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Bundesgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 1969, S. 842
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842 Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1969, Teil I
Verordnung
zur Änderung der Kriegswaffenliste
und der zweiten Verordnung zur Durchführung des Gesetzes
über die Kontrolle von Kriegswaffen
Vom 18. Juli 1969
Auf Grund des § 1 Abs. 2, des § 12 Abs. 7 und des
§ 14 Abs. 7 des Gesetzes über die Kontrolle von
Kriegswaffen vom 20. April 1961 (Bundesgesetzbl. I
S. 444), geändert durch das Einführungsgesetz zum
Gesetz über Ordnungswidrigkeiten vom 24. Mai 1968
(Bun<lesgesetzbl. I S. 503), verordnet die Bundes-
regierung mit Zustimmung des Bundesrates:
Artikel 1
Die Kriegswaffenliste (Anlage zum Gesetz über
die Kontrolle von Kriegswaffen) in der Fassung der
Bekanntmachung vom 17. Juli 1963 (Bundesgesetz-
blatt I S. 487) wird wie folgt geändert:
1. Die Uberschrift des Teils A erhält folgende Fas-
sung:
„Kriegswaffen,
die auch vom Rüstungskontrollamt
der Wc~steuropäischen Union kontrolliert
werden
(gemäß Protokoll Nr. III über die Rüstungskon-
trolle zum revidierten Brüsseler Vertrag vom
23. Oktober 1954 nebst Anlagen I bis IV - Bun-
desgesetzbl. 1955 II S. 266 - , zuletzt geändert
durch den Beschluß des Rates der Westeuro-
päischen Union vom 2. Oktober 1968 - Bundes-
gesetzbl. 1969 II S. 595 -) ".
2. Nummer 3 erhält folgende Fassung:
„3. chemische Kampfstoffe
a) Alkylphosphonsäure-alkylester~fluoride
(insbesondere Sarin) der Formel
0 OR2
II/
R1-P
"" F
Rt bedeutet eine Alkylgruppe mit 1 bis 3
Kohlenstoffatomen,
R2 bedeutet eine beliebige Alkylgruppe,
die geradkettig oder ver-
zweigt sein kann, einschließ-
lich cycloaliphatischer Reste.
b) Phosphorsäure-dialkylamid-cyanid-
alkylester
(insbesondere T?bun) der Formel
Rt O OR:1
"- II/
N-P
R2 / "'
CN
R1 bedeutet eine Methylgruppe,
R2 bedeutet eine Methyl- oder eine Athyl-
gruppe,
Rs bedeutet eine beliebige Alkylgruppe,
die geradkettig oder ver-
zweigt sein kann, einschließ-
lich cycloaliphatischer Reste.
c) Alkylthiolphosphonsäure-S-(2-dialkyl-
aminoäthyl)-alkylester
(Amitone) der Formel
R1 0 Rs
' II /
P-S-Cfü-Cfü-N
/ '
R1 bedeutet eine Methyl- oder eine Äthyl-
gruppe,
R2, Ra, R4 bedeuten Alkyl- einschließlich
Cycloalkylgruppen.
Rs und R4 können zu
einem cycloaliphati-
schen Ring geschlossen
sein.
Die das Schwefel- mit dem Stickstoff-
Atom verbindende Äthylengruppe kann
methyl-substituiert sein.
d) 2,2'-Dichlordiäthylsulfid
(Schwefellost) der Formel
Cfü-Cfü-Cl
/
s
'\
Cfü-Cfü-Cl
e) 2,2' ,2" -Trichlortriäthylamln
(Stickstofflost) der Formel
Cfü-Cfü-Cl
/
N - Cfü - Cfü - Cl
\_
CH2-CH2-Cl
und Gemische, die Stickstofflost enthalten.
f) 2-Chlorvinylarsindichlorid der Formel
Cl-CH= CH-As= Cl2
2,2' -Dichlordivinylarsinchlorid der Formel
(Cl-CH= CH)2 = As-Cl
2,2' ,2"-Trichlortrivinylarsin der Formel
(Cl-CH =CH)3 - As
(Lewisite) ".
3. Nummer 10 erhält folgende Fassung:
,, 10. gelenkte Boden-Luft- und Luft-Luft-Ge-
schosse für die Flugabwehr, gelenkte Luft-
Boden-Geschosse für den taktischen Einsatz
sowie gelenkte Panzerabwehrgeschosse
(Vergleiche Anlage III Abschnitt IV c und d;
Anlage IV Ziffer 3) ".
4. Nummer 12 erhält folgende Fassung:
,, 12. Gefechtsköpfe, Zünder, Zielsuchköpfe, Trieb-
werke, Treibsätze und Starfanlagen für die
Waffen der Nummer 11
(Vergleiche Anlage III Abschnitt IVb)".

Nr. 62 - Tag der Ausgabe: Bonn, den 23. Juli 1969 843
5. Nummer 19 erhält folgende Fassung:
,, 19. Türme aus Panzerplatten und/oder Guß-
stahl für die Waffen der Nummer 16
(Vergleiche Anlage IV Ziffer 6 b) ".
6. Nummer 20 erhält folgende Fassung:
,,20. Kriegsschiffe mit mehr als 1 500 t Wasser-
verdrängung
(Vergleiche Anlage III Abschnitt Va und b;
Anlage IV Ziffer 8 a)".
7. Nummer 21 erhält folgende Fassung:
„21. Unterseeboote
(Vergleiche Anlage III Abschnitt V c; An-
lage IV Ziffer 8 b )".
8. Nummer 22 erhält folgende Fassung:
.22. Kriegsschiffe, die in anderer Weise als
durch Dampfmaschinen, Diesel- oder Ben-
zinmotoren oder Gasturbinen angetrieben
werden, soweit nicht bereits in Nummern20
und 21 enthalten
(Vergleiche Anlage III Abschnitt V d; An-
lage IV Ziffer 8 c) ".
9. Nummer 30 erhält folgende Fassung:
,,30. Granatgewehre".
10. Nummer 31 erhält folgende Fassung:
„31. a) Munition für die Waffen der Nummer 28
b) Munition für die Waffen derNummern29
Buchstaben a bis c, 30 sowie Gewehr-
granaten".
11. Nummer 41 erhält folgende Fassung:
„41. Bomben aller Art, soweit nicht bereits in
Nummer 15 enthalten".
12. Nummer 43 erhält folgende Fassung:
,,43. Hohl- und Haftladungen sowie Pionier-
sprengkörper".
13. Nummer 46 erhält folgende Fassung:
,,46. Gefechtsköpfe für die Waffen der Num-
mern 10, 13, 37 und 39
sowie Sprengladungen für die Waffen der
Nummern 14 und 40".
14. Nummer 47 erhält folgende Fassung:
,,47. Treibladungen und Treibsätze für die Waf-
fen der Nummern 9, 10, 13, 31 Buchstabe a,
38 und 39".
15. Nummer 48 erhält folgende Fassung:
,,48. Zünder, ausgenommen Treibladungszünder,
für die Waffen der Nummern 9, 10, 13 bis
15, 31, 37 bis 43)".
16. Nummer 49 erhält folgende Fassung:
,,49. Geschosse für die Waffen der Nummern 7,
28, 32 und 34".
17. Nummer 50 erhält folgende Fassung:
,,50. Zielsuchköpfe, soweit sie nur vom Ziel ab-
hängig sind, für die Waffen der Nummern 10
und 37".
18. Die Nummern 51 bis 63 werden gestrichen.
19. Nach Nummer 77 wird Abschnitt VIII mit den
Nummern 78 bis 80 eingefügt:
„VIII. Kriegshubschrauber
und Kriegsflugschrauber
78. vollständige Militärhubschrauber, ausgenom-
men
a) Schulhubschrauber mit Ausnahme von
Einsatzhubschraubern, die zu Ausbil-
dungszwecken verwendet werden
b) Militär-Transporthubschrauber und Ver-
bindungshubschrauber
79. vollständige Militärflugschrauber, ausgenom-
men
a) Schulflugschrauber mit Ausnahme von
Einsatzflugschraubern, die zu Ausbil-
dungszwecken verwendet werden
b) Militär-Transportflugschrauber und Ver-
bindungsflugschrauber
80. Zellen für die Waffen der Nummern 78
und 79".
Artikel 2
Die Zweite Verordnung zur Durchführung des Ge-
setzes über die Kontrolle von Kriegswaffen vom
1. Juni 1961 (Bundesgesetzbl. I S. 649) wird wie folgt
geändert:
1. In § 9 Abs. 5 wird „3. Waffennummer" gestrichen.
2. § 10 Abs. 2 erhält folgende Fassung:
,,(2) Jede Bestandsveränderung und die am
31. März und 30. September eines jeden Jahres
(Meldestichtage) vorhandenen Kriegswaffenbe-
stände sind dem Bundesamt für gewerbliche Wirt-
schaft nach Waffentypen getrennt und mit den in
§ 9 Abs. 4 und 5 vorgeschriebenen Angaben bin-
nen zwei Wochen nach den Meldestichtagen zu
melden. Dieser Meldepflicht genügt, wer eine
Durchschrift oder Ablichtung der einzelnen Blät-
ter des Kriegswaffenbuches übersendet oder ge-
gebenenfalls mitteilt, daß seit dem letzten Melde-
stichtag keine Bestandsveränderung eingetreten
ist."
3. § 13 wird wie folgt geändert:
a) Absatz 2 wird gestrichen.
b) Absatz 3 wird Absatz 2 und erhält folgende
Fassung:
,, (2) Kriegswaffen, die im Bundesgebiet her-
gestellt, in das Bundesgebiet eingeführt oder
sonst in das Bundesgebiet verbracht werden,
ausgenommen Waffen der Nummern 9, 12, 14,

844 Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1969, Teil I
15, 31, 38, 40 bis 43 und 46 bis 50 der Kriegs- ordnung und in neuer Nummernfolge bekanntzu-
waffenliste, sollen außerdem eine fortlaufende machen und dabei Unstimmigkeiten des Wortlauts
Herstellungsnummer tragen." zu beseitigen.
Artikel 3 Artikel 4
Der Bundesminister für Wirtschaft wird ermäch- Diese Verordnung tritt einen Monat nach ihrer
tigt, die Kriegswaffenliste in der Fassung dieserVer- Verkündung in Kraft.
Bonn, den 18. Juli 1969
Für den Bundeskanzler
Der Bundesminister
für Angelegenheiten des Bundesrates
und der Länder
Schmid
Der Bundesminister für Wirtschaft
Schiller
Der Bundesminister der Verteidigung
Schröder
Herkunft dieses Textes
Quelle: Bundesgesetzblatt, BGBl. 1969 I S. 842. Gesetze, Verordnungen und amtliche Bekanntmachungen sind amtliche Werke (§ 5 Abs. 1 UrhG) und genießen keinen Urheberrechtsschutz. Der Text ist unverändert wiedergegeben (§ 62 UrhG); Herkunft und Prüfwerte stehen hier (§ 63 UrhG).
Ableitung: issue-pdf-decol ·
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