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Bundesgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 2017, S. 2730

BGBl. 2017 I S. 2730 · 8.277 Zeichen · Textauszug aus unserem Bestand.

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BGBl. 2017, Seite 2730 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 2730
                                   Gesetz
  zum Ausschluss verfassungsfeindlicher Parteien von der

Parteienfinanzierung
                                                Vom 18. Juli 2017

   Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundes-
rates das folgende Gesetz beschlossen:

                       Artikel 1

                  Änderung des

        Bundesverfassungsgerichtsgesetzes

  Das Bundesverfassungsgerichtsgesetz in der Fas-
sung der Bekanntmachung vom 11. August 1993
(BGBl. I S. 1473), das zuletzt durch Artikel 8 der Ver-
ordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geän-
dert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. Nach § 13 Nummer 2 wird folgende Nummer 2a ein-
   gefügt:
  „2a. über den Ausschluss von Parteien von staat-

       licher Finanzierung (Artikel 21 Absatz 3 des

       Grundgesetzes),“.

2. In § 15 Absatz 4 Satz 1 wird die Angabe „§ 13 Nr. 1,
   2, 4“ durch die Angabe „§ 13 Nummer 1, 2, 2a, 4“
   ersetzt.

3. In § 28 Absatz 1 wird die Angabe „§ 13 Nr. 1, 2, 4“
   durch die Angabe „§ 13 Nummer 1, 2, 2a, 4“ ersetzt.
4. Nach § 42 wird in der Überschrift des Zweiten Ab-
   schnitts die Angabe „§ 13 Nr. 2“ durch die Wörter
   „§ 13 Nummer 2 und 2a“ ersetzt.

5. § 43 Absatz 1 wird wie folgt gefasst:
     „(1) Der Antrag auf Entscheidung, ob eine Partei
  verfassungswidrig (Artikel 21 Absatz 2 des Grund-
  gesetzes) oder von staatlicher Finanzierung aus-
  geschlossen ist (Artikel 21 Absatz 3 des Grund-
  gesetzes), kann von dem Bundestag, dem Bundes-
  rat oder von der Bundesregierung gestellt werden.
  Der Antrag auf Entscheidung über den Ausschluss
  von staatlicher Finanzierung kann hilfsweise zu
  einem Antrag auf Entscheidung, ob eine Partei ver-
  fassungswidrig ist, gestellt werden.“

6. In § 46 Absatz 1 werden nach dem Wort „Antrag“ die
   Wörter „auf Entscheidung gemäß Artikel 21 Absatz 2
   des Grundgesetzes“ eingefügt.

7. Nach § 46 wird folgender § 46a eingefügt:

                         „§ 46a
     (1) Erweist sich der Antrag auf Entscheidung
  gemäß Artikel 21 Absatz 3 des Grundgesetzes als
  begründet, so stellt das Bundesverfassungsgericht

  fest, dass die Partei für sechs Jahre von der staat-

  lichen Finanzierung nach § 18 des Parteiengesetzes
  ausgeschlossen ist. Die Feststellung ist auf Ersatz-
  parteien zu erstrecken. Dass eine Partei die Bestre-
  bungen einer nach Satz 1 von der staatlichen Finan-
  zierung ausgeschlossenen Partei als Ersatzpartei
  an deren Stelle weiter verfolgt oder fortführt, stellt
  das Bundesverfassungsgericht entsprechend Satz 1
  fest. Die Feststellung erfolgt auf Antrag eines Be-
  rechtigten nach § 43 Absatz 1 Satz 1; § 45 ist auf
  das Verfahren nicht anzuwenden.

     (2) Beantragt einer der Antragsberechtigten spä-
  testens sechs Monate vor Ablauf der Frist nach Ab-
  satz 1 Satz 1 ihre Verlängerung, bleibt die Partei bis
  zur Entscheidung über diesen Antrag von staatlicher
  Finanzierung ausgeschlossen. § 45 ist auf das Ver-

  fahren nicht anzuwenden. Das Bundesverfassungs-

  gericht kann ohne mündliche Verhandlung entschei-
  den. Für die Entscheidung gilt Absatz 1 entspre-
  chend. Erneute Verlängerungsanträge sind statt-
  haft.“

                       Artikel 2
                   Änderung des
                  Parteiengesetzes

  Dem § 18 Absatz 7 des Parteiengesetzes in der Fas-

sung der Bekanntmachung vom 31. Januar 1994

(BGBl. I S. 149), das zuletzt durch Artikel 1 des Geset-
zes vom 22. Dezember 2015 (BGBl. I S. 2563) geändert
worden ist, wird folgender Satz angefügt:

„Gleiches gilt bei einer Feststellung des Bundesver-
fassungsgerichts nach § 46a des Bundesverfassungs-
gerichtsgesetzes ab dem Zeitpunkt der Entscheidung.“

                       Artikel 3

                   Änderung des
             Einkommensteuergesetzes
   Das Einkommensteuergesetz in der Fassung der Be-
kanntmachung vom 8. Oktober 2009 (BGBl. I S. 3366,
3862), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom
17. Juli 2017 (BGBl. I S. 2443) geändert worden ist,
wird wie folgt geändert:

1. In § 10b Absatz 2 Satz 1 werden nach dem Wort
   „sind“ ein Komma und die Wörter „sofern die jewei-
   lige Partei nicht gemäß § 18 Absatz 7 des Parteien-
   gesetzes von der staatlichen Teilfinanzierung ausge-
   schlossen ist,“ eingefügt.

2. In § 34g Satz 1 Nummer 1 werden nach dem Wort
   „Parteiengesetzes“ ein Komma und die Wörter
   „sofern die jeweilige Partei nicht gemäß § 18 Ab-

   satz 7 des Parteiengesetzes von der staatlichen Teil-
   finanzierung ausgeschlossen ist,“ eingefügt.

                       Artikel 4

                Änderung der

   Einkommensteuer-Durchführungsverordnung

   In § 50 Absatz 4 Satz 1 Nummer 2 Buchstabe c der
Einkommensteuer-Durchführungsverordnung in der Fas-
sung der Bekanntmachung vom 10. Mai 2000 (BGBl. I
S. 717), die zuletzt durch Artikel 8 der Verordnung vom
12. Juli 2017 (BGBl. I S. 2360) geändert worden ist,
werden nach den Wörtern „Parteiengesetzes ist“ ein
Komma und die Wörter „die nicht gemäß § 18 Absatz 7
des Parteiengesetzes von der staatlichen Teilfinanzie-
rung ausgeschlossen ist,“ eingefügt.
BGBl. 2017, Seite 2731 — Originalseite als Abbildung
Originalseite · Seite 2731
                      Artikel 5

                  Änderung des
            Körperschaftsteuergesetzes

   In § 5 Absatz 1 Nummer 7 des Körperschaftsteuer-
gesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom
15. Oktober 2002 (BGBl. I S. 4144), das zuletzt durch
Artikel 3 des Gesetzes vom 27. Juni 2017 (BGBl. I
S. 2074) geändert worden ist, werden in dem Satzteil
vor Satz 2 nach dem Wort „Gebietsverbände“ ein
Komma und die Wörter „sofern die jeweilige Partei
nicht gemäß § 18 Absatz 7 des Parteiengesetzes von
der staatlichen Teilfinanzierung ausgeschlossen ist,“
eingefügt.

                      Artikel 6

                   Änderung des

  Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes

  Das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz in
der Fassung der Bekanntmachung vom 27. Februar
1997 (BGBl. I S. 378), das zuletzt durch Artikel 4 des
Gesetzes vom 23. Juni 2017 (BGBl. I S. 1682) geändert
worden ist, wird wie folgt geändert:
1. In § 13 Absatz 1 Nummer 18 Buchstabe a werden
   nach dem Komma am Ende die Wörter „sofern die
   jeweilige Partei nicht gemäß § 18 Absatz 7 des Par-

                               Das vorstehende Gesetz wird

        teiengesetzes von der staatlichen Teilfinanzierung
        ausgeschlossen ist,“ eingefügt.

     2. Dem § 37 wird folgender Absatz 15 angefügt:

          „(15) § 13 Absatz 1 Nummer 18 Buchstabe a in
        der Fassung des Artikels 6 des Gesetzes vom
        18. Juli 2017 (BGBl. I S. 2730) ist auf Erwerbe anzu-
        wenden, für die die Steuer nach dem 29. Juli 2017
        entsteht.“

                                 Artikel 7
                           Änderung des
                        Umsatzsteuergesetzes
        In § 4 Nummer 18a des Umsatzsteuergesetzes in der
     Fassung der Bekanntmachung vom 21. Februar 2005
     (BGBl. I S. 386), das zuletzt durch Artikel 4a des Ge-
     setzes vom 30. Juni 2017 (BGBl. I S. 2143) geändert

     worden ist, werden vor dem Semikolon am Ende ein

     Komma und die Wörter „und sofern die jeweilige Partei
     nicht gemäß § 18 Absatz 7 des Parteiengesetzes von
     der staatlichen Teilfinanzierung ausgeschlossen ist“
     eingefügt.

                                 Artikel 8
                               Inkrafttreten
       Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in
     Kraft.

hiermit ausgefertigt. Es
                            ist im Bundesgesetzblatt zu verkünden.

                               Berlin, den 18. Juli 2017
                                            Der Bundespräsident
                                                 Steinmeier
                                            Die Bundeskanzlerin
                                              Dr. A n g e l a M e r k e l

                                    Der Bundesminister des

Innern
                                         Thomas de Maizière
                                              Der Bundesminister
                               d e r J u s t i z u n d f ü
                                                     Heiko
r Ve r b r a u c h e r s c h u t z
Maas
                                  Der Bundesminister der Finanzen
                                            Schäuble

Herkunft dieses Textes

Quelle: Bundesgesetzblatt, BGBl. 2017 I S. 2730. Gesetze, Verordnungen und amtliche Bekanntmachungen sind amtliche Werke (§ 5 Abs. 1 UrhG) und genießen keinen Urheberrechtsschutz. Der Text ist unverändert wiedergegeben (§ 62 UrhG); Herkunft und Prüfwerte stehen hier (§ 63 UrhG).

Ableitung: issue-pdf-decol · Prüfwert des Textes e3131e456d39d094….