{"status":"available","ecli":null,"court":"Sächsisches Oberverwaltungsgericht","senate":null,"decided":"2021-09-30","aktenzeichen":"4 E 64/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Az.: \n4 E 64/21 \n \n1 L 479/18 \n \n \n \n \n \n \nSÄCHSISCHES \nOBERVERWALTUNGSGERICHT \nBeschluss \n \nIn der Verwaltungsrechtssache \n \n \n \n1. der \n2. des \n \n \n \n- Antragsteller - \n \n- Beschwerdeführer - \n \n \ngegen \n \n \nden Regional-Wasser/Abwasser-Zweckverband Zwickau/Werdau \nvertreten durch den Verbandsvorsitzenden \nErlmühlenstraße 15, 08066 Zwickau \n \n \n- Antragsgegner - \n \n- Beschwerdegegner - \n \nprozessbevollmächtigt: \n \n \n \n \n \nwegen \n \n \nAnschluss- und Benutzerzwang; Kostenerinnerung nach § 165 VwGO \nhier: Beschwerde \n \n \n\n2 \n \nhat der 4. Senat des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts durch die Präsidentin des \nOberverwaltungsgerichts Dahlke-Piel, den Richter am Oberverwaltungsgericht Tischer \nund den Richter am Verwaltungsgericht Dr. Sieweke \nam 30. September 2021 \nbeschlossen: \nDie Beschwerde der Antragsteller gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts \nChemnitz vom 23. Juni 2021 - 1 L 479/18 - wird verworfen. \nDie Antragsteller tragen die Kosten des Beschwerdeverfahrens. \nGründe \n1. Die Beschwerde ist gemäß § 146 Abs. 1 VwGO grundsätzlich statthaft. \nDas Verwaltungsgericht hat mit dem angefochtenen Beschluss die gemäß den §§ 165, \n151 VwGO erhobene Erinnerung der Antragsteller gegen den Beschluss der Urkunds-\nbeamtin des Verwaltungsgerichts vom 1. Juli 2019 i. d. F. des Teilabhilfebeschlusses \nder Urkundsbeamtin vom 25. Mai 2021 zurückgewiesen. Darin hat die Urkundsbeamtin \ngemäß § 164 VwGO die von den Antragstellern an den Antragsgegner zu erstattenden \nKosten des vorläufigen Rechtschutzverfahrens - 1 L 479/18 - auf 1.406,26 € festge-\nsetzt. Nachdem das Verwaltungsgericht der Beschwerde nicht abgeholfen hat (§ 151 \nSatz 3 i. V. m. § 148 VwGO), entscheidet darüber nunmehr der Senat und zwar man-\ngels abweichender gesetzlicher Regelung in der Besetzung mit drei Richtern (vgl. \nSächsOVG, Beschl. v. 28. Februar 2017 - 5 E 91/16 -, juris Rn. 2, m. w. N.). \n2. Die Beschwerde ist jedoch unzulässig und daher zu verwerfen, weil sie entgegen \n§ 67 Abs. 4 VwGO nicht durch einen Prozessbevollmächtigten erhoben wurde, der vor \ndem Oberverwaltungsgericht zur Vertretung zugelassen ist. \nVor dem Oberverwaltungsgericht muss sich jeder Beteiligte - außer in Prozesskosten-\nhilfeverfahren - durch einen Prozessbevollmächtigten vertreten lassen (§ 67 Abs. 4 \nSatz 1 VwGO). Dies gilt auch für solche Prozesshandlungen, durch die ein Verfahren \nvor dem Oberverwaltungsgericht eingeleitet wird (§ 67 Abs. 4 Satz 2 VwGO). Als Pro-\nzessbevollmächtigte in diesem Sinne sind gemäß § 67 Abs. 4 Satz 3 i. V. m. Abs. 2 \nSatz 1 VwGO nur Rechtsanwälte und die dort genannten Rechtslehrer mit Befähigung \nzum Richteramt zugelassen sowie in den besonderen Fällen gemäß § 67 Abs. 4 Satz 4 \nVwGO und gemäß § 67 Abs. 4 Satz 7 i. V. m. Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 bis 7 VwGO auch die \n1 \n2 \n3 \n4 \n\n3 \n \ndort bezeichneten Personen und Organisationen. Nur wenn ein Beteiligter nach diesen \nVorschriften zur Vertretung eines anderen Beteiligten berechtigt wäre, darf er sich vor \ndem Oberverwaltungsgericht selbst vertreten (§ 67 Abs. 4 Satz 8 VwGO). \nDer Vertretungszwang nach diesen Vorschriften gilt insbesondere auch für die vorlie-\ngende Beschwerde in einem Kostenfestsetzungsverfahren nach den §§ 164, 165, 151 \nVwGO, weil für ein solches Verfahren keine besonderen kostenrechtlichen Vorschriften \n(wie etwa § 66 Abs. 5 Satz 1 GKG oder § 33 Abs. 7 Satz 1 RVG) gelten, sondern un-\nmittelbar die Vorschriften der Verwaltungsgerichtsordnung, die für ein solches Verfah-\nren keine Ausnahme vom Vertretungszwang vorsehen (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, \nBeschl. v. 17. Februar 2017 - OVG 3 K 16.17 -, juris Rn. 2 f., m. w. N.). \nDa die Antragsteller nicht zu den Personen gehören, die nach den oben genannten \nVorschriften vor dem Oberverwaltungsgericht als Bevollmächtigte zugelassen, d. h. \npostulationsfähig sind, können sie nicht wirksam Beschwerde erheben. Ihre Be-\nschwerde ist deshalb unzulässig. Zwar ist die Beschwerdefrist des § 147 Abs. 1 Satz 1 \nVwGO gemäß § 58 Abs. 2 VwGO noch nicht abgelaufen, weil die Rechtmittelbelehrung \ndes Verwaltungsgerichts irreführend ist, soweit darin darauf hingewiesen wird, dass die \nBeschwerde auch zu Protokoll des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle eingelegt wer-\nden kann. Denn das ist bei einer Beschwerde, die dem Vertretungszwang gemäß § 67 \nAbs. 4 VwGO unterliegt, nicht möglich und deshalb irreführend (vgl. OVG Schl.-Hol., \nBeschl. v. 14. März 2014 - 2 MB 5/14 -, juris Rn. 6, m. w. N.). Jedoch haben die An-\ntragsteller trotz richterlichen Hinweises auf die Möglichkeit, noch durch einen postula-\ntionsfähigen Bevollmächtigten Beschwerde zu erheben oder diese kostenfrei zurück-\nzunehmen (während deren Verwerfung oder Zurückweisung durch das Gericht kosten-\npflichtig wäre), an ihrer unzulässigen Beschwerde festgehalten. Ihre Beschwerde ist \ndaher nunmehr als unzulässig zu verwerfen. \nDie Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO. \nEiner Streitwertfestsetzung bedarf es nicht, da gemäß Nr. 5502 des Kostenverzeich-\nnisses in Anlage 1 zu § 3 Abs. 2 GKG eine Festgebühr von 66,00 € anfällt. \nDieser Beschluss ist gemäß § 152 Abs. 1 VwGO unanfechtbar. \n \ngez.: \nDahlke-Piel \n \n \n \n Tischer \n \n \n \n Sieweke \n5 \n6 \n7 \n8 \n9","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-sachsen/2021-09-30/4-e-64-21","cited_norms":[{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 67","ref_norm":"67","n":6},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 165","ref_norm":"165","n":3},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 151","ref_norm":"151","n":2},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 164","ref_norm":"164","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 58","ref_norm":"58","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 146","ref_norm":"146","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 147","ref_norm":"147","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 148","ref_norm":"148","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152","ref_norm":"152","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 66","ref_norm":"66","n":1},{"jurabk":"RVG","ref":"§ 33","ref_norm":"33","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-sachsen/2021-09-30/4-e-64-21","retrieved":"2026-07-09 08:35:41.520226+00:00"},"card":{"id":"ovg-sachsen/2021-09-30/4-e-64-21","court":"OVG Sachsen","court_id":"ovg-sachsen","court_as_stated":"Sächsisches Oberverwaltungsgericht","panel":null,"date":"2021-09-30","dockets":["4 E 64/21"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"OVG Sachsen, Beschluss vom 30.09.2021 – 4 E 64/21","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-sachsen/2021-09-30/4-e-64-21","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Beschwerde der Antragsteller gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts\nChemnitz vom 23. 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