{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"3. Zivilsenat","decided":"2015-11-26","aktenzeichen":"III ZB 96/15","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\nIII ZB 96/15\nvom\n\n26. November 2015\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26. November 2015 durch die\nRichter Seiters, Wöstmann, Tombrink, Dr. Remmert und Reiter\n\nbeschlossen:\n\nDie Erinnerung der Beklagten gegen die Erteilung der Vollstreckungsklausel am 7. September 2015 durch die Urkundsbeamtin des Bundesgerichtshofs wird auf Kosten der Beklagten\nzurückgewiesen.\n\nDer Gegenstandswert für das Erinnerungsverfahren beträgt\n40.000 €.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Die Klägerin macht gegen die Beklagten im Wege einer Stufenklage Ansprüche auf Zahlung einer Vergütung geltend, die sie auf eine Vereinbarung\nvom 23. Februar 2012 stützt. Das Landgericht hat die Beklagten durch Teilurteil\nvom 10. März 2015 als Gesamtschuldner verurteilt, der Klägerin Auskunft über\nden Transaktionswert des Immobilienprojekts \"C. S. \", F. straße\nin D. - entsprechend der zwischen den Parteien am 23. Februar\n2012 abgeschlossenen Vereinbarung (Anlage K 1) - zu erteilen. Die hiergegen\ngerichtete Berufung der Beklagten hat das Oberlandesgericht durch Beschluss\nvom 14. Juli 2015 wegen Unterschreitung der Wertgrenze des § 511 Abs. 2\nNr. 1 ZPO als unzulässig verworfen. Dagegen haben die Beklagten Rechtsbeschwerde eingelegt, über die noch nicht entschieden worden ist. Auf Antrag der\nKlägerin hat die Urkundsbeamtin des Bundesgerichtshofs am 7. September\n\n2015 für das Teilurteil des Landgerichts eine Vollstreckungsklausel erteilt. Hiergegen wenden sich die Beklagten mit der Erinnerung.\n\nII.\n\n2 1. Die Erinnerung der Beklagten gegen die Erteilung der Vollstreckungsklausel ist nach § 732 Abs. 1 Satz 1 ZPO statthaft und bedurfte gemäß § 78\nAbs. 3 ZPO nicht der Mitwirkung eines beim Bundesgerichtshof zugelassenen\nRechtsanwalts.\n\n3 2. Die Erinnerung ist jedoch nicht begründet.\n\n4 a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann der von den\nBeklagten erhobene Einwand, die titulierte Auskunftsverpflichtung sei mangels\nausreichender Bestimmtheit nicht vollstreckungsfähig, im Wege der Klauselerinnerung nach § 732 Abs. 1 ZPO vorgebracht werden (vgl. BGH, Beschlüsse\nvom 22. Oktober 2014 - V ZR 74/14, BeckRS 2014, 22528 Rn. 8; vom 4. Oktober 2005 - VII ZB 54/05, NJW-RR 2006, 567 und vom 16. Juli 2004 - IXa ZB\n326/03, NJW-RR 2004, 1718, 1719).\n\n5 b) Entgegen der Meinung der Beklagten erweist sich die titulierte Auskunftspflicht in Anbetracht der im Tatbestand des landgerichtlichen Teilurteils\nwiedergegebenen \"Definition\" der \"Berechnungsgrundlage zum Transaktionswert\" allerdings als ausreichend bestimmt und vollstreckungsfähig. Die Erwiderung der Klägerin weist zutreffend darauf hin, dass es der Sache nach darum\ngeht zu ermitteln, welche materielle (geldwerte) Gegenleistung die I. -\nGruppe für den Beitritt zum Immobilienprojekt \"C. S. \" im Rahmen eines \"Joint Venture\" an die Beklagtenseite erbracht hat beziehungsweise erbringen muss. Hiernach nämlich soll sich das \"Erfolgshonorar\" der Klägerin (in\n\nHöhe von 1 %) berechnen. Vor diesem Hintergrund erklären sich der Begriff\n\"Sonstige Gegenleistungen, die als Geldwert bei der Transaktion Berücksichtigung finden\" und die hierzu angeführten Beispiele. Den Beklagten ist es im Übrigen ohne weiteres möglich, eine umfassende Auskunft durch die vollständige\nVorlage der mit der I. -Gruppe geschlossenen \"Joint-Venture\"-Vereinbarung zu erteilen.\n\n6 3. Die Kostenentscheidung folgt aus der entsprechenden Anwendung von\n§ 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO. Die Festsetzung des Gegenstandswerts beruht auf\n§ 3 ZPO unter Berücksichtigung von § 25 Abs. 1 Nr. 3 RVG. Maßgebend ist\ninsoweit der Wert des zu vollstreckenden Anspruchs (s. BGH, Beschluss vom\n22. Oktober 2014 aaO Rn. 9 mwN).\n\nSeiters Wöstmann Tombrink\n\nRemmert Reiter\n\nVorinstanzen:\nLG Düsseldorf, Entscheidung vom 10.03.2015 - 35 O 52/14 -\nOLG Düsseldorf, Entscheidung vom 14.07.2015 - I-6 U 59/15 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2015-11-26/iii-zb-96-15","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 732","ref_norm":"732","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 91","ref_norm":"91","n":1},{"jurabk":"RVG","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 511","ref_norm":"511","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2015-11-26/iii-zb-96-15","retrieved":"2026-10-24 07:58:04.950142+00:00"},"card":{"id":"bgh/2015-11-26/iii-zb-96-15","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"3. 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