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Bundesgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 2021, S. 1362

BGBl. 2021 I S. 1362 · 23.078 Zeichen · Textauszug aus unserem Bestand.

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1362                 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2021 Teil I Nr. 28, ausgegeben zu Bonn am 8. Juni 2021

                                             Verordnung
          zur Neuordnung lebensmittelrechtlicher Vorschriften über Lebensmittelzusatzstoffe1
                                                               Vom 2. Juni 2021

  Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirt-
schaft verordnet auf Grund

– des § 4 Absatz 3 Nummer 2, des § 7 Absatz 1 Num-
  mer 1 und Absatz 2 Nummer 1, des § 13 Absatz 1
  Nummer 2 und Absatz 4 Nummer 1 Buchstabe a,

  des § 34 Satz 1 Nummer 1 bis 3 und 5 und des
  § 35 Nummer 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe aa,

  auch in Verbindung mit § 4 Absatz 2 des Lebens-
  mittel- und Futtermittelgesetzbuches in der Fassung
  der Bekanntmachung vom 3. Juni 2013 (BGBl. I
  S. 1426), von denen § 4 Absatz 3, § 7 Absatz 1
  und 2, § 13 Absatz 1 und 4, § 34 Satz 1 und § 35
  durch Artikel 67 der Verordnung vom 31. August
  2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden sind, im
  Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirt-
  schaft und Energie,

– des § 13 Absatz 1 Nummer 5 und 6 und Absatz 3
  Satz 1 Nummer 1 und des § 62 Absatz 1 Nummer 1
  und 2 Buchstabe a, auch in Verbindung mit § 4 Ab-
  satz 2 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetz-
  buches in der Fassung der Bekanntmachung vom
  3. Juni 2013 (BGBl. I S. 1426), von denen § 13 Ab-
  satz 1 zuletzt durch Artikel 67 der Verordnung vom
  31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) und § 62 Absatz 1
  zuletzt durch Artikel 10 des Gesetzes vom 27. Juni
  2017 (BGBl. I S. 1966) geändert worden sind, sowie

– des § 3 Absatz 1 Satz 1 des Milch- und Margarine-
  gesetzes vom 25. Juli 1990 (BGBl. I S. 1471), der
  zuletzt durch Artikel 2 Nummer 2 des Gesetzes
  vom 18. Januar 2019 (BGBl. I S. 33) geändert
  worden ist, im Einvernehmen mit dem Bundesminis-
  terium für Wirtschaft und Energie:

1
    Die Verpflichtungen aus der Richtlinie (EU) 2015/1535 des Euro-
    päischen Parlaments und des Rates vom 9. September 2015 über
    ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der technischen Vorschrif-
    ten und der Vorschriften für die Dienste der Informationsgesellschaft
    (kodifizierter Text) (ABl. L 241 vom 17.9.2015, S. 1) sind beachtet
    worden.

                       Artikel 1

                  Verordnung
      zur Durchführung unionsrechtlicher
   Vorschriften über Lebensmittelzusatzstoffe

            (Lebensmittelzusatzstoff-

      Durchführungsverordnung – LMZDV)

                          §1
                Anwendungsbereich
  (1) Diese Verordnung ist anzuwenden in Ergänzung

1. zu den Regelungen der Verordnung (EG)
   Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
   des Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebens-
   mittelzusatzstoffe (ABl. L 354 vom 31.12.2008, S. 16;
   L 105 vom 27.4.2010, S. 114; L 322 vom 21.11.2012,
   S. 8; L 123 vom 19.5.2015, S. 122), die zuletzt durch
   die Verordnung (EU) 2020/1819 (ABl. L 406 vom
   3.12.2020, S. 26) geändert worden ist, und der auf
   sie gestützten Rechtsakte der Europäischen Union
   im Hinblick auf

  a) die Verwendung von Lebensmittelzusatzstoffen
     im Sinne des Artikels 3 Absatz 2 Buchstabe a in
     Verbindung mit Artikel 2 Absatz 2 der Verord-
     nung (EG) Nr. 1333/2008 in der jeweils geltenden
     Fassung und
  b) das Inverkehrbringen und die Kennzeichnung
     von Lebensmittelzusatzstoffen und Lebens-
     mitteln, die Lebensmittelzusatzstoffe enthalten,
     sowie

2. zu den Regelungen der Verordnung (EU)
   Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und

   des Rates vom 25. Oktober 2011 betreffend die In-
   formation der Verbraucher über Lebensmittel und
   zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1924/2006

   und (EG) Nr. 1925/2006 des Europäischen Parla-
   ments und des Rates und zur Aufhebung der Richt-
BGBl. 2021, Seite 1363 — Originalseite als Abbildung
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  linie 87/250/EWG der Kommission, der Richtlinie
  90/496/EWG des Rates, der Richtlinie 1999/10/EG
  der Kommission, der Richtlinie 2000/13/EG des
  Europäischen Parlaments und des Rates, der Richt-
  linien 2002/67/ und 2008/5/EG der Kommission und
  der Verordnung (EG) Nr. 608/2004 der Kommission
  (ABl. L 304 vom 22.11.2011, S. 18; L 331 vom
  18.11.2014, S. 41; L 50 vom 21.2.2015, S. 48; L 266
  vom 30.9.2016, S. 7), die zuletzt durch die Verord-
  nung (EU) 2015/2283 (ABl. L 327 vom 11.12.2015,
  S. 1) geändert worden ist, im Hinblick auf die Kenn-
  zeichnung von vorverpackten Lebensmitteln im
  Sinne des Artikels 2 Absatz 2 Buchstabe e der Ver-
  ordnung (EU) Nr. 1169/2011 in der jeweils geltenden

  Fassung und nicht vorverpackten Lebensmitteln,
  die jeweils bestimmt sind zur Abgabe an

  a) Endverbraucher im Sinne des Artikels 3 Num-
     mer 18 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 des
     Europäischen Parlaments und des Rates vom
     28. Januar 2002 zur Festlegung der allgemeinen
     Grundsätze und Anforderungen des Lebens-
     mittelrechts, zur Errichtung der Europäischen
     Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Fest-
     legung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit
     (ABl. L 31 vom 1.2.2002, S. 1), die zuletzt durch
     die Verordnung (EU) 2019/1381 (ABl. L 231 vom
     6.9.2019, S. 1) geändert worden ist, in der jeweils
     geltenden Fassung, oder

  b) Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung im Sinne
     des Artikels 2 Absatz 2 Buchstabe d der Verord-
     nung (EU) Nr. 1169/2011.
  (2) Diese Verordnung regelt das Verbringen, Aufbe-
wahren und Lagern von Nitriten sowie die Anforderun-
gen an das Herstellen von Nitritpökelsalz.

                         §2

               Begriffsbestimmungen

  Nicht vorverpackte Lebensmittel im Sinne dieser
Verordnung sind Lebensmittel, die

1. ohne Verpackung zum Verkauf angeboten werden,
2. auf Wunsch des Endverbrauchers oder des An-
   bieters von Gemeinschaftsverpflegung am Ver-
   kaufsort verpackt werden oder

3. im Hinblick auf ihren unmittelbaren Verkauf vor-

   verpackt werden.

                         §3

                         Bier

  Bei der Herstellung von Bier, das unter der Bezeich-
nung „nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut“
oder unter gleichsinnigen Angaben in den Verkehr ge-
bracht wird, dürfen als Lebensmittelzusatzstoffe nur
verwendet werden:

1. bei der Herstellung von Bier abgefangenes Kohlen-

   dioxid oder

2. Kohlendioxid und Stickstoff, wenn

  a) sie bis auf technisch unvermeidbare Mengen
     nicht in das Bier übergehen und
  b) durch die Verwendung keine Erhöhung des
     Kohlensäuregehaltes des Bieres eintritt.

                          §4
              Nitrite und Nitritpökelsalz

   (1) Nitrite dürfen weder in Betriebe, die Lebensmittel
herstellen, verbracht werden noch in diesen Betrieben
aufbewahrt oder gelagert werden. Dieses Verbot gilt
nicht für das Verbringen von Natrium- und Kaliumnitrit
in Betriebe, die Mischungen aus Natrium- oder Kalium-
nitrit mit Kochsalz, jodiertem Kochsalz oder Kochsalz-
ersatz (Nitritpökelsalz) herstellen.
  (2) Wer Nitritpökelsalz herstellen will, bedarf der Ge-
nehmigung der zuständigen Behörde. Die Geneh-
migung darf nur erteilt werden, wenn der Antragsteller

1. zuverlässig ist und

2. über die zur ordnungsgemäßen Herstellung von
   Nitritpökelsalz erforderlichen Einrichtungen und
   Hilfsmittel verfügt.

Nitritpökelsalz darf nur in Räumen hergestellt werden,
die ausschließlich zu diesem Zweck bestimmt sind.

                          §5
                   Kennzeichnung

   (1) Nicht vorverpackte Lebensmittel nach § 2 Num-
mer 3, die nicht zur Selbstbedienung angeboten wer-
den, und nicht vorverpackte Lebensmittel nach § 2
Nummer 1 und 2 dürfen durch den Verantwortlichen
nach Artikel 8 Absatz 1 oder Absatz 4 Satz 2 der Ver-
ordnung (EU) Nr. 1169/2011 mit dem Ziel der Abgabe
an Endverbraucher oder Anbieter von Gemeinschafts-
verpflegung nur in den Verkehr gebracht werden oder
durch den Verantwortlichen nach Artikel 8 Absatz 3 der
Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 nur abgegeben wer-
den, wenn die bei ihrer Herstellung verwendeten
Lebensmittelzusatzstoffe in der nach Absatz 2 be-
zeichneten Art und Weise mit den folgenden Angaben
gekennzeichnet werden:

 1. bei Lebensmitteln mit Farbstoffen durch die An-
    gabe „mit Farbstoff“,

 2. bei Lebensmitteln mit Lebensmittelzusatzstoffen,
    die zur Konservierung verwendet werden, durch
    die Angabe „mit Konservierungsstoff“ oder „kon-
    serviert“,
 3. bei Lebensmitteln mit Lebensmittelzusatzstoffen,
    die als Antioxidationsmittel verwendet werden,

    durch die Angabe „mit Antioxidationsmittel“,

 4. bei Lebensmitteln mit Nitrat oder Nitritpökelsalz
    können die Angaben nach Nummer 2 und 3 durch
    folgende Angaben ersetzt werden:

    a) für Lebensmittel mit Nitritpökelsalz durch die
       Angabe „mit Nitritpökelsalz“,

    b) für Lebensmittel mit Natrium- oder Kaliumnitrat,
       auch gemischt, durch die Angabe „mit Nitrat“
       und
    c) für Lebensmittel mit Nitritpökelsalz und Natrium-

       oder Kaliumnitrat, jeweils auch gemischt, durch

       die Angabe „mit Nitritpökelsalz und Nitrat“,

 5. bei Lebensmitteln mit Lebensmittelzusatzstoffen,
    die als Geschmacksverstärker verwendet werden,
    durch die Angabe „mit Geschmacksverstärker“,
 6. bei Oliven mit Eisen-II-gluconat (E 579) oder Eisen-
    II-lactat (E 585) durch die Angabe „geschwärzt“,
BGBl. 2021, Seite 1364 — Originalseite als Abbildung
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 7. bei frischem Obst und Gemüse mit Lebensmittel-
    zusatzstoffen der Nummern E 445, E 471, E 473,
    E 474, E 901 bis E 905 und E 914, die zur Ober-
    flächenbehandlung verwendet werden, durch die
    Angabe „gewachst“,
 8. bei Fleischerzeugnissen mit Lebensmittelzusatz-
    stoffen der Nummern E 338 bis E 341, E 343
    und E 450 bis E 452 durch die Angabe „mit Phos-
    phat“,
 9. bei Lebensmitteln mit Süßungsmitteln mit Aus-
    nahme von Tafelsüßen durch den Hinweis „mit
    Süßungsmittel(n)“,
10. bei Tafelsüßen durch den Hinweis „auf der Grund-
    lage von …“, ergänzt durch die Bezeichnung der
    verwendeten Süßungsmittel,
11. bei Lebensmitteln mit Aspartam (E 951) oder
    Aspartam-Acesulfamsalz (E 962) durch den Hin-
    weis „enthält eine Phenylalaninquelle“,
12. bei Lebensmitteln mit über 10 Prozent zugesetz-
    ten, mehrwertigen Alkoholen der Nummern E 420,
    E 421, E 953 und E 965 bis E 968 durch den Hin-
    weis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend
    wirken“.
  (2) Die Angaben nach Absatz 1 sind bereitzustellen:
1. nach Maßgabe des Artikels 12 Absatz 2 der Ver-
   ordnung (EU) Nr. 1169/2011 oder des § 4 Absatz 3
   und 4 der Lebensmittelinformations-Durchführungs-
   verordnung vom 5. Juli 2017 (BGBl. I S. 2272),
   die zuletzt durch Artikel 4 der Verordnung vom
   18. November 2020 (BGBl. I S. 2504) geändert
   worden ist,
2. soweit Angaben nach § 4 Absatz 2 der Lebens-
   mittelinformations-Durchführungsverordnung ver-
   pflichtend sind, in gleicher Art und Weise und über
   das identische Medium, wie die Angaben nach § 4
   Absatz 2 der Lebensmittelinformations-Durchfüh-
   rungsverordnung bereitzustellen sind, und

3. im Fall von nicht vorverpackten Lebensmitteln, die
   durch Einsatz von Fernkommunikationstechniken
   zum Verkauf angeboten werden, gemäß Artikel 14
   Absatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011.
  (3) Die Angaben nach Absatz 1 Nummer 1 bis 8
können entfallen:
1. bei Lebensmitteln mit einem Verzeichnis der Zu-
   taten, das den Anforderungen an die Angaben nach
   Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe b in Verbindung mit
   Artikel 18 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 ent-
   spricht,
2. bei Lebensmitteln, bei denen alle bei der Herstel-
   lung des Lebensmittels verwendeten Lebensmittel-
   zusatzstoffe entsprechend Anhang VII Teil C der
   Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 mit der Bezeich-
   nung ihrer Klasse, gefolgt von ihrer speziellen Be-
   zeichnung oder ihrer E-Nummer in einem Aushang
   in der Verkaufsstätte, in einer schriftlichen Aufzeich-
   nung oder in vom Lebensmittelunternehmer bereit-
   gestellten elektronischen Informationsangeboten,
   die dem Endverbraucher unmittelbar und leicht zu-
   gänglich sind, angegeben werden; auf die schrift-
   liche Aufzeichnung oder die elektronischen Informa-
   tionsangebote muss bei dem Lebensmittel oder in
   einem Aushang hingewiesen werden, oder

3. bei Lebensmitteln mit Lebensmittelzusatzstoffen, die
   nach Artikel 20 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011
   nicht im Zutatenverzeichnis aufgeführt werden
   müssen.
  (4) Vorverpackte Tafelsüßen dürfen an Endver-
braucher nur abgegeben werden, wenn
1. im Fall des Artikels 23 Absatz 2 der Verordnung (EG)
   Nr. 1333/2008 ihre Bezeichnung, auch in Verbin-
   dung mit Artikel 23 Absatz 5, mit den dort bezeich-
   neten Angaben versehen ist, und
2. im Fall des Artikels 23 Absatz 3 der Verordnung (EG)
   Nr. 1333/2008 ihre Kennzeichnung, auch in Verbin-
   dung mit Artikel 23 Absatz 5, mit den dort bezeich-
   neten Angaben versehen ist.
   (5) Für die Kennzeichnung von vorverpackten
Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als
1,2 Volumenprozent gelten Absatz 1 Nummer 1 bis 3
und Absatz 3 Nummer 1 entsprechend mit der Maß-
gabe, dass die Angaben gemäß Artikel 12 Absatz 2
der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 bereitzustellen sind.
  (6) Für frisches Obst und Gemüse,
1. das nicht vorverpackt im Sinne des § 2 Nummer 3
   und zur Selbstbedienung angeboten wird oder das
   vorverpackt angeboten wird und
2. für das kein Zutatenverzeichnis nach Artikel 19
   Absatz 1 Buchstabe a der Verordnung (EU)
   Nr. 1169/2011 vorgeschrieben ist und ein Zutaten-
   verzeichnis nicht freiwillig angegeben ist,
gilt Absatz 1 Nummer 7 entsprechend mit der Maß-
gabe, dass die Angaben gemäß Artikel 12 Absatz 2
der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 bereitzustellen sind.

                         §6
                      Straftaten

   (1) Nach § 59 Absatz 1 Nummer 21 Buchstabe a des
Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches wird be-
straft, wer

1. entgegen § 4 Absatz 1 Satz 1 Nitrite verbringt, auf-
   bewahrt oder lagert,
2. ohne Genehmigung nach § 4 Absatz 2 Satz 1 Nitrit-
   pökelsalz herstellt oder
3. entgegen § 4 Absatz 2 Satz 3 Nitritpökelsalz her-
   stellt.
   (2) Nach § 58 Absatz 3 Nummer 2, Absatz 4 bis 6
des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches wird
bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen
Artikel 5 in Verbindung mit Artikel 4 Absatz 5 in
Verbindung mit Artikel 14 in Verbindung mit Anhang II
Teil A Abschnitt 2 Nummer 1 der Verordnung (EG)
Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebensmittel-
zusatzstoffe (ABl. L 354 vom 31.12.2008, S. 16; L 105
vom 27.4.2010, S. 114; L 322 vom 21.11.2012, S. 8;
L 138 vom 24.5.2013, S. 20; L 123 vom 19.5.2015,
S. 122; L 214 vom 13.8.2015, S. 30; L 165 vom
23.6.2016, S. 24; L 282 vom 19.10.2016, S. 84; L 82
vom 26.3.2018, S. 18; L 60 vom 28.2.2019, S. 35), die
zuletzt durch die Verordnung (EU) 2020/771 (ABl. L 184
vom 12.6.2020, S. 25) geändert worden ist,
a) einen Lebensmittelzusatzstoff, der den niederge-
   legten Spezifikationen nicht entspricht, die im An-
BGBl. 2021, Seite 1365 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 1365
   hang der Verordnung (EU) Nr. 231/2012 der Kom-
   mission vom 9. März 2012 mit Spezifikationen für
   die in den Anhängen II und III der Verordnung (EG)
   Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
   des Rates aufgeführten Lebensmittelzusatzstoffe
   (ABl. L 83 vom 22.3.2012, S. 1; L 189 vom 14.7.2016,
   S. 59; L 292 vom 27.10.2016, S. 50), die zuletzt

   durch die Verordnung (EU) 2020/771 (ABl. L 184

   vom 12.6.2020, S. 25) geändert worden ist, genannt

   sind,

b) ein Lebensmittel, in dem ein Lebensmittelzusatz-
   stoff vorhanden ist, der den niedergelegten Spezifi-
   kationen nicht entspricht, die im Anhang der Verord-
   nung (EU) Nr. 231/2012 genannt sind, oder
c) in Verbindung mit der Bemerkung im Anhang der
   Verordnung (EU) Nr. 231/2012
   aa) einen Lebensmittelzusatzstoff, der unter Ver-
       wendung von Ethylenoxid sterilisiert worden ist,
       oder

   bb) ein Lebensmittel, das einen unter Verwendung
       von Ethylenoxid sterilisierten Lebensmittelzu-
       satzstoff enthält,
in Verkehr bringt.

                          §7
                Ordnungswidrigkeiten

   (1) Wer eine in § 6 Absatz 1 bezeichnete Handlung
fahrlässig begeht, handelt nach § 60 Absatz 1 Num-
mer 2 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches
ordnungswidrig.
   (2) Ordnungswidrig im Sinne des § 60 Absatz 2
Nummer 26 Buchstabe a des Lebensmittel- und Futter-
mittelgesetzbuches handelt, wer vorsätzlich oder fahr-
lässig

1. entgegen § 5 Absatz 1 Nummer 1 bis 3, jeweils auch
   in Verbindung mit Absatz 5, entgegen § 5 Absatz 1
   Nummer 4 bis 6 oder 7, auch in Verbindung mit Ab-
   satz 6, oder entgegen § 5 Absatz 1 Nummer 8 bis 12
   ein Lebensmittel in den Verkehr bringt oder abgibt
   oder
2. entgegen § 5 Absatz 4 eine Tafelsüße abgibt.

   (3) Ordnungswidrig im Sinne des § 60 Absatz 4

Nummer 2 Buchstabe a des Lebensmittel- und Futter-

mittelgesetzbuches handelt, wer gegen die Verord-

nung (EG) Nr. 1333/2008 verstößt, indem er vorsätzlich

oder fahrlässig entgegen Artikel 21 Absatz 1 Satz 1 in

Verbindung mit Artikel 22 Absatz 1, 2 oder 3 oder ent-

gegen Artikel 23 Absatz 1 einen Lebensmittelzusatz-

stoff in Verkehr bringt.

                        Artikel 2
                      Änderung der

                     Diätverordnung
  Die Diätverordnung in der Fassung der Bekanntma-
chung vom 28. April 2005 (BGBl. I S. 1161), die zuletzt
durch Artikel 22 der Verordnung vom 5. Juli 2017
(BGBl. I S. 2272) geändert worden ist, wird wie folgt
geändert:
1. § 5 Absatz 1 wird wie folgt gefasst:

      „(1) Bei der Gewinnung, Herstellung und Zube-
   reitung diätetischer Lebensmittel dürfen, vorbehalt-

  lich unmittelbar geltender Rechtsakte der Euro-
  päischen Gemeinschaft oder der Europäischen
  Union, Stoffe nur nach Maßgabe dieser Verordnung
  zugesetzt werden.“

2. § 6 wird aufgehoben.

3. In § 25 Absatz 4 Satz 2 werden die Wörter „§ 9 der

   Zusatzstoff-Zulassungsverordnung“ durch die Wör-

   ter „§ 5 der Lebensmittelzusatzstoff-Durchführungs-

   verordnung“ ersetzt.

4. In § 26 Absatz 3 wird die Angabe „§ 6 Satz 3,“ ge-
   strichen.

                       Artikel 3

                   Änderung der
             Milcherzeugnisverordnung

  Die Milcherzeugnisverordnung vom 15. Juli 1970
(BGBl. I S. 1150), die zuletzt durch Artikel 21 der Ver-
ordnung vom 5. Juli 2017 (BGBl. I S. 2272) geändert
worden ist, wird wie folgt geändert:

1. § 3 Absatz 1 Satz 2 wird aufgehoben.
2. § 5 wird wie folgt gefasst:

                           „§ 5

               Verwendung von Vitaminen

     (1) Bei der Herstellung von Milcherzeugnissen
  dürfen die in Anlage 2 aufgeführten Vitamine für
  die dort bezeichneten Zwecke verwendet werden.
  Der Gehalt an den Vitaminen darf die in der
  Anlage 2 angegebenen Höchstmengen nicht über-
  schreiten.

     (2) Milchstreichfetterzeugnisse im Sinne der
  Nummern 2 und 3 der Anlage 2 sind Milchstreich-
  fette im Sinne des Abschnittes A Nummer 2 bis 4
  der Anlage II des Anhangs VII der Verordnung (EU)
  Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und
  des Rates vom 17. Dezember 2013 über eine
  gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaft-

  liche Erzeugnisse und zur Aufhebung der Verord-

  nungen (EWG) Nr. 922/72, (EWG) Nr. 234/79, (EG)

  Nr. 1037/2001 und (EG) Nr. 1234/2007 (ABl. L 347

  vom 20.12.2013, S. 671; L 189 vom 27.6.2014,

  S. 261; L 130 vom 19.5.2016, S. 18; L 34 vom

  9.2.2017, S. 41; L 106 vom 6.4.2020, S. 12), die zu-

  letzt durch die Verordnung (EU) 2017/2393 (ABl.

  L 350 vom 29.12.2017, S. 15) geändert worden ist.
    (3) Die in Anlage 2 aufgeführten Vitamine dürfen
  auch zur Herstellung von beigegebenen Lebens-
  mitteln verwendet werden.

    (4) Abweichend von § 16 Absatz 1 Satz 1 des
  Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes
  besteht nicht die Verpflichtung, den Gehalt an den
  nach den Absätzen 1 und 3 verwendeten Vitaminen
  kenntlich zu machen. § 3 Absatz 2 Nummer 3 bleibt
  unberührt.“

3. In § 7 Absatz 2 wird das Wort „Zusatzstoffe“ durch
   das Wort „Vitamine“ ersetzt.
BGBl. 2021, Seite 1366 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 1366
4. Die Anlage 2 wird wie folgt geändert:
  a) Die Überschrift wird wie folgt gefasst:
       „Anlage 2
       (zu § 5 Absatz 1)
                             Vitamine“.

  b) In Nummer 1 wird das Wort „Zusatzstoffe“ durch

     das Wort „Vitamine“ ersetzt.

                           Artikel 4
                    Änderung der
                   Käseverordnung

  Die Käseverordnung in der Fassung der Bekanntma-
chung vom 14. April 1986 (BGBl. I S. 412), die zuletzt
durch Artikel 18 der Verordnung vom 5. Juli 2017
(BGBl. I S. 2272) geändert worden ist, wird wie folgt
geändert:
1. § 14 Absatz 1 Satz 2 wird aufgehoben.

2. § 23 Satz 4 wird aufgehoben.
3. In der Anlage 1 Abschnitt A wird die Spalte 3 zu den
   Standardsorten Camembert und Brie jeweils wie
   folgt gefasst:
  „Reifung nur mit Kulturen von Penicillium camembertii

  (Camembertschimmel) und Geotrichum candidum
  (Milchschimmel)“.

                           Artikel 5

                    Änderung der

                   Butterverordnung
   § 2 Absatz 4 und § 5 Absatz 5 der Butterverordnung
vom 3. Februar 1997 (BGBl. I S. 144), die zuletzt durch
Artikel 19 der Verordnung vom 5. Juli 2017 (BGBl. I
S. 2272) geändert worden ist, werden aufgehoben.

                       Artikel 6
                  Änderung der
           Verordnung zur Durchführung
           des Vorläufigen Biergesetzes
   In § 17 Absatz 1 Satz 2 der Verordnung zur Durch-
führung des Vorläufigen Biergesetzes in der Fassung

der Bekanntmachung vom 29. Juli 1993 (BGBl. I

S. 1422), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung
vom 8. Dezember 2000 (BGBl. I S. 1686) geändert
worden ist, wird das Wort „Zusatzstoff-Zulassungs-
verordnung“ durch das Wort „Lebensmittelzusatz-
stoff-Durchführungsverordnung“ ersetzt.

                       Artikel 7

                   Änderung der
       Alkoholhaltige Getränke-Verordnung
   In § 10 Absatz 6 der Alkoholhaltige Getränke-
Verordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom
30. Juni 2003 (BGBl. I S. 1255), die zuletzt durch Arti-
kel 15 der Verordnung vom 5. Juli 2017 (BGBl. I
S. 2272) geändert worden ist, wird das Wort „Zusatz-
stoff-Zulassungsverordnung“ durch das Wort „Lebens-
mittelzusatzstoff-Durchführungsverordnung“ ersetzt.

                       Artikel 8

           Inkrafttreten, Außerkrafttreten
   Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung
in Kraft. Gleichzeitig treten die Zusatzstoff-Zulas-
sungsverordnung vom 29. Januar 1998 (BGBl. I S. 230,

231), die zuletzt durch Artikel 23 der Verordnung vom
5. Juli 2017 (BGBl. I S. 2272) geändert worden ist, und
die Zusatzstoff-Verkehrsverordnung vom 29. Januar
1998 (BGBl. I S. 230, 269), die zuletzt durch Artikel 2
der Verordnung vom 28. März 2011 (BGBl. I S. 530)
geändert worden ist, außer Kraft.
                                   Der Bundesrat hat zugestimmt.

                                   Bonn, den 2. Juni 2021
                                             Die Bundesministerin
                                       für Ernährung und Landwirtschaft
                                                 Julia Klöckner

Herkunft dieses Textes

Quelle: Bundesgesetzblatt, BGBl. 2021 I S. 1362. Gesetze, Verordnungen und amtliche Bekanntmachungen sind amtliche Werke (§ 5 Abs. 1 UrhG) und genießen keinen Urheberrechtsschutz. Der Text ist unverändert wiedergegeben (§ 62 UrhG); Herkunft und Prüfwerte stehen hier (§ 63 UrhG).

Ableitung: issue-pdf-decol · Prüfwert des Textes 6a73b6e1d796d4b0….