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Bundesgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 2021, S. 1362
BGBl. 2021 I S. 1362 · 23.078 Zeichen · Textauszug aus unserem Bestand.
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1362 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2021 Teil I Nr. 28, ausgegeben zu Bonn am 8. Juni 2021
Verordnung
zur Neuordnung lebensmittelrechtlicher Vorschriften über Lebensmittelzusatzstoffe1
Vom 2. Juni 2021
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirt-
schaft verordnet auf Grund
– des § 4 Absatz 3 Nummer 2, des § 7 Absatz 1 Num-
mer 1 und Absatz 2 Nummer 1, des § 13 Absatz 1
Nummer 2 und Absatz 4 Nummer 1 Buchstabe a,
des § 34 Satz 1 Nummer 1 bis 3 und 5 und des
§ 35 Nummer 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe aa,
auch in Verbindung mit § 4 Absatz 2 des Lebens-
mittel- und Futtermittelgesetzbuches in der Fassung
der Bekanntmachung vom 3. Juni 2013 (BGBl. I
S. 1426), von denen § 4 Absatz 3, § 7 Absatz 1
und 2, § 13 Absatz 1 und 4, § 34 Satz 1 und § 35
durch Artikel 67 der Verordnung vom 31. August
2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden sind, im
Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirt-
schaft und Energie,
– des § 13 Absatz 1 Nummer 5 und 6 und Absatz 3
Satz 1 Nummer 1 und des § 62 Absatz 1 Nummer 1
und 2 Buchstabe a, auch in Verbindung mit § 4 Ab-
satz 2 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetz-
buches in der Fassung der Bekanntmachung vom
3. Juni 2013 (BGBl. I S. 1426), von denen § 13 Ab-
satz 1 zuletzt durch Artikel 67 der Verordnung vom
31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) und § 62 Absatz 1
zuletzt durch Artikel 10 des Gesetzes vom 27. Juni
2017 (BGBl. I S. 1966) geändert worden sind, sowie
– des § 3 Absatz 1 Satz 1 des Milch- und Margarine-
gesetzes vom 25. Juli 1990 (BGBl. I S. 1471), der
zuletzt durch Artikel 2 Nummer 2 des Gesetzes
vom 18. Januar 2019 (BGBl. I S. 33) geändert
worden ist, im Einvernehmen mit dem Bundesminis-
terium für Wirtschaft und Energie:
1
Die Verpflichtungen aus der Richtlinie (EU) 2015/1535 des Euro-
päischen Parlaments und des Rates vom 9. September 2015 über
ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der technischen Vorschrif-
ten und der Vorschriften für die Dienste der Informationsgesellschaft
(kodifizierter Text) (ABl. L 241 vom 17.9.2015, S. 1) sind beachtet
worden.
Artikel 1
Verordnung
zur Durchführung unionsrechtlicher
Vorschriften über Lebensmittelzusatzstoffe
(Lebensmittelzusatzstoff-
Durchführungsverordnung – LMZDV)
§1
Anwendungsbereich
(1) Diese Verordnung ist anzuwenden in Ergänzung
1. zu den Regelungen der Verordnung (EG)
Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
des Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebens-
mittelzusatzstoffe (ABl. L 354 vom 31.12.2008, S. 16;
L 105 vom 27.4.2010, S. 114; L 322 vom 21.11.2012,
S. 8; L 123 vom 19.5.2015, S. 122), die zuletzt durch
die Verordnung (EU) 2020/1819 (ABl. L 406 vom
3.12.2020, S. 26) geändert worden ist, und der auf
sie gestützten Rechtsakte der Europäischen Union
im Hinblick auf
a) die Verwendung von Lebensmittelzusatzstoffen
im Sinne des Artikels 3 Absatz 2 Buchstabe a in
Verbindung mit Artikel 2 Absatz 2 der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 in der jeweils geltenden
Fassung und
b) das Inverkehrbringen und die Kennzeichnung
von Lebensmittelzusatzstoffen und Lebens-
mitteln, die Lebensmittelzusatzstoffe enthalten,
sowie
2. zu den Regelungen der Verordnung (EU)
Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und
des Rates vom 25. Oktober 2011 betreffend die In-
formation der Verbraucher über Lebensmittel und
zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1924/2006
und (EG) Nr. 1925/2006 des Europäischen Parla-
ments und des Rates und zur Aufhebung der Richt-

linie 87/250/EWG der Kommission, der Richtlinie
90/496/EWG des Rates, der Richtlinie 1999/10/EG
der Kommission, der Richtlinie 2000/13/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates, der Richt-
linien 2002/67/ und 2008/5/EG der Kommission und
der Verordnung (EG) Nr. 608/2004 der Kommission
(ABl. L 304 vom 22.11.2011, S. 18; L 331 vom
18.11.2014, S. 41; L 50 vom 21.2.2015, S. 48; L 266
vom 30.9.2016, S. 7), die zuletzt durch die Verord-
nung (EU) 2015/2283 (ABl. L 327 vom 11.12.2015,
S. 1) geändert worden ist, im Hinblick auf die Kenn-
zeichnung von vorverpackten Lebensmitteln im
Sinne des Artikels 2 Absatz 2 Buchstabe e der Ver-
ordnung (EU) Nr. 1169/2011 in der jeweils geltenden
Fassung und nicht vorverpackten Lebensmitteln,
die jeweils bestimmt sind zur Abgabe an
a) Endverbraucher im Sinne des Artikels 3 Num-
mer 18 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 des
Europäischen Parlaments und des Rates vom
28. Januar 2002 zur Festlegung der allgemeinen
Grundsätze und Anforderungen des Lebens-
mittelrechts, zur Errichtung der Europäischen
Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Fest-
legung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit
(ABl. L 31 vom 1.2.2002, S. 1), die zuletzt durch
die Verordnung (EU) 2019/1381 (ABl. L 231 vom
6.9.2019, S. 1) geändert worden ist, in der jeweils
geltenden Fassung, oder
b) Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung im Sinne
des Artikels 2 Absatz 2 Buchstabe d der Verord-
nung (EU) Nr. 1169/2011.
(2) Diese Verordnung regelt das Verbringen, Aufbe-
wahren und Lagern von Nitriten sowie die Anforderun-
gen an das Herstellen von Nitritpökelsalz.
§2
Begriffsbestimmungen
Nicht vorverpackte Lebensmittel im Sinne dieser
Verordnung sind Lebensmittel, die
1. ohne Verpackung zum Verkauf angeboten werden,
2. auf Wunsch des Endverbrauchers oder des An-
bieters von Gemeinschaftsverpflegung am Ver-
kaufsort verpackt werden oder
3. im Hinblick auf ihren unmittelbaren Verkauf vor-
verpackt werden.
§3
Bier
Bei der Herstellung von Bier, das unter der Bezeich-
nung „nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut“
oder unter gleichsinnigen Angaben in den Verkehr ge-
bracht wird, dürfen als Lebensmittelzusatzstoffe nur
verwendet werden:
1. bei der Herstellung von Bier abgefangenes Kohlen-
dioxid oder
2. Kohlendioxid und Stickstoff, wenn
a) sie bis auf technisch unvermeidbare Mengen
nicht in das Bier übergehen und
b) durch die Verwendung keine Erhöhung des
Kohlensäuregehaltes des Bieres eintritt.
§4
Nitrite und Nitritpökelsalz
(1) Nitrite dürfen weder in Betriebe, die Lebensmittel
herstellen, verbracht werden noch in diesen Betrieben
aufbewahrt oder gelagert werden. Dieses Verbot gilt
nicht für das Verbringen von Natrium- und Kaliumnitrit
in Betriebe, die Mischungen aus Natrium- oder Kalium-
nitrit mit Kochsalz, jodiertem Kochsalz oder Kochsalz-
ersatz (Nitritpökelsalz) herstellen.
(2) Wer Nitritpökelsalz herstellen will, bedarf der Ge-
nehmigung der zuständigen Behörde. Die Geneh-
migung darf nur erteilt werden, wenn der Antragsteller
1. zuverlässig ist und
2. über die zur ordnungsgemäßen Herstellung von
Nitritpökelsalz erforderlichen Einrichtungen und
Hilfsmittel verfügt.
Nitritpökelsalz darf nur in Räumen hergestellt werden,
die ausschließlich zu diesem Zweck bestimmt sind.
§5
Kennzeichnung
(1) Nicht vorverpackte Lebensmittel nach § 2 Num-
mer 3, die nicht zur Selbstbedienung angeboten wer-
den, und nicht vorverpackte Lebensmittel nach § 2
Nummer 1 und 2 dürfen durch den Verantwortlichen
nach Artikel 8 Absatz 1 oder Absatz 4 Satz 2 der Ver-
ordnung (EU) Nr. 1169/2011 mit dem Ziel der Abgabe
an Endverbraucher oder Anbieter von Gemeinschafts-
verpflegung nur in den Verkehr gebracht werden oder
durch den Verantwortlichen nach Artikel 8 Absatz 3 der
Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 nur abgegeben wer-
den, wenn die bei ihrer Herstellung verwendeten
Lebensmittelzusatzstoffe in der nach Absatz 2 be-
zeichneten Art und Weise mit den folgenden Angaben
gekennzeichnet werden:
1. bei Lebensmitteln mit Farbstoffen durch die An-
gabe „mit Farbstoff“,
2. bei Lebensmitteln mit Lebensmittelzusatzstoffen,
die zur Konservierung verwendet werden, durch
die Angabe „mit Konservierungsstoff“ oder „kon-
serviert“,
3. bei Lebensmitteln mit Lebensmittelzusatzstoffen,
die als Antioxidationsmittel verwendet werden,
durch die Angabe „mit Antioxidationsmittel“,
4. bei Lebensmitteln mit Nitrat oder Nitritpökelsalz
können die Angaben nach Nummer 2 und 3 durch
folgende Angaben ersetzt werden:
a) für Lebensmittel mit Nitritpökelsalz durch die
Angabe „mit Nitritpökelsalz“,
b) für Lebensmittel mit Natrium- oder Kaliumnitrat,
auch gemischt, durch die Angabe „mit Nitrat“
und
c) für Lebensmittel mit Nitritpökelsalz und Natrium-
oder Kaliumnitrat, jeweils auch gemischt, durch
die Angabe „mit Nitritpökelsalz und Nitrat“,
5. bei Lebensmitteln mit Lebensmittelzusatzstoffen,
die als Geschmacksverstärker verwendet werden,
durch die Angabe „mit Geschmacksverstärker“,
6. bei Oliven mit Eisen-II-gluconat (E 579) oder Eisen-
II-lactat (E 585) durch die Angabe „geschwärzt“,

7. bei frischem Obst und Gemüse mit Lebensmittel-
zusatzstoffen der Nummern E 445, E 471, E 473,
E 474, E 901 bis E 905 und E 914, die zur Ober-
flächenbehandlung verwendet werden, durch die
Angabe „gewachst“,
8. bei Fleischerzeugnissen mit Lebensmittelzusatz-
stoffen der Nummern E 338 bis E 341, E 343
und E 450 bis E 452 durch die Angabe „mit Phos-
phat“,
9. bei Lebensmitteln mit Süßungsmitteln mit Aus-
nahme von Tafelsüßen durch den Hinweis „mit
Süßungsmittel(n)“,
10. bei Tafelsüßen durch den Hinweis „auf der Grund-
lage von …“, ergänzt durch die Bezeichnung der
verwendeten Süßungsmittel,
11. bei Lebensmitteln mit Aspartam (E 951) oder
Aspartam-Acesulfamsalz (E 962) durch den Hin-
weis „enthält eine Phenylalaninquelle“,
12. bei Lebensmitteln mit über 10 Prozent zugesetz-
ten, mehrwertigen Alkoholen der Nummern E 420,
E 421, E 953 und E 965 bis E 968 durch den Hin-
weis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend
wirken“.
(2) Die Angaben nach Absatz 1 sind bereitzustellen:
1. nach Maßgabe des Artikels 12 Absatz 2 der Ver-
ordnung (EU) Nr. 1169/2011 oder des § 4 Absatz 3
und 4 der Lebensmittelinformations-Durchführungs-
verordnung vom 5. Juli 2017 (BGBl. I S. 2272),
die zuletzt durch Artikel 4 der Verordnung vom
18. November 2020 (BGBl. I S. 2504) geändert
worden ist,
2. soweit Angaben nach § 4 Absatz 2 der Lebens-
mittelinformations-Durchführungsverordnung ver-
pflichtend sind, in gleicher Art und Weise und über
das identische Medium, wie die Angaben nach § 4
Absatz 2 der Lebensmittelinformations-Durchfüh-
rungsverordnung bereitzustellen sind, und
3. im Fall von nicht vorverpackten Lebensmitteln, die
durch Einsatz von Fernkommunikationstechniken
zum Verkauf angeboten werden, gemäß Artikel 14
Absatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011.
(3) Die Angaben nach Absatz 1 Nummer 1 bis 8
können entfallen:
1. bei Lebensmitteln mit einem Verzeichnis der Zu-
taten, das den Anforderungen an die Angaben nach
Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe b in Verbindung mit
Artikel 18 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 ent-
spricht,
2. bei Lebensmitteln, bei denen alle bei der Herstel-
lung des Lebensmittels verwendeten Lebensmittel-
zusatzstoffe entsprechend Anhang VII Teil C der
Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 mit der Bezeich-
nung ihrer Klasse, gefolgt von ihrer speziellen Be-
zeichnung oder ihrer E-Nummer in einem Aushang
in der Verkaufsstätte, in einer schriftlichen Aufzeich-
nung oder in vom Lebensmittelunternehmer bereit-
gestellten elektronischen Informationsangeboten,
die dem Endverbraucher unmittelbar und leicht zu-
gänglich sind, angegeben werden; auf die schrift-
liche Aufzeichnung oder die elektronischen Informa-
tionsangebote muss bei dem Lebensmittel oder in
einem Aushang hingewiesen werden, oder
3. bei Lebensmitteln mit Lebensmittelzusatzstoffen, die
nach Artikel 20 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011
nicht im Zutatenverzeichnis aufgeführt werden
müssen.
(4) Vorverpackte Tafelsüßen dürfen an Endver-
braucher nur abgegeben werden, wenn
1. im Fall des Artikels 23 Absatz 2 der Verordnung (EG)
Nr. 1333/2008 ihre Bezeichnung, auch in Verbin-
dung mit Artikel 23 Absatz 5, mit den dort bezeich-
neten Angaben versehen ist, und
2. im Fall des Artikels 23 Absatz 3 der Verordnung (EG)
Nr. 1333/2008 ihre Kennzeichnung, auch in Verbin-
dung mit Artikel 23 Absatz 5, mit den dort bezeich-
neten Angaben versehen ist.
(5) Für die Kennzeichnung von vorverpackten
Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als
1,2 Volumenprozent gelten Absatz 1 Nummer 1 bis 3
und Absatz 3 Nummer 1 entsprechend mit der Maß-
gabe, dass die Angaben gemäß Artikel 12 Absatz 2
der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 bereitzustellen sind.
(6) Für frisches Obst und Gemüse,
1. das nicht vorverpackt im Sinne des § 2 Nummer 3
und zur Selbstbedienung angeboten wird oder das
vorverpackt angeboten wird und
2. für das kein Zutatenverzeichnis nach Artikel 19
Absatz 1 Buchstabe a der Verordnung (EU)
Nr. 1169/2011 vorgeschrieben ist und ein Zutaten-
verzeichnis nicht freiwillig angegeben ist,
gilt Absatz 1 Nummer 7 entsprechend mit der Maß-
gabe, dass die Angaben gemäß Artikel 12 Absatz 2
der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 bereitzustellen sind.
§6
Straftaten
(1) Nach § 59 Absatz 1 Nummer 21 Buchstabe a des
Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches wird be-
straft, wer
1. entgegen § 4 Absatz 1 Satz 1 Nitrite verbringt, auf-
bewahrt oder lagert,
2. ohne Genehmigung nach § 4 Absatz 2 Satz 1 Nitrit-
pökelsalz herstellt oder
3. entgegen § 4 Absatz 2 Satz 3 Nitritpökelsalz her-
stellt.
(2) Nach § 58 Absatz 3 Nummer 2, Absatz 4 bis 6
des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches wird
bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen
Artikel 5 in Verbindung mit Artikel 4 Absatz 5 in
Verbindung mit Artikel 14 in Verbindung mit Anhang II
Teil A Abschnitt 2 Nummer 1 der Verordnung (EG)
Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebensmittel-
zusatzstoffe (ABl. L 354 vom 31.12.2008, S. 16; L 105
vom 27.4.2010, S. 114; L 322 vom 21.11.2012, S. 8;
L 138 vom 24.5.2013, S. 20; L 123 vom 19.5.2015,
S. 122; L 214 vom 13.8.2015, S. 30; L 165 vom
23.6.2016, S. 24; L 282 vom 19.10.2016, S. 84; L 82
vom 26.3.2018, S. 18; L 60 vom 28.2.2019, S. 35), die
zuletzt durch die Verordnung (EU) 2020/771 (ABl. L 184
vom 12.6.2020, S. 25) geändert worden ist,
a) einen Lebensmittelzusatzstoff, der den niederge-
legten Spezifikationen nicht entspricht, die im An-

hang der Verordnung (EU) Nr. 231/2012 der Kom-
mission vom 9. März 2012 mit Spezifikationen für
die in den Anhängen II und III der Verordnung (EG)
Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
des Rates aufgeführten Lebensmittelzusatzstoffe
(ABl. L 83 vom 22.3.2012, S. 1; L 189 vom 14.7.2016,
S. 59; L 292 vom 27.10.2016, S. 50), die zuletzt
durch die Verordnung (EU) 2020/771 (ABl. L 184
vom 12.6.2020, S. 25) geändert worden ist, genannt
sind,
b) ein Lebensmittel, in dem ein Lebensmittelzusatz-
stoff vorhanden ist, der den niedergelegten Spezifi-
kationen nicht entspricht, die im Anhang der Verord-
nung (EU) Nr. 231/2012 genannt sind, oder
c) in Verbindung mit der Bemerkung im Anhang der
Verordnung (EU) Nr. 231/2012
aa) einen Lebensmittelzusatzstoff, der unter Ver-
wendung von Ethylenoxid sterilisiert worden ist,
oder
bb) ein Lebensmittel, das einen unter Verwendung
von Ethylenoxid sterilisierten Lebensmittelzu-
satzstoff enthält,
in Verkehr bringt.
§7
Ordnungswidrigkeiten
(1) Wer eine in § 6 Absatz 1 bezeichnete Handlung
fahrlässig begeht, handelt nach § 60 Absatz 1 Num-
mer 2 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches
ordnungswidrig.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 60 Absatz 2
Nummer 26 Buchstabe a des Lebensmittel- und Futter-
mittelgesetzbuches handelt, wer vorsätzlich oder fahr-
lässig
1. entgegen § 5 Absatz 1 Nummer 1 bis 3, jeweils auch
in Verbindung mit Absatz 5, entgegen § 5 Absatz 1
Nummer 4 bis 6 oder 7, auch in Verbindung mit Ab-
satz 6, oder entgegen § 5 Absatz 1 Nummer 8 bis 12
ein Lebensmittel in den Verkehr bringt oder abgibt
oder
2. entgegen § 5 Absatz 4 eine Tafelsüße abgibt.
(3) Ordnungswidrig im Sinne des § 60 Absatz 4
Nummer 2 Buchstabe a des Lebensmittel- und Futter-
mittelgesetzbuches handelt, wer gegen die Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 verstößt, indem er vorsätzlich
oder fahrlässig entgegen Artikel 21 Absatz 1 Satz 1 in
Verbindung mit Artikel 22 Absatz 1, 2 oder 3 oder ent-
gegen Artikel 23 Absatz 1 einen Lebensmittelzusatz-
stoff in Verkehr bringt.
Artikel 2
Änderung der
Diätverordnung
Die Diätverordnung in der Fassung der Bekanntma-
chung vom 28. April 2005 (BGBl. I S. 1161), die zuletzt
durch Artikel 22 der Verordnung vom 5. Juli 2017
(BGBl. I S. 2272) geändert worden ist, wird wie folgt
geändert:
1. § 5 Absatz 1 wird wie folgt gefasst:
„(1) Bei der Gewinnung, Herstellung und Zube-
reitung diätetischer Lebensmittel dürfen, vorbehalt-
lich unmittelbar geltender Rechtsakte der Euro-
päischen Gemeinschaft oder der Europäischen
Union, Stoffe nur nach Maßgabe dieser Verordnung
zugesetzt werden.“
2. § 6 wird aufgehoben.
3. In § 25 Absatz 4 Satz 2 werden die Wörter „§ 9 der
Zusatzstoff-Zulassungsverordnung“ durch die Wör-
ter „§ 5 der Lebensmittelzusatzstoff-Durchführungs-
verordnung“ ersetzt.
4. In § 26 Absatz 3 wird die Angabe „§ 6 Satz 3,“ ge-
strichen.
Artikel 3
Änderung der
Milcherzeugnisverordnung
Die Milcherzeugnisverordnung vom 15. Juli 1970
(BGBl. I S. 1150), die zuletzt durch Artikel 21 der Ver-
ordnung vom 5. Juli 2017 (BGBl. I S. 2272) geändert
worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 3 Absatz 1 Satz 2 wird aufgehoben.
2. § 5 wird wie folgt gefasst:
„§ 5
Verwendung von Vitaminen
(1) Bei der Herstellung von Milcherzeugnissen
dürfen die in Anlage 2 aufgeführten Vitamine für
die dort bezeichneten Zwecke verwendet werden.
Der Gehalt an den Vitaminen darf die in der
Anlage 2 angegebenen Höchstmengen nicht über-
schreiten.
(2) Milchstreichfetterzeugnisse im Sinne der
Nummern 2 und 3 der Anlage 2 sind Milchstreich-
fette im Sinne des Abschnittes A Nummer 2 bis 4
der Anlage II des Anhangs VII der Verordnung (EU)
Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und
des Rates vom 17. Dezember 2013 über eine
gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaft-
liche Erzeugnisse und zur Aufhebung der Verord-
nungen (EWG) Nr. 922/72, (EWG) Nr. 234/79, (EG)
Nr. 1037/2001 und (EG) Nr. 1234/2007 (ABl. L 347
vom 20.12.2013, S. 671; L 189 vom 27.6.2014,
S. 261; L 130 vom 19.5.2016, S. 18; L 34 vom
9.2.2017, S. 41; L 106 vom 6.4.2020, S. 12), die zu-
letzt durch die Verordnung (EU) 2017/2393 (ABl.
L 350 vom 29.12.2017, S. 15) geändert worden ist.
(3) Die in Anlage 2 aufgeführten Vitamine dürfen
auch zur Herstellung von beigegebenen Lebens-
mitteln verwendet werden.
(4) Abweichend von § 16 Absatz 1 Satz 1 des
Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes
besteht nicht die Verpflichtung, den Gehalt an den
nach den Absätzen 1 und 3 verwendeten Vitaminen
kenntlich zu machen. § 3 Absatz 2 Nummer 3 bleibt
unberührt.“
3. In § 7 Absatz 2 wird das Wort „Zusatzstoffe“ durch
das Wort „Vitamine“ ersetzt.

4. Die Anlage 2 wird wie folgt geändert:
a) Die Überschrift wird wie folgt gefasst:
„Anlage 2
(zu § 5 Absatz 1)
Vitamine“.
b) In Nummer 1 wird das Wort „Zusatzstoffe“ durch
das Wort „Vitamine“ ersetzt.
Artikel 4
Änderung der
Käseverordnung
Die Käseverordnung in der Fassung der Bekanntma-
chung vom 14. April 1986 (BGBl. I S. 412), die zuletzt
durch Artikel 18 der Verordnung vom 5. Juli 2017
(BGBl. I S. 2272) geändert worden ist, wird wie folgt
geändert:
1. § 14 Absatz 1 Satz 2 wird aufgehoben.
2. § 23 Satz 4 wird aufgehoben.
3. In der Anlage 1 Abschnitt A wird die Spalte 3 zu den
Standardsorten Camembert und Brie jeweils wie
folgt gefasst:
„Reifung nur mit Kulturen von Penicillium camembertii
(Camembertschimmel) und Geotrichum candidum
(Milchschimmel)“.
Artikel 5
Änderung der
Butterverordnung
§ 2 Absatz 4 und § 5 Absatz 5 der Butterverordnung
vom 3. Februar 1997 (BGBl. I S. 144), die zuletzt durch
Artikel 19 der Verordnung vom 5. Juli 2017 (BGBl. I
S. 2272) geändert worden ist, werden aufgehoben.
Artikel 6
Änderung der
Verordnung zur Durchführung
des Vorläufigen Biergesetzes
In § 17 Absatz 1 Satz 2 der Verordnung zur Durch-
führung des Vorläufigen Biergesetzes in der Fassung
der Bekanntmachung vom 29. Juli 1993 (BGBl. I
S. 1422), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung
vom 8. Dezember 2000 (BGBl. I S. 1686) geändert
worden ist, wird das Wort „Zusatzstoff-Zulassungs-
verordnung“ durch das Wort „Lebensmittelzusatz-
stoff-Durchführungsverordnung“ ersetzt.
Artikel 7
Änderung der
Alkoholhaltige Getränke-Verordnung
In § 10 Absatz 6 der Alkoholhaltige Getränke-
Verordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom
30. Juni 2003 (BGBl. I S. 1255), die zuletzt durch Arti-
kel 15 der Verordnung vom 5. Juli 2017 (BGBl. I
S. 2272) geändert worden ist, wird das Wort „Zusatz-
stoff-Zulassungsverordnung“ durch das Wort „Lebens-
mittelzusatzstoff-Durchführungsverordnung“ ersetzt.
Artikel 8
Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung
in Kraft. Gleichzeitig treten die Zusatzstoff-Zulas-
sungsverordnung vom 29. Januar 1998 (BGBl. I S. 230,
231), die zuletzt durch Artikel 23 der Verordnung vom
5. Juli 2017 (BGBl. I S. 2272) geändert worden ist, und
die Zusatzstoff-Verkehrsverordnung vom 29. Januar
1998 (BGBl. I S. 230, 269), die zuletzt durch Artikel 2
der Verordnung vom 28. März 2011 (BGBl. I S. 530)
geändert worden ist, außer Kraft.
Der Bundesrat hat zugestimmt.
Bonn, den 2. Juni 2021
Die Bundesministerin
für Ernährung und Landwirtschaft
Julia Klöckner
Herkunft dieses Textes
Quelle: Bundesgesetzblatt, BGBl. 2021 I S. 1362. Gesetze, Verordnungen und amtliche Bekanntmachungen sind amtliche Werke (§ 5 Abs. 1 UrhG) und genießen keinen Urheberrechtsschutz. Der Text ist unverändert wiedergegeben (§ 62 UrhG); Herkunft und Prüfwerte stehen hier (§ 63 UrhG).
Ableitung: issue-pdf-decol ·
Prüfwert des Textes 6a73b6e1d796d4b0….