{"status":"available","ecli":null,"court":"Sächsisches Oberverwaltungsgericht","senate":null,"decided":"2022-02-07","aktenzeichen":"6 E 84/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Az.: \n6 E 84/21 \n \n6 L 851/21 \n \n \n \n \n \n \nSÄCHSISCHES \nOBERVERWALTUNGSGERICHT \nBeschluss \n \nIn der Verwaltungsrechtssache \n \n \n \ndes \n \n \n \n \n- Antragsteller - \n \n \n \nprozessbevollmächtigt: \n \n \n \n - Beschwerdeführer - \n \n \ngegen \n \n \ndie Landeshauptstadt Dresden \nvertreten durch den Oberbürgermeister \ndieser vertreten durch das Rechtsamt \nDr.-Külz-Ring 19, 01067 Dresden \n \n \n- Antragsgegnerin - \n \n- Beschwerdegegnerin - \n \n \n \n \n \nwegen \n \n \nAntrag nach § 123 VwGO \nhier: Beschwerde gegen die Festsetzung des Streitwerts \n \n\n2 \n \nhat der 6. Senat des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts durch den Vorsitzenden \nRichter am Oberverwaltungsgericht Dehoust, die Richterin am Oberverwaltungsgericht \nDrehwald und den Richter am Landessozialgericht Guericke \nam 7. Februar 2022 \nbeschlossen: \nDie Beschwerde der Prozessbevollmächtigten des Antragstellers gegen die Streitwert-\nfestsetzung im Beschluss des Verwaltungsgerichts Dresden vom 10. Dezember 2021 \n- 6 L 851/21 - wird zurückgewiesen. \nDas Beschwerdeverfahren ist gerichtsgebührenfrei; Kosten werden nicht erstattet. \nGründe \nDie Beschwerde, mit der die Prozessbevollmächtigten des Antragstellers aus eigenem \nRecht (§ 32 Abs. 2 Satz 1 RVG) die Heraufsetzung des vom Verwaltungsgericht fest-\ngesetzten Streitwerts von 500,00 € auf 2.500,00 € begehren, ist nicht begründet. \nDie Streitwertfestsetzung des Verwaltungsgerichts entspricht der (älteren) Streitwert-\npraxis des vormals für das Verkehrsrecht zuständigen 3. Senats des Sächsischen \nOberverwaltungsgerichts (Beschl. v. 16. Mai 2014 - 3 E 11/14 -, juris Rn. 2 f.; anders \nohne Begründung Beschl. v. 28. Februar 2018 - 3 B 1/18 -, juris Rn. 17), der der be-\nschließende Senat folgt. \nDanach ist für die Ansetzung des (vollen oder hälftigen) Auffangwerts nach § 52 Abs. 2 \nGKG kein Raum, weil sich das nach § 52 Abs. 1 GKG in erster Linie maßgebliche \nInteresse des Antragstellers an der zeitlich befristeten Gewährung eines Bewohner-\nparkausweises i.S. v. § 45 Abs. 1b Nr. 2a StVO für Bewohner städtischer Quartiere mit \nerheblichem Parkraummangel anhand der im Geltungszeitraum ersparten Parkplatz-\nmiete, maximal anhand des zwölffachen Betrags der Monatsmiete, bestimmen oder, \nwenn eine solche durch den Antragsteller nicht konkret benannt wird oder dem Senat \nbekannt ist, unter Berücksichtigung durchschnittlicher Mietaufwendungen mit 500,00 € \npauschaliert bewerten lässt (vgl. ebenso OVG NRW, Beschl. v. 26. Juni 2020 - 8 E \n467/20 -, juris Rn. 6 und 10). \nDie von den Prozessbevollmächtigten des Antragstellers herangezogene Kritik an die-\nser Streitwertpraxis durch das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (Beschl. v. \n14. Januar 2021 - 1 L 41.20 -, juris Rn. 4) vermag den Senat nicht zu überzeugen. Es \n1 \n2 \n3 \n4 \n\n3 \n \nist zwar richtig, dass dem Inhaber eines Bewohnerparkausweises anders als bei einem \nprivat angemieteten Stellplatz keine für den Mietzeitraum dauerhaft gesicherte Parkflä-\nche zur Verfügung gestellt, sondern lediglich die bevorzugte Möglichkeit zum Parken \nin einem städtischen Quartier eingeräumt wird, in dem erheblicher Parkraummangel \nherrscht. Da dieser Nachteil durch die Kostenlosigkeit des Parkens mit Bewohnerpark-\nausweis aufgewogen wird, erscheint es gleichwohl sachgerecht, die Bedeutung der \nSache für den Betroffenen an den Aufwendungen zu orientieren, die er erspart, wenn \ner bei Erhalt des begehrten Bewohnerparkausweises von der privaten Anmietung eines \nStellplatzes absieht. Die Ansetzung des Auffangwerts von 5.000,00 € in Anlehnung an \nNr. 46.14 des Streitwertkatalogs für die Verwaltungsgerichtsbarkeit 2013 (abgedruckt \nz. B. in SächsVBl. 2014 Sonderbeilage) würde den Betroffenen demgegenüber mit ei-\nnem Kostenrisiko belasten, das zu dem im Falle eines Erfolgs der Klage zu erreichen-\nden Vorteil, der nicht in erster Linie immaterieller, sondern überwiegend wirtschaftlicher \nArt ist, in keinem adäquaten Verhältnis stünde (vgl. OVG NRW, Beschl. v. 26. Juni \n2020 a. a. O. Rn. 10). \nDer Einwand der Prozessbevollmächtigten des Antragstellers, es gebe in dem einge-\nrichteten Bewohnerparkgebiet keine privat vermieteten Stellplätze und es fehle an ei-\nner Offenlegung der Schätzgrundlage für die Ansetzung eines fiktiven Mietzinses von \n500,00 €, führt zu keiner anderen Beurteilung. Der Betrag orientiert sich an dem Miet-\nzins, den ein durchschnittlicher Bewohner maximal für die Jahresmiete eines Stellplat-\nzes aufzuwenden bereit wäre, und gilt neben diesem wirtschaftlichen Vorteil auch die \nsonstigen Vorteile ab, die der Antragsteller durch die Gewährung des Bewohnerpark-\nausweises erlangen würde (vgl. SächsOVG, Beschl. v. 16. Mai 2014 a. a. O. Rn. 3; \nOVG NRW, Beschl. v. 26. Juni 2020 a. a. O. Rn. 6; v. 18. Januar 2011 - 8 E 23/11 -, \njuris Rn. 11). \nDie Kostenentscheidung folgt aus § 68 Abs. 3 GKG. \nDieser Beschluss ist unanfechtbar (§ 68 Abs. 1 Satz 5, § 66 Abs. 3 Satz 3 GKG). \n \ngez.: \nDehoust \n \n \n \nDrehwald \n \n \n \n Guericke \n \n \n5 \n6 \n7","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-sachsen/2022-02-07/6-e-84-21","cited_norms":[{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 52","ref_norm":"52","n":2},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 123","ref_norm":"123","n":1},{"jurabk":"RVG","ref":"§ 32","ref_norm":"32","n":1},{"jurabk":"StVO 2013","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 66","ref_norm":"66","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 68","ref_norm":"68","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-sachsen/2022-02-07/6-e-84-21","retrieved":"2026-07-09 08:35:35.404919+00:00"},"card":{"id":"ovg-sachsen/2022-02-07/6-e-84-21","court":"OVG Sachsen","court_id":"ovg-sachsen","court_as_stated":"Sächsisches Oberverwaltungsgericht","panel":null,"date":"2022-02-07","dockets":["6 E 84/21"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"OVG Sachsen, Beschluss vom 07.02.2022 – 6 E 84/21","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-sachsen/2022-02-07/6-e-84-21","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Beschwerde der Prozessbevollmächtigten des Antragstellers gegen die Streitwert-\nfestsetzung im Beschluss des Verwaltungsgerichts Dresden vom 10. 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