerte stehen hier (§ 63 UrhG).
Ableitung: issue-pdf-decol ·
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