Gesetze / Gesetzblätter
Bundesgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 2016, S. 50
BGBl. 2016 I S. 50 · 7.438 Zeichen · Textauszug aus unserem Bestand.
Textauszug (durchsuchbar)

Erstes Gesetz
zur Änderung des Lebensmittelspezialitätengesetzes
Vom 16. Januar 2016
Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundes-
rates das folgende Gesetz beschlossen:
Artikel 1
Das Lebensmittelspezialitätengesetz vom 29. Okto-
ber 1993 (BGBl. I S. 1814), das zuletzt durch Artikel 65
der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474)
geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. Die Langbezeichnung des Gesetzes wird wie folgt
gefasst:
„Gesetz
zur Durchführung der Rechtsakte
der Europäischen Union über Qualitäts-
regelungen betreffend garantiert traditionelle
Spezialitäten und fakultative Qualitätsangaben“.
2. § 1 Absatz 1 wird wie folgt gefasst:
„(1) Dieses Gesetz dient der Durchführung der
Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 21. November 2012
über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und
Lebensmittel (ABl. L 343 vom 14.12.2012, S. 1) in
der jeweils geltenden Fassung sowie der im Rahmen
dieser Verordnung oder zu ihrer Durchführung erlas-
senen Rechtsakte der Europäischen Union, soweit
dort Regelungen zu garantiert traditionellen Spezia-
litäten und fakultativen Qualitätsangaben getroffen
sind.“
3. § 2 wird wie folgt gefasst:
„§ 2
Antrags- und Einspruchsverfahren
(1) Zuständig für die Durchführung des in der Ver-
ordnung (EU) Nr. 1151/2012 vorgesehenen Verfah-
rens über
1. die Eintragung eines Agrarerzeugnisses oder ei-
nes Lebensmittels in das von der Europäischen
Kommission geführte Register der garantiert tra-
ditionellen Spezialitäten,
2. Einsprüche gegen beantragte Eintragungen und
3. Änderungen oder Löschung eingetragener Spezi-
fikationen in dem von der Europäischen Kommis-
sion geführten Register der garantiert traditionel-
len Spezialitäten
ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernäh-
rung, soweit die Durchführung den Mitgliedstaaten
der Europäischen Union obliegt.
(2) Das Bundesministerium für Ernährung und
Landwirtschaft wird ermächtigt, im Einvernehmen
mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Ener-
gie durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung des
Bundesrates die in Absatz 1 bezeichneten Verfahren
zu regeln, soweit dies zur Durchführung der in § 1
Absatz 1 genannten Rechtsakte erforderlich ist.
(3) Ein Einspruch nach Artikel 21 der Verordnung
(EU) Nr. 1151/2012 gegen die beabsichtigte Eintra-
gung eines Namens einer garantiert traditionellen
Spezialität in das von der Europäischen Kommission
geführte Register der garantiert traditionellen Spe-
zialitäten ist bei der Bundesanstalt für Landwirt-
schaft und Ernährung innerhalb von zwei Monaten
ab der Veröffentlichung einzulegen, die im Amtsblatt
der Europäischen Gemeinschaft nach Artikel 50 Ab-
satz 2 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 erfolgt ist.
Der Einspruch ist innerhalb von zwei Monaten nach
Einreichung zu begründen. Die Gründe, auf welche
der Einspruch gestützt wird, sind anzugeben.“
4. § 3 wird wie folgt geändert:
a) In Absatz 1 werden die Wörter „Artikel 13 oder 15
der Verordnung (EWG) Nr. 2082/92“ durch die
Wörter „Artikel 44 Absatz 1 Satz 1 in Verbindung
mit Satz 2 Buchstabe b und c der Verordnung
(EU) Nr. 1151/2012“ ersetzt.
b) In Absatz 2 werden die Wörter „Artikeln 13
oder 15 der Verordnung (EWG) Nr. 2082/92“
durch die Wörter „Artikel 44 Absatz 1 Satz 1 in
Verbindung mit Satz 2 Buchstabe b und c der
Verordnung (EU) Nr. 1151/2012“ ersetzt.
5. Nach § 3 wird folgender § 3a eingefügt:
„§ 3a
Verbot der widerrechtlichen
Nutzung eines geschützten Namens
Es ist verboten, ein Lebensmittel oder Agrarer-
zeugnis unter
1. dem Namen einer garantiert traditionellen Spezia-
lität,
2. dem Unionszeichen nach Artikel 23 Absatz 2 der
Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 in Verbindung
mit Artikel 2 der Delegierten Verordnung (EU)
Nr. 664/2014 der Kommission vom 18. Dezem-
ber 2013 zur Ergänzung der Verordnung (EU)
Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und
des Rates im Hinblick auf die Festlegung der EU-
Zeichen für geschützte Ursprungsbezeichnungen,
geschützte geografische Angaben und garantiert
traditionelle Spezialitäten sowie im Hinblick auf
bestimmte herkunftsbezogene Vorschriften, Ver-
fahrensvorschriften und zusätzliche Übergangs-
vorschriften (ABl. L 179 vom 19.6.2014, S. 17)
oder
3. der Verwendung des Begriffs „garantiert traditio-
nelle Spezialität“
in den Verkehr zu bringen, wenn das Erzeugnis nicht
der betreffenden Produktspezifikation entspricht.“
6. In § 4 Absatz 2 werden die Wörter „(§ 7 Abs. 1 des
Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes)“

durch die Wörter „(§ 3 Nummer 1 oder 2 des Le-
bensmittel- und Futtermittelgesetzbuches)“ ersetzt.
7. In § 5 Satz 1 werden jeweils die Wörter „Artikel 14
der Verordnung (EWG) Nr. 2082/92“ durch die
Wörter „Artikel 37 Absatz 1 der Verordnung (EU)
Nr. 1151/2012“ ersetzt.
8. § 7 wird wie folgt geändert:
a) Absatz 1 wird wie folgt gefasst:
„(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder
mit Geldstrafe wird bestraft, wer entgegen § 3a
ein Lebensmittel oder Agrarerzeugnis in Verkehr
bringt.“
b) Absatz 3 wird aufgehoben.
9. § 8 wird wie folgt geändert:
a) Nach Absatz 2 wird folgender Absatz 2a einge-
fügt:
„(2a) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich
oder fahrlässig ein Erzeugnis als „garantiert tradi-
tionelle Spezialität“ in Verkehr bringt, ohne dass
vor der erstmaligen Vermarktung eine Kontrolle
nach Artikel 37 Absatz 1 Satz 1 der Verordnung
(EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 21. November 2012 über
Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Le-
bensmittel (ABl. L 343 vom 14.12.2012, S. 1)
durchgeführt wurde.“
b) In Absatz 3 werden die Wörter „des Absatzes 2“
durch die Wörter „der Absätze 2 und 2a“ ersetzt.
Artikel 2
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirt-
schaft kann den Wortlaut des Lebensmittelspezialitä-
tengesetzes in der vom Inkrafttreten dieses Gesetzes
an geltenden Fassung im Bundesgesetzblatt bekannt
machen.
Artikel 3
Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in
Kraft.
Das vorstehende Gesetz wird hiermit ausgefertigt. Es
ist im Bundesgesetzblatt zu verkünden.
Berlin, den 16. Januar 2016
Der Bundespräsident
Joachim Gauck
Die Bundeskanzlerin
Dr. A n g e
l a M e r k e l
Der Bundesminister
für Ernährung und Landwirtschaft
Christian Schmidt
Herkunft dieses Textes
Quelle: Bundesgesetzblatt, BGBl. 2016 I S. 50. Gesetze, Verordnungen und amtliche Bekanntmachungen sind amtliche Werke (§ 5 Abs. 1 UrhG) und genießen keinen Urheberrechtsschutz. Der Text ist unverändert wiedergegeben (§ 62 UrhG); Herkunft und Prüfwerte stehen hier (§ 63 UrhG).
Ableitung: issue-pdf-decol ·
Prüfwert des Textes f874be4f2104c042….