Gesetze / Gesetzblätter
Bundesgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 2013, S. 2176
BGBl. 2013 I S. 2176 · 5.378 Zeichen · Textauszug aus unserem Bestand.
Textauszug (durchsuchbar)

Gesetz
zur Stärkung der Rechte des leiblichen, nicht rechtlichen Vaters
Vom 4.
Der Bundestag hat das folgende Gesetz beschlos-
sen:
Artikel 1
Änderung des
Bürgerlichen Gesetzbuchs
Das Bürgerliche Gesetzbuch in der Fassung der Be-
kanntmachung vom 2. Januar 2002 (BGBl. I S. 42,
2909; 2003 I S. 738), das zuletzt durch Artikel 4 des
Gesetzes vom 4. Juli 2013 (BGBl. I S. 1981) geändert
worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 1686 Satz 2 wird aufgehoben.
2. Nach § 1686 wird folgender § 1686a eingefügt:
„§ 1686a
Rechte des leiblichen, nicht rechtlichen Vaters
(1) Solange die Vaterschaft eines anderen Man-
nes besteht, hat der leibliche Vater, der ernsthaftes
Interesse an dem Kind gezeigt hat,
1. ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn der
Umgang dem Kindeswohl dient, und
2. ein Recht auf Auskunft von jedem Elternteil über
die persönlichen Verhältnisse des Kindes, soweit
er ein berechtigtes Interesse hat und dies dem
Wohl des Kindes nicht widerspricht.
(2) Hinsichtlich des Rechts auf Umgang mit dem
Kind nach Absatz 1 Nummer 1 gilt § 1684 Absatz 2
bis 4 entsprechend. Eine Umgangspflegschaft nach
§ 1684 Absatz 3 Satz 3 bis 5 kann das Familienge-
richt nur anordnen, wenn die Voraussetzungen des
§ 1666 Absatz 1 erfüllt sind.“
Artikel 2
Änderung des
Gesetzes über das
Verfahren in Familiensachen und in den
Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit
Das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen
und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichts-
barkeit vom 17. Dezember 2008 (BGBl. I S. 2586,
2587), das zuletzt durch Artikel 5 des Gesetzes vom
27. Juni 2013 (BGBl. I S. 1862) geändert worden ist,
wird wie folgt geändert:
1. In der Inhaltsübersicht wird nach der Angabe zu
§ 167 folgende Angabe eingefügt:
Juli 2013
„§ 167a Besondere Vorschriften für Verfahren nach
§ 1686a des Bürgerlichen Gesetzbuchs“.
2. § 151 Nummer 2 wird wie folgt gefasst:
„2. das Umgangsrecht und das Recht auf Auskunft
über die persönlichen Verhältnisse des Kindes,“.
3. Nach § 167 wird folgender § 167a eingefügt:
„§ 167a
Besondere Vorschriften für Verfahren
nach § 1686a des Bürgerlichen Gesetzbuchs
(1) Anträge auf Erteilung des Umgangs- oder
Auskunftsrechts nach § 1686a des Bürgerlichen Ge-
setzbuchs sind nur zulässig, wenn der Antragsteller
an Eides statt versichert, der Mutter des Kindes
während der Empfängniszeit beigewohnt zu haben.
(2) Soweit es in einem Verfahren, das das Um-
gangs- oder Auskunftsrecht nach § 1686a des Bür-
gerlichen Gesetzbuchs betrifft, zur Klärung der leib-
lichen Vaterschaft erforderlich ist, hat jede Person
Untersuchungen, insbesondere die Entnahme von
Blutproben, zu dulden, es sei denn, dass ihr die Un-
tersuchung nicht zugemutet werden kann.
(3) § 177 Absatz 2 Satz 2 und § 178 Absatz 2
gelten entsprechend.“
Artikel 3
Änderung des
Rechtspflegergesetzes
In § 14 Absatz 1 Nummer 7 des Rechtspflegergeset-
zes in der Fassung der Bekanntmachung vom 14. April
2013 (BGBl. I S. 778), das zuletzt durch Artikel 2 des
Gesetzes vom 26. Juni 2013 (BGBl. I S. 1800) geändert
worden ist, werden nach der Angabe „§ 1685 Absatz 3“
die Wörter „und § 1686a Absatz 2“ eingefügt.
Artikel 4
Änderung des Gesetzes
über Gerichtskosten in Familiensachen
§ 45 Absatz 1 des Gesetzes über Gerichtskosten in
Familiensachen vom 17. Dezember 2008 (BGBl. I
S. 2586, 2666), das zuletzt durch Artikel 8 Nummer 3
des Gesetzes vom 25. April 2013 (BGBl. I S. 935) ge-
ändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. In Nummer 2 wird das Wort „oder“ durch ein Komma
ersetzt.

2. Nach Nummer 2 wird folgende Nummer 3 eingefügt:
„3. das Recht auf Auskunft über die persönlichen
Verhältnisse des Kindes oder“.
3. Die bisherige Nummer 3 wird Nummer 4.
Artikel 5
Inkrafttreten
Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in
Kraft.
Die verfassungsmäßigen Rechte des Bundesrates
sind gewahrt.
Das vorstehende Gesetz wird
hiermit ausgefertigt. Es
ist im Bundesgesetzblatt zu verkünden.
Berlin, den 4. Juli 2013
Der Bundespräsident
Joachim Gauck
Die Bundeskanzlerin
Dr. A n g e l
Die Bundesministerin der
a M e r k e l
Justiz
S . L e u t h e u s s e r- S c h n a r re n b e rg e r
Die Bundesministerin
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Kristina Schröder
Herkunft dieses Textes
Quelle: Bundesgesetzblatt, BGBl. 2013 I S. 2176. Gesetze, Verordnungen und amtliche Bekanntmachungen sind amtliche Werke (§ 5 Abs. 1 UrhG) und genießen keinen Urheberrechtsschutz. Der Text ist unverändert wiedergegeben (§ 62 UrhG); Herkunft und Prüfwerte stehen hier (§ 63 UrhG).
Ableitung: issue-pdf-decol ·
Prüfwert des Textes d2defb494346ff06….