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Bundesgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 2012, S. 2749

BGBl. 2012 I S. 2749 · 2.787 Zeichen · Textauszug aus unserem Bestand.

Textauszug (durchsuchbar)

BGBl. 2012, Seite 2749 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 2749




                              Gesetz
                über den Umfang der Personensorge
           bei einer Beschneidung des männlichen Kindes
                              Vom 20. Dezember 2012


       Der Bundestag hat das folgende Gesetz beschlossen:

                                      Artikel 1
                     Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs
      Nach § 1631c des Bürgerlichen Gesetzbuchs in der Fassung der Bekannt-
    machung vom 2. Januar 2002 (BGBl. I S. 42, 2909; 2003 I S. 738), das zuletzt
    durch Artikel 7 des Gesetzes vom 19. Oktober 2012 (BGBl. I S. 2182) geändert
    worden ist, wird folgender § 1631d eingefügt:

                                      „§ 1631d
                        Beschneidung des männlichen Kindes
       (1) Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht
    erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen
    Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durch-
    geführt werden soll. Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter
    Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet wird.
       (2) In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch
    von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen
    gemäß Absatz 1 durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und, ohne
    Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt
    sind.“

                                      Artikel 2
                                    Inkrafttreten
       Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.

BGBl. 2012, Seite 2750 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 2750

              Die verfassungsmäßigen Rechte des Bundesrates sind gewahrt.
              Das vorstehende Gesetz wird hiermit ausgefertigt. Es ist im Bundesgesetz-
           blatt zu verkünden.


              Berlin, den 20. Dezember 2012

                                     Der Bundespräsident
                                        Joachim Gauck

                                     Die Bundeskanzlerin
                                       Dr. A n g e l a M e r k e l

                            Die Bundesministerin der Justiz
                            S . L e u t h e u s s e r- S c h n a r re n b e rg e r

                          Der Bundesminister des Auswärtigen
                                  G u i d o We s t e r w e l l e

                             Der Bundesminister des Innern
                                  Hans-Peter Friedrich

                                 Die Bundesministerin
                       für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
                                    Kristina Schröder

                           Der Bundesminister für Gesundheit
                                     Daniel Bahr

Herkunft dieses Textes

Quelle: Bundesgesetzblatt, BGBl. 2012 I S. 2749. Gesetze, Verordnungen und amtliche Bekanntmachungen sind amtliche Werke (§ 5 Abs. 1 UrhG) und genießen keinen Urheberrechtsschutz. Der Text ist unverändert wiedergegeben (§ 62 UrhG); Herkunft und Prüfwerte stehen hier (§ 63 UrhG).

Ableitung: issue-pdf-decol · Prüfwert des Textes 6e76082234f9ec60….