{"status":"available","ecli":null,"court":"Sächsisches Oberverwaltungsgericht","senate":null,"decided":"2020-08-14","aktenzeichen":"1 E 135/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Az.: \n1 E 135/18 \n \n3 N 2/18 \n \n \n \n \n \n \nSÄCHSISCHES \nOBERVERWALTUNGSGERICHT \n \nBeschluss \n \nIn der Vollstreckungssache \n \nder Frau \n \n \n- Vollstreckungsgläubigerin - \n \n- Beschwerdegegnerin - \n \nprozessbevollmächtigt: \n \n \n \ngegen \n \n \ndie Große Kreisstadt Döbeln \nvertreten durch den Oberbürgermeister \nObermarkt 1, 04720 Döbeln \n \n \n- Vollstreckungsschuldnerin - \n \n- Beschwerdeführerin- \n \nprozessbevollmächtigt: \n \n \n \n \nwegen \n \n \nVollstreckung aus dem Urteil des VG Chemnitz vom 06.09.2017 - 3 K 2390/14 \nhier: Gegenstandswert für das Beschwerdeverfahren \n \n \n\n \n \n2\nhat der 1. Senat des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts durch den Vorsitzenden \nRichter am Oberverwaltungsgericht Meng als Einzelrichter gemäß § 33 Abs. 8 Satz 1 \nRVG \n \nam 14. August 2020 \nbeschlossen: \n \nDer Gegenstandswert für das Beschwerdeverfahren wird auf 1.000,00 € festgesetzt. \nGründe \nAuf den Antrag (§ 33 Abs. 1 RVG) der Prozessbevollmächtigten der \nVollstreckungsgläubigerin im Schriftsatz vom 7. Juli 2020 ist der Gegenstandswert für \ndas durch Senatsbeschluss vom 14. April 2020 - 1 E 135/18 - abgeschlossene \nBeschwerdeverfahren der Vollstreckungsschuldnerin gegen die auf § 172 Satz 1 \nVwGO gestützte Zwangsgeldandrohung des Verwaltungsgerichts Chemnitz zur \nZwangsvollstreckung aus seinem rechtskräftigen Verpflichtungsurteil vom 6. \nSeptember 2017 - 3 K 2390/14 - festzusetzen. \nDer Gegenstandswert richtet sich nach § 23 Abs. 2 Satz 1 RVG i. V. m. § 23 Abs. 3 \nRVG, weil im Beschwerdeverfahren kein Streitwert festzusetzen, sondern eine \nwertunabhängige Festgebühr nach Nr. 5502 des Kostenverzeichnisses (Anlage 1 zu § \n3 Abs. 2 GKG) zu erheben war. Dementsprechend ist der Gegenstandswert für die \nBeschwerde der Vollstreckungsschuldnerin „nach billigem Ermessen“ zu bestimmen. \nDies folgt unabhängig von der Frage, ob § 25 Abs. 2 RVG auf Schuldnerbeschwerden \nAnwendung findet (verneinend etwa BayVGH, Beschl. v. 4. Oktober 2012 - 6 C \n10.1072 -, juris Rn. 5 f.) jedenfalls aus der Auffangregelung des § 23 Abs. 3 Satz 2 \nRVG, weil sich der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens nicht aus \nVorschriften des Gerichts- und Notarkostengesetzes (GNotKG) ergibt. \nNach den Umständen des Falles entspricht es billigem Ermessen, den \nGegenstandswert des Beschwerdeverfahrens auf 1.000 € festzusetzen, nicht - wie von \nden Prozessbevollmächtigen der Vollstreckungsschuldnerin unter Hinweis auf deren \nErzwingungsinteresse beantragt - auf 5.000 €. Bei Anwendung der allgemeinen \nVorschriften zur Wertbestimmung in verwaltungsgerichtlichen Verfahren (§§ 39 ff. \n1 \n2 \n3 \n\n \n \n3\nGKG) im Rahmen des billigen Ermessens richtet sich der Streitwert im \nRechtsmittelverfahren nach den Anträgen des Rechtsmittelführers (§ 47 Abs. 1 Satz 1 \nGKG), hier also der Vollstreckungsschuldnerin, die sich mit ihrer Beschwerde gegen \ndie Zwangsgeldandrohung des Verwaltungsgerichts in Höhe von 1.000 € gewendet \nhat. Dieser Betrag bildet im Verfahren der Schuldnerbeschwerde den Ausgangspunkt \nder Wertbestimmung (vgl. OVG NRW, Beschl. v. 8. September 1992 - 11 B 3495/92 -\n, NVwZ 1993, 383, 385; Pietzner/Möller, in: Schoch/Schneider/Bier, VwGO, Stand \nJuli 2019, § 172 VwGO Rn. 61 m. w. N.; ebenso für Verfahren nach § 890 ZPO vgl. \nOLG Düsseldorf, Beschl. v. 13. Januar 1977 - 2 W 85/76 -, juris Rn. 6; Becker, in: \nBaumbach/Lauterbach/Hartmann/Anders/Gehle, ZPO, 78. Aufl., Anhang § 3 ZPO Rn. \n145 m. w. N. auch zur Gegenmeinung). Auf das Erzwingungsinteresse des \nVollstreckungsgläubigers, das in vielen Fällen dem Streitwert des vorangegangenen \nErkenntnisverfahrens entsprechen wird (vgl. VGH BW, Beschl. v. 12. Juli 2000 - 13 S \n352/00 -, NVwZ -RR 2001, 72; OLG Karlsruhe, Beschl. v. 23. Oktober 2015 - 14 W \n85/15 -, juris Rn. 5), kommt es für die Wertbestimmung im Verfahren der \nSchuldnerbeschwerde hingegen nicht an. \nNach den Umständen des Falles hält es der Senat für angemessen, den \nGegenstandswert in Höhe des angedrohten Zwangsgelds festzusetzen (für eine nur \nanteilige Höhe dagegen Pietzner/Möller a. a. O. m. w. N. § 172 VwGO Rn. 61 Fn. \n192). \nDas Verfahren ist gebührenfrei; Kosten werden nicht erstattet (§ 33 Abs. 9 RVG) \nDieser Beschluss ist unanfechtbar (§ 33 Abs. 4 Satz 3 RVG). \n \ngez.: \nMeng \n \n4 \n5 \n6","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-sachsen/2020-08-14/1-e-135-18","cited_norms":[{"jurabk":"RVG","ref":"§ 33","ref_norm":"33","n":4},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 172","ref_norm":"172","n":3},{"jurabk":"RVG","ref":"§ 23","ref_norm":"23","n":3},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 47","ref_norm":"47","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 890","ref_norm":"890","n":1},{"jurabk":"RVG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-sachsen/2020-08-14/1-e-135-18","retrieved":"2026-07-09 08:35:59.367457+00:00"},"card":{"id":"ovg-sachsen/2020-08-14/1-e-135-18","court":"OVG Sachsen","court_id":"ovg-sachsen","court_as_stated":"Sächsisches Oberverwaltungsgericht","panel":null,"date":"2020-08-14","dockets":["1 E 135/18"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"OVG Sachsen, Beschluss vom 14.08.2020 – 1 E 135/18","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-sachsen/2020-08-14/1-e-135-18","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Der Gegenstandswert für das Beschwerdeverfahren wird auf 1.000,00 € festgesetzt.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"RVG/33","law":"RVG","abbreviation":"RVG","ref":"33","label":"§ 33 RVG","mentions":4},{"id":"VwGO/172","law":"VwGO","abbreviation":"VwGO","ref":"172","label":"§ 172 VwGO","mentions":3},{"id":"RVG/23","law":"RVG","abbreviation":"RVG","ref":"23","label":"§ 23 RVG","mentions":3},{"id":"GKG 2004/3","law":"GKG 2004","abbreviation":"GKG 2004","ref":"3","label":"§ 3 GKG 2004","mentions":1},{"id":"GKG 2004/47","law":"GKG 2004","abbreviation":"GKG 2004","ref":"47","label":"§ 47 GKG 2004","mentions":1},{"id":"ZPO/3","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"3","label":"§ 3 ZPO","mentions":1},{"id":"ZPO/890","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"890","label":"§ 890 ZPO","mentions":1},{"id":"RVG/25","law":"RVG","abbreviation":"RVG","ref":"25","label":"§ 25 RVG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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