Gesetze / Gesetzblätter

Bundesgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 2011, S. 1996

BGBl. 2011 I S. 1996 · 12.488 Zeichen · Textauszug aus unserem Bestand.

Textauszug (durchsuchbar)

BGBl. 2011, Seite 1996 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 1996




                                           Zweite Verordnung
                                  zur Änderung der Aromenverordnung
                            und anderer lebensmittelrechtlicher Verordnungen

                                          Vom 29. September 2011


  Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verordnet
– auf Grund des § 7 Absatz 2 Nummer 1, des § 13 Absatz 1 Nummer 1 und 2 und Absatz 4 Nummer 1 Buchstabe a
  und des § 35 Nummer 1 bis 3 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches in der Fassung der Bekannt-
  machung vom 22. August 2011 (BGBl. I S. 1770), im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft
  und Technologie,
– auf Grund des § 13 Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 und des § 65 Satz 1 Nummer 2 und 3 des Lebensmittel- und
  Futtermittelgesetzbuches in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2011 (BGBl. I S. 1770), sowie
– auf Grund des § 13 Absatz 3 Nummer 1 und 3 und des § 16 Absatz 2 Satz 1 des Weingesetzes in der Fassung
  der Bekanntmachung vom 18. Januar 2011 (BGBl. I S. 66):

                                                    Artikel 1
                                                    Änderung
                                              der Aromenverordnung
  Die Aromenverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. Mai 2006 (BGBl. I S. 1127), die zuletzt
durch Artikel 1 der Verordnung vom 30. September 2008 (BGBl. I S. 1911) geändert worden ist, wird wie folgt
geändert:
1. Die §§ 1 und 2 werden wie folgt gefasst:
                                                       „§ 1
                                                Begriffsbestimmung
     (1) Aromen im Sinne dieser Verordnung sind Erzeugnisse gemäß Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe a der Verord-
   nung (EG) Nr. 1334/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Aromen
   und bestimmte Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften zur Verwendung in und auf Lebensmitteln sowie
   zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1601/91 des Rates, der Verordnungen (EG) Nr. 2232/96 und (EG)
   Nr. 110/2008 und der Richtlinie 2000/13/EG (ABl. L 354 vom 31.12.2008, S. 34, L 105 vom 27.4.2010, S. 115).
     (2) Als Aromen im Sinne dieser Verordnung gelten nicht Erzeugnisse gemäß Artikel 2 Absatz 2 der Verord-
   nung (EG) Nr. 1334/2008.

                                                        §2
                                          Verbote und Beschränkungen
     Verzehrfertige Lebensmittel, die Chinin enthalten, dürfen gewerbsmäßig nur in den Verkehr gebracht werden,
   wenn dessen Gehalt die in Anlage 4 festgesetzten Höchstmengen nicht überschreitet.“
2. § 4 wird wie folgt gefasst:
                                                       „§ 4
                                         Hinweise auf natürliche Herkunft
      Aromen, die zur Abgabe an Verbraucherinnen und Verbraucher im Sinne des § 3 Nummer 4 des Lebens-
   mittel- und Futtermittelgesetzbuches bestimmt sind, und in deren Verkehrsbezeichnung der Begriff „natürlich“
   verwendet wird, dürfen gewerbsmäßig nur in den Verkehr gebracht werden, wenn der Begriff „natürlich“ im
   Einklang mit Artikel 17 Absatz 2 in Verbindung mit Artikel 16 der Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 verwendet
   wird.“

BGBl. 2011, Seite 1997 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 1997

3. Die §§ 4a und 4b werden aufgehoben.
4. § 5a wird aufgehoben.
5. § 6 wird wie folgt geändert:
  a) Absatz 1 wird wie folgt geändert:
     aa) Nummer 1 wird aufgehoben.
     bb) In Nummer 2 werden die Wörter „§ 2 Abs. 3 Satz 3 oder Abs. 4“ durch die Angabe „§ 2“ ersetzt.
  b) Absatz 3 Nummer 1 wird wie folgt gefasst:
     „1. entgegen § 4 dort genannte Aromen in den Verkehr bringt oder“.
  c) Nach Absatz 3 wird folgender Absatz 3a eingefügt:
        „(3a) Nach § 59 Absatz 3 Nummer 2 Buchstabe a des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches wird
     bestraft, wer entgegen Artikel 14 Absatz 1 Satz 1 in Verbindung mit Artikel 16 der Verordnung (EG)
     Nr. 1334/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Aromen und
     bestimmte Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften zur Verwendung in und auf Lebensmitteln sowie
     zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1601/91 des Rates, der Verordnungen (EG) Nr. 2232/96 und (EG)
     Nr. 110/2008 und der Richtlinie 2000/13/EG (ABl. L 354 vom 31.12.2008, S. 34) Aromen in den Verkehr bringt,
     in deren Verkehrsbezeichnung der Begriff „natürlich“ nicht richtig verwendet wird.“
  d) In Absatz 5 werden die Wörter „Absatz 2, 3 oder 4“ durch die Wörter „Absatz 2, 3, 3a oder Absatz 4“ ersetzt.
  e) Absatz 6 wird wie folgt gefasst:
       „(6) Ordnungswidrig im Sinne des § 60 Absatz 4 Nummer 2 Buchstabe a des Lebensmittel- und Futter-
     mittelgesetzbuches handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen Artikel 14 Absatz 1 Satz 1 in Verbin-
     dung mit Artikel 15 Absatz 1 oder entgegen Artikel 17 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 Aromen in
     den Verkehr bringt, die nicht oder nicht in der vorgeschriebenen Weise gekennzeichnet sind.“
  f) Absatz 7 wird aufgehoben.
6. Die Anlagen 1 bis 3 werden aufgehoben.
7. Anlage 4 wird wie folgt neu gefasst:

                                                                                                         „Anlage 4
                                                                                                           (zu § 2)
                                       Höchstmengen an bestimmten Stoffen
                                  in verzehrfertigen aromatisierten Lebensmitteln

                                            andere
                     Getränke
     Stoffe                               Lebensmittel                          Sonderregelungen
                      mg/kg
                                             mg/kg

  Chinin                 0                     0            300 mg/kg in Spirituosen
                                                            85 mg/kg in alkoholfreien Erfrischungsgetränken“.


                                                     Artikel 2

                                                   Änderung
                                  der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung

   Die Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 15. Dezember 1999
(BGBl. I S. 2464), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 2. Juni 2010 (BGBl. I S. 752) geändert worden ist,
wird wie folgt geändert:

1. § 1 Absatz 3 Nummer 7 und 8 werden aufgehoben.

2. § 6 Absatz 5 wird wie folgt gefasst:

     „(5) Bei der Verwendung von Aromen sind diese gemäß Anhang III der Richtlinie 2000/13/EG, der durch
  Artikel 29 der Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezem-
  ber 2008 über Aromen und bestimmte Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften zur Verwendung in und auf
  Lebensmitteln sowie zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1601/91 des Rates, der Verordnungen (EG)
  Nr. 2232/96 und (EG) Nr. 110/2008 und der Richtlinie 2000/13/EG (ABl. L 354 vom 31.12.2008, S. 34, L 105
  vom 27.4.2010, S. 115) neu gefasst worden ist, zu kennzeichnen. Abweichend von Satz 1 sind

  1. Chinin oder dessen Salze als solche oder als Chinin und

  2. Koffein als solches

  unmittelbar nach der Bezeichnung „Aroma“ anzugeben.“

BGBl. 2011, Seite 1998 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 1998

                                                    Artikel 3
                                                  Änderung
                                   der Lebensmittelbestrahlungsverordnung
  Die Lebensmittelbestrahlungsverordnung vom 14. Dezember 2000 (BGBl. I S. 1730), die zuletzt durch Artikel 359
der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. In § 3 Absatz 5 werden die Wörter „§ 6 Abs. 2 Nr. 6 Buchstabe b“ durch die Wörter „§ 6 Absatz 2 Nummer 8
   Buchstabe b“ ersetzt.
2. Im § 7 Absatz 3 werden die Wörter „Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz“
   durch die Wörter „Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ ersetzt.

                                                    Artikel 4
                                                 Änderung
                               der Verordnung über vitaminisierte Lebensmittel
  Die Verordnung über vitaminisierte Lebensmittel in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer
2125-4-23, veröffentlichten bereinigten Fassung, die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 24. Mai 2004
(BGBl. I S. 1011) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 1a Absatz 2 wird wie folgt gefasst:
       „(2) Die Vorschriften der Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel bleiben unberührt.“
2. § 2a wird wie folgt geändert:
  a) In Absatz 2 werden die Wörter „§ 52 Abs. 1 Nr. 4 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes“ durch
     die Wörter „§ 59 Absatz 1 Nummer 21 Buchstabe a des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches“ er-
     setzt.
  b) In Absatz 4 werden die Wörter „§ 53 Abs. 1 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes“ durch die
     Wörter „§ 60 Absatz 1 Nummer 2 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches“ ersetzt.
  c) In Absatz 5 werden die Wörter „§ 54 Abs. 1 Nr. 2 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes“ durch
     die Wörter „§ 60 Absatz 2 Nummer 26 Buchstabe b des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches“ er-
     setzt.

                                                    Artikel 5
                                                   Änderung
                                              der Weinverordnung
   Die Weinverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. April 2009 (BGBl. I S. 827), die zuletzt durch
Artikel 1 der Verordnung vom 19. Juli 2011 (BGBl. I S. 1514) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 13a wird wie folgt gefasst:
                                                      „§ 13a
                                                     Herstellung
                                     von aromatisierten weinhaltigen Getränken,
                           aromatisierten weinhaltigen Cocktails und aromatisiertem Wein
    Für aromatisierte weinhaltige Getränke, aromatisierte weinhaltige Cocktails und aromatisierten Wein, die in
  den Verkehr gebracht werden, gilt § 3 Absatz 2 in Verbindung mit Absatz 1 Nummer 4 der Aromenverordnung
  entsprechend, soweit dort Stoffe zur Geschmacksbeeinflussung von Aromen zugelassen sind. In Satz 1 ge-
  nannte Getränke dürfen, wenn sie in den Verkehr gebracht werden, keinen Gehalt an Chinarindearoma, Chinin
  oder seinen Salzen, als Chinin berechnet, aufweisen, der in einem Liter 300 Milligramm übersteigt.“
2. § 52 Absatz 1 Nummer 6 wird aufgehoben.

                                                    Artikel 6
                                                  Änderung
                                   der BVL-Aufgabenübertragungsverordnung
  § 1 der BVL-Aufgabenübertragungsverordnung vom 4. Juni 2008 (BGBl. I S. 972) wird wie folgt geändert:
1. In Nummer 4 wird der abschließende Punkt durch ein Komma ersetzt.
2. Folgende Nummern 5 und 6 werden angefügt:
  „5. zuständige nationale Behörde nach Artikel 7 Absatz 2 Buchstabe a und b der Verordnung (EG) Nr. 2065/2003
      des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. November 2003 über Raucharomen zur tatsächlichen
      oder beabsichtigten Verwendung in oder auf Lebensmitteln (ABl. L 309 vom 26.11.2003, S. 1) in der jeweils
      geltenden Fassung,
  6. zuständige nationale Behörde nach Artikel 15 der Verordnung (EG) Nr. 1331/2008 des Europäischen Par-
     laments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über ein einheitliches Zulassungsverfahren für Lebensmit-
     telzusatzstoffe, -enzyme und -aromen (ABl. L 354 vom 31.12.2008, S. 1) in der jeweils geltenden Fassung.“

BGBl. 2011, Seite 1999 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 1999

                                              Artikel 7
                              Neubekanntmachungserlaubnis
     Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucher-
   schutz kann den Wortlaut der Aromenverordnung in der vom 14. Oktober 2011
   an geltenden Fassung neu bekannt machen.

                                              Artikel 8
                                           Inkrafttreten
      Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.



      Der Bundesrat hat zugestimmt.


      Bonn, den 29. September 2011

                                  Die Bundesministerin
      f ü r E r n ä h r u n g , L a n d w i r t s c h a f t u n d Ve r b r a u c h e r s c h u t z
                                           Ilse Aigner

Herkunft dieses Textes

Quelle: Bundesgesetzblatt, BGBl. 2011 I S. 1996. Gesetze, Verordnungen und amtliche Bekanntmachungen sind amtliche Werke (§ 5 Abs. 1 UrhG) und genießen keinen Urheberrechtsschutz. Der Text ist unverändert wiedergegeben (§ 62 UrhG); Herkunft und Prüfwerte stehen hier (§ 63 UrhG).

Ableitung: issue-pdf-decol · Prüfwert des Textes 5d39492e390f17cb….